Tatsachen und Meinungen W

Erweiterte Themen

Wachablösung auf dem Quirinal, Rom 

www.youtube.com/watch?v=pPmSeNrtyDI

Festa della Polizia 2010; Guardia d’Onore al Qurinale (18’35“)

Wahlspruch der Schweizergarde

→Startseite, Schweizergarde: Erweiterte Themern: Der Wahlspruch der Schweizergarde

Waffensammlung, Vatikanische

Säbel, Pistolen, Maschinenpistolen usw.
Eine Mauser aus dem 2. Weltkrieg, die einem Deutschen gehörte.

Wald im Vatikan

Im Garten rechts des Adlerbrunnens

Wallfahrtsorte

Mentorella:
OR (L'Osservatore Romano) Nr. 36 vom 2. September 2012, S. 5, Bernhard Hülsebusch (…):
Der Marienwallfahrtsort MENTORELLA in den Praenestiner Bergen.
Wo Papst Johannes Paul II. das „Magnificat“ sang …

Die Position des Wallfahrtsortes ist faszinierend: Auf einem Felsen hoch über dem Giovenzano-Tal, rund 60 km östlich von Rom, liegt Mentorella. Einer der ältesten, von Legenden umworbenen Marien-Wallfahrtsorte Italiens. Besonders am Herzen lag Mentorella dem Wojtyla-Papst, der 8-mal hierher wallfahrtete. Aber auch dessen Nachfolger Benedikt XVI. pilgerte zu dem Heiligtum. Dieser Wallfahrtsort macht einen tiefen, ja unvergesslichen Eindruck. Schon wegen seines Standortes: Abgelegen, wie geschaffen für Eremiten, auf 1’020 m Höhe und mit einer grandiosen Aussicht. „Dieser Ort hat mir sehr geholfen zu beten“, sagte Johannes Paul II., als er – ein besonderer Verehrer der Muttergottes und ein Freund der Berge – kurz nach seiner Wahl 1978 wieder einmal hierher kam. Der Ort hat den Namen „Santuario Madre delle Grazie della Mentorella“.  Neben dem Eingang zur Kirche steht eine Statue von Johannes Paul II. Er fühlte sich dem Wallfahrtsort eng verbunden. Ein Weg, der in etwa 2 Stunden durch den Wald zum Heiligtum hinaufführt, wurde nach ihm „Karol-Wojtyla-Weg“ benannt.

Pilgerzeitung Sommer 2012 Nr. 18, S. 6, Guido Horst:
Wenn Karol Wojtyla allein sein wollte

Mentorella bei Rom dürfte das älteste Marienheiligtum Europas sein – Heute erinnert es vor allem an den seligen Johannes Paul II. (…) Schon als römischer Theologiestudent, kurz nach dem 2. Weltkrieg, besuchte Karol Wojtyla das Heiligtum. Später als Bischof, dann als Kardinal. Um die 30 Mal suchte er Mentorella auf. Nur wenige Tage nach seiner Wahl kam er dann als Papst, „um auf den Spuren Marias das Magnificat zu singen“, wie er am 29. Oktober 1978 den Patres von Mentorella sagte. „Dieser Ort hat mir geholfen zu beten.“ Noch an die Dutzend Mal, wie einer der Patres berichtet, sei Johannes Paul II. hier gewesen, anonym, manchmal habe er den letzten Teil des Weges auch zu Fuss zurückgelegt.

Und noch ein anderer Papst wollte sein Pontifikat bei der Gnaden-Madonna von Mentorella beginnen: Benedikt XVI. Er fuhr ebenfalls an einem 29. Oktober, aber des Jahres 2005, mit seinem Privatsekretär Georg Gänswein, die Praenestiner Berge hinauf. Am ältesten Marienheiligtum Europas gehen auch die Päpste nicht mehr vorbei.

OR Nr. 35 vom 30.08.2019, S. 3
Rom. Die Zeit der Pilger im bosnischen Wallfahrtsort Medjugorje steigt. Das berichtet der polnische Bischof Henryk Hoser, den Papst Franziskus Anfang 2017 zu seinem Sonderbeauftragten für Medjugorje ernannt hatte. „Pro Jahr kommen inzwischen rund 3 Millionen Menschen, die meisten im Sommer“, so Hoser in einem Interview des Pressedienstes SIR .

Kath. Wochenzeitung Baden 7/2024 Februar, S. 5, Georgette Bechara
Warum dieser atemberaubende Wallfahrtsort für seine Wunder bekannt ist

Rocamadour, ein atemberaubendes mittelalterliches Dorf im Süden Zentralfrankreichs, beherbergt einen der ältesten und am meisten verehrten Marienschreine der Welt. Die Schwarze Jungfrau von Rocamadour, eine hölzerne Statue von Maria und Jesus, zieht seit mehr als einem Jahrtausend Pilger an, von denen viele behaupten, dass sie wurdersame Heilungen, Rettungen und Bekehrungen erlebt haben. (...)

→Kardinalsrat (OR Nr. 19 vom 13.05.2022)

Wappen von Würdenträgern, des Papstes und des Vatikans

→Äbte             
→Bischöfe             
→Kardinäle
→Ore-Oz, Erweiterte Themen: Organisation Vatikan, Besetzung Kurie, Heraldik
→W, Wappen von Schweizer Gemeinden
→Pir-Pz, Q: Papstwappen

Wappen, ausgewählt in 2'000 Schweizer Gemeinden

BaZ Basler Zeitung, bazonline, 1. August 2022

Welche Figuren erscheinen in Schweizer Gemeindewappen am meisten? Nachforschungen in 2'000 Gemeinden:

296  Berge (Dreiberg: Er weist auf den Namen hin [Spiegelberg, 
        Ringenberg] und auf wachsende Objekte, Bäume, Blumen oder
        darauf stehende Tiere.)

        Beispiele von Familien Berger:
        https://www.chgh.ch/916-b/beard-bhend/berger       
        Beispiel: Gemeinde Hersberg BL:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Hersberg
        Beispiel Gemeinde Berg SG:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Berg_SG

287  Sterne
218  Bäume
151  Vögel
141  Löwen
126  Burgen
126  Landwirtschaft (z. B. Pflugschar). Beispiel Gemeinde Villnachern AG:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Villnachern

111   Waffen
101   Menschliche Figuren
   95  Blumen
   73  Schlüssel. Beispiel Gemeinde Oberwil BL. Die Pfarrkirche ist Petrus
         und Paulus geweiht:
         https://de.wikipedia.org/wiki/Oberwil_BL

    69  Mond und Sonne
    59  Gämsen und Steinböcke
    59  Bären
    58  Weinreben. Beispiel Gemeinde Zeiningen AG:
          https://www.zeiningen.ch/wappen

    55  Fische
    52  Religiöse Symbole (Bischofsstab)
    49  Lilien
    36  Mythische Geschöpfe (z. B. Einhorn). Beispiel Gemeinde Ballwil LU:
          https://de.wikipedia.org/wiki/Ballwil

    36  Hirsche und Hirschkühe
    35  Pferde
    29  Räder
    29  Kirchen
    25  Muscheln
    20  Wölfe. Beispiel Gemeinde Wolfenschiessen NW:
          https://www.wolfenschiessen.ch/wappen

    20  Boote
    17  Flügel
    11  Schafe
    10  Wildschweine und Schweine. Beispiel Gemeinde Safenwil AG:
          https://www.safenwil.ch/wappen

Die Farben (Tinkturen) Gold und Silber (gelb und weiss) sind am beliebtesten.

→W, Wappen von Schweizer Gemeinden
→Startseite, Heraldik I - III
→Pir-Pz, Q: Papstwappen

Wasser

OR Nr. 29 vom 19. Juli 2013, S. 1
Sparsamer Umgang mit Wasser

Im Hochsommer auf dem Petersplatz: Die vatikanische Feuerwehr kühlt Pilger und Touristen während einer Papstaudienz ab

Der 34. Welttourismustag wird am 27. September 2013 begangen und steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „Tourismus und Wasser: unsere gemeinsame Zukunft schützen“. Zu diesem Thema hat der Päpstliche Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs eine Botschaft veröffentlicht, in der zum sparsamen Umgang mit Wasser aufgerufen wird. In Hotels, Restaurants und anderen touristischen Einrichtungen stehe Wasser oft im Überfluss zur Verfügung, während die lokale Bevölkerung unter Mangel leide, heisst es in dem Dokument. Vorhandene Ressourcen (Rohstoffquellen) müssten nach den Massstäben einer „grünen Wirtschaft“ genutzt werden. Das Schreiben verweist auf die katholische Soziallehre, nach der die Güter der Erde allen Menschen gehören.

OR Nr. 36 vom 07.09.2018, S. 1
Jeder Mensch hat ein Recht auf Wasser

Papst Franziskus hat die Bedeutung des Menschenrechts auf Wasser betont. In einer am 1. September 2018 veröffentlichten Botschaft verurteilt er die Privatisierung von Trinkwasser und drängt auf stärkeres Engagement zur Gewährung dieses Menschenrechtes. Dabei gehe es nicht nur um „persönliche Taten der Nächstenliebe“, sondern auch um „konkrete Entscheidungen und dauerhaften Einsatz, um allen das vordringliche Gut des Wassers zu gewährleisten“.

Wasser ist das zentrale Thema der Papstbotschaft, in der Franziskus den Blick auch auf Migranten und Flüchtlinge richtet, die über den Seeweg kommen. Er nimmt Politiker in die Pflicht, „die empfindlichsten Fragen unserer Zeit wie die der Migration, des Klimawandels, des allgemeinen Rechts auf die Nutzung der vordringlichen Güter“ verantwortungsvoll und gemeinsam anzugehen.
Die Welt lade eine „schwere soziale Schuld gegenüber den Armen“ auf sich, wenn sie diesen den Zugang zu Wasser und damit zum Überleben verweigere, so der Papst weiter.

Der jeweils am 1. September begangene Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung wurde von Patriarch Bartholomaios I. 1989 ins Leben gerufen.  2014 schloss sich der Vatikan auf Einladung des Patriarchen der Initiative an. Bartholomaios I. hat in seinem Hirtenbrief zum Tag der Schöpfung eindringlich zum Schutz der Umwelt aufgerufen. Man könne sich als Christ nicht zugleich wirklich für die menschliche Person interessieren und im selben Atemzug die natürliche Umwelt und damit die Voraussetzung des Lebens und der Zukunft der Menschheit zerstören.

OR Nr. 43 vom 26.10.2018, S. 4
Trinkwasser als Menschenrecht ist Thema einer Konferenz im Vatikan am 08.11.2018. Bei dem Treffen an der Päpstlichen Universität Urbaniana (Gianicolo), das  vom Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen organisiert wird, soll es neben rechtlichen und entwicklungspolitischen Themen auch um Umweltschutz- und Gesundheitsaspekte gehen. Das  Dikasterium unter der Leitung von Kardinal Peter Turkson organisiert die Konferenz gemeinsam mit den Botschaften von Frankreich, Italien, Monaco und den Vereinigten Staaten beim Heiligen Stuhl.

OR Nr. 13 vom 29.03.2019, S. 3
Franziskus fordert Massnahmen für globale Trinkwasserversorgung

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat zum Weltwassertag am Freitag, 22.03.2019, konkrete Schritte zu einer Trinkwasserversorgung für alle gefordert. Weltweit litten immer mehr Menschen an mangelndem Zugang zu Wasser. Das diesjährige Motto des Aktionstages, „Niemand zurücklassen“, bedeute die Verpflichtung, „diese Ungerechtigkeit zu beenden. Zugang zu Trinkwasser sei ein Grundrecht, mit dem das Leben und die Würde von Menschen auf dem Spiel stehe, schrieb der Papst in einer Botschaft an den Generaldirektor der Welternährungsorganisation FAO, José Graziano da Silva. Als besondere Herausforderung nannte Franziskus die Erziehung junger Menschen zu Nachhaltigkeit. Dies beginne mit der Sensibilisierung für diejenigen, die unter Klimawandel, verschiedenen Formen von Ausbeutung und Wasserverschmutzung litten. Die jungen Generationen seien mit allen anderen Bewohnern der Erde aufgerufen, das Gut Trinkwasser zu schätzen und zu verteidigen. Zugleich wandte sich der Papst dagegen, Wasser zu einer Ware zu machen, die ausschliesslich den Gesetzen des Marktes unterworfen sei.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef veröffentlichte unlängst einen Bericht, wonach nach neuesten  Schätzungen mehr als 2,1 Milliarden Menschen weltweit keine reguläre Versorgung mit sauberem Wasser haben.

Ulrich Nersinger, Sitting Bull und der Papst, S. 96
(…) Im Jahre 1897 gab der reichliche Zufluss der „Aqua Paola“ Papst Leo XIII. die Möglichkeit, das erste vatikanische Elektrizitätswerk zu errichten. Es bestand aus einer Wasserturbine, die bescheidene 7 Kilowatt erzeugte, aber die elektrischen Lampen des Apostolischen Palastes mit dem nötigen Strom versorgen konnte. Die Turbine war mit einem Generator von 25 PS und einer kleinen Akkumulatoren-Batterie verbunden. Gegen Ender der Regierungszeit des Papstes wurde die Wasserkraft auch für den Aufzug im Palast genutzt, der die Staatsgäste des Vatikans in die päpstlichen Gemächer transportierte.

1929, fast 6 Jahrzehnte nach dem Ende des alten Kirchenstaates, entstand der neue souveräne „Staat der Vatikanstadt“. Dieser sollte nach dem Willen Pius‘ XI. zu einem mustergültigen Staatswesen werden – mit einer effizienten Wasserversorgung. Der Pontifex ordnete ein hochmodernes Verteilungs- und Drainagesystem (Ableitung von Wasserabsonderungen) an. Auf dem höchstgelegenen Terrain der Vatikanstadt entstand eine 3 Mio Liter Wasser fassende aus dem Lago di Bracciano gespeiste Zisterne, die durch ein 85 km langes Verteilungsnetz die Bewässerung der gesamten Gartenanlage und ihrer Brunnen garantiert. Bei der Palazzina Leos XIII. wurde eine weitere Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 4 Mio Liter Trinkwasser errichtet, um die Versorgung aller Büros und Wohnungen in der Vatikanstadt zu gewährleisten. Die in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts vorgenommenen Arbeiten sind noch heute substanziell (wesentlich) für die Wasserversorgung des Vatikans.

Im Verlaufe des Jahrhunderts haben die Päpste im Schatten von Sankt Peter eine einzigartige Brunnenwelt geschaffen. Die kleinen und grossen „Fontane“ waren Trinkwasserquellen für Mensch und Tier, ermöglichten eine vielfältige Pflanzenwelt, verschafften dem Papst, seinem Hofstaat und auch der Bevölkerung Orte der Erholung und der Musse – darüber hinaus illustrierten sie auf ganz aussergewöhnliche Weise und in einer aussagekräftigen Symbolik die Rolle der Nachfolger Petri in der Geschichte.

OR (L'Osservatore Romano) Nr. 13 vom 31.03.2023, S. 4
In einem Interview von Papst Franziskus zum Welttag des Wassers am 22.03.23 hiess es: "Die internationale Gemeinschaft muss zusammenarbeiten, um den Zugang zum Wasser und zu Sanitäranlagen für die Menschen zu gewährleisten, damit das Recht auf Wasser universell durchgesetzt wird, denn es ist nichts anderes als das Recht auf Leben, Zukunft, Hoffnung."

OR Nr. 42/43 vom 20.10.2023, S. 3
Der Papst fordert zum Welternährungstag einen nachhaltigen Umgang mit Wasser

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat die ungleiche Verteilung von Ressourcen (vorhandener Bestand für etwas, das benötigt wird, besonders zur Ernährung der Menschen in der Welt) scharf kritisiert. Ungerechtigkeit und Ungleicheiten liessen viele in der "Gosse (im Bereich sozialer, moralischer Verkommenheit) des Lebens" stranden, während einige wenige in Opulenz (Reichtum, Macht, Üppigkeit, Überfluss) lebten, so Franziskus am Montag, 16.10.2023, in einer Botschaft an den Generaldirektor der Welternährungsorganisation FAO, Qu Dongyu. Anlässlich des Welternährungstages verurteilte der Papst Ressourcenknappheit als Beleidigung für die gottgegebene Würde des Menschen. Eingehend auf das diesjährige Thema "Wasser ist Leben, Wasser ist Nahrung" rief er zu einem umsichtigen und nachhaltigen Umgang mit dem lebenswichtigen Element auf. In vielen Teilen der Erde litten die Menschen an Krankheiten oder müssten sterben, weil es kein oder nur wenig Trinkwasser gibt. (...)

→Brunnen des Vatikans       
→Tiber       
→Aquädukte       
→Thermen
→Gärten, vatikanische

Website Vatikan

→Internet

Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu

Kath. Wochenzeitung Baden Nr. 51 vom 23.12.2011:
2,2 Milliarden Christen in aller Welt feiern Geburt Christi

Das Datum des 24./25. Dezember vereint Katholiken, Protestanten und viele Orthodoxe – Krippe und Christbaum wurden erst relativ spät in christliches Weihnachtsbrauchtum aufgenommen. Mehr als 500 Millionen Christen in Europa und weltweit mehr als 2,2 Milliarden Angehörige der christlichen Denominationen (Benennung für christliche Glaubensgemeinschaft) feiern am 24./25. Dezember das Fest der Geburt Christi. Katholiken, Anglikaner, Protestanten und die meisten Orthodoxen sind in dieser Feier vereint. Nur die orthodoxen Patriarchate Jerusalem, Moskau, Georgien und Serbien feiern das Weihnachtsfest nach dem Julianischen Kalender erst am 7. Januar. (→Römisches Jahr)

Das Fest der Geburt Christi wird seit dem 4. Jahrhundert am 25. Dezember gefeiert, das „Weihnachtsfest“ am „Heiligen Abend“ – dem 24. Dezember –  ist die nach altem kirchlichem Gebrauch übliche „Vor-Feier“ (Vigil) eines Hochfestes.

Von Rom aus verbreitete sich das Weihnachtsfest in der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts rasch nach Nordafrika, Oberitalien, Spanien sowie in den Orient. Es entwickelte sich bald zum beliebtesten christlichen Fest. Die deutsche Bezeichnung „Weihnachten“ ist erst seit dem 12. Jahrhundert belegt; die Zusammensetzung enthält das untergegangene mittelhochdeutsche Adjektiv „wich“ mit der Bedeutung „heilig“ und geht zurück auf die Zeitbestimmung „zewihen nahten“, was also „in den heiligen Nächten“ bedeutet.

Franz von Assisi „erfand“ die Krippe:
Krippe und Christbaum wurden erst relativ spät in das christliche Weihnachtsfest aufgenommen. Der heilige Franz von Assisi hatte 1230 in Greccio als erster die Idee, zum Weihnachtsfest die Geburt Christi im Stall von Bethlehem als „lebendes Bild“ mit lebenden Personen und Tieren nachzuzeichnen. Seit dem 15. Jahrhundert gibt es in Italien in den Kirchen permanente Krippen. Ab dem 16./17. Jahrhundert wurden Weihnachtskrippen auch ausserhalb Mittelitaliens als Rekonstruktion des grossen Ereignisses von Bethlehem populär. Einzelne Landschaften entwickelten vor allem in der Barockzeit besondere Traditionen des Krippenhauses – so Sizilien, Tirol, Oberbayern, die Provence und das Gordische Gebiet um Krakau.

In protestantischen Gegenden waren Krippendarstellungen früher verpönt. So tolerierte sie die Obrigkeit im evangelisch geprägten Erzgebirge erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Danach erlebte die Kunst des Krippenschnitzens ihre Blütezeit.

„Vergiss das Wichtigste nicht“

In Grossbritannien erinnert die anglikanische Kirche jedes Jahr zu Weihnachten mit einer grossangelegten Werbekampagne an den religiösen Inhalt von Weihnachten. Freilich sind die Briten noch nicht in dem Ausmass „entchristlicht“, wie oft behauptet wird. Zu Weihnachten sind auch jenseits des Kanals die Kirchen voll.

Schweiz am Wochenende vom 23.12.2017, S. 3, Nicola Imfeld
Wer hat’s erfunden? Die Protestanten

Vom heiligen Nikolaus über den „Heiligen Christ“ zum Christkind. Eine kleine Kulturgeschichte der Figur, die Inder glücklich macht. (…)

Bescherung am 6. Dezember. Im Mittelalter wurden die Kinder am 6. Dezember vom Nikolaus und nicht an Heiligabend oder am ersten Weihnachtstag beschenkt. Da die Protestanten jedoch die Heiligenverehrung – und damit auch die Verehrung des heiligen Nikolaus – ablehnten, ersetzte Martin Luther den Nikolaus durch den „Heiligen Christ“. Der Reformator verlegte die Beschenkung auf den ersten Weihnachtstag. Doch weil die neue Figur die Volksfantasie nicht befriedigen konnte, entstand über die Jahre eine Verkörperung des „Heiligen Christ“ in Gestalt des Christkindes. Gemäss der deutschen Volkskundlerin Ingeborg Weber-Kellermann hat die engelsgleiche Darstellung ihren Ursprung in weihnachtlichen Umzugsbräuchen und Krippenspielen, bei denen häufig eine Engelsschar von einem Christkind angeführt wurde. Später kam das Christkind über die Grenzen nach Österreich und in die Deutschschweiz. Heute kennt man es auch in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Kroatien und in Südbrasilien als Symbolfigur des Weihnachtsfestes. Erstaunlich ist, dass das protestantische Konstrukt des Christkindes über die Konfessionsgrenzen hinweg akzeptiert wurde. Dies habe vor allem mit der medialen Verbreitung zu tun, sagt Mischa Gallati, Dozent für Populäre Kulturen an der Universität Zürich.

In anderen evangelischen Regionen  der Welt dominiert hingegen eine andere Figur die Adventszeit: Der Weihnachtsmann dargestellt als rundlicher alter Mann mit langem weissem Rauschbart, rotem und mit weissem Pelz verbrämten Gewand, in der Romandie ist er als Père Noël bekannt, in der italienischen Schweiz nennen ihn die Kinder Babbo Natale. (…)

Weincomic bei den 12 Aposteln

→Apostel auf der Fassade des Petersdomes (21.06.2016)

Weltbild-Verlag

Katholische Wochenzeitung Baden, Nr. 44 vom 04.11.2011
Ein Teil der deutschen Bischöfe ist ins Porno-Geschäft verstrickt: Weltbild-Skandal in Deutschland

ko „Bischöfe als Porno-Produzenten“ – das ist nicht der Titel einer „Spiegel“-Geschichte, sondern des katholischen PUR-Magazins aus dem Allgäu, verfasst von seinem Chefredakteur Bernhard Müller. Geltungssucht ist ihm so fremd wie einem Eskimo der Smoking. Was ihn treibt, die Verstrickung der Bischöfe ins Pornogeschäft schonungslos ans Licht zu bringen, sagt er selbst in seinem Editorial zur Novemberausgabe: „Wenn wir heute in unserer Titelgeschichte ausführlich darüber berichten, so nicht aus Lust an der Anklage, sondern aus schmerzlicher Gewissensnot.

Wenn die Kirche ihre Glaubwürdigkeit nicht restlos verlieren will, muss sie jetzt einen entscheidenden Schnitt machen und dem „Weltbild“-Mammon entsagen. Es tut weh, die Bischöfe öffentlich so massiv auffordern zu müssen, ihrer Verantwortung nachzukommen. Aber über all die Jahre sind sämtliche internen Bemühungen, den Skandal abzustellen, im Sande verlaufen.“

Die ungeheuerlichen Vorwürfe sind seit dem 25. Oktober auf Welt-online zu lesen. Das 1,7 Milliarden Unternehmen „Weltbild“ gehört zu 100 % den katholischen Bischöfen. Es vertreibt 2’500 pornographische Titel, dazu Satanismus, Magie, Esoterik, kirchenfeindliche, atheistische Propaganda und jede Art von Schund, mit dem man Kasse machen kann. Der „Weltbild“-Konzern, das heisst die Bischöfe, besitzen ausserdem 50 % der Verlagsgruppe Droemer-Knaur. „Dort wird Pornographie nicht nur vertrieben, sondern sogar produziert. Die Bischöfe werden somit indirekt zu Verlegern von Pornobüchern.“ (Müller) Dafür haben die Bischöfe 180 Millionen Kirchensteuergelder ausgegeben. Warum? Wenn die Gewinne in gute Werke investiert worden wären, hätte dieser Zweck die glaubenszerstörenden Mittel gewiss nicht geheiligt, aber selbst das ist nicht geschehen.

Das Schlimmste an allem ist die Heuchelei. Jeder der als Eigentümer betroffenen Bischöfe hat 2008 die Dokumentation zugeschickt bekommen, die den Morast ans Licht brachte.. Die meisten hielten es nicht einmal für nötig, den Eingang zu bestätigen. Die Antwort aus dem Erzbischöflichen Ordinariat München, verfasst von einem Priester, „dem die Glaubwürdigkeit eines kirchlichen Unternehmens sehr wohl auch ein grosses Anliegen ist“, ist hochmütig und hämisch (hässig).

Kath. Wochenzeitung Baden Nr.  49 vom 06.12.2013, S. 5, kath.net/KNA/red
Auch Bistum Eichstätt gibt „Weltbild“ 3 Millionen Euro

„Weltbild“ erhält von deutschen Diözesen Geldspritze von über 60 Millionen Euro, vermutlich aus Kirchensteuergeldern – „Weltbild“ macht wenig für die Glaubensverbreitung, aber führt Esoterik, Pornographie und satanische Werke im Angebot. – Das Bistum Eichstätt beteiligt sich mit 3 Millionen Euro an einer Liquiditätshilfe für den in den roten Zahlen gerutschten Weltbild-Konzern. Das hat der Diözesansteuerausschuss „nach einer ausgiebigen und teilweise kontroversen Debatte“ beschlossen, wie Bistumssprecher Martin Swientek auf Anfrage mitteilte. Mehrere deutsche Diözesen haben sich auf eine gemeinsame Geldspritze für das Verlagshaus verständigt. Laut Medienberichten geht es um eine Gesamtsumme zwischen 60 und 70 Millionen Euro. Zur Dokumentation: Der Sado-Maso-Bestseller „Shades of gray“ wird weiterhin bei „Weltbild“ angeboten. Screenshot vom 27.11.2013.

bz Basellandschaftliche Zeitung vom 11. Januar 2014, S. 11, NIK
Weltbild-Verlag pleite – Schweiz nicht betroffen

Weltbild Schweiz mit Sitz in Olten und rund 250 Angestellten ist von der Insolvenz des deutschen Weltbild-Verlages nicht betroffen. „Unser Geschäft geht weiter“, sagt ein Sprecher auf Anfrage. Allerdings hat der Ausfall des Mutterhauses Folgen. „Wir werden sicherlich kurz- bis mittelfristig eine neue Warenbeschaffung benötigen, falls das Mutterhaus als Lieferant ausfällt“, so der Sprecher weiter. Gestern hatte das „Handelsblatt“ die Insolvenz des deutschen Weltbild-Verlages gemeldet. Gegenüber dem Fernsehsender Sat.1 hatten Gewerkschaftsvertreter bestätigt, dass der Verlag einen Insolvenzantrag stellen wird. Deutschlands zweitgrösster Buchhändler soll keine finanzielle Unterstützung der katholischen Kirche mehr bekommen. Die Kirche unterstützte bisher den defizitären Buchhändler, der den Umbau zu einem agilen (wendigen, beweglichen) Online-Geschäftsmodell  nicht rechtzeitig geschafft hatte. Laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen“ gilt die Weltbild-Gruppe als sanierungsfähig. Im letzten November 2013 hatten die Gesellschafter 60 Millionen Euro frisches Eigenkapital eingeschossen und so eine Pleite abgewendet. Auf dem Spiel steht das Schicksal von 6’300 Angestellten, die zuletzt einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro eingespielt hatten.

bz Basellandschaftliche Zeitung vom 14.01.2014, S. 26 MGT/HUB
Weltbild Schweiz läuft wie bisher.

Obwohl die deutsche Verlagsgruppe Weltbild vergangenen Freitag beim Amtsgericht Augsburg Insolvenz angemeldet hat, sei die Weltbild Verlag GmbH Schweiz in Olten davon nicht betroffen.  Alle Geschäftsfelder  des Multichannel-Medienhändlers würden wie gewohnt weitergeführt. Die Liquidität von Weltbild Schweiz sei gesichert. In Olten zählt der Verlag 85 Mitarbeitende, in der Schweiz 260. (…)

Weltbischofssynode 2021-2024

Weltsynode 2023. Video, 1 Min. 25:
https://vaticannews.va/de/vatikan/news/2023-10/synode-video-highlights-oktober-2023.html

Weltweite Bedeutung von Synodalität
Vatikan bildet Kommission für Weltbischofssynode 2021-2023 (Synode: Vesammlung von Geistlichen und Laien)

Vatikanstadt. Das vatikanische Sekretariat für die Bischofssynode hat am Dienstag, 20.072021, weitere Vorbereitungen für die im Herbst beginnende Weltbischofssynode bekanntgegeben. So wurden zwei Kommissionen gebildet, deren Mitglieder sich um theologische und methodologische Fragen kümmern sollen. Eine zusätzliche  Steuerungskommission koordiniert den weltweit angelegten synodalen Prozess. Die Bischofssynode ist in der katholischen Kirche eine Versammlung von Bischöfen, die als Beratungsorgan des Papstes zu bestimmten Themen dient.

Die Kommissionen sollen die im Oktober beginnende erste Phase der Weltbischofssynode auf diözesaner Ebene ebenso begleiten wie die zweite, kontinentale Phase, die im Sommer 2022 starten soll. Die abschliessende Synodenversammlung der Bischöfe tagt im Okiober 2023. Der auf zunächst gut zwei Jahre angelegte synodale Prozess soll weltweit das synodale Selbstverständnis der katholischen Kirche stärken und regional wie international wichtige Zukunftsthemen erarbeiten.

Mitglieder der Steuerungskommission sind der Synodenexperte der Italienischen Bischofskonferenz, Erzbischof Erio Castellucci von Modena und Carpi, der Mailänder Jesuit Giacomo Costa, der im Redaktionsteam der Amazonas-Synode mitwirkte, sowie Pierangelo Sequeri vom "Johannes-Paul-II.-Institut für Ehe und Familie" in Rom. Der sehr international besetzten theologischen Kommission gehört unter anderen der deutsche, in Paris lehrende Theologe Christoph Theobald an.

Die mit Frauen und Männern paritätisch besetzte Kommission für die Methodologie der Synode wird koordiniert von der französischen Theologin Nathalie Becquart, Untersekretärin des Synodensekretariates. Ihr obliegt es, "best-practice"-Beispiele zu sammeln, Arbeitshilfen und Unterstützung zu synodalen Initiativen vor Ort zu geben, aber auch neue Ideen zu methodischen Vorgehen bei der Bischofsversammlung im Oktober 2023 zu entwickeln.

Erst kürzlich hatte Papst Franziskus den Luxemburger Erzbischof, Kardinal Jean-Claude Hollerich, zum Generalrelator der Synode ernannt. Als solcher wird er vor allem bei der Synodenversammlung 2023 tätig, den Prozess bis dahin aber mit verfolgen.

In einem Interview mit "Vatican News"/Mittwoch, 21.07.2021, hat der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Mario Grech, die weltweite Bedeutung von Synodalität und der bevorstehenden Weltsynode bekräftigt. "Viele denken, die Synodalität sei nur ein 'Tick' des Papstes", sagte Grech. Das sei ein grosses Missverständnis. Synodalität sei vielmehr das entscheidende Verständnis der Kirche als einer Gemeinschaft, in der sich alle Gläubigen - je nach Möglichkeit und Funktion - beteiligen können.

Grech zufolge hat es in Vorbereitung auf den weltweiten synodalen Prozess und die Weltsynode bereits Vorgespräche mit den Vorsitzenden der kontinentalen sowie nationalen Bischofskonferenzen gegeben. Auch mit den Patriarchen des Ostens habe man sich bereits ausgetauscht sowie auf Einladung mit den Bischofskonferenzen von Brasilien, Burundi und den Antillen. Es seien sehr gute und fruchtbare Gespräche gewesen, betonte Grech. "Mit diesem Ansatz wollten wir die Botschaft vermitteln, dass die synodale Beteiligung aller auch in dieser Phase des Projektstarts wichtig ist", so der Kardinal.

OR Nr. 36  vom 10.09.2021, S. 1
Vorbereitungsdokument für die Synode veröffentlicht

Vatikanstadt. Für die am 9. Oktober beginnende zweijährige Bischofssynode hat der Vatikan am 07.09.2021 zwei wichtige Vorbereitungsdokumente veröffentlicht. Sie sollen in der ersten Phase des Projekts den Ortskirchen als Impuls und Leitfaden dienen. Durch den weltweiten Prozess soll die katholische Kirche synodaler werden: Einzelne, Gruppen und Verantwortliche sollen stärker aufeinander hören und mehr Menschen beteiligt werden. Nur so könne sich die Kirche Herausforderungen stellen und die christliche Botschaft angemessener bezeugen. (...)

OR Nr. 37 vom 17.09.2021, S. 3
Kardinal Grech: Bei der Bischofssynode geht es nicht um Schlagzeilen

Vatikanstadt. Bei der weltweiten Bischofssynode geht es nach Aussage von Kardinal Mario Grech nicht um Sensationen oder Schlagzeilen. Das Wichtigste sei, dass der eine dem anderen ernsthaft und geduldig zuhöre, sagte der Generalsekretär der Bischofssynode im Interview mit Vatican News am 09.09.2021. Die Kirche wolle sich durch die Synode selbst besser verstehen. Alle Getauften hätten daher die Möglichkeit, ihre Gedanken über die Kirche von heute in den Prozess einzubringen. "Dieser Weg hat auch eine ökumenische Dimension", so Grech. Dabei sei die ersten Phase das Fundament für den Erfolg des gesamten Prozesses. Nach der halbjährigen Phase auf Ebene der Ortskirchen soll ein synodaler Prozess auf Kontinentalebene folgen, der wiederum in die Versammlung der Bischofssynode im Oktober 2023 in Rom mündet.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 40-41/2021 September-Oktober, S. 3
Start im Bistum Basel am 17.10.2021

9. Oktober: Eröffnung des weltweiten Synodalen Prozesses durch Papst Franziskus
17. Oktober: Eröffnung des synodalen Prozesses im Bistum Basel in den Sonntagsgottesdiensten. Der Fragenkatalog des Bistums wird auf
https://www.wir-sind-ohr.ch 

veröffentlicht.
17. Oktober bis 30. November 2021: Diskussion in Gruppen von mindestens 5 Personen und Eingabe der Antworten
13. Januar 2022: Veröffentlichung der von gfs.bern ermittelten Resulate
20. - 22. Januar 2022: Diskussion der Resultate an einer Versammlung der diözesanen Räte und Kommissionen des Bistums Basel
28. Januar 2022: Veröffentlichung des Schlussergebnisses und Weiterleitung an die Schweizer Bischofskonferenz
September 2022 bis März 2023: Synoden der kontinentalen Bischofskonferenzen
Oktober 2023: Bischofssynode der Weltkirche in Rom

OR Nr. 39 vom 01.10.2021, S. 3
Synoden-Handbuch nun auch auf Deutsch

Vatikanstadt. Das Anfang September vom Vatikan veröffentlichte Handbuch zur bevorstehenden Weltbischofssynode liegt nun auch in deutscher Sprache vor. Das 44 Seiten umfassende Vademecum steht auf der Website des Generalsekretariates der Bischofssynode unter https://www.synod.va 

zum Download bereit. Der Leitfaden ergänzt das bereits auf Deutsch verfügbare offizielle Vorbereitungsdokument für die Synode unter dem Titel "Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung". Er enthält unter anderem Hinweise zu den Grundsätzen des synodalen Prozesses sowie Impulse zum Aufbau der Beratungen auf Ebene der Ortskirchen. Der zunächst gut zwei Jahre angelegte synodale Prozess soll weltweit das synodale Selbstverständnis der katholischen Kirche stärken und regional wie international wichtige Zukunftsthemen erarbeiten.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 44-45/2021 Oktober, S. 3
"Wie soll die Kirche aussehen? Was können wir tun?" (Bistum Basel)

Alle Kirchenmitglieder sind eingeladen, sich in Gruppen zur Zukunft der Kirche zu äussern. Am Sonntag, 17.10.2021 hat Bischof Felix Gmür den synodalen Prozess im Bistum Basel eröffnet. Nach der feierlichen Bischofsmesse in der Kathedrale von Solothurn (Sitz des Bischofs) beugten sich im Pfarreizentrum zwei Gruppen über die 27 Fragen, die den Gläubigen gestellt werden:

Das will das Bistum von den Gläubigen wissen:
Themenfeld 1: Die Weggefährten
Themenfeld 2: Zuhören
Themenfeld 3: Das Wort ergreifen
Themenfeld 4: Feiern
Themenfeld 5: Mitverantwortung in der Sendung
Themenfeld 6: In der Kirche und Gesellschaft den Dialog führen
Themenfeld 7: Austausch mit anderen christlichen
                        Konfessionen
Themenfeld 8: Autorität und Teilnahme
Themenfeld 9: Unterscheiden und Entscheiden
Themenfeld 10: Sich in der Synodalität bilden

Kath. Wochenzeitung Baden 43/2021 Oktober, S. 4
Ein Wort von S. E. Erzbischof Wolfgang Haas zum "Synodalen Weg" in der Kirche

Papst Franziskus hat einen weltweiten sogenannten "Synodalen Prozess" angestossen, der nun in den einzelnen Diözesen in Gang kommen soll. Dazu hat das Sekretariat der römischen Bischofssynode bereits in verschiedenen Sprachen eine Reihe von Dokumenten veröffentlicht, die über das Internet zugänglich sind.

Ich bin der Auffassung, dass in unserem kleinen Erzbistum Lichtenstein von der Durchführung eines solch komplexen und mitunter gar komplizierten Verfahrens, das in unseren Breiten Gefahr läuft, ideologisch verzweckt zu werden, aus guten Gründen abgesehen werden kann. (...)

OR Nr. 44 vom 05.11.2021, S. 3
Erste Phase der Weltbischofssynode wird verlängert

Vatikanstadt. Die erste Phase der Weltbischofssynode wird auf Bitten zahlreicher Ortskirchen verlängert. Wie das Sekretariat der Bischofssynode am Freitag, 27.10.2021, mitteilte, wird die Abgabefrist für Zusammenfassungen und Konsultationen durch Bischofskonferenzen und andere kirchliche Gremien bis Mitte August nächsten Jahres verlängert. Ursprünglich sollten die Ergebnisse der synodalen Beratungen und Veranstaltungen bis Ende März nach Rom gesandt werden.

Die Weltsynode war von Papst Franziskus am 9. Oktober im Vatikan eröffnet worden; eine Woche später sollten die örtlichen synodalen Prozesse in den Diözesen eröffnet werden. Seither habe man in Rom "immer wieder und von verschiedenen Seiten die Bitte gehört, die Dauer der ersten Phase des synodalen Prozesses zu verlängern", so das Synodensekretariat. Mit der Verlängerung wolle man "dem Volk Gottes mehr Gelegenheit ... geben, eine authentische Erfahrung des Zuhörens und des Dialogs zu machen".

Ursprünglich hätten Diözesen für ihre synodalen Beratungen auf regionaler Ebene unter Moderation des Bischofs bis Ende März 2022 Zeit gehabt. Ab April wollte das Synodensekretariat daraus bis September ein Arbeitsdokument für die kontinentale Phase der Weltsynode erstellen. 

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 52/2021 Dezember, S. 2
Synodale Umfrage Deutschschweiz: 8'000 machten mit

Im Rahmen des synodalen Prozesses haben sich im vorgegebenen Zeitfenster vom 15. Oktober bis 30. November 7'987 Pesonen in 1'246 Gruppen zu den Fragen der Weltkirche und der Diözesen Basel, St. Gallen, Chur geäussert und ihre Antworten in die Forschungsplattform von gfs.bern eingegeben. Diese Zahlen teilten die drei Diözesen am 3. Dezember auf der gemeinsamen Website wir-sind-ohr.ch mit. Es haben sich somit etwa 0,5 % der über 15-jährigen Kirchenmitglieder an der Umfrage beteiligt. Im Durchschnitt bildeten sich 1,33 Gruppen pro Pfarrei, wobei die durchschnittliche Gruppengrösse 6,4 % betrug. kh

OR Nr. 3 vom 21.01.2022, S. 3
Franziskus ruft Laien zu Beteiligung an Weltbischofssynode auf

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat die Gläubigen in Frankreich aufgerufen, sich an der Weltbischofssynode über Synodalität zu beteiligen. "Die Kirche als Ganzes befindet sich in einem synodalen Prozess", sagte er am Donnerstag, 13.01.2022, vor Mitgliedern des Laienverbandes "Action Catholique (Katholische Aktion).

Dabei sei es wichtig,  einige Dinge zu beachten: Synodalität stehe nicht nur für Diskussionen oder die Suche nach einem Mehrheitskonsens wie in einem Parlament. Es handele sich auch nicht um einen Plan, der umgesetzt werden müsse. "Nein. Es ist ein Stil, den man sich aneignen sollte, in dem der Heilige Geist die Hauptrolle spielt", betonte Franziskus. Dies funktioniere am besten, indem man sich mit dem Wort Gottes befasse und die Gedanken darüber miteinander teile.

Der Papst ermutigte die Katholische Aktion in Frankreich, sich "an die sich ständig verändernde Realität anzupassen". Vor allem junge Menschen seien heutzutage oft anders als früher. "Heute sind die Anhänger christlicher Bewegungen, vor allem in Europa, skeptischer gegenüber Institutionen, sie suchen nach weniger anspruchsvollen und eher flüchtigen Beziehungen", so Franziskus. Sie seien sensibler und verletzlicher als frühere Generationen, weniger im Glauben verwurzelt, "aber dennoch auf der Suche nach Sinn und Wahrheit, und nicht weniger grosszügig". Aufgabe der Katholischen Aktion sei es, "sie so zu erreichen, wie sie sind", unterstrich Papst Franziskus.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 38-39/2022 September, S. 2
Weltbischofssynode geht in nächste Runde

Die erste Phase der Weltsynode für eine synodale Kirche steht kurz vor dem Abschluss. Bisher haben mehr als 100 der insgesamt 114 nationalen Bischofskonferenzen weltweit ihre Ergebnisse im Synodensekretariat eingereicht. Neben den Bistümern haben unter anderem auch Ordensgemeinschaften, Privatpersonen und Vatikanbehörden teilgenommen. Dies wurde an einer Medienkonferenz am 26.08.2022 im Vatikan bekannt gegeben. Aus den gesammelten Rückmeldungen erarbeitet nun ein Expertenteam das Arbeitsdokument für die nächste Phase. Auf dessen Basis werden die kontinentalen Bischofskonferenzen bis März 2023 je ein eigenes Dokument ertellen. kath.ch

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 44-45/2022 Oktober, S. 2
Papst verlängert Weltsynode

Überraschend hat Papst Franziskus beim sonntäglichen Angelusgebet am 16.10.2022 eine Verlängerung des synodalen Prozesses angekündigt. Die Verlängerung der Beratungen sei vom Wunsch getragen, nicht nur die Mitglieder der Bischofssynode sondern die gesamte Kirche am Beratungsprozess zu beteiligen. Dies teilte das Synodensekretariat mit. Deshalb werde die nun vom Papst in zwei Versammlungen (im Oktober 2023 und Oktober 2024) aufgeteilte Bischofssynode "ein Weg im Weg" werden, damit eine "reifere Überlegung zum grösseren Wohl der Kirche" ermöglicht werde.  Das Sekretariat werde nun darüber beraten, wie die beiden Etappen und die Zeit dazwischen organisiert werden sollen. kath.ch

Kath. Wochenzeitung Baden 47/2022 November, S. 6, "Die Tagespost"
Häresie nach Art des Arianismus

(Häresie = von der offiziellen Kirchenlehre abweichende Glaubensauffassungen.
Arianismus = Lehre des Arius (4. Jh.), wonach Christus mit Gott nicht wesensgleich, sondern nur wesensähnlich sei)

Kardinal Gerhard Müller übt scharfe Kritik an der Weltsynode. Sie drohe die Lehre der katholischen Kirche zu untergraben.

Kardinal Gerhard Müller hat jüngst in einem Interview mit dem weltweiten katholischen Fernsehsender "EWTN" Vorgang und Inhalt der Weltsynode harsch kritisiert. Was hier versucht werde, sei das "Programm einer politischen Partei, die es je nach Wählerschaft ändern kann". Das sei mit der katholischen Kirche nicht kompatibel (nicht zusammenpassend), sondern habe die "feindliche Übernahme" derselben zum Ziel, so der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation. Inhaltlich verglich der Kardinal die Weltsynode mit der Häresie des Arianismus sowie der "marxistischen Form der Wahrheitsfindung", gegen die sich Katholiken wehren müssten. (...)

OR Nr. 48 vom 02.12.2022,S. 3
Synodenspitze beriet mit Koordinatoren der kontinentalen Ebene

Vatikanstadt. Das Generalsekretariat der Weltsynode hat mit den jeweiligen Koordinatoren die für Frühjahr 2023 geplanten kontinentalen Bischofsversammlungen vorbereitet. Der Austausch habe gezeigt, "dass die Reise bereits weit fortgeschritten ist und dass wir viel voneinander lernen können", sagte Synoden-Generalsekretär Kardinal Mario Grech zum Abschluss des zweitägigen Treffens am Dienstag, 29.11.2022.

Nach einer Audienz bei Papst Franziskus am Montagnachmittag hätten die Präsidenten oder Koordinatoren der kontinentalen Versammlungen über die Lage in ihren Regionen berichtet. Der Generalrelator der Synode, Kardinal Jean-Claude Hollerich, warnte dabei vor einer "Politisierung" von und in der Kirche. Dabei habe jeder eine eigene Agenda für die Reform der Kirche. Doch Ziel des Synodalen Prozesses sei es, gemeinsam den Weg zu beschreiten.

Die "kontinentale" Phase der Weltsynode läuft seit diesem Herbst. Grundlage ist das Arbeitsdokument, das Ende Oktober im Vatikan vorgestellt wurde. Im nächsten Schritt sollen die sieben kontinentalen Bischofsversammlungen bis März 2023 je ein eigenes Dokument erstellen. Diese sieben Texte wiederum fliessen in ein zweites Arbeitsdokument der Weltsynode ein, das im Juni nächsten Jahres erscheinen soll. Auf dessen Grundlage berät dann die Weltbischofs-Synode in Rom.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 5-6/2023 Januar, S. 2
Kontinentale Synodenetappe in Prag

Die tschechische Hauptstadt Prag ist Schauplatz der nächsten Etappe auf dem Weg zur Bischofssynode "Für eine synodale Kirche". Vom 5. bis 12.02.2023 berät die europäische Versammlung das auf den nationalen Beiträgen basierende Arbeitsdokument für die kontinentale Etappe und arbeitet ein Schlussdokument aus. Die kontinentalen Zusammenfassungen werden dann ins Arbeitsdokument  der Bischofssynode einfliessen, die in zwei Phasen in den Monaten Oktober 2023 und 2024 im Vatikan stattfinden werden.

OR Nr. 4 vom 27.01.2023, S. 3
Weltbischofssynode in Rom wird mit ökumenischem Grossereignis beginnen

Vatikanstadt. Die nächste Phase der Weltsynode zum Thema Synodalität soll Ende September in Rom mit einem Grossereignis beginnen, an dem sich Gläubige vieler christlicher Kirchen und Konfessionen beteiligen.  Pläne für das Ereignis wurden am 23.01.2023 bei einer ökumenisch besetzten Pressekonferenz vorgestellt. Beteiligt waren der Generalrelator der Synode, der Luxemburger Kardinal Jean Claude Hollerich, der Leiter der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, Frère Albis, die offiziellen Vertreter der anglikanischen Kirche in Rom, Erzbischof Jan Ernest und Khajag Barsamian, sowie der Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), der reformierte Pastor Christian Krieger. (...)

OR Nr. 6 vom 10.02.2023, S. 3
Prag. Am Sonntag, 5. Februar 2023, begann in Prag die einwöchige Europa-Etappe der katholischen Weltsynode. Bischöfe, Theologen und Laienvertreter aus 40 Ländern beraten über eine grundlegende Erneuerung der katholischen Kirche im 21. Jahrhundert. Vorausgegangen war eine Befragung der Katholiken in allen Ortskirchen. 

Kath. Wochenzeitung Baden 7/2023 Februar, S. 4
"Viele, die in der Kirche sind, kennen weder die Bibel noch die Lehre der Kirche!"

Der Prager Erzbischof Graubner hat bei der Europa-Etappe der Weltsynode in seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst die dortigen Teilnehmer ermahnt, dass diese nicht in weltlichen Kategorien denken, sondern die Denkweise Gottes annehmen sollen. "Setzen Sie nicht ihre Vision durch, sondern nehmen Sie die Vision Gottes an". (...)

Kath. Wochenzeitung Baden 7/2023 Februar, S. 4
Polnische Delegierte in Prag: "Ich erwarte, dass wir klar darlegen, was die Kirche lehrt."

Am Ende sollte bei der Europa-Etappe der Weltsynode klar werden: "Hier is der Dialog, hier ist die Sünde, hier ist die Bekehrung. Das ist es, was ich brauche und was ich im Arbeitsdokument für die Kontinental-Etappe 'Mach den Raum deines Zeltes weit' vermisst habe".

Das erläutert Sr. Mirona Turzynska OSF, eine derr polnischen Delegierten bei der Europa-Etappe der Weltsynode in Prag im Interview mit der polnischen katholischen Nachrichtenagentur KAI.
Die Gruppenarbeiten hätten sie mit den "unterschiedlichen Herangehensweisen an die Lehre der Kirche überrascht, stellt die Ordensfrau fest. Es gefalle ihr durchaus, wenn man eine "zerstörende Kirche" sei, die eben "nicht ausschliessen, sondern zuhören will". Gleichzeitig "erwarte ich von uns, dass wir uns darüber im Klaren sind, was die Kirche lehrt und wohin wir als nächstes gehen wollen, wenn es um Themen geht, die uns trennen."           

"Zuhören und Begleiten sollen zur Bekehrung führen?", fragt Interviewer Pawel Bielinski für KAI. Die Delegierte antwortet: "Exakt. Aber im Moment wird wenig über Sünde und Bekehrung gesprochen und hauptsächlich darüber, alle Menschen willkommen zu heissen und die Türen der Kirche zu öffnen. Das ist schön, aber vergessen wir nicht, dass es auch in der Kirche gewisse Regeln gibt."

Sr. Mirona ist Provinzoberin der "Franziskanerinnen von der Busse und der christlichen Liebe", ausserdem arbeitet sie als Beraterin für den Bildungsplan einer diözesanen Bildungsstätte für spirituelle Formung für Geistliche, Ordensleute und Laien und gehört dem Synodalteam der Erzdiözese Gniezno an.

OR Nr. 7/8 vom 17.02.2023, S. 3
Abschlusserklärung der Kontinentalversammlung in Prag
Den synodalen Prozess in die Praxis umsetzen

Prag/Vatikanstadt. Europas Bischöfe haben sich zur Weiterentwicklung einer "synodalen Kirche" verpflichtet: Das geht aus der Abschlusserklärung hervor, die der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) nach den Beratungen der Vorsitzenden der nationalen europäischen Bischofskonferenzen am Sonntag, 12.02.2023, in Prag veröffentlicht hat. In den Tagen zuvor hatten sich die Bischöfe bereits gemeinsam mit anderen Delegierten von insgesamat 39 europäischen Bischofskonferenzen in der tschechischen Haupstadt versammelt.

Bei ihrem zweitägigen Treffen im Anschluss an die grosse Runde hatten die Bischöfe in Prag nochmals die Herausforderungen und Themen umrissen, die es zu entwickeln gilt, um den synodalen Prozess in der Kirche in die Praxis umzusetzen. In ihrem Schlusswort betonten die Bischöfe nun, "das gegenseitige Zuhören, der fruchtbare Dialog und der Bericht darüber, wie unsere kirchlichen Gemeinschaften die erste Phase des synodalen Prozesses gelebt und sich auf diesen kontinentalen Termin vorbereitet haben", seien "klare Zeichen der Zugehörigkeit zu Christus".

Sie verpflichteten sich daher, "den synodalen Prozess in den Strukturen und Erfahrungen unserer Diözesen weiter zu leben und zu fordern", und "die Hinweise des Heiligen Vaters, des Nachfolgers Petri, für eine synodale Kirche zu unterstützen, die von der Erfahrung der Gemeinschaft, der Teilhabe und der Sendung in Christus genährt wird", so der Wortlaut der Erklärung.
An der kontinentalen Versammlung der Synode in Prag hatten rund 200 Personen vor Ort sowie 390 Online-Delegierte teilgenommen. 

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 9-10/2023 Februar, S. 2
Synodaler Prozess ist wie Bergwanderung

Papst Franziskus hat in seiner Fastenbotschaft Parallelen zwischen Fastenzeit und dem synodalen Prozess gezogen. Auch in der Askese (starke enthaltsame und entsagende Lebensweise) der Fastenzeit befinde man sich gemeinsam auf einem Weg. Es sei ein ansteigender Weg der Anstrengung, Opfer und Konzentration erfordere, wie bei einer Bergwanderung. Beim Aufstieg müsse man den Blick fest auf den Pfad gerichtet halten, doch das Panorama, das sich am Ende eröffne, überrasche und entschädige durch seine Pracht. kh

OR Nr. 9 vom 03.03.2023, S. 4: Der Papst empfing den Generalsekretär des Synodensekretariates, Kardinal Mario Grech, am 20.02.2023.

OR Nr. 14/15 vom 07.04.2023, S. 3
Kontinentale Etappe der Weltbischofssynode offiziell beendet

Vatikanstadt. Die kontinentale Etappe des weltweiten Beratungsprozesses der katholischen Kirche zur Vorbereitung der Weltbischofssynode im Vatikan ist am Freitag, 31.03.2023, offiziell abgeschlossen worden. Wie das Generalsekretariat der Bischofssynode mitteilte, wird nun auf der Basis der Abschlusstexte der sieben kontinentalen Versammlungen das "Instrumentum laboris" formuliert. Dieses Arbeitspapier bildet die Grundlage für die entscheidenden Beratungen auf weltweiter Ebene, die im Oktober 2023 und im Oktober 2024 in Rom stattfinden werden.

Die kontinentalen Versammlungen fanden im Februar und März an folgenden Orten statt: Für Europa in Prag, für Lateinamerika in Bogotá, für Asien in Bangkok, für den Nahen Osten in Beirut, für Afrika in Addis-Abeba und für Ozeanien in Suva auf den Fidschi-Inseln. Die kontinentale Phase für Nordamerika wurde in mehreren Online-Konferenzen durchgeführt. Jede der sieben Konferenzen verabschiedete ein eigenes Abschlusspapier. Diese Dokumente sollen in Kürze unter
https://www.synod.va

auch online abrufbar sein.
In der Mitteilung des vatikanischen Synodensekretariates wird betont, dass es sich bei den sieben Treffen um "Kirchen-Versammlungen" handelte, an denen Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien teilnahmen. Die Schlussdokumente seien "das Ergebnis eines authentischen synodalen Wegs". Sie spiegelten die "Stimme des Volkes Gottes im jeweiligen Kontinent wider. Sie alle hätten "ausgehend von der je eigenen kirchlichen und kulturellen Erfahrung beraten, die bisweilen sehr unterschiedlich ist".

Ausdrücklich weist das Synodensekretariat darauf hin, dasss jetzt schon auf lokaler Ebene vieles von dem umgesetzt werden könne, was an synodalen Reformen auf kontinentaler Ebene diskutiert wurde. Dazu sei weder ein weltkirchlicher Unterscheidungsprozess noch eine Intervention des päpstlichen Lehramtes erforderlich.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 19-20/2023 Mai, S. 2
Frauen- und Laienquote an der Synode

Papst Franziskus hat bei der auf Oktober anberaumten Synode zur Synodalität die Rolle von Frauen und Laien deutlich aufgewertet. Nicht nur Ordensmänner, sondern auch Schwestern werden mit Stimmrecht vertreten sein, neben weiteren 70 Mitgliedern mit Stimmrecht, die keine Bischöfe sind. 50 Prozent dieser aus den Ortskirchen vorgeschlagenen Kandidaten sollten Frauen sein. Die neue Zusammensetzung der Synodenversammlung erläuterten die Kardinäle Mario Grech und Jean-Claude Hollerich am 26.04.2023 in Rom. Somit kann nun eine Anzahl Frauen und Männer im Laienstand gleichberechtigt mit den Bischöfen als Mitglieder in der Synode abstimmen. Vatican News

OR Nr. 18 vom 05.05.2023, S. 3
Wichtige Neuerung im Vorfeld der Weltsynode zur Synodalität

Laien erhalten erstmals Stimmrecht bei Bischofssynoden. Bei Bischofssynoden im Vatikan können künftig auch Frauen und Männer gleichberechtigt mitberaten und abstimmen, die keine Kleriker oder  Ordensleute sind. (...)

OR Nr. 25 vom 23.06.2023, S. 3
Vatikan stellt Arbeitspapier zur Weltsynode vor

Vatikanstadt. Der Vatikan hat das Arbeitspapier für die kommende Etappe der Weltsynode vorgestellt. In dem "Instrumentum laboris" für die im Oktober in Rom tagende Bischofssynode fehle keine Stimme, sagte Synoden-Generalsekretär Kardinal Mario Grech bei der entsprechenden Pressekonferenz am Dienstag, 20.06.20223. Nicht der Vatikan sei der Autor, sondern alle Gläubigen. Es sei ein Dokument der gesamten Kirche.

Der Generalsekretär der Synode, Kardinal Jean-Claude Hollerich, nannte das Papier ein Ergebnis des synodalen Prozesses auf allen Ebenen. Es gebe keine Antworten, sondern stelle Fragen. Auf diese können die Teilnehmenden der Weltsynode antworten, sie könnten auch Fragen auswählen und andere nicht behandeln. Das in deutscher Übersetzung 71-seitige Arbeitspapier spricht in den Fagen viele Themen an,. Dazu zählen etwa das Diakonat, der Zugang zum Priesteramt für verheiratete Männer.

Klerikalismus [die katholische Kirche möchte grössten Einfluss auf das ganze Leben nehmen], (Klerikalismus auch für Laien), die Beziehungen von Autorität und Charismen (Gesamtheit der Gaben und Befähigungen), Mitverantwortung und eine "heilsame Dezentraliisierung" werden behandelt. Dazu betonte Kardinal Grech noch einmal die Rolle des "Volkes Gottes". Dieses zu unterschätzen empfinde er als schwere Beleidigung. In den vergangenen zwei Jahren sei er Bischöfen begegnet, die zuvor skeptisch waren, aber durch den engeren Kontakt mit ihren Gläubigen einen unschätzbaren Schatz gefunden hätten.

Neben Informationen zur Entstehung des Dokuments gaben die Vertreter des Synodensekretariates  auch Details zur praktischen Umsetzung der Weltsynode bekannt. So werden 370 Teilnehmende im Oktober in Rom erwartet. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl wird die Synode nicht wie gewohnt in der Synodenaula, sondern in der grossen Audienzhalle im Vatikan tagen. In einer Mischung aus Plenarsitzungen und Gruppenarbeiten sollen konkrete Vorschläge für das Wachstum als synodale Kirche erarbeitet und dem Papst nach der zweiten Sitzung im Oktober 2024 unterbreitet werden.

Das "Instrumentum laboris" der Weltsynode is in deutscher Übersetzung als PDF-Dokument auf der Website der Deutschen Bischofskonferenz zum Download verfügbar:
https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2023/2023-Instrumentum-laboris-TED.pdf

Kath. Wochenzeitung Baden 27/2023 Juli, S. 11, Joachim Heimerl
"Kommt 2023/24 eine Schreckenssynode auf uns zu?"

"Bereits heute gilt sie in den Medien als "Kirchenparlament" oder "Minikonzil" und die gegenseitigen Beteuerungen des Synodensekretariats verstärken diesen unglücklichen Eindruck nur".

Vor kurzem hörte ich, wie man eine Dame nach der "synodalen Kirche" fragte. Ihre Antwort fiel so knapp wie zutreffend aus: "Ich bitte Sie! Ich bin katholisch und nicht synodal." Dem kann ich mich selbst nur anschliessen, auch wenn die Rede von der "synodalen Kirche" inzwischen so selbstverständlich in aller Munde ist, als wäre sie ein Glaubenssatz.

Tatsächlich findet sich dieser Begriff aber in keinem lehramtlichen Dokument und in keinem Katechismus; auch im "Credo" taucht er nicht auf. Wer von der "synodalen Kirche" spricht, spricht deshalb von etwas, das es gar nicht gibt. (...)

OR Nr. 27 vom 07.07.2023, S. 4
Der Papst empfängt am 30.06.2023 den Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Mario Grech, mit dem Erzbischof von Luxemburg, Kardinal Jean-Claude Hollerich, und P. Giacomo Costa SJ.

Kath. Wochenzeitung Baden 29-31/2023 Juli, S. 4, Paula Morales
Kardinal Sarah: Keine Synode kann "ein Priestertum der Frau erfinden"

Kardinal Robert Sarah, der emeritierte Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, hat gesagt, das Priestertum sei "einzigartig". Gleichzeitig warnte er, "kein Konzil" und "keine Synode" könne "ein Priestertum der Frau erfinden".

In seiner Rede über das Priestertum mit dem Titel "Freudige Diener des Evangeliums", die er am 10.07.2023 in Mexiko-Stadt hielt, sagte der Kardinal, niemand habe "die Macht, die göttliche Gabe umzuwandeln, sie anzupassen und ihren transzendenten (übersinnlichen, übernatürlichen) Wert auf den kulturellen und ökologischen Bereich zu reduzieren".

"Kein Konzil, keine Synode, keine kirchliche Autorität hat die Macht, ein Priestertum der Frau zu erfinden... ohne die immerwährende Physiognomie (Erscheinungsbild) des Priesters, seine sakramentale Identität im Rahmen der erneuerten ekklesiologischen (der Lehre nach) Vision der Kirche, des Mysteriums, der Gemeinschaft und der Mission ernsthaft zu beschädigen".
Untertitel:

- "Es wäre eine Sünde", das Geschenk des Priestertums zu verschwenden
- "Ein Mann des Gebets"

Kath. Wochenzeitung Baden 29-31/2023 Juli, S. 9, Joachim Heimerl
Im freien Fall: Die Kirche im Zeichen der Weltsynode

"Es gibt keine Kirche, die mit sich selbst bricht, die die Wurzeln ihrer Tradition kappt und in der man dafür von den Gläubigen auch noch 'Gehorsam'  einfordern könnte."

Es hat lange gedauert: 2000 Jahre hat die Kirche ihren Feinden getrotzt, bis sie nun von ihren eigenen Leuten erledigt werden soll. Schutzlos, gleicht sie einer offenen Stadt, und die düsteren Assoziationen mit Rossellinis "Roma città aperta" (1945) drängen sich hier von ganz alleine auf.
Dass eine Bischofssynode zur Abrissbirne der Kirche werden soll, hätte man noch vor zehn Jahren nie gedacht, übrigens auch nicht, als Papst Franziskus diese Synode als Gegenentwurf zum schismatischen Irrweg in Deutschland einberief.

Inzwischen liegen die Agenda der Deutschen aber auch in Rom auf den Tisch: Eine neue Kirche soll her, eine weiblichere und auch eine homosexuelle, eine "bunte" Kirche, in der sich - bis auf die verfemten "Traditionalisten" - alle wohlfühlen und an der keiner Anstoss nimmt: vor allem nicht am Zölibat, an der sogenannten Ämterfrage und schon gar nicht an der Unauflöslichkeit der Ehe.  (...)

Kath. Wochenzeitung Baden 34/2023 August, S. 5, Martin Grichting
Die Kirche und die Inklusion (gleichberechtigte Teilhabe an etwas)

Die Bischofssynode 2023/2024 fordert von der Kirche die Inklusion von Menschen, die Gottes Gebote ablehnen. Kirchliche Inklusion geschieht jedoch durch Reue und Umkehr.

Das "Instrumentum laboris (IL) zur Bischofssynode 2023/2024 klagt die Kirche an. Manche fühlen sich von ihr nicht akzeptiert: die "Geschiedenen, und Wiederverheirateten", Menschen in polygamen (auf mehrere Geschlechtspartner bezogene) Ehen oder "katholische LGBTQ+" (zu lesen in Instrumentum laboris: B 1.2) - "lesbian-gay-bisexual-transgender-queer-intersexual: das + für Platzhalter anderer Formen" -. Und es wird gefragt: "Wie können wir Räume schaffen, in denen diejenigen, die sich von der Kirche verletzt und von der Gemeinschaft nicht erwünscht fühlen, sich anerkannt, aufgenommen, nicht verurteilt und frei fühlen, Fragen zu stellen? Welche konkreten Schritte sind im Licht des Nachsynodalen Apostolischen Schreibens "Amoris laetitia" notwendig, um auf Menschen zuzugehen, die sich aufgrund ihrer Affektivität (Neigung) und Sexualität von der Kirche ausgeschlossen fühlen (z. B. wiederverheiratete Geschiedene, Menschen in polygamen Ehen, LGBTQ+ usw.)?"

  • Die Kirche soll also, so wird insinuiert (verdächtigt, unterstellt), daran schuld sein, dass sich Menschen "verletzt", "ausgeschlossen" oder "nicht erwünscht" fühlen. Aber was tut denn die Kirche? Sie lehrt nicht aus eigener Erfindung, sondern sie verkündet das, was sie von Gott empfangen hat. (...)
  • Wenn sich die Kirche in wesentlichen Fragen des Glaubens und der Sittenlehre seit 2000 Jahren grundlegend anders verhalten hat, als es Gott gewollt hat, kann sie in keiner Frage mehr Glauben finden. Denn was ist dann noch sicher?
  • Dass die Synodenmacher nicht mehr von Sünde, Reue und Bekehrung der Sünder sprechen, lässt vermuten, dass sie nun glauben, einen Weg gefunden zu haben, die Sünde der Welt hinwegzunehmen. (...)

Kath. Wochenzeitung Baden 35/2023 September, S. 5
Kardinal Müller beschuldigt die Synode, die Kirche zerstören zu wollen

In einem Interview mit Raymond Arroyo für EWTN, das sich mit der Situation der Kirche und der laufenden Synode befasst, übt Kardinal Gerhard Müller scharfe Kritik an Kardinal Mario Grech (WA: Generalsekretär der Synode) und seinen ekklesiologischen Thesen (theologsiche Lehre von der christlichen Kirche).

Kardinal Gerhard Müller warnt in dem Gespräch, dass die katholische Kirche mit einer feindlichen Übernahme durch Personen konfrontiert sei, die "glauben, dass die Lehre wie das Programm einer poilitischen Partei ist", das durch Abstimmungen geändert werden kann. (...)

OR Nr. 35 vom 01.09.2023, S. 4
24.08.2023: Der Papst empfängt in Audienz den Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Mario Grech, mit den Sondersekretären der Synode, P. Giacomo Costa SJ und Don Riccardo Battocchio

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 37-38/2023 September, S. 2
Erzkonservative beziehen Position

Im Vorfeld der am 4. Oktober 2023 in Rom beginnenden Weltsynode über die Synodalität haben erzkonservative Katholiken Position bezogen. In einem Buch attackieren sie Forderungen nach Inklusion (gleichberechtigte Teilhabe an etwas) und Frauenpriestertum. "Synodalität und sein Adjektiv synodal sind zu Slogans geworden, hinter denen eine Revolution am Werk ist, um das Selbstverständnis der Kirche radikal zu verändern", schreibt Kurienkardinal Raymond Leo Burke im Vorwort des Buchs, das von der Amerikanischen Gesellschaft zur Verteidigung von Tradition, Familie und Privateigentum (TFP) herausgegeben wird. Den konservativen Gegenwind für die Weltsynode hat Papst Franziskus selbst angesprochen. Bei einem Treffen mit Angehörigen des Jesuitenordens Anfang August machte er eine Kampfansage an namentlich nicht näher genannte konservative katholische Gruppierungen in den USA. kna/kath.ch/kh

Kath. Wochenzeitung Baden 36/2023 September, S. 5
Begriff "Synodalität" steht für "Revolution" in der Kirche, warnt Kardinal Burke

Der ehemalige Kurienkardinal Raymond Burke hat wenige Wochen vor der Versammlung der Weltsynode im Vatikan gewarnt, hinter dem Begriff "Synodalität" verberge sich "eine Revolution", "die das Selbstverständnis der Kirche radikal verändern soll, im Einklang mit einer zeitgemässen Ideologie, die vieles von dem leugnet, was die Kirche immer gelehrt und praktiziert hat". (...) (CNA Deutsch Nachrichtenredaktion)

OR Nr. 37 vom 15.09.2023, S. 1
Arbeitweise der Bischofssynode vorgestellt

Vatikanstadt. Der Vatikan hat weitere Details zum Ablauf der anstehenden Weltsynode in Rom bekanntgegeben. Bei einer Pressekonferenz am 08.09.2023 teilte der Präfekt des Dikasteriums für die Kommunikation, Paolo Ruffini, mit, dass die erste Generalversammlung am 04.10.2023 online übertragen wird. Danach diskutieren die rund 370 Teilnehmer in Gruppen von zehn bis zwölf Personen. Eine besondere Rolle sollen laut Ruffini bei der kommenden Bischofssynode geistliche Elemente sowie das deutlich ausgeweitete Gespräch in Kleingruppen spielen. Diese Gruppen sind lauf Ruffini nach sprachlichen und inhaltlichen Vorlieben zusammengesetzt und verändern sich im Laufe der Synode. Die Gruppenbeiträge werden auch vor dem Gesamtplenum vorgetragen, worauf sie dort diskutiert werden sollen.

Thematisch beschäftigen sie sich mit fünf Modulen: Synodalität, Gemeinschaft, Sendung und Teilhabe sowie mit einem Abschlussmodul. Nach diesem soll es einen zusammenfassenden Synthesenbericht geben, dem die Teilnehmenden zugestimmt haben. Dieser Zwischenstand soll veröffentlicht werden, so der Präfekt.

Die offiziellen Sprachen der zentralen Versammlung sind Italienisch, Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch. Deutsch gehört nicht dazu. Die deutschprachigen Teilnehmer würden auch andere Sprachen sprechen, sagte Ruffini. Während der Plenarsitzungen werde eine deutsche Simultanübersetzung zur Verfügung stehen.

Bei der Pressekonferenz stellte Sr. Nathalie Bècquat, Untersekretärin der Bischofdsynode, weitere Einzelheiten zur Gebetsvigil vor, die am 30.09.2023 auf dem Petersplatz stattfinden wird. Das Abendgebet mit dem Titel "Together" ("Gemeinsam") wird unter anderen von der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé organisiert. Erwartet werden Tausende junge Erwachsene aus unterschiedlichen Ländern.  

Papst Franziskus wird mit zwölf Vertretern anderer christlicher Kirchen für die Weltsynode beten. Ihre Teilnahme zugesagt haben der griechisch-orthodoxe Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., der Anglikanerprimas Erzbischof Justin Welby und der Generalsekretär der Weltweiten Evanglischen Allianz, Thomas Schirrmacher. An dem Gebet nehmen zudem Patriarch Theophilos III. von Jerusalem, der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Ephram II. Karim und der altkatholische Erzbischof Bernd Wallet teil. Vertreten sind auch das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Alexandrien und ganz Afrika, die Assyrische Kirche des Ostens, die Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche, der Lutherische Weltbund, der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden sowie der Ökumunische Rat der Kirchen.

"Was wichtig für die eine Kirche ist, ist auch wichtig für die anderen Kirchen", sagte die Untersekretärin. Nur gemeinsam könnten die Kirchen Probleme der heutigen Zeit angehen. Zudem behandele die katholische Weltsynode Fragen, vor denen auch die anderen Kirchen stünden.

OR Nr. 39 vom 29.09.2023, S. 1
Ökumenisches Gebet zur Vorbereitung der Synode

Vatikanstadt. Tausende junger Erwachsener aus verschiedenen Ländern werden vom 29.09. bis 01.10.2023 in Rom an einem Treffen mit Workshops und zahlreichen Begegnungen teilnehmen. Zum Programm gehört auch das ökumenische Abendgebet auf dem Petersplatz am 30.09.2023, zu dem Papst Franziskus Vertreter verschiedener Konfessionen eingeladen hat, um dem Heiligen Geist die Arbeit der 16. ordentlichen Generalversammlung der Synode anzuvertrauen. Das Gebet werden der Papst, der ökumenische Patriarch Bartholomaios und der Erzbischof von Canterbury, Justin Welb, gemeinsam leiten. Es wird mit einer Feier des Dankes eingeleitet, bei der vier Gaben im Mittelpunkt stehen: Einheit und synodaler Prozess, der Andere, Friede und Schöpfung. Auf der ganzen Welt wurden für diesen Abend ähnliche Gebetsveranstaltungen organisiert.

OR Nr. 40 vom 06.10.2023, S. 1
Beginn der Weltbischofssynode im Vatikan

Vatikanstadt. Am Mittwoch, 04.10.2023, haben im Vatikan mit einer Eucharistiefeier die Arbeiten der 16. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode begonnen. An der Heiligen Messe nahmen auch die neuen Kardinäle und das Kardinalskollegium teil. Papst Franziskus verwies zum Abschluss seiner Predigt erneut darauf, dass die Synode "kein Parlament" sei, sondern eine "Zusammenkunft im Heiligen Geist", "ein Ort der Gnade und der Gemeinschaft". (...)

Die 464 Teilnehmer der Synode werden nun bis 29.10.2023 in 21 Plenarsitzungen und 14 Austauschrunden in einzelnen Sprachgruppen über das Thema der Synodalität und die verschiedenen Abschnitte  am vergangenen 20. Juni veröffentlichten Arbeitspapier (Instrumentum laboris) beraten. (...)

Bereits vom 1. bis 3. Oktober 2023 waren sie in einem Bildungshaus in Sacrofano etwa 30 Kilometer nördlich Roms zu Besinnungstagen zusammengekommen. (...)
https://en.wikipedia.org/wiki/Sacrofano

Kath. Wochenzeitung Baden 41/I2023 Oktober, Dr. Joachim Heimerl
Vor der Weltsynode: Lügen, "Pomp and Circumstance"  ("Prunk und Umstand")

"Ganz offensichtlich geht es also doch um 'Erneuerungen'; das räumt beispielsweise US-Kardinal Cupich unumwunden ein."

Mit 500 Jahren Verspätung sind die Ideen des Florentiner Staatsphilosophen Niccolò Machiavelli (1469-1527) auch in der Kirche in Mode gekommen. Dies zeigte sich um so deutlicher, je näher der Beginn der Weltsynode rückte, und es zeigt sich daran, dass man immer offener zu jenen unschönen Mitteln greift, die Machiavelli demjenigen empfiehlt, der unumschränkt herrschen will.

Worum es derzeit in Rom geht, ist allgemein bekannt. Papst Franziskus möchte sein Erbe sichern. Mittels der Weltsynode soll die Kirche deshalb nicht nur "synodaler" (Synode: beratende, beschliessende und gesetzgebende Versammlung unter Vorsitz des Papstes) werden, sondern von entscheidenden Positionen des bishjerigen Lehramtes abweichen.

Dass das auf erheblichen Widerstand stösst, ist klar, und genau hier kommt Macchiavelli ins Spiel. Der empfiehlt nicht zuletzt die taktische Täuschung als politisches Mittel: Sage das Gegenteil von dem, was du tun wirst, brich jeden Widerstand und schaffe Fakten. (...)

Nach diesem Vorbild mehren sich nun im unmittelbaren Vorfeld der Synode jene Stimmen, die die wahren Absichten, die dahinter stecken, gezielt herunterspielen.

Titel im Artikel:
- Kardinal Burke: Die Synode, eine "Büchse der Pandora" (Pandora: Gestalt der griechischen
  Mythologie. Die 'Büchse der Pandora' ist eineTragödie in drei Aufzügen von Franz Wedekind) 
- Schlüsselpositionen mit heterodoxen (von der herrschenden Kirchenlehre abweichend)
  Funktionären besetzt
- Da eine Bischofssynode allerdings lediglich eine beratende Funktion hat, liegen die Dinge hier
  dennoch ein wenig anders, denn keine Synode besitzt irgend eine lehrmässige Autorität.
- Das heterodoxe Dogma: Relativismus (Anschauung, nach der jede Erkenntnis nur relativ richtig,
   jedoch nie allgemein wahr ist)

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 43-44/2023 Oktober, S. 2
Weltsynode in Rom mit Laien - auch Frauen

Seit dem 4. Oktober 2023 findet in Rom die Weltsynode statt, bei der erstmals auch Laien, darunter mehr als 50 Frauen, ein Stimmrecht haben. Eine dieser Frauen ist die Schweizerin Helena Jeppsen-Spuhler. Laut kath.ch betont sie in einem Interview mit dem SRF vom 14.10.2023, dass sie bei dieser Synode die Stimmen derjenigen einbringen will, die sich schon seit Jahren für eine  stärkere Rolle der Frauen in der katholischen Kirche einsetzen, aber auch für die Menschen reden möchte, die keine Stimme haben. Sie spüre einen Kulturwandel, dadurch, dass Bischöfe nun Frauen und verheirateten Männern zuhören. kh

Kath. Wochenzeitung Baden 43/2023 Oktober, S. 4
Mexikanischer "Dubia"-Kardinal: Synode hat keine lehramtliche Autorität

Auf Erden seien wir "auf dem Weg des Glaubens, nicht des Sehens", deshalb sei unser Verstehen des Mysteriums begrenzt. Es gebe aber bestimmte Dinge im Glauben, die so akzeptiert werden müssten, wie Christus sie gesagt habe, sagte Kardinal Sandoval. (...)
Dubia = Zweifelsfälle (Mehrzahl von Dubium)

Kath. Wochenzeitung Baden 44/2023 November, S. 4, Bischof Marian Eleganti
Auflösung kirchlicher Autorität

Nun aber soll die Pyramide (Hierarchie) nicht mehr nur auf den Kopf gestellt werden, weil der Papst wünscht, aber nicht tut, sondern sie wird geradezu demokratisch pulverisiert.
Es wird immer deutlicher, um was es bei dem neu propagierten Begriff "Synodalität" in Wirklichkeit geht: um die Auflösung unabhängiger, hierarchischer, kirchlicher Autorität in bezug auf Lehre und Leitung. Die kirchliche Hierarchie soll in ihrer Ausübung eingeebnet werden in demokratische - sprich synodale (vgl. →Anglikanismus) - Prozesse. (...)

Kath. Wochenzeitung 44/2023 November, S. 14
Erzbischof Grusas: Kirchenreform darf nicht Selbstzweck werden

Litauischer Erzbischof bei Synoden-Predigt: Verkündigungsauftrag muss klar im Zentrum sein.

Der litauische Erzbischof Gintaras Grusas hat die im Vatikan tagende Weltsynode zur "Treue und Standhaftigkeit" aufgerufen.- In einer Predigt im Petersdom sagre Grusas kürzlich vor den Teilnehmern der vierwöchigen Konferenz: "Auch wir sind aufgerufen, treu zu bleiben in unserer Verpflichtung, gemeinsam im Leben der Kirche und durch die Schwierkigkeiten des Weges zu gehen, auch wenn nicht klar ist, wohin Gott uns kurzfristig führt." (...)

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 45-46/2023 November
Klares Votum für bischöfliche Gewaltenteilung

Abschlussdokument beendet erste Etappe der Weltsynode zur Synodalität. Nach vier Wochen  Beratungen hat die 16. Generalversammlung der Bischofssynode am 28.10.2023 das Abschlussdokument verabschiedet. Aus den Ergebnissen ragen das klare Votum für eine bischöfliche Gewaltenteilung und die Uneinigkeit bezüglich Frauendiakonat hervor. (...)

Kath. Wochenzeitung Baden 45/2023, November, S. 4, Marian Eleganti
"Parole, Parole, Parole!" - Worte, Worte, Worte!

"Ein 'schmutziges' (schmutzig, weil nicht offen deklariert) Schisma wird sich weiter ausbreiten: in der Gestalt der Tatsachen vor Ort. Die Praxis, nicht die Worte entscheiden ja am Ende."

Der Brief der Synodenteilnehmer wiederholt die bis zum Überfluss bereits bekannten und überall wiederholten Wortsalbungen, die am Ende aufgrund ihrer Allgemeinheit nichtssagend werden, vor allem, wenn man sie an den geweckten Erwartungen misst. (...)

Immer wieder neu werden wir mit dem salbungsvollen kirchlichen Neusprech eingefettet, damit die Prozesse nicht steckenbleiben und endlich die neuen Fakten (ich zähle die Postulate nicht mehr auf) geschaffen werden. (...)

Man muss sich lügen, sonst wird man ausgesondert entsprechend lokalkirchlicher Handreichungen, welche die neue Synodalität umsetzen, auch wenn sie kirchlichem Recht und kirchlicher Lehre widerspricht. (...)

Kath. Wochenzeitung Baden 49/2023 Dezember, S. 9, Courtney Mares
US-Bischof Barron signalisiert "offene Ablehnung" von Teilen des Berichts zur Weltsynode

US-Bischof Robert Barron hat "offene Ablehnung" gegenüber Teilen des Abschlussberichts der Weltsynode zur Synodalität signalisiert, wonach die Fotschritte in den Wissenschaften eine Anpassung der kirchlichen Morallehre zur menschlichen Sexualität erfordern. (...)
 

→Synode
→Bischofssynode
→Kirche Schweiz, Kath. Wochenzeitung 40/2023, Schweiz und Sexualmoral an der Synode

Website der Bischofssynode:
www.synod.va

Weltfamilientreffen 2022

OR Nr. 31 vom 06.08.2021, S. 3
Slowenischer Künstler gestaltet Bild für Weltfamilientreffen 2022

Vatikanstadt. Der Vatikan hat das offizielle Bild für das Weltfamilienreffen 2022 in Rom vorgestellt. Das mit Vinylfarben gemalte Werk stammt vom slowenischen Priester und Künstler Marko Iva Rupnik und zeigt eine Szene der biblischen Hochzeit zu Kana. Der Titel lautet: "Dieses Mysterium ist grossartig." Er wollte mit seinem 80 mal 80 Zentimeter grossen Gemälde vermitteln, dass die Familie Ausdruck des Ehesakramentes sei, so Ruprik.

Das 10. Weltfamilientreffen steht unter dem Motto "Familienliebe: Berufung und Weg zur Heiligkeit". Die internationale Begegnung, an der die Teilnahme von Papst Franziskus vorgesehen ist, soll vom 22. bis 26. Juni 2022 stattfinden. Es wird das Mitte März gestartete "Amoris-laetitia-Jahr der Familie" beschliessen. Ursprünglich hätte das Treffen bereits in diesem Jahr stattfinden sollen, war aber wegen der Covid-19-Pandemie verschoben worden.

Weltjugendtage WJT

OR Nr. 35 vom 02.09.2011:
Positive Bilanz nach dem Weltjugendtag von Madrid

Der Weltjugendtag hat mehr als 100 Millionen Euro in die Kassen der Madrider Händler und Gastronomiebetriebe gebracht. Das ist die Zahl, die bereits in der Planungsphase als Schätzung verbreitet worden war. Der Gewinn war 4 x so hoch wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Nach Veranstalterangaben hat das Grossereignis 50,5 Millionen Euro gekostet. Dieser Betrag sei vollständig durch die Teilnehmerbeiträge und durch 165 Sponsoren erbracht worden. Das Treffen habe also den spanischen Steuerzahler keinen Euro gekostet, betonten die Organisatoren in ihrer Bilanz. Mit 31,5 Millionen Euro trugen die Teilnehmer zu 62 % der Gesamtsumme bei. Durch Sponsoren kamen 16,5 Millionen Euro oder 33 % zusammen, Spender finanzierten mit 2,4 Millionen Euro 5 % des  WJT-Haushaltes.

Die grossen Posten auf der Ausgabenseite waren die Grossveranstaltungen mit Papst Benedikt XVI. auf der Piaza de Cibelles und dem Flughafen Cuatro Vientos. Sie kosteten laut den Veranstaltern 12,5 Millionen Euro. Das Generalsekretariat sowie der Empfang der Pilger kosteten 5,5 Millionen Euro, die Pilgerrucksäcke weitere 4,8 Millionen Euro. Die Bereitstellung der Infrastruktur für das Treffen wurde mit 7.3 Millionen Euro verbucht. Für das Kulturprogramm gaben die Veranstalter 4,2 Millionen aus, für Werbemassnahmen 2,6 Millionen. Sicherheitsmassnahmen erscheinen bei knapp 1,3 Millionen Euro in der Bilanz, die Unterbringung der Freiwilligen Helfer mit 4 Millionen Euro.

OR Nrn. 32/33 vom 9. August 2013, S. 2
XXVIII. Weltjugendtag in Rio de Janeiro; die Botschaft des Papstes ist angekommen!

Rund 3,7 Millionen Besucher haben während des jüngsten Weltjugendtages Ende Juli 2013 die Copacabana besucht. „Die Copacabana hat noch nie so viele Menschen in Frieden, glücklich und engagiert für den Aufbau einer besseren Welt gesehen“, betonte der Erzbischof von Rio de Janeiro, Orani Tempesta, der Vorsitzende des lokalen Organisationskomitees des Weltjugendtages. 1,2 Millionen Menschen nahmen demnach an der Willkommensfeier teil, 2 Millionen wurden beim Kreuzweg mit dem Papst gezählt, 3,5 Millionen Menschen kamen zur Gebetsnacht. Darunter waren auch 427’000 angemeldete Dauerteilnehmer aus 178 Ländern. Die meisten Teilnehmer kamen aus Brasilien, Argentinien, USA, Chile, Italien, Venezuela, Frankreich, Paraguay, Peru und Mexiko.

Katholische Wochenzeitung Baden 34/2013 August, S. 7, kipa/kap/ami
k.jugend.blog: Krakau bereitet sich auf Weltjugendtag 2016 vor

Grosse Vorfreude herrscht in Krakau über die Ankündigung von Papst Franziskus, die südpolnische Stadt werde der nächste Gastgeber für den Weltjugendtag im Jahr 2016 sein. In Rekordzeit wurde eine eigene Website mit ersten Informationen auf 5 Sprachen online gestellt. „Krakau öffnet sich!“, erklärte Erzbischof Stanislaw Dziwisz in einer auf der Startseite platzierten Videobotschaft. – Für 2016 stehen für Polens katholische Kirche neben dem Weltjugendtag auch die Feierlichkeiten zum 1’050-Jahr-Jubiläum der „Taufe Polens“ an. Die Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. wird voraussichtlich im Jahr 2014 stattfinden.

OR Nr. 45 vom 8. November 2013, S. 7
Termin für den Weltjugendtag 2016 steht fest

Krakau. Das Datum für den Weltjugendtag 2016 in Polen steht offenbar fest. Das internationale Treffen für Jugendliche werde vom 25. Juli bis 1. August 2016 in Krakau stattfinden, berichtete Radio Vatikan unter Berufung auf das Organisationsteam in Polen. Für die Organisation ist das polnische Erzbistum in Krakau unter Leitung von Kardinal Stanislaw Dziwisz gemeinsam mit dem Päpstlichen Rat für die Laien zuständig. Als Ort der abschliessenden Papstmesse ist die grösste Grünanlage der Stadt, der Blonia-Park vorgesehen.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 47/2013 November, S. 2
Thema für Weltjugendtag 2016 bekannt

„Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden.“ So lautet das offizielle Thema des internationalen Weltjugendtages 2016 in Krakau, dies gab der Vatikan bekannt. Es handle sich um eine Seligpreisung aus der Bergpredigt Jesu, die dem Matthäusevangelium entnommen ist. Franziskus wolle, dass die Jugendlichen die Seligpreisung zu ihrem konkreten Lebensprogramm machten.

OR Nr. 7 vom 14.02.2014, S. 9
Auf nach Krakau

Das Datum für den Weltjugendtag 2016 in Polen steht offenbar fest. Das internationale Glaubenstreffen werde vom 25. Juli bis 1. August in Krakau stattfinden, berichtete Radio Vatikan unter Berufung auf das Organisationskomitee in Polen. Für die Organisation ist das polnische Erzbistum in Krakau unter der Leitung von Erzbischof Kardinal Stanislaw Dziwisz gemeinsam mit dem Päpstlichen Rat für die Laien zuständig. Als Ort der abschliessenden Papstmesse ist die grösste Grünanlage der Stadt, der Blonia-Park, vorgesehen. Zudem sollen die Stadien der Fussball-Erstligisten „Cracovia“ und „Wisla“ genutzt werden.

Katholische Wochenzeitung Baden CH, Nr. 11/2015 März, S. 9
Bislang 300’000 Anmeldungen für Weltjugendtag 2016 in Krakau

Für den katholischen Weltjugendtag im Juli 2016 im südpolnischen Krakau haben sich nach Angaben der Veranstalter bereits mehr als 300’000 Teilnehmer aus dem Ausland angemeldet. 200’000 Anfragen gebe es aus Italien und 80’000 aus Frankreich, sagte der Krakauer Kardinal Stanislav Dziwisz am Mittwoch vor Journalisten. Aus dem Organisationsbüro hiess es, aus Deutschland hätten sich 16’000 Pilger angekündigt. Zudem seien mehr als 10’000 Anmeldungen aus der Ukraine, der Slowakei und den USA eingegangen. (…)

OR Nr. 34 vom 21.08.2015, S. 7, von Johannes Schidelko
Weltjugendtag im Heiligen Jahr

Das zahlenmässig grösste Ereignis des Ausserordentlichen Heiligen Jahres 2015/16 findet nicht in Rom statt, sondern vermutlich in Krakau. Bis zu 2 Millionen Teilnehmer werden dort vom 26. bis 31. Juli 2016 zum nächsten katholischen Weltjugendtag (WJT) erwartet. Bereits vor 2 Jahren hatte die südpolnische Bischofsstadt offiziell den Zuschlag erhalten. Als Franziskus Mitte März überraschend das „Jubiläum der Barmherzigkeit“ ankündigte, wurde das Jugendtreffen sofort in das Programm integriert. Zudem fügt es sich auch thematisch ein: Es steht ebenfalls unter dem Leitwort der Barmherzigkeit. – Zum Weltjugendtag will auch der Papst anreisen. So hat sich Franziskus beim Angelusgebet am 26. Juli 2015 in Rom öffentlich via Tabletcomputer angemeldet. Das Gros der Teilnehmer wird aus Polen kommen, aber auch aus Italien seien rund 100’000 junge Pilger zu erwarten. Ein besonderer Förderer ist der Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz, der langjährige Privatsekretär von Johannes Paul II. Und so wird das Treffen in Krakau stark vom heiligen Johannes Paul II., und seiner Spiritualität der Barmherzigkeit geprägt. So gibt es beispielsweise eine „Pilgerkatechese“, bei der die Jugendlichen zum Heiligtum der polnischen Mystikerin Faustyna Kowalska (1905-1938) bei Krakau wallfahren. – Die Vorbereitungen für den 31. Weltjugendtag sind nach Angaben der Planer an einem guten Punkt. Die staatlichen Behörden zögen sehr gut mit, unter anderem bei der grosszügigen Vergabe von Visa. Die Ortskirche tue alles, um den jungen Katholiken aus aller Welt erlebnisreiche Tage anzubieten. Zwar sei Krakau keine Metropole wie die letzten WJT-Veranstaltungsorte Rio oder Madrid. Aber sie verfüge über eine guten kirchliche Infrastruktur. Und der nach wie vor sehr lebendige polnische Volkskatholizismus werde den Weltjugendtag in besonderer Weise prägen (HK: Ist die Kirche noch zu retten? Seite 160: „faktischer Entkatholisierungsprozess in Polen“. Päpste, ihre Pontifikate, H bis J, auch S. 134).

OR Nr. 40 vom 2. Oktober 2015, S. 3
Botschaft zum Weltjugendtag 2016 in Krakau

Der Weltjugendtag vom 26. bis 31. Juli 2016 im polnischen Krakau wird nach Worten von Papst Franziskus einer der bedeutendsten Momente des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit werden. In einer Botschaft zum 31. internationalen Jugendtreffen rief er die Jugendlichen auf, im kommenden Jahr die Werke der leiblichen und geistlichen Barmherzigkeit zu entdecken und selbst zu praktizieren. Barmherzigkeit bedeute „weder Alles-Gutheissen noch reine Gefühlsseligkeit“, heisst es in dem veröffentlichten Text. Aber gerade in der Barmherzigkeit erweise sich die Glaubwürdigkeit der Christen in der Welt, betonte der Papst. Als glücklichen Umstand bezeichnete der Heilige Vater die Wahl des Veranstaltungsortes Krakau für das Treffen im Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit.

OR Nr. 51 vom 18.12.2015, S. 2
Details zum WJT in Krakau vorgestellt

Das Organisationskomitee des Weltjugendtages 2016 in Polen hat Details zum Ablauf vorgestellt. Den Angaben zufolge haben sich bereits 520’000 ausländische Gäste zu der Grossveranstaltung angemeldet, die am 26. Juli beginnt und am 31. Juli mit einer Papstmesse in Wieliczka-Brzegi endet. Das grösste Teilnehmerkontingent  stelle bislang Italien mit mehr als 200’000 Anmeldungen. Papst Franziskus wird am 28. Juli 2016 zum 31. Weltjugendtag nach Krakau reisen. Das alle 3 Jahre in einer anderen Grossstadt – zuletzt 2013 in Rio de Janeiro – abgehaltene internationale Grosstreffen gehört zu den wichtigsten Pilgerzielen während des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit.

OR Nr. 26 vom 01.07.2016, S. 2
Prayerbox für junge Pilger

Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ hat zum anstehenden Weltjugendtag im polnischen Krakau eine Prayerbox „Barmherzigkeit“ herausgegeben. In dem Metallschächtelchen befinden sich ein kleines Kreuz, ein Fingerrosenkranz, ein Fläschchen mit Weihwasser, christliche Grundgebete und eine Anleitung, wie man den Barmherzigkeitsrosenkranz betet. Ausserdem wird über die Werke der Barmherzigkeit und das Gnadenbild des Barmherzigen Jesus informiert. Die Boxen von der Grösse einer Streichholzschachtel würden bei den deutschen Katechesen auf dem Weltjugendtag verteilt, kündigte das Hilfswerk an. Den diözesanen Jugendämtern stelle man sie für ihre Pilgergruppen kostenlos zur Verfügung. „Wir wollen den jungen Pilgern eine Gebetshilfe an die Hand geben und sie auf jugendgemässe Art einladen, die Botschaft der göttlichen Barmherzigkeit für sich zu entdecken“, erklärte Hilfswerk-Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert.

OR Nr. 28 vom 15. Juli 2016, S. 3
Weltjugendtag: Vorbereitungstage in Diözesen

Krakau. Polen bietet den Besuchern des Weltjugendtages, der vom 25. bis 31. Juli in Krakau stattfindet, auch die Möglichkeit, das Gastland aus dem Blickwinkel seiner Diözesen kennen zu lernen: Vom 20. bis 25.Juli stehen für 290’000 Gäste Plätze in Familien bereit, wie das Pressezentrum des Weltjugendtages auf www.pope2016.com meldete.

Das grösste Interesse am Vorprogramm haben Gruppen aus Italien, Spanien, Deutschland, Frankreich, der Ukraine, Litauen und Russland angemeldet, doch auch Jugendliche aus Brasilien, Kolumbien, den USA, Litauen und Russland werden ihren Weg in die polnischen Diözesen finden. Die Planung erfolgte sowohl zentral in Warschau als auch auf der Ebene der 44 Diözesen.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 33/2016 August, S. 1, Regula Vogt-Kohler
Papst will junge Generation von Weltverändern

Franziskus sendet Signal gegen Fremdenhass und ruft zu Engagement auf. – Mit einer grossen Messe auf dem „Feld der Barmherzigkeit“ ist der XXXI. Weltjugendtag in Krakau zu Ende gegangen. Papst Franziskus ermutigte die Jugendlichen zu Selbstvertrauen und zur Überwindung von falscher Scham und Vorurteilen. Das 79-jährige Kirchenoberhaupt forderte die jungen Gläubigen dazu auf, für eine neue Gesellschaft des Dialogs und gegen Hass und Ressentiments einzutreten.

Rebellisch sollen sie sein, Lärm machen und sich nicht anpassen: So aus- und nachdrücklich hat noch kein Papst die Jugendlichen zum Aufruhr ermuntert.  (…)

OR Nr. 32/33 vom 12. August 2016, S. 15
Der nächste Weltjugendtag wird 2019 in Panama stattfinden
Worte von Papst Franziskus vor dem Gebet des Angelus auf dem Campus „Misericordiae“ in Krakau

(…) Die Vorsehung Gottes geht uns immer voran. Denkt nur, sie hat bereits entschieden, welches die nächste Etappe dieser grossen, 1985 vom heiligen Johannes Paul II. begonnenen Pilgerreise sein wird! Und darum künde ich euch mit Freude an, dass der nächste Weltjugendtag – nach den beiden auf diözesaner Ebene – im Jahr 2019 in Panama stattfinden wird. (…)

OR Nr. 48 vom 02.12.2016, S. 4

Den nächsten Weltjugendtag gibt der Papst eine marianische Note. Das wird an den Themen deutlich, die er für die Weltjugendtage von 2017 bis 2019 ausgesucht hat. Die katholischen Weltjugendtage werden im Wechsel in kleinerem Rahmen in den Diözesen vor Ort und dann wieder als weltweites Grosstreffen organisiert. 2019, wenn der nächste Weltjugendtag in Panama-Stadt ausgerichtet wird, soll das Motto lauten: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn“ (Lk 1,38). Für 2017 heisst das Motto: „Der Mächtige hat Grosses an mir getan“ (Lk 1,49), ein Vers aus dem Magnificat. 2018 wiederum ist ein Vers aus der Verkündigung der Geburt Jesu an Maria an der Reihe: „Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade gefunden bei Gott“ (Lk 1,30). Die neuen Themen seien von Papst Franziskus persönlich ausgewählt worden und zielten darauf ab, den nächsten drei Weltjugendtagen einen „starken marianischen Beiklang“ zu geben, heisst es in der Mitteilung des vatikanischen Dikasteriums für Laien, Familie und Lebensschutz, das die Weltjugendtage organisiert.

OR Nrn. 30/31 vom 28.07.2017, S. 4
Panama erwartet zum Weltjugendtag 2019 rund 375’000 Pilger. Schauplatz der Grossveranstaltung soll die weiträumige Küstenstrasse der Hauptstadt samt Grünstreifen werden, sagte der Erzbischof von Panama, José Domingo Ulloa. Der Weltjugendtag in Panama findet vom 22. bis 27. Januar statt. Panama  ist der bislang kleinste Staat, in dem das Treffen junger Christen aus allen Erdteilen ausgerichtet werden soll. Rund 85 % der 3,6 Millionen Einwohner sind Katholiken, etwa 10 % sind Protestanten. Zum dritten Mal ist ein lateinamerikanisches Land der Gastgeber.

OR Nr. 32/33 vom 11.08.2017, S. 3
Weltjugendtag Panama 2019 mit eigener Website

Panama-Stadt. Unter der Adresse www.panaman2019.pa ist seit dem 31. Juli der offizielle Internetauftritt des Weltjugendtages online gegangen., Auf den Tag genau vor einem Jahr hatte Papst Franziskus im polnischen Krakau angekündigt, dass das Grossereignis vom 22. bis 27. Januar 2019 in dem kleinen lateinamerikanischen Land stattfinden soll. In insgesamt 5 Sprachen – Spanisch, Englisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch – können Informationen abgerufen werden. „Die Website soll Fragen beantworten, die die jungen Pilger vor einer Reise nach Panama haben“, sagte der Erzbischof von Panama, José Domingo Ulloa Mendieta, bei der Vorstellung.

OR Nr. 4 vom 26.01.2018, S. 7
Panamas Erzbischof lädt zum Weltjugendtag ein

„Kleines Land – grosses Herz“: Mit diesen Worten hat der Erzbischof von Panama-Stadt, José Domingo Ulloa Mendieta, zum Weltjugendtag 2019 in Mittelamerika eingeladen. Zu dem katholischen Grosstreffen mit Papst Franziskus vom 22. bis 27. Januar 2019 werden mehr als eine halbe Million Besucher aus dem Ausland erwartet.

Papst Franziskus habe darauf hingewiesen, dass die Ausgrenzung von Jugendlichen in Lateinamerika auch eine Chance darstellen könne, sagte Ulloa am Donnerstag bei einem Besuch beim bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat in Essen. Ulloa und Adveniat-Geschäftsführer Stephan Jentgens verweisen auf die Möglichkeit, gerade in der vorgeschalteten „Woche der Begegnung“ die soziale Realität des Landes kennenzulernen und dort „Erfahrung fürs Leben“ sammeln zu können, solidarisch Zukunft zu gestalten.

Armut müsse nicht nur etwas Schreckliches  und Schlimmes sein, sondern könne auch „eine schöpferische Kraft werden, wenn die Solidarität stimmt“. Erzbischof Ulloa sprach von einem „Lernweg“ der Begegnung „mit dem Herzen“. Es werde vielleicht ein nicht einfacher, aber es solle ein fröhlicher Weltjugendtag werden und alle Teilnehmer bereichern.

Die Deutsche Bischofskonferenz rechne derzeit mit 750 bis 1’000 Teilnehmern aus Deutschland, so Paul Metzlaff von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge. 2016 in Rio waren es noch rund 2’000. Ein Grund für die voraussichtlich geringere Beteiligung sei das vergleichsweise ungünstige Datum im Januar. Zu diesem Zeitpunkt gebe es weder Schul- noch Semesterferien. Die offizielle Anmeldung soll im Februar oder März beginnen. In Mittelamerika ist im Januar die Trocken- sowie Ferienzeit.

Ziel des internationalen Grosstreffens sei es, den jungen Menschen die Gelegenheit zu geben, das „junge und aktuelle Geheimnis der Kirche im gemeinschaftlichen Erlebnis von Pilgerfahrt, Gebet, Meditation und Gottesdienst zu entdecken“.

OR Nr. 39/40 vom 28.09.2018, S. 11
„Run“ auf Weltjugendtag hat begonnen

Panama-Stadt. Kleines Zwischenfazit: Für den Weltjugendtag in Panama Ende Januar liegen laut einem Pressebericht derzeit 209’000 feste Anmeldungen vor. Die ersten 15 Plätze bei den Ländern mit den meisten Teilnehmern stellen lateinamerikanische Staaten. Noch bis 17. Januar ist eine Anmeldung möglich. Die Veranstalter erwarten bis zu eine Million Teilnehmer aus dem Ausland. Für den Weltjugendtag in Krakau 2016 sprach der Vatikan von 1,5 Millionen Teilnehmern. Der Weltjugendtag in Panama findet vom 22. bis 27. Januar 2019 statt. Auch Papst Franziskus wird zu dem Grosstreffen erwartet.

Der Weltjugendtag (WJT) wird von der katholischen Kirche ausgerichtet und geht auf eine Initiative des heiligen Johannes Paul II. (1978-2005) zurück. Der jeweilige Papst lädt dabei junge Christen aller Erdteile zur Begegnung ein. Ziel des internationalen Grosstreffens ist es, jungen Menschen die Gelegenheit zu geben, das „junge und aktuelle Geheimnis der Kirche im gemeinschaftlichen Erlebnis von Pilgerfahrt, Gebet, Meditation und Gottesdienst zu entdecken“.

Kath. Wochenzeitung Baden 47/2018 November, S. 6
Häftlinge bauen 250 Beichtstühle für den Weltjugendtag 2019

Häftlinge aus den Gefängnissen „La Joya“ und „Nueva Joya“ haben mit dem Bau von 250 Beichtstühlen begonnen, die beim Weltjugendtag in Panama im Januar 2019 eingesetzt werden sollen.

Die Beichtstühle werden im Omar Recreation Park in Panama City aufgebaut, der während der Jugendveranstaltung umbenannt wird zum ‚Forgiveness Park‘ – dem Park der Vergebung also, passend zum Sakrament der Versöhnung.

Insgesamt 35 Häftlinge arbeiten täglich von 08.00 bis 16.00 Uhr. Sie schleifen, streichen und montieren die Kreuze und Beichtstühle aus Holz.

Die Innenarchitektin Lilibeth Bennet entwarf für die Beichtstühle zwei verschiedene Modelle, die beide vom WJT-Logo inspiriert und in den gleichen Farben gestaltet wurden. In einem Interview mit den Organisatoren des Weltjugendtages sagten die Häftlinge, dass es sich bei dem Projekt nicht nur um eine „einfache Schreinerei“ handelt, sondern dass es ihnen ermöglicht, einen Beitrag zu einem Projekt für junge Menschen zu leisten, die in der Lage sein werden, „einen anderen Weg zu gehen“, als sie es getan haben.

„Auch wenn wir nicht dabei sein können (beim Weltjugendtag), haben wir immer noch das Gefühl, dass wir etwas Wichtiges tun, und ich danke Gott für die Gelegenheit, dass er uns als Gefangene die Möglichkeit gegeben hat, zu einer so wichtigen Mission wie dem Weltjugendtag beizutragen“, erklärte Luis Dominguez, der für das Malen und die Überwachung der Schleifarbeiten der Beichtstühle zuständig ist.

Jesús Ramos ist einer der Häftlinge, die die Beichtstühle bauen. Obwohl er ein Protestant sei, freue er sich und sei sich des wertvollen Beitrags bewusst, den der Weltjugendtag für junge Menschen leiste.

„Ich bin dankbar, dass sie mich berücksichtigt haben, weil ich gelernt habe, wie man die Werkzeuge hier einsetzt, um auf der Grundlage von Respekt und gemeinsam auf das gleiche Ziel hin zu arbeiten. Ich fühle mich einbezogen und glücklich, für Gott zu arbeiten“, sagte er.

Die Projektkoordinatorin für das Gefängnissystem, Alma De León, erklärte, dass die Arbeit mit Unterstützung des staatlichen Ausbildungswesens von Panama verwirklicht wird. Es gehe auch darum, Arbeits-Fähigkeiten von Häftlingen unter Beweis zu stellen. Sharon Diaz, stellvertretende Generalsekretärin des Gefängnissystems, betonte, dass die Häftlinge „ein einziges, gemeinsames Team bilden. Und sie wissen, wie wichtig es ist, an einem so einzigartigen Projekt wie diesem zu arbeiten, unabhängig davon, welchen Glauben sie selbst haben“. CNA Deutsch/EWTN News

OR Nr. 48 vom 30.11.2018, S. 7
Vermischtes zum Weltjugendtag in Panama

San José. Mehr als 50’000 Pilger aus Costa Rica werden zum Weltjugendtag in Panama erwartet. Allein 12’000 Pilger würden auf  dem Landweg in das Nachbarland einreisen, wie lokale Medien berichteten. Die Regierung des mittelamerikanischen Staates hat mit dem Beauftragten der Jugendpastoral der Bischofskonferenz von Costa Rica eigens einen Organisationsstab eingerichtet, um den Transport der vielen zehntausenden von Gläubigen sicherzustellen.

Panama-Stadt. Rechtzeitig vor dem Papstbesuch stehen die mehrjährigen Arbeiten zur Renovierung und Instandstellung der Kathedrale von Panama-Stadt vor dem Abschluss. Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta segnete am 24.11.2018 die neuen Glocken der seit 2016 geschlossenen Bischofskirche, wie die Erzdiözese Panama auf ihrem Onlineportal berichtete. Die ab 1688 errichtete Basilika Santa Maria la Antigua in der Altstadt von Panama-City ist eine der grössten Kathedralen in Zentralamerika und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Sie wurde in den vergangenen Jahren einer umfassenden Aussen- und Innenrenovierung unterzogen. Papst Franziskus wird im Rahmen seines Besuches in Panama die Altarweihe vornehmen und einen Gottesdienst in der Kathedrale feiern.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 5/2019 Januar, S. 2
150’000 am Weltjugendtag in Panama

Vom 22. bis 27. Januar 2019 findet der Internationale Weltjugendtag in Panama statt. Es handelt sich um das weltweit grösste Jugendfestival und wird von der katholischen Kirche organisiert. Höhepunkte sind die Vigil mit Papst Franziskus am Samstagabend, 26. Januar sowie die Abschlussmesse am Sonntagmorgen. Vor Ort rechnet man mit 150’000 auswärtigen Pilgern. Am Wochenende werden zahlreiche Einwohner des Landes dazustossen. Aus der Schweiz nehmen um die 160 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 35 Jahre teil; davon sind knapp 100 aus der Deutschschweiz.

OR Nr. 4 vom 25.01.2019, S. 1
Hauptstadt der Jugend der Welt

Panama. Jugendliche aus aller Welt haben sich zum 34. Weltjugendtag in Panama versammelt. Vom 16. bis 20. Januar haben sie an den Tagen der Begegnung in den Diözesen Panamas und auch Costa Ricas teilgenommen, wo sie in Gastfamilien untergebracht waren. Das bot die Möglichkeit, trotz sprachlicher Schwierigkeiten in völlig fremde Lebenswirklichkeiten einzutauchen. Viele waren beeindruckt von der grossartigen und herzlichen Gastfreundschaft in aller Einfachheit – auch der Lebensbedingungen – und grosser Offenheit. Die jungen Pilger erhielten so erste Eindrücke von Natur und Kultur des Landes, darunter besonders Tanz und Musik. In Liturgiefeiern und Katechesen erhielten sie Impulse für das Glaubensleben. Die bisher erlebte Gastfreundschaft und das gemeinsame Feiern des Glaubens habe die Weltkirche für die jungen Pilger erlebbar gemacht, so der deutsche Jugendbischof Stefan Oster am Montagabend bei einer Pressekonferenz in Panama. „Kirche geht nicht  allein, sie ist Weltkirche“, betonte er. Dies solle auch bei den zentralen Veranstaltungen des Weltjugendtages deutlich werden. Am 21. Januar machten sich die Jugendlichen dann meist mit Bussen nach Panama auf den Weg, wo am folgenden Tag der Eröffnungsgottesdienst des Weltjugendtages mit dem Erzbischof von Panama, José Domingo Ulloa Mendieta, stattfand.

„Ihr seid eine neue Kirche, eine neue Kirche der Hoffnung“, rief er den rund 75’000 Teilnehmern an der Uferpromenade von Panama Stadt zu. Panama empfange sie mit offenen Armen und Herzen, „damit jeder von euch eine Begegnung mit Jesus erlebt“. Neben Gottesdiensten und Katechesen stehen Konzerte, Diskussionsstunden und Workshops auf dem Programm. Höhepunkt wird die Vigil am 26. und die Eucharistiefeier mit Papst Franziskus am 27. Januar 2019 sein. Bei Redaktionsschluss am Mittwoch befand sich der Papst noch auf dem 13-stündigen Flug nach Panama. Dienstagmorgen hatte er die Reise der Muttergottes anvertraut und vor der Marienikone in der Basilika Santa Maria Maggiore gebetet.

OR Nr. 5/6 vom 01.02.2019, S. 1
Nächster Weltjugendtag 2022 in Lissabon

Panama-Stadt/Lissabon. Der nächste Weltjugendtag findet 2022 in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon statt. Das verkündete der Präfekt des Dikasteriums für die Laien, die Familie und das Leben, Kardinal Kevin Farrell, nach der Abschlussmesse des Weltjugendtages am Sonntag, 27.01.2019. Damit wird zum neunten Mal eine europäische Stadt Gastgeberin. Bislang fanden die Welttreffen achtmal in Europa, dreimal in Süd- und zweimal in Nordamerika sowie je einmal in Asien und Australien statt.

OR Nr. 26 vom 28.06.2019, 
Mottos der kommenden Weltjugendtage

Vatikanstadt. Für die Weltjugendtage der kommenden 3 Jahre hat der Vatikan die jeweiligen Mottos bekanntgegeben. Demnach lauten die Leitsprüche für 2020 und 2021 „Jüngling, ich sage dir, steh auf!“ sowie „Steh auf! Ich mache dich zum Zeugen für das, was du gesehen hast“.

Während die Weltjugendtage der kommenden beiden Jahre auf Diözesanebene begangen werden, findet das nächste Grosstreffen mit dem Papst 2023 in Portugals Hauptstadt Lissabon statt. Dessen Motto lautet: „Maria stand auf und machte sich eilig auf den Weg“. Dieser Satz verweist auf eine Stelle aus dem Lukasevangelium (1,39). Schon der vergangene Weltjugendtag im Januar in Panama stand unter dem marianischen Motto: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“.

Das Motiv für das Jugendtreffen 2020 stammt ebenfalls aus dem Lukasevangelium (7,14). Dort erweckt Jesus einen jungen Mann wieder zum Leben und sagt zu ihm: „Jüngling, ich sage dir: Steh auf!“ Das Motto für 2021 „Steh auf! Ich mache dich zum Zeugen dessen, was du gesehen hast!“ ist hingegen aus einer Szene der Apostelgeschichte (26,16). Darin sagt der auferstandene Christus zu Saulus, der bisher die Christen verfolgte: „Steh auf, stell dich auf deine Füsse! Denn ich bin dir erschienen, um dich zum Diener und Zeugen dessen zu erwählen, was du gesehen hast.“

OR Nr.  43 vom 23.10.2020, S. 3
Logo des Weltjugendtages 2023 in Lissabon vorgestellt

Vatikanstadt. Der Vatikan hat das Logo für den Weltjugendtag 2023 in Lissabon vorgestellt. Das von der 24-jährigen  portugiesischen  Designerin Beatriz Roque Antumes  entworfene Signet vereint die Motive des Kreuzes, eines Wegs, der Gottesmutter Maria und eines Rosenkranzes. Gehalten ist die Darstellung in den portugiesischen Landesfarben Grün und Rot  mit etwas Gelb.

OR Nr. 6 vom 12.02.2021, S. 3
Lissabon. Die Organisatoren des Weltjugendtages haben am 27.01.2021 gemeinsam mit dem Vatikan die offizielle Hymne für den Weltjugendtag in 2023 in Lissabon vorgestellt. Sie trägt den portugiesischen Titel „Ha Pressa no Ar“ („Es liegt ein Rauschen in der Luft“) und erinnert an den Besuch der Gottesmutter bei Elisabet. Das Lied wurde bei einem nationalen Wettbewerb in Portugal unter mehr als 100 Beiträgen ausgewählt. Verfasser des Textes ist ein Priester, die Melodie komponierte ein Lehrer und Musiker, das Arrangement stammt von dem Künstler Carlos Garcia.

OR Nr. 16 vom 23.04.2021, S. 2
Rosenkränze für Weltjugendtag 2023 aus Recycling-Material

Vatikanstadt. Holz und zu 100 % recycelter Kunststoff aus Plastikflaschenverschlüssen: Aus diesem Material sind die Perlen der offiziellen Rosenkränze für den nächsten Weltjugendtag 2023 (WJT) in Lissabon gefertigt, die mit Blick auf den nahenden Marienmonat Mai seit dem 15. April über die verschiedenen diözesanen Organisationskomitees des WJT im Verkauf erhältlich sind.

Umweltschutz und ökologische Kriterien werden bei der geplanten Grossveranstaltung mit dem Papst grossgeschrieben. Die Rosenkränze sind in 3 Versionen erhältlich: eine aus Holz und die andere aus recyceltem Kunststoff, beide mit dem Weltjugendtag-Kreuz und dem für die Veranstaltung gewählten Motto „Maria stand auf und machte sich eilig auf den Weg (Lk 1,39). Auf den 5 Perlen des „Vaterunser“ ist der Hinweis „WJT Lissabon 2023“ in den offiziellen Sprachen Portugiesisch, Spanisch, Englisch, Französisch und Italienisch aufgedruckt, Das dritte Rosenkranzmodell ist das Standard-Holzmodell mit dem WJT-Kreuz.

OR Nr. 40 vom 08.10.2021, S. 4
Der nächste Weltjugendtag in Lissabon findet vom 1. bis 6. August 2023 statt. Das gab der Patriarch von Lissabon, Kardinal Manuel Clemente, am 4. Oktober bekannt. Die portugiesische Hauptstadt als Gastgeber und das Jahr 2023 standen schon längere Zeit fest, allerdings noch kein genaues Datum. Wegen der Pandemie war das Grossereignis von 2022 auf 2023 verschoben worden. 

OR Nr. 46 vom 19.11.2021, S. 1
Weltjugendtag in den Diözesen

Vatikanstadt. In diesem Jahr wird der Weltjugendtag auf Diözesanebene zum ersten Mal am Christkönigssonntag begangen, der auf den kommenden 21. November fällt. In Rom wird Papst Franziskus aus diesem Anlass um 10 Uhr im Petersdom eine heilige Messe feiern. In der Botschaft zum diözesanen Weltjugendtag fordert Franziskus die Jugendlichen weltweit auf, "ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte" aufzuschlagen. Die Corona-Krise habe gravierende Einschränkungen für junge Menschen mit sich gebracht, doch nun gebe es die Chance für einen Neuanfang. Die Welt brauche die Kraft, die Begeisterung und die Leidenschaft der Jugendlichen.

OR Nr. 37 vom 16.09.2022,S. 1
Botschaft zum 37. Weltjugendtag veröffentlicht

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat die junge Generation angesichts der aktuellen Krisen zum Einsatz für Frieden und Mitmenschlichkeit aufgefordert. "Junge Menschen sind immer die Hoffnung auf eine neue Einheit für die zersplitterte und geteilte Menschheit", schreibt der Papst in seiner am 12.09.2022 veröffentlichten Botschaft zum Weltjugendtag. "Natürlich könnt ihr nicht alle Probleme dieser Welt lösen. Aber vielleicht könnt ihr mit den Problemen derer beginnen, die sich am nächsten stehen, mit den Herausforderungen in eurem eigenen Umfeld." (...)

OR Nr. 4 vom 27.01.2023, S. 3
Vorbereitung auf den Weltjugendtag

Vatikanstadt/Lissabon. Ein halbes Jahr vor Beginn haben sich rund 400'000 Jugendliche für die Teilnahme am Weltjugendtag 2023 in Lissabon registriert. In einer Videobotschaft an die Vorbereitungsgruppen sagte Papst Franziskus am 20.01.2023, dass ihn die Resonanz mit Freude erfülle. Zugleich rief er die Jugendlichen auf, mit einem offenen Herzen neue Horizonte zu entdecken und keine Mauern zu errichten. Auch wenn einige der Teilnehmer vielleicht "Urlaub" in Portugal machen wollten, sei es doch das tiefe Bedürfnis der Jugendlichen, "neue Horizonte" in Gemeinschaft zu erfahren, so der Papst. "Blickt immer auf den Horizont, mit den Augen, aber vor allem mit dem Herzen! Öffnet eure Herzen!" Er ermutigte die jungen Leute in seiner Videobotschaft, sich mit einer Haltung der Neugier und Offenheit ganz auf dieser Erfahrung einzulassen. "Hoffen wir, dass andere eurem Beispiel folgen werden!", sagte der Papst abshliessend und forderte zum Gebet für ihn auf: "Ich bete für euch, und ihr betet für mich."

Papst Franziskus hatte sich Ende Oktober als erster Teilnehmer für das Grossereignis angemeldet. Der 37. Weltjugendtag findet vom 1. bis 6. August 2023 in Lissabon statt. Die deutschsprachige Internetseite kann unter der Adresse
https://wjt.de

aufgerufen werden.

OR Nr. 19 vom 12.05.2023, S. 3
Einladung zum Weltjugendtag

Vatikanstadt. Drei Monate vor Beginn des Weltjugendtages in Lissabon hat Papst Franziskus eine Videobotschaft an Jugendliche geschickt. An diesen Tagen teilzunehmen sei etwas Wunderschönes, unterstrich der Papst am Donnerstag, 04.05.2023. "Wir merken es nicht, aber die Dinge bleiben in uns, die Werte bleiben, die Beziehungen, die wir mit jungen Menschen aus anderen Làndern aufgebaut haben, die Begegnungen", so Franziskus. An diesen Tagen wachse man sehr.

Er rief die Teilnehmenden auf, sich auf diesen "aufregendern Moment" vorzubereiten. So sollen die jungen Menschen etwa mehr Zeit mit ihren Grosseltern  zu verbringen, sie um Rat bitten. "Denn sie geben dir  Weisheit, aber du gehst immer voran", so Franziskus. "Ich werde in Lissdabon auf dich warten!"

Ein Anliegen von Papst Franziskus ist das Miteinander der Generationen. So soll auch das Motto des diesjàhrigen "Welttags der Grosseltern" eine Verbindung zum Weltjugendtag schaffen. "Seine Barmherzigkeit von Generation zu Generation" ist das aktuelle Thema des jàhrlich am vierten Julisonntag begangenen Tages. Der Weltjugendtgag findet vom 1. bis 6. August in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon statt. Wegen Corona war das Grossereignis von 2022 auf 2023 verschoben worden.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 25-26/2023 Juni, S. 2
Ohne Papst kein Weltjugendtag

Sollte der Papst aus Krankheitsgründen absagen, werde der Weltjugendtag in Lissabon nicht stattfinden. Das erklärten die Organisatoren laut dem Portal ACI Digital bei der Vorstellung des Programms. Der Weltjugendtag sei ein Treffen des Papstes mit den  Jugendlichen der Welt, erläuterte der Präsident der Stiftung WTT Lissabon 2023. Weihbischof Americo Agular.  Es finde also immer nur mit dem Papst selbst statt, "unabhängig von möglichen körperlichen Einschränkungen". Papst Franziskus wurde  am 7. Juni am Darm operiert und musste erstmals das Angelusgebet am Sonntag ausfallen lassen. kath/ch/kna

OR Nr. 26 vom 30.06.2023, S. 1
Videobotschaft von Papst Franziskus an junge Teilnehmer des Weltjugendtages:
Wir sehen uns in Lissabon

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat seine Teilnahme am Weltjugendtag in Lissabon bestätigt. In einer Videobotschaft 40 Tage vor Beginn der Veranstaltung im August erklärte er am 22.  Juni: "Ich bin bereit! Ich habe schon alles beisammen und kann kaum erwarten aufzubrechen!" Zweifel an seiner Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen wiegelte Franziskus ab: "Einige denken, dass ich aufgrund von Krankheit nicht gehen kann; aber der Arzt hat mir gesagt, dass ich kann, also werde ich bei euch sein. Auf geht's, ihr jungen Menschen!"

Ausserdem hat Franziskus einer 17-jähigen schwerkranken Portugiesin eine Videobotschaft geschickt. Das Mädchen hatte ihn einem Brief geschrieben, in dem sie sich traurig darüber zeigte, nicht am bevorstehenden Weltjugendtag in Lissabon teilnehmen zu können. Der Papst bedankte sich für ihren Brief und anwortete, dass der Friede, den sie im Herzen trage, wie ein  Same sei, "der in die Herzen aller, die dich sehen, und aller, die mit dir sprechen, gepflanzt werde".  Er begleite sie auf ihrem Weg, "indem ich für dich bete, mit dir bete und auf Jesus schaue".

In einer weiteren, am 24. Juni veröffentlichten Videobotschaft wandte sich der Papst an die freiwilligen Helfer des Weltjugendtages. Franziskus dankt den Jugendlichen dafür, dass sie "hart arbeiten". Er fordert sie auf, "niemals die Begeisterung im  Leben zu verlieren", denn "Enthusiasmus ist das, was euch Freude macht"! Abschliessend bat er um das Gebet und sagte: "Wir sehen uns in Lissabon!"

Der Weltjugendtag in der portugiesischen Hauptstadt findet vom 1. bis 6. August statt. Der Papst reist vom 2. bis 6. August nach Lissabon und Fatima.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 31-32/2023 Juli, S. 2
Auf dem Weg zum Weltjugendtag

Vom 1. bis 6. August 2023 treffen sich Hunderttausende katholische Jugendliche aus mehr als 150 Ländern in Lissabon. Der 37. Weltjugendtag steht unter dem Motto "Maria stand und machte sich eilig auf den Weg". Aus der Westschweiz reisen ungefähr 500 Jugendliche an. Auch aus der Deutschschweiz und dem Tessin haben sich zahlreiche Gruppen auf den Weg nach Portugal gemacht. Papst Franziskus wird am 2. August in Lissabon eintreffen. Während der Grossveranstaltung feiert er einen Freiluftgottesdienst mit den Jugendlichen und besucht den Marianwallfahrtsort Fatima. kath.ch/na

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 33-34/2023 August, S. 2
1,5 Millionen an Weltjugendtag-Messe in Lissabon

Mit dem Aufruf "Fürchtet auc nicht!" hat Papst Franziskus am Sonntag, 06.08.2023, seine zentrale Predigt beim Weltjugendtag in Lissabon beendet. Den etwa 1,5 Millionen überwiegend jungen Menschen an der Abschlussmesse im Tejo-Park von Lisabon sprach er Mut zu: "Euch jungen Menschen, die ihr grosse Träume hegt, die aber oft von der Angst getrübt werden, sie nicht verwirklichen zu sehen ... euch sagt Jesus: Fürchtet euch nicht!"

Zuvor hatte er die Teilnehmenden des Weltjugendtages aufgefordert, die Freude der Tage von Lissabon mit nach Hause zu nehmen und dort Gutes zu tun. "Wenn wir als Egoisten nach Hause zurückkehren, erlöscht das Licht, das wir von hier mitnehmen", sagte der Papst.  Papst Franziskus ermunterte die Jugendlichen, auf Jesus zu hören. "Er lehrt uns den Weg der Liebe. Hört ihm zu. Das ist alles: Alles, was es im Leben zu tun gibt, ist in diesen Worten enthalten."

Die meisten der teilnehmenden Jugendlichen hatten die Nacht unter freiem Himmel am Ufer des Tejo verbracht. Am Vorabend hatte der Papst dort eine lange Nachtwache mit Gebeten und Gesängen geleitet. Mit dem Gottesdienst am 06.08.203 endete die weltweit grösste kirchliche Veranstaltung nach knapp zwei Wochen. (kath.ch/cic)

OR Nr. 32/33 vom 11.08.2023, S. 2
Weltjugendtag in Zahlen

Lissabon. Einige Zahlen vom Weltjugendtag können die Grösse des Ereignisses verdeutlichen: Am Abschlussgottesdienst unter Leitung von Papst Franziskus im Tejo-Park nahmen offiziellen Angaben zufolge 1,5 Millionen Menschen teil. Gemeinsam mit dem Hauptzelebranten am Altar, dem Lissaboner Kardinal Manuel Clemente, konzelebrierten etwa 700 Bischöfe und 10'000 Priester.

Unter den angemeldeten Pilgern stellten laut den kirchlichen Veranstaltern die Spanier mit rund 80'000 und die Italiener mit 65'000 die grössten ausländischen Gruppen. Es waren Teilnehmer aus rund 190  Ländern der Erde angemeldet. Mehr als 8'000 portugiesische Gastfamilien beherbergten rund 30'000 Pilger in ihren eigenen vier Wänden. Unter den Teilnehmern des Weltjugendtages waren 1'750 mit unterschiedlichen geistigen oder körperlichen Behinderungen.

Rund 5'000 Medienschaffende aus allen Erdteilen berichteten über die grösste kirchliche Verantaltung der Welt. Bei den Gottesdiensten mit und ohne Papst sorgten 25'000 registrierte freiwillige Helfer für einen weitgehend reibungslosen Ablauf. Die meisten von ihnen kamen aus Portugal, Spanien und Frankreich. Fürs leibliche Wohl der Teilnehmer wurde an 1'800 permanenten oder improvisierten Essens-Orten gesorgt, mehr als 2,7 Millionen Mahlzeiten wurden ausgegeben.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 33-34/2023 August, S. 2
Nächster Weltjugendtag 2027 in Seoul

Der nächste katholische Weltjugendtag (WJT) findet 2027 in Südkoreas Hauptstadt Seoul statt. Das teilte Papst Franziskus zum Abschluss des diesjährigen WJT in Lissabon mit. Nach Manila 1995 wird damit zum zweiten Mal eine Stadt in Asien Gastgeberin des WJT. In Südkorea verzeichnete die katholische Kirche seit 20 Jahren ein stetes Wachstum. Im Süden der geteilten Halbinsel stieg die Zahl der Katholiken bis Ende 2021 laut Angaben aus dem Vatikan auf etwa 5,86 Millionen. Von den derzeit rund 52 Millionen Einwohnern Südkoreas ist also jeder neunte katholisch. (Vatican News)

Kath. Wochenzeitung Baden 33/2023 August, S. 5, Peter Winnemöller
Ungebrochene Faszination WJT

Die Initiative eines heiligen Papstes bleibt ein nachhaltig wirkendes Zeichen für die Welt und eine Tankstelle des Glaubens für die jungen Menschen.

Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist. So war 2016 der Weltjugendtag in Krakau für mich der (vorerst und vielleicht wirklich) letzte Weltjugendtag, von dem ich vor Ort berichten konnte. Es bleibt eine tolle Erinnerung. (...)

Immer wieder hört man von mehr oder weniger jungen Erwachsenen, wie die Teilnahme an einem Weltjugendtag ihr Glaubensleben nachhaltig beeinflusst hat. (...)

Die vielen jungen Menschen aus so vielen Ländern sind auch ein Zeugnis des Friedens in einer Welt voller Kriege. Die Geschichte geht weiter. Am Ende des Weltjugendtages in Lissabon hat der Papst erneut eine Einladung ausgesprochen. Zunächst hat der Papst die jungen Menschen zum Heiligen Jahr 2025 nach Rom eingeladen. Der nächste Internationale Weltjugendtag wird 2027 in dem Land der Erde stattfinden, das seit Jahrzehnten ein Land blühender Glaubensausbreitung ist: Südkorea. Es geht nach Seoul. Die Begeisterung der jungen Menschen über diese Nachricht und Einladung war überwältigend. Und so bleibt die Initiative eines heiligen Papstes ein nachhaltig wirkendes Zeichen für die Welt, und eine Tankstelle des Glaubens für die jungen Menschen.

OR Nr. 39 vom 29.09.2023, S. 4
Themen der Weltjugendtage in den Diözesen 2023 und 2024

Vatikanstadt. Das Dikasterium für die Laien, die Familie und das Leben hat in einer Mitteilung vom 26.09.2023 dieThemen der zwei Weltjugendtage bekanntgegeben, die am Christkönigsfest in den Jahren 2023 und 2024 in den Ortskirchen begangen werden. Sie sind Teil der Vorbereitung auf das Jubiläum der jungen Menschen im Rahmen des Heiligen Jahres 2025, das unter dem Motto "Pilger der Hoffnung" steht. Das Thema des 38. Weltjugendtages am 26.11.2023 ist dem Römerbrief (12,12) entnommen und lautet: "Freut euch in der Hofnung". Der 39. Weltjugendtag am 24.11.2024 steht unter dem Motto: "Die auf den Herrn hoffen, laufen und werden nicht müde" (vgl. Jes 40,31). Mit den Themen der beiden kommenden Weltjugendtage lädt Papst Franziskus die jungen Menschen ein, die Bedeutung der christlichen Hoffnung zu vertiefen und mit Feude zu bezeugen, dass Christus lebt. Weitere Informationen können auf der Internetseite des Dikasteriums abgerufen werden. 

OR Nr. 47 vom 24.11.2023, S. 1
Botschaft zum 38. Weltjugendtag

Vatikanstadt. Der 38. Weltjugendtag, der am 26.11.23, Hochfest Christkönig, auf Ebene der Ortskirchen begangen wird, steht unter dem Motto "Freut euch in der Hoffnung". In seiner Botschaft ruft der Papst die jungen Menschen auf, hoffnungsvoll zu sein. Die Jugend sei eine Zeit voller Hoffnungen und Träume, "genährt von den schönen Dingen, die unser Leben bereichern: die Schönheit der Schöpfung, die Beziehungen zu geliebten Menschen und Freunden, künstlerische und kulturelle Erfahrungen, wissenschaftliche und technische Erkenntnis, Initiativen zur Förderung des Friedens, der Gerechtigkeit und der Geschwisterlichkeit".

Der nächste überregionale Weltjugendtag findet 2027 im südkoreanischen Seoul statt, zudem ist 2025 ein weltweites Jugendtreffen zum Heiligen Jahr in Rom vorgesehen. (...)

Weltkirche

Vatikan, die diskrete Weltmacht, SRF 07.12.2023. Video, 32 Min. 04:
https://srf.ch/play/tv/srfglobal-video/video/vatikan-die-diskrete-weltmacht?urn=urn:srf:video:92418afb-1f28-400c-ab32-4ecc72cfab4a

auch:
→Mitarbeitende   
→Katholiken   
→Austritte aus der Kirche    
→Christen
→Homosexualität (Infos 2019 bis), Kath. Wochenzeitung 26/2023 Juni, Homosexuelle Netzwerke

Katholische Wochenzeitung Baden 37/2013 September, S. 4

„Wir sind der kranke Mann der Weltkirche.“  Kurienkardinal Walter Kaspar

OR Nr. 8 vom 20.02.2015, S. 3
164 Kardinäle diskutierten über Zentralismus und Subsidiarität
12. Februar 2015, Vatikan, vor dem Konsistorium mit 20 neuen Kardinälen

Bei den vorangegangenen Beratungen über die Kurienreform spielte das Verhältnis zwischen den zentralen vatikanischen Behörden und den Ortskirchen eine besondere Rolle. In einigen der 40 Wortmeldungen sei der Wunsch nach mehr „Subsidiarität“ und Eigenverantwortung der Ortskirchen deutlich geworden. Andere hätten die wichtige Bedeutung einer starken vatikanischen Zentrale gerade für Kirchen in einem schwierigen gesellschaftlichen und politischen Umfeld hervorgehoben. Weitere Redner hätten eine bessere Koordination innerhalb der Kurie und einfachere Strukturen, aber auch eine besondere Spiritualität der Mitarbeiter gefordert. Erneut sei mehr Präsenz und Verantwortung der Frauen im Vatikan angemahnt worden.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 9/2018 Februar, S. 2
Weltkirche betreibt mehr als 5’000 Spitäler

Die katholische Kirche ist weltweit Trägerin von 5’287 Krankenhäusern: Das berichtet der vatikanische Missionspressedienst Fides am 12.02.2019 gestützt auf das Statistische Jahrbuch der Kirche. Dazu kommen Tausende Ausbildungsstätten, Apotheken und Beratungsstellen. Die meisten katholischen Krankenhäuser befinden sich demnach in Amerika (1’530) und Afrika (1’321), in  Europa sind es 1’020.
 

Das St. Claraspital in Basel, von den Ingenbohler-Schwestern getragen (Ingenbohl/Kanton Schwyz, CH, Stand 2020)

In der Betreuung alter und behinderter Menschen sowie chronisch Kranker engagiert sich die Kirche in weiteren 15’722 Einrichtungen, die sich grösstenteils in Europa (8’127) und Amerika (3’763) befinden.

Kath. Wochenzeitung Baden 25/2020 Juni, S. 5
Kardinal Sarah: „Die heutige Welt glaubt, dass die Kirche eine völlig weltliche Institution ist“.

Nach Ansicht des guineischen Kardinals zeigte die Corona-Krise sowohl die Unfähigkeit der Welt, sich mit dem Phänomen des Todes auseinanderzusetzen, als auch die Unfähigkeit der Kirche, die einzig mögliche Antwort und den Trost zu geben: auf das Versprechen Christi auf ewiges Leben hinzuweisen. „Die Kirche hat sich für eine bessere Welt eingesetzt. Sie unterstützt zu Recht Ökologie, Frieden, Dialog, Solidarität und eine gerechte Verteilung von Waren. Alle diese Probleme sind real. Aber sie können uns die Worte Jesu  vergessen lassen: „Mein Königreich ist nicht von dieser Welt“,  schrieb der Kardinal in der Online-Ausgabe der französischen Zeitschrift „Le Figaro“.

Kardinal Sarah betonte, dass die Covid-19-Epidemie „eine trügerische Krankheit enthüllte, die die Kirche verschlang. Er dachte, er sei von dieser Welt“. Der Hierarch beschuldigte sekularisierte Gesellschaften der Verantwortung für Einstellungen gegenüber älteren Menschen, die durch Isolation in die Gefahr laufen, an „Verzweiflung und Einsamkeit“ zu sterben. „Die Antwort kann nur die Antwort des Glaubens sein: Begleite ältere Menschen zum wahrscheinlichen Tod, in Würde und vor allem in der Hoffnung auf ewiges Leben“, betonte er.

Nach Ansicht des Kardinals könnte sich eine neue, weltliche Kirche für die moderne Gesellschaft als unnötig erweisen, „Anders als in den vergangenen Jahrhunderten wird der grösste Teil der medizinischen Versorgung jetzt vom Staat und vom medizinischen Personal erbracht. Die Moderne hat weltliche, bewundernswerte Helden in weissen Kitteln. Er braucht keine Wohltätigkeitsherren von Christen mehr, die sich um die Kranken kümmern und die Toten begraben. Ist die Kirche für die Gesellschaft nutzlos geworden?“

Kath. Wochenzeitung Baden 36/2020 September, S. 9, Th. Paprotny
Warum ich noch in der Kirche bin

Stehen Katholiken heute unter einem Rechtfertigungsbedürfnis? Müssen wir uns gegenüber Kollegen, Freunden, Bekannten und Verwandten erklären, warum wir – immer noch – nicht aufgeklärte, moderne und liberale Kulturchristen, sondern katholisch sind?  Untertitel des Artikels:

  • In Gottesdiensten vernehmen wir gläubige Katholiken oft frei formulierte,
  • selbst  ausgedachte Gebete
  • Die neue Gastfreundschaft macht jede Konversion entbehrlich
  •  „Ich stehe für eine sympathische Kirche.“ Ein Motto für diese Zeit? Ja, seid nett zueinander! Liebe ohne Wahrheit, gesegnete Zweisamkeit für alle, ob mit  oder ohne Trauschein?
  • Ich frage mich also: Warum bin ich noch in der Kirche? Schliesslich war ich, ob Philosophie oder Theologie lehrend, auch stets mit dem Apostel Paulus einig: „Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein
  • empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit (Dummheit), für die Berufenen aber, Juden wie. Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (IKor  23-24).

Kath. Wochenzeitung Baden 41/2020 Oktober, S. 5
„Die heutige Glaubenskrise ist zutiefst eine Krise des Christusglaubens“

Aus der Predigt von Kardinal Kurt Koch in der heiligen Messfeier beim Ratzinger-Schülerkreistreffen:

– Notwendige Konzentration auf die Frage nach Gott
– Eintreten für die Würde des Menschen von Gott her
– Gott in seinem treuen Sohn wahrnehmen
   Selbst in der Kirche soll es heute oft nicht mehr gelingen, im Menschen Jesus
   das Antlitz des Sohnes Gottes selbst wahrzunehmen und nicht einfach
   einen – wenn auch hervorragenden und besonders guten – Menschen zu
   sehen
– Wie Jesus Christus gesinnt sein

OR Nr. 25 vom 25.06.2021, S. 3
Wege zur Erneuerung der Kirche

Vatikanstadt. Die Theologin und Untersekretärin des vatikanischen Generalsekretariates für die Bischofssynode, Schwester Nathalie Becquart, begrüsst einen ersten Mentalitätswandel in Kirche und Gesellschaft mit Blick auf die Rolle von Frauen. eine lebendige Kirche müsse auf Themen und Forderungen von Frauen eingehen, und Frauen müssten in kirchlichen Entscheidungsgremien repräsentiert sein, sagte Becquart am Freitag, 18.06.2021, bei einem internationalen Webinar zum Thema „Frauen in der Kirche und die Aufgabe der Synodalität“.

Nicht nur Frauen und junge Menschen, auch Männer, Priester, Bischöfe und der Papst nähmen sich dieser Fragen mittlerweile an. Noch gebe es aber gerade in kirchlichen Führungspositionen viele Lücken zu füllen. Dabei sei es entscheidend, die Unterschiede zwischen Mann und Frau als Geschenk anzusehen. „Es ist das Schönste, was Gott geschaffen hast“, so die französische Theologin. Alle seien Kinder Gottes und vor Gott gleich. Insofern brauche es einen ständigen Dialog zwischen den Geschlechtern. Dieser Aspekt sei ein Element des grossen Mosaiks der Synodalität, betonte Becquart. Eine synodale Kirche müsse sich in den Dienst aller Menschen stellen; dies sei eine grosse Herausforderung. Die letzten Weltbischofssynoden hätten aber auch gezeigt, dass mehr Synodalität ein Weg zur Erneuerung der Kirche sei.

Organisiert wurde der Austausch von der Weltunion Katholischer Frauenorganisation, dem Frauennetzwerk der Lateinamerikanischen Akademie katholischer Führungskräfte sowie der Konrad-Adenauer-Stiftung.

OR Nr. 35/36 vom 02.09.2022, S. 3
Dialog über die Ämter und Dienste in der Kirche

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat eine Debatte über  Ämter und Dienste in der Kirche angestossen. Er wolle in den kommenden Monaten mit den Bischofskonferenzen in einen Dialog treten, in dem es um regulär bestehende und ausserordentliche Dienste in der Kirche, aber auch um "de facto" ("tatsächlich") existierende Ämter geht, schreibt Franziskus in einem am Mittwoch, 24.08.2022, veröffentlichten Brief an Geistliche und Laien.

Anlass des Schreibens ist der 50. Jahrestag des Motu proprio "Ministeria quaedam", mit dem Paul VI. am 15.08.1972 das Amt des Subdiakons sowie die niederen Weihen und die Kleriker-Tonsur (kahl geschorene Stelle auf dem Kopf) abschaffte. Franziskus betont in seinem Schreiben die Komplexität des Themas. Er empfiehlt einen ausführlichen Debatten- und Unterscheidungsprozess, auch vor dem Hintergrund der Weltsynode. Es dürfe keine Fixierung auf sofortige Ergebnisse geben, betonte er, und keiine Entscheidungen, die "ideologisch" begründet seien.

Kath. Wochenzeitung Baden 42/2022 Oktober, S. 9, Joachim Heimerl
Die Kirche steht auf dem Kopf - ein Überblick

Der Satan ist ins Innere der Kirche gedrungen, Verwirrung und Spaltung. Weil er die Kirche zerstören will, will er die Sakramente zerstören, er will, dass die Anbetung Gottes seiner eigenen Verehrung weicht.

"Die Kirche steht auf dem Kopf." So könnte man es sagen, wenn man ihren derzeitigen Zustand beschreibt. Man hat den Eindruck, nichts soll so bleiben, wie es war; noch schlimmer: Letztgültige Wahrheiten sollen plötzlich "unwahr" werden, und das nur, weil sie angeblich niemand mehr versteht; sie hätten quasi ihr "Verfalldatum" überschritten.

Dass die Kirche statt dessen "das Salz der Erde und das Licht der Welt" sein soll (vgl. Mt 5,13), das war einmal und das interessiert scheinbar niemand mehr. Heute geht es darum, dass sie zum Zeitgeist passt. Jesus Christus wird einfach "passend" gemacht, man darf ruhig sagen: Er wird verleugnet. (...)

Kath. Wochenzeiung Baden 6/2023 Februar, S. 9, J. Heimerl
Ein "Desaster" ("Unglück, Zusammenbruch") - Die Kirche nach dem Tod Benedikts XVI.

"Nach Benedikts Ableben ist die Kirche in ihrem Inneren erodiert (weggespühlt) ... Reformkräfte drohen sie an allen Enden auseinanderzureissen" - "Der deutsche Episkopat (Gesamheit der Bischöfe) befindet sich inzwischen grossenteils in einem Zustand offener Apostasie (Lossagung vom christlichen Glauben)". (...)

Kath. Wochenzeitung Baden 27/2023 Juli, S. 9, Josef Jung
Das Christentum muss wieder männlich werden

Das Christentum in Europa ist in einer gewaltigen Krise. Vor allem Männer wenden sich vom christlichen Glauben ab. Das ist kein Mysterium (unergründliches Geheimnis religiöser Art), kein unerklärliches Phänomen (bemerkenswerte Erscheinung).

Die Ursache für das Sterben des Christentums in Europa liegt darin, dass es sich entschieden hat, der Sentimentalität Vorrang vor der Wahrheit zu geben. Wie man als Naturwissenschaftler nicht ernst genommen werden kann, wenn man eine wissenschaftliche Hypothese auf Gefühlen aufbaut, so sollte man auch als Christ nicht ernst genommen werden, wenn man keine guten Gründe für den Glauben  nennen kann. (...)

Kath. Wochenzeitung Baden 28/2023 Juli, S. 5, A. Morales
Kardinal Sarah gibt diese fünf Ratschläge angesichts der "Glaubenskrise"

Kardinal Robert Sarah, emeritierter Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, hat in Mexiko angesichts der "Krise des Glaubens", die die Welt heute erlebt, fünf Ratschläge gegeben.

Am Montag, 26.06.2023, sprach der Kardinal an der Universität "La Salle" auf dem Campus von Mexiko-Stadt zum Thema "Zeugen der Wahrheit in einer Welt der Krise".

Der afrikanische Kardinal wies darauf hin, dass "es in unseren Tagen so viel Verwirrung, so viel Unklarheit und Unsicherheit in Lehre und Moral gibt, sowohl ausserhalb als auch innerhalb der Kirche, besonders was die Identität Christi und das von ihm vermittelte Heil betrifft".
WA: Hier die fünf Ratschläge als Titel:

1. Das Wort Gottes
2. Das Gebet
3. Innerlichkeit
4. Schweigen
5. Innerer Kampf

Kath. Wochenzeitung Baden 32/2023 August, S. 10, Dorothea Schmidt
Kirche im Sumpf des Nihilismus (in der Sinnlosigkeit alles Bestehenden)

Was wundert uns eigentlich noch die vielen Kirchenaustritte? Die katholische Kirche selbst arbeitet seit Jahren (in Deutschland und anderswo) genau daran!

Erst hat die katholische Kirche verpasst, gute Glaubensbildung zu betreiben, die Theolgie hat sich peu à peu (nach und nach) vom Kern entfernt und Gläubige um eine Christus-Beziehung gebracht. Jetzt ist sie im Begriff, sich aufzulösen im Cocktail  (Mixgetränk) idelogischer Gefühlsduselei. Sie frönt duch Absage an Moral und Ethik (Sittenlehre) dem Heidentum und biedert sich an den Staat an. 

Statt für Menschen dazusein, hat die Kirche in der Corona-Zeit sogar ihre Tore geschlossen und Menschen die Eucharistie verwehrt. Für Kranke war sie schlicht und ergreifend nicht da - die sind einsam und allein gestorben -, sie hat weder getauft noch verheiratet. Kurz: Sie hat die Menschen im Stich gelassen. Dem Staat und generell der Welt zu gefallen und gelobt zu werden, stand und steht höher im Kurs.

Und nun scheint es so, als hätte die Katholische Kirche in Deutschland, von wenigen Ausnahme-Bischöfe abgesehen, nichts mehr zu sagen, ausser: Widersetzt euch Rom, macht euer Ding, segnet gleichgeschlechtliche Paare, verabschiedet euch von der Schöpfungsordnung, degradiert Frauen zur weiblichen Reproduktionsrolle, weiht sie zu Priesterinnen, aber schafft das Priestertum ab - Widerspruch hin oder her - und besteigt die "Chefsessel" der Bischöfe. Geniesst das Leben! Gott hat den Sex gewollt: Also ran an die Damen und Herren, geweiht oer ungeweiht - Hauptsache, beide (oder mehrere?) stimmen zu. Titel in der Abhandlung:

-Statt salonfähig, bedeutungslos (Kirchenaustritte)
-Eine üble Kampagne gegen Woelki (Kardinal in Köln)
-Ratzinger 1958: Eine Kirche von Heiden
-Vier mutige Bischöfe - wahre Hirten

Kath. Wochenzeitung Baden 32/2023 August, S. 12
"In der Kirche grosse Verwirrung, in der Welt Chaos, weil man sich vom Willen Gottes entfernt hat!"

Abt von Seckau (Steiermark/A), Fragner, beim Jugendtreffen in Pöllau: Gott hat im 19. Jahrhundert eine Grossoffensive mit Maria gestartet. - "In der Kirche ist viel Uneinigkeit und viel Verwirrung. Aber lassen wir uns nicht entmutigen!"

"In der Kirche grosse Verwirrung und in der Welt Chaos, weil man sich vom Willen Gottes entfernt hat!" Darauf hat beim Jugendtreffen in Pöllau Johannes Fragner, der Abt von Seckau, aufmerksam gemacht. Der Benediktiner-Abt erinnert daran, dass mit Pöllau unzählige Berufungen im Zusammenhang stehen und sich an diesem Ort auch viele christliche Ehepaare gefunden haben. "Für viele war Pöllau eine wichtige Station. Wir können für diese grosse Gnade danken." (...)

Im 20. Jahrhundert habe es eine Fülle von Marienerscheinungen gegeben, wie noch nie zuvor. "Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Aber das Ende ist noch nicht eingetroffen. Wir werden glücklich, wenn wir uns dem Willen Gottes anheim geben. Was ist der Wille Gotes? Der erste Wille Gottes ist, dass du etwas tun lässt. Es ist, dass du glücklich wirst, dass du ein erfülltes Leben hast."

Abschliessend rief der Abt dazu auf, täglich den Rosenkranz zu beten. "Das ist die Waffe, die euch Gott gibt. Täglich den Rosenkranz zu beten. Mit dem Rosenkranz erfährst du, dass Maria dich an der Hand nimmt."

Kath. Wochenzeitung Baden 2/2024 Januar, S. 9
Joseph Ratzinger im Jahre 1970: Über die Zukunft der Kirche

"Sagen wir es positiv: Die Zukunft der Kirche wird auch dieses Mal wie immer, von den Heiligen neu geprägt werden. Von Menschen also, die mehr wahrnehmen als die Phrasen, die gerade modern sind." (...)

Kath. Wochenzeitung Baden 6/2024 Februar, S. 6, A. Martinez-Birdiú
"Trotz Verfolgung durch Ortega ist die Kirche in Nicaragua lebendig", sagt ein Priester

Trotz jahrelanger Verfolgung des Glaubens durch das Regime von Daniel Ortega bleibt "die Kirche in Nicaragua lebendig". Dies sagt ein Priester des Landes, das von dieser schweren Situation betroffen ist.

Aus Sicherheitsgründen bevorzugt es der Priester, anonym zu bleiben und betont, dass "der Schmerz weiterhin Familien und Pfarrgemeinden durch die Vertreibung ihrer Hirten und Angehörigen betrifft". Er bedauert, dass "sich zu diesem Schmerz die mehr als 90 politischen Gefangenen gesellen, darunter viele Laienmitarbeiter der katholischen Kirche im Land", die inhaftiert und kontinuierlicher psychologischer Folter ausgesetzt sind.

"Unsere Hirten wurden verbannt, das Geld unserer Pfarreien und Diözesen eingefroren, aber die Kirche in Nicaragua bleibt lebendig und geht weiter", sagte er. (...)

bz Basellandschaftliche Zeitung vom 16.02.2024, S. 12, B. Knellwolf
Das Christentum verlässt Europa

Menschen ohne Religionszugehörigkeit stellen die grösste Bevölkerungsgruppe dar. Eva Baumann-Neuhaus vom Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut erklärt den Wandel. Und sagt, dass das fürs soziale Gefüge ein Problem sein kann.

Erleben wir gerade eine Erosion (zerstörende Wirkung) der Religionszugehörigkeit?
Ja, nicht nur im Bereich der Kirchenmitgliedschaft, sondern auch im Teilnahmeverhalten der Mitglieder. Also Teilnahmen an Ritualen, an Gottesdiensten, an Taufen, Firmungen und Konfirmationen. In den vergangenen Jahren gab es eine Beschleunigung der Austritte. Es ist zu erwarten, dass die noch nicht publizierten Zahlen für 2023 nochmals einen deutlichen Anstieg zeigen werden, weil die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche eine Welle ausgelöst haben. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass  das jeweils auch die reformierte Kirche betrifft.

Die Reformierten sind nicht Teil der Missbrauchsfälle. Müsste es nicht eher Übertritte zur reformierten Kirche geben?
Das geschieht selten. Der Austritt ist der letzte Punkt eines langen Prozesses der Entfremdung, der schon distanziert, sie haben keinen Bezug mehr zur Kirche als Institution und oft auch keine persönliche Religiosität. Skandale sind oft der Ausschlag für einen Austritt. Sie wirken wie ein Sog. Egal,  ob reformiert oder katholisch. (...)

"Die Kirchen betätigen sich sozial. Schrumpfen sie weiter, werden ihre Ressourcen abnehmen." 
Eva Baumann-Neuhaus, Religonswissenschaftlerin
→Kiq-Kl, Kirche Schweiz (bz Basellandschaftliche vom 16.02.2024, Zahlen)


→Glaubenskongregation, Spiegel 3/2023, Befreiungstheologie

 

Weltkirchenrat

Afrikanerin an die Spitze des Weltkirchenrates gewählt

Busan/London. Der Zentralausschuss des Weltkirchenrates, höchstes Leitungsgremium des ökumenischen Rates, hat in einer doppelten Premiere erstmals eine Frau und Afrikanerin an seine Spitze gewählt. Zum Abschluss der 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen im südkoreanischen Busan bestimmten die 150 neugewählten Mitglieder des Zentralausschusses die Kenianerin Agnes Aboum zu ihrer Moderatorin, wie der Informationsdienst der anglikanischen Weltgemeinschaft in London mitteilte. Die anglikanische Erziehungswissenschaftlerin aus Nairobi war von 1999 bis 2006 bereits Afrika-Präsidentin des Kirchenrates. Der Zentralausschuss hat die auf der Vollversammlung beschlossenen Richtlinien auszuführen und die inhaltliche Arbeit des Kirchenrates zu begleiten. Zudem beschliesst er den Haushalt. Das Mandat des Zentralausschusses und seiner Amtsträger umfasst den Zeitraum zwischen 2 Vollversammlungen, in der Regel 7 Jahre. Dem Ökumenischen Rat der Kirchen mit Sitz in Genf gehören derzeit 349 kirchliche Gemeinschaften an. Die katholische Kirche ist kein Vollmitglied.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 11/2018 März, S. 2
Was ist der Weltkirchenrat?

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK), auch Weltkirchenrat genannt, ist ein Verband von Kirchen, der die Einheit der Christen anstrebt. Dem ÖRK gehören 348 protestantische, anglikanische, orthodoxe und altkatholische Kirchen sowie kirchliche Gemeinschaften in mehr als 110 Ländern an. Sie repräsentieren weltweit mehr als 500 Millionen Christen. Der Weltbund wurde am 23. August 1948 in Amsterdam gegründet. Er hat seinen Sitz in Genf. Oberstes Organ ist die Vollversammlung, die alle 8 Jahre zusammentritt. Eigentliches Leitungsorgan ist der Zentralausschuss, dem die Präsidenten und bis zu 150 Mitglieder angehören. Generalsekretär des ÖRK ist seit 2009 Pastor Olav Fykse Tveit von der Norwegischen Kirche (Lutheraner).

OR Nr. 10 vom 09.03.2018, S. 3
Franziskus wird am 21. Juni Weltkirchenrat in Genf besuchen

Papst Franziskus wird am kommenden 21. Juni den Weltkirchenrat in Genf besuchen. ;Mit seiner Visite werde der Papst das ökumenische Engagement der katholischen Kirche erneut bekräftigen, erklärten der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, und der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Olav Fykse Tveit, bei einer Pressekonferenz im Vatikan. Der Besuch in Genf erfolgt anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), wie der Weltkirchenrat offiziell heisst.

Das genaue Programm des Besuches sei noch in Arbeit, so Kardinal Koch. Der eintägige Besuch gelte vor allem dem ÖRK; zusätzlich gebe es eine kurze Begegnung mit der Schweizer Regierung. Ausserdem wolle Franziskus eine heilige Messe mit den katholischen Christen in Genf feiern. Nach den Besuchen Pauls VI. 1969 und Johannes Pauls II. 1984 in Genf ist dies der dritte Besuch eines Papstes beim Weltkirchenrat.

Weltreligionen

→Christen

Werkstätten im Vatikan

→Floreria

Ausrüstungen:
Tapezierer: mit Tapeten- und Stoff-Magazin
Vergolder: Magazin mit Stühlen, Engeln, Möbelstücken aus dem 17./18. Jahrhundert.

Wetterdienst des Vatikans

L’Osservatore Romano, deutsch, 15. Mai 2009

Der Vatikan bietet künftig einen eigenen Wetterdienst an. Dazu wurde eine Wetterstation auf dem Dach des Governatoratspalastes installiert. Sie ermittelt die aktuelle Temperatur, Windgeschwindigkeit, den Luftdruck und die Niederschlagsmenge und erstellt zugleich eine Wettervorhersage. Der meteorologische Dienst des Vatikans ist im Internet zu erreichen unter 
https://www.vaticanstate.va

Oder: https://ch.wetter.com/hd-live-webcams/Staat-der-Vatikanstadt/
(Suche nach Ort)

Wiederverheiratete Geschiedene

Katholische Wochenzeitung Baden 27/2013 Juli, S. 11
Glaubenspräfekt Müller: Wiederverheiratete dürfen nicht zur Kommunion.
Absage an anderslautende Forderung und orthodoxe Praxis.

Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller, der Präfekt der Glaubenskongregation, bekräftigt in einem Beitrag für „Die Tagespost“, dass wiederverheiratete Geschiedene nicht zur Kommunion zugelassen sind. Der frühere Bischof von Regensburg sieht keine Möglichkeit der Zulassung von geschiedenen Katholiken nach einer erneuten Heirat. Indem er die katholische Lehre zum Thema in Erinnerung rief, erteilte er anderslautenden Forderungen eine deutliche Absage. Müller zeigte Verständnis, dass in einer säkularisierten Umwelt die katholische Lehre „häufig auf Unverständnis“ stosse. Die Antwort der Kirche könne aber nicht die pragmatische (sachbezogene)  Anpassung an das vermeintlich Unausweichliche sein. Ebenso sei es unzulässig, dass Gläubige einfach aufgrund ihrer subjektiven (einseitigen) Glaubensüberzeugung die Kommunion empfangen. Wer an der Gültigkeit seiner kirchlich geschlossenen Ehe zweifle, könne sich an ein kirchliches Ehegericht wenden, das nach entsprechender Prüfung eine Verbindung für nichtig erklären könne. Eine klare Abgrenzung nimmt der Erzbischof auch gegenüber der orthodoxen Praxis von Zweit- und Drittehen vor. Eine solche Praxis sei „mit dem Willen Gottes nicht zu vereinbaren“ und stelle im Verhältnis zu den orthodoxen Gemeinschaften ein nicht unerhebliches „ökumenisches Problem“ dar. Eine Berufung auf ein „Notstandsrecht oder auf die göttliche Barmherzigkeit“ könne nicht ins Feld geführt werden, so Erzbischof Müller. Müller sieht Bedarf für eine intensivere seelsorgliche Betreuung der wiederverheiratet Geschiedenen, da ihre Situation nicht leicht sei. Allerdings müssten sich die Betroffenen bewusst werden, dass es auch ihr Auftrag sei, in ihrer Situation Zeugnis für die Unauflöslichkeit der Ehe zu geben.

bz Basellandschaftliche Zeitung vom 6. Januar 2014, S. 5, SDA
Segnung statt Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene und Homosexuelle

Wer in einer „irregulären Situation“ lebt – darunter fallen für die katholische Kirche auch homosexuelle Paare und Geschiedene – kann gemäss bestehender Kirchenlehre die Kommunion nicht empfangen. Dennoch soll der Einzelne vom Priester gesegnet werden dürfen. Dieser Vorschlag macht das Bistum Chur. Betroffene sollen beim Kommunionempfang vor den Priester treten, dabei aber die Arme verschränken und so signalisieren, dass sie aus bestimmten Gründen keine Kommunion empfangen. Darauf würden sie vom Priester gesegnet. – Die Verbindung oder Lebenssituation von Homosexuellen und wiederverheirateten Geschiedenen könne die Kirche von der Lehre her zwar nicht segnen, den einzelne Menschen jedoch sehr wohl, sagte Bischofssprecher Giuseppe Gracia gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. In einer „irregulären Situation“ sei auch, wer vor der Eheschliessung zusammenlebe oder nicht-natürliche Verhütungsmethoden anwende.

Katholische Wochenzeitung Baden Nr. 8 vom 21.02.2014, S. 6
Kardinal O’Malley: „Keine Sakramente für wiederverheiratet Geschiedene 

Unter Papst Franziskus werde es keine Zulassung wiederverheiratet Geschiedener zu den Sakramenten geben, so Kardinal Sean O’Malley. Der Erzbischof von Boston und Mitglied des C8-Kardinalsrats für die Kurienreform und Kirchenleitung stellte sich im Konflikt  Kardinal Maradiaga und den deutschen Bischöfen an die Seite des Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Die Kirche habe dem Evangelium und der Lehre Christi treu zu sein, auch wenn das manchmal schwer erscheinen mag, so der Erzbischof von Boston.

Katholische Wochenzeitung Baden 33/2014 August, S. 4
Kardinal Müller: Kein Spielraum bei wiederverheirateten Geschiedenen

Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, hat bekräftigt, dass die katholische Lehre keinen Spielraum für Änderungen im kirchlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen lasse. Eine Zulassung dieser Personengruppe zur Kommunion sei nicht möglich, weil sie dem Dogma von der absoluten Unauflöslichkeit der Ehe widerspreche, so Müller in einem Interview, aus dem die italienische Tageszeitung „Avvenire“ Auszüge veröffentlichte. – Dies könne selbst von einem ökumenischen Konzil nicht geändert werden. Zugleich wies Müller erneut darauf hin, dass möglicherweise viele Ehen ungültig sein könnten,  weil sich die Eheleute zum Zeitpunkt der Trauung nicht bewusst darüber gewesen seien, was eine Ehe im katholischen Sinne bedeute. Derzeit verwende die Glaubenskongregation „viele Energien“ darauf, eine angemessene Antwort auf diese Herausforderung zu finden. (…)

Katholische Wochenzeitung  Baden 42/2014 Oktober, S. 6
Kurienkardinal Burke: Niemand kann für den Papst sprechen!

Präfekt der Apostolischen Signatur: „Ich finde das erstaunlich, dass Kardinal Kasper beansprucht, für den Papst zu sprechen“. – Kurienkardinal Raymond Leo Burke hat seinen emeritierten Amtskollegen Walter Kasper in der Debatte um die Kommunionzulassung wiederverheirateter Geschiedener kritisiert (siehe oben). „Der Papst hat keine Halsentzündung. Der Papst ist nicht stumm. Er kann für sich selbst sprechen“, zitiert die Zeitung „Washington Post“. Burke bezog sich dabei auf einen Vorschlag Kaspers, wiederverheirateten Geschiedenen die Teilnahme an der Kommunion zu gestatten; die ist nach der katholischen Lehre nicht möglich. Im Februar hatte Papst Franziskus den deutschen Kardinal dazu eigens zu einem Referat vor dem Kardinalskollegium eingeladen und sich vom Votum sehr beeindruckt erklärt. Kaspar, emeritierter Präsident des Rates für die Einheit der Christen, erklärte im Anschluss mehrfach, der Papst wolle eine offene Debatte über dieses Thema. (…)

Katholische Wochenzeitung Baden 43/2014 Oktober, S. 4
Objektive Einstufung des Ehestandes und Kommunionzulassung

Wenn wiederverheiratete Geschiedene nicht zur Kommunion zugelassen werden, so „ist das kein moralisches Urteil über ein Individuum“, sondern die objektive (tatsächliche/sachliche) Einstufung seines oder ihres Ehestandes. Dies erläuterte Pater Federico Lombardi, der Pressesprecher des Vatikans, in einer Pressekonferenz zur Bischofssynode. Ausserdem hatte Lombardi festgestellt, dass auch jene Synodenväter, die die katholische Lehre verteidigten, nicht ohne Barmherzigkeit gegenüber den Interessen der Menschen seien. Nach Angaben des vatikanischen Presseamtes hatte Francesco Kardinal Coccopalmiero, Präsident des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte, in der Bischofssynode darauf hingewiesen, dass nur die erste Ehe eine echte Ehe sei, folgende Verbindungen nach zivilrechtlichen Scheidungen seien Verbindungen. – Kardinal Wilfrid Fox Napier, Südafrika: Wenn wir wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zulassen, was machen wir dann mit Menschen, die in Polygamie (Vielehe) leben?

Katholische Wochenzeitung Baden 15/2015 April, S. 4
Polnische Bischofskonferenz stellt sich offiziell gegen Kasper-Vorschlag

Die Polnische Bischofskonferenz hat den Kasper-Vorschlag zu den „wiederverheirateten“ Geschiedenen offiziell abgelehnt. Bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz verwarfen die polnischen Bischöfe die „These“ des deutschen Kardinals, Katholiken könnten zur Kommunion zugelassen werden, obwohl sie in einer illegitimen und sündhaften Beziehung leben. (…)

Katholische Wochenzeitung Baden 19/2015 Mai, S. 4
Rainer Beckmann; Das Evangelium der ehelichen Treue. Eine Antwort auf Kardinal Kaspar. 143 Seiten, Fe-Medienverlag, Kisslegg D

Können wiederverheiratete Geschiedene zu den Sakramenten zugelassen werden? Rainer Beckmann ist zivilrechtlich geschieden, aber nicht wiederverheiratet. Er lebt nach der Lehre der katholischen Kirche zur Unauflöslichkeit der Ehe. Er hat das Buch von Walter Kasper „Das Evangelium von der Familie“ (2014) analysiert und kommt zu dem Ergebnis: „Die Argumentation des Kardinals ist in sich zutiefst widersprüchlich. Er will an der Unauflöslichkeit der Ehe festhalten und gleichzeitig wiederverheiratete  Geschiedene praktisch genauso behandeln, wie treu bleibende Ehegatten.“ „Er begründet mit keinem Wort, weshalb wiederverheiratete Geschiedene trotz fehlender Umkehr das Sakrament der Busse empfangen können sollen.“ „Nicht die Kirche schliesst die wiederverheirateten Geschiedenen von den Sakramenten aus, sondern sie sich selbst.“ Aus dem Geleitwort von Paul Josef Kardinal Cordes (Rom): „Der Autor gibt uns ein Zeugnis, das pastoral dringlich geboten, realistisch und der Heiligen Schrift verpflichtet ist.“

Katholische Wochenzeitung Baden 19/2015 Mai, S. 14
Kardinal Burke: Ich habe die Pflicht, die Wahrheit zu verkünden

Der US-amerikanische Kardinal Raymond Leo Burke (WA: nach der Bischofssynode 2014 zum Kardinalpatron des Malteser-Ordens „herabgestuft“. Siehe „Malteser-Orden“) hat anlässlich eines Vortrages in Deutschland sein Nein zu Reformen in der katholischen Ehelehre bekräftigt. Der US-amerikanische Kardinal Raymond Burke hat sein Nein zu Reformen in der katholischen Ehelehre bekräftigt. „Wir müssen zurückkehren zu dem, was die Kirche immer gelehrt hat“, fordert der Kurienkardinal in Herzogenrath. Davon lasse er sich auch nicht durch etwaige Reformbeschlüsse zu Ehe und Familie im kommenden Oktober abbringen. „Ich habe als Bischof die Pflicht, die  Wahrheit zu verkünden. Ich werde das auch weiter tun.“ Burke beklagte einen Werteverfall in den säkularisierten westlichen Gesellschaften. So seien aussereheliche und gleichgeschlechtliche Partnerschaften Anzeichen sittlichen Verfalls. Burke verteidigte die katholische Auffassung der Ehe, die nur zwischen Frau und Mann möglich sei. (…)

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 39/2016 September, S. 2
Abwägung bei Geschiedenen

Papst Franziskus hat den Sakramentenempfang für wiederverheiratete Geschiedene in Einzelfällen verteidigt, zugleich aber eine zu liberale Praxis abgelehnt. Gemäss der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ vom 13..09.2016 hiess Franziskus eine Orientierungshilfe argentinischer Bischöfe gut, die durch das Papstschreiben „Amoris laetitia“ die Möglichkeit der Kommunion für Katholiken in einer kirchenrechtlich problematischen Situation eröffnet sehen. Das Papstdokument „Amoris laetitia“ spricht in Fussnote 351 davon, dass „die Eucharistie nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein grosszügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen“ sei. Die Anmerkung bezieht sich auf Gläubige, die „in einer objektiven Situation der Sünde“ leben; dies trifft nach katholischer Lehre auf wiederverheiratete Geschiedene zu.

Katholische Wochenzeitung Baden 16/2017 April, S. 4
Besondere pastorale Aufmerksamkeit für wiederverheiratete Geschiedene

Eine Zulassung zur Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene ist aber nur möglich, wenn sie fest entschlossen seien, enthaltsam zu leben, betont Kardinal Burke erneut.

Personen, die zivilrechtlich geschieden und wieder verheiratet sind, bedürfen des besonderen Mitgefühls und besonderer pastoraler Aufmerksamkeit. Die Seelsorge könne aber nicht den Empfang der Sakramente einschliessen, wenn die Betroffenen nicht fest entschlossen sind, enthaltsam zu leben. Das sagt Raymond Kardinal Burke in einem Interview mit dem „Podcast Thinking With the Church“.

Es sei in der ganzen Geschichte der Kirche nicht möglich gewesen, dass jemand, der mit einer Person durch das Sakrament der Ehe verbunden ist, und gleichzeitig mit einer anderen Person in einer eheähnlichen Gemeinschaft lebe, die Kommunion empfangen könne, betont Burke. Nach der Veröffentlichung von „Amoris laetitia“ (→Bischofssynode) wurde von manchen behauptet, das Päpstliche Schreiben habe die Lehre „weiterentwickelt“. Sie sind der Ansicht, der Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene sei in bestimmten Fällen doch möglich.

Lehrentwicklung heisst, „dass wir zu einem besseren Verständnis dessen gelangen, was die Kirche beständig lehrt“, sagt Burke wörtlich. Die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion wäre eine Änderung oder Abweichung von der Lehre der Kirche und keine Entwicklung, ist Burke überzeugt.

Kath. Wochenzeitung Baden 38/2018 September, S. 6
Kardinal Scola: „Das wäre ein Bruch mit der klassischen Lehre“

Kardinal sagt Papst Franziskus: Dass (zivilrechtlich) wiederverheiratete Geschiedene die katholische Eucharistie nicht empfangen dürften, ist unaufgebbarer Inhalt der katholischen Lehre.
Dass (zivilrechtlich( wiederverheiratete Geschiedene die katholische Eucharistie nicht empfangen dürften, ist unaufgebbarer Inhalt der katholischen Lehre. Dies sagte der emeritierte Erzbischof von Mailand, Angelo Scola. Er verteidigte die klassische Lehre der Kirche, wonach Wiederverheiratete die Eucharistie nicht empfangen dürfen, ausser sie entscheiden sich, „in völliger Enthaltsamkeit“ zu leben.

Das berichtete das britische Magazin *Catholic Herald“ anhand eines Interviews mit dem italienischen „L’Espresso“. Den Kern des Problems sieht Scola darin, dass die Ehe und die Heilige Kommunion zutiefst miteinander verbunden sind: Die Eucharistie „ist das Sakrament der bräutlichen Liebe zwischen Christus und der Kirche“: wer eine Ehe verlässt und eine neue Beziehung eingeht, „schliesst sich selbst von der Eucharistie aus“. Der vor dem Konklave 2013 als von vielen als papabile eingestufte Kardinal erläuterte weiter, dass man dies nicht als „Strafe“ verstehen dürfe, die man wegnehmen oder wenigstens erleichtern könnte, „sondern es geht um das der christlichen Ehe innewohnende Merkmal“. Gemäss Medienbericht hat Scola seine Position in einer Privataudienz auch direkt gegenüber Papst Franziskus vertreten.

Ausserdem erinnerte Scola daran, dass das Schreiben →“Amoris laetitia“ von Papst Franziskus keineswegs das erste Schreiben gewesen sei, mit dem die Kirche geschiedenen Katholiken ihre Aufmerksamkeit zuwendete. Bereits  Benedikt XVI. habe 2012 darauf aufmerksam gemacht, dass die Kirche diese Menschen nicht nur lieben sollte, sondern dass sie „diese Liebe sehen und fühlen“ sollten.

→Eheannullierungen, wiederverheiratete Geschiedene             
→Eheannullierungen
→Bischofssynode
→Amoris laetitia

Wirtschaft

OR Nr. 20/21 vom 17.05.2019, S. 1
Vatikanstadt. Einen globalen Pakt für nachhaltige Wirtschaft: Dazu fordert Franziskus junge Ökonomen und Unternehmer aus aller Welt auf und lädt sie für kommenden März zu einem Treffen ins mittelalterliche Assisi ein. Von einer neuen Wirtschaft hänge das Schicksal des Planeten ab, betonte er in einer am 11.05.2019 veröffentlichten Botschaft. Für das Projekt wolle er auch führende Wirtschaftswissenschaftler und Manager gewinnen, kündigte der Papst an. Die Veranstaltung soll vom 26. bis 28.03.2020 stattfinden. Das Treffen solle jene zusammenbringen, die sich in Studium und Praxis um eine alternative Wirtschaft bemühten, „die leben lässt und nicht tötet, die inklusiv ist und nicht exklusiv, die menschlich macht und nicht entmenschlicht, die für die Schöpfung Sorge trägt und sie nicht ausbeutet“, so der Papst.“ Er verweist auf den Ordensgründer Franz von Assisi, der durch seine radikale Armut und seine Schöpfungszugewandtheit bekannt wurde. Seinen Aufruf richtete Franziskus an „alle Menschen guten Willens“, unabhängig von Glauben oder Nationalität. Die Veranstaltung hat bereits eine eigene Webseite (www.fancescoeconomy.org), die am 14. Mai im vatikanischen Pressesaal vorgestellt wurde.

OR Nr. 11/12 vom 18.03.2022, S. 3
Politik und Wirtschaft müssen im Dienst des Lebens stehen

Vatikanstadt. Begegnung des Papstes mi italienischen Unternehmern. Der Papst hat die mangelnde Bereitschaft verurteilt, Konsequenzen aus der Vergangenheit zu ziehen. "Insbesondere der Ukraine-Krieg zeigt, dass diejenigen, die die Geschichte der Völker lenken, keine Lehren aus den Tragödien des 20. Jahrhunderts gezogen haben", sagte Franziskus am Montag, 14.03.2022, bei einer Audienz für Vertreter eines sozialen Wirtschaftsverbandes in der 'Sala Clementina' des Apostolischen Palastes. Politik und Wirtschaft müssten fest im Dienst des Lebens stehen, nicht des Todes, so Franziskus weiter. (...)   

Wirtschaftliche und finanzielle Katastrophe im Vatikan

→Finanzielle und wirtschaftliche Katastrophe im Vatikan
→Feu-Fi, Erweiterte Themen: Finanzen - Resultate Vatikanstaat und Hl.  Stuhl
    (Jahresbilanzen Vatikanstaat, Hl. Stuhl, Vatikanbank IOR, Peterspfennig)

Wirtschaftssekretariat, neues (und Wirtschaftsrat) des Vatikans

OR Nrn. 30/31 vom 26. Juli 2013, S. 12
Neue Kontrollkommission für Vatikanische Güter- und Finanzverwaltung

Papst Franziskus hat mit einem auf den 18. Juli 2013 datierten Chirographen (Päpstliche Verlautbarung in Briefform mit eigenhändiger Unterschrift des Papstes) eine Päpstliche Kontrollkommission für die Organisation der Wirtschafts- und Verwaltungsstruktur des Heiligen Stuhles eingesetzt.

Die Kommission sammelt Informationen, informiert den Heiligen Vater und arbeitet mit dem Kardinalsrat zusammen, um die organisatorischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhles zu prüfen, mit dem Ziel, Reformen der Institution des Heiligen Stuhles vorzubereiten, die der „Vereinfachung und Rationalisierung der bestehenden Organe sowie einer aufmerksameren Planung der wirtschaftlichen Aktivitäten aller vatikanischer Verwaltungen“ dienen.

Das soll, wie im Chirographen ausgeführt wird, erfolgen, „indem die technische Unterstützung spezialisierter Konsulenten zur Verfügung gestellt wird und strategische Lösungen für Besserungen ausgearbeitet werden, die dazu dienen sollen, die Verschwendung wirtschaftlicher Mittel zu vermeiden, Transparenz beim Erwerb von Gütern und Dienstleistungen zu begünstigen, die Verwaltung der beweglichen Güter und Immobilien zu perfektionieren, im Bereich der Finanzen mit immer grösserer Vorsicht zu operieren, eine korrekte Anwendung der Prinzipien der Buchhaltung zu gewährleisten und allen, die darauf Anspruch haben, die Krankenversicherung und Altersvorsorge zu garantieren.“

Das Gremium kann auf Antrag mit der aus 8 Kardinälen bestehenden Arbeitsgruppe für die Erstellung eines Reformprojektes der Apostolischen Konstitution „Pastor Bonus“ über die Römische Kurie zusammenarbeiten.

Die Ziele und Zuständigkeitsbereiche der Kommission werden im Chirographen bis ins Detail beschrieben. Die Mitglieder der Kommission sind Laien, Experten „im Bereich des Rechts, der Wirtschaft, des Finanz- und des Organisationswesens“, die bereits hochgeschätzte Konsulenten oder Revisoren wirtschaftlicher vatikanischer oder kirchlicher Institutionen sind. Der Sekretär der Kommission ist der einzige Kleriker unter ihnen.

Die 8 Mitglieder der Kommission sind:

1  Joseph F. C. Zahra, Malta, Präsident
2  Msgr. Lucio Angel Vallejo Balda, Sekretär
3 Jean-Baptiste de Franssu, Frankreich
    (Sekretär der Präfektur für die wirtschaftlichen Angelegenheiten des
    Hl.  Stuhles)
4  Enrique Llano, Spanien
5  Jochen Messemer, Deutschland
6  Francesca Immacolata Chaouqui, Italien
7  Jean Videlain-Sevestre, Frankreich
8  George Yeo, Singapur

Zahra und Yeo sind internationale Revisoren der Präfektur für die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhles Die Kommission wird ihre Arbeit so bald wie möglich aufnehmen. Eine erste Zusammenkunft ist kurz nach der Rückkehr des Heiligen Vaters aus Brasilien  (Anfang August 2013) vorgesehen.

Der Heilige Vater wünscht sich eine fruchtbare und produktive Zusammenarbeit zwischen der Kommission und den von ihrer Arbeit betroffenen vatikanischen Verwaltungen.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 37/2013 September, S. 2: Die Berufung der 32 Jahre alten Francesca Immacolata Chaouqui in die Kommission zur Neuordnung der wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhles vor 5 Wochen sorgt weiterhin für Unruhe.

OR Nr. 9 vom 28.02.2014,  S. 1
Reform der vatikanischen Wirtschaftsstrukturen

Papst Franziskus hat am 24.02.2014 ein neues Sekretariat sowie einen Rat für Wirtschafts- und Verwaltungsangelegenheiten gegründet. Sie werden künftig für alle wirtschaftlichen und administrativen Belange des Heiligen Stuhles und der Vatikanstadt zuständig sein. Der Rat soll aus 15 Mitgliedern bestehen, davon 8 Kardinäle oder Bischöfe und 7 Laien-Experten unterschiedlicher Nationalität.  Der Heilige Vater folgt mit dieser Entscheidung einer Empfehlung der Kommission zur Prüfung der wirtschaftlichen und administrativen Strukturen. Das neue Gremium löst den bisherigen 15-köpfigen Kardinalsrat für die wirtschaftlichen und organisatorischen Angelegenheiten des Heiligen Stuhles ab. Die neuen Direktiven bestätigen die Rolle der Güterverwaltung APSA (Amministrazione del Patrimonium della Sede Apostolica; Vermögens- (Güter-) Verwaltung des Heiligen Stuhles) als der Zentralverwaltung mit allen Rechten und Verpflichtungen, wie sie international üblich seien. Auch die vatikanische Finanzaufsichtsbehörde AIF wird ihre Aufgabe fortsetzen. Der  Heilige Vater ordnete die neuen Strukturen durch einen „Motu  proprio“ genannten Erlass an.

OR Nr. 9 vom 28.02.2014, S. 4
24. Februar 2014: Der Papst ernannte zum Präfekten des neu eingerichteten Sekretariats für die wirtschaftlichen Angelegenheiten Kardinal George Pell, Erzbischof von Sydney (Australien).

OR Nr. 10/11 vom 07.03.2014, S. 3, Wirtschaftsrat
Motu proprio vom 24.02.2014 von Papst Franziskus:
Fidelis dispensator et prudens (Lk 12,42)

Wie der treue und kluge Verwalter die Aufgabe hat, sorgfältig für das zu sorgen, was ihm anvertraut wurde, so ist sich die Kirche ihrer Verantwortung bewusst, die eigenen Güter mit Sorgfalt zu wahren und zu verwalten, nämlich im Licht ihrer Sendung zur Evangelisierung und in besonderer Sorge gegenüber den Bedürftigen.  In spezieller Weise sind die Verwaltung der wirtschaftlichen und finanziellen Bereiche des Heiligen Stuhles eng mit seiner besonderer Sendung verbunden, nicht nur im Dienst des universalen Hirtenamtes des Papstes, sondern auch in Bezug auf das Gemeinwohl im Blick auf die ganzheitliche Entwicklung des Menschen. – Nach sorgfältiger Erwägung der Ergebnisse der Arbeit der Bericht erstattenden Studien- und Planungskommission zur Organisation der administrativ-wirtschaftlichen Struktur  des Heiligen Stuhles (vgl. Chirograph vom 18.07.2013) und nach Konsultation mit dem Kardinalsrat für die Reform der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus und dem Kardinalsrat zur Beratung der organisatorischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten des Apostolischen Stuhles lege ich mit diesem Apostolischen Schreiben in Form eines Motu proprio Folgendes fest:

Wirtschaftsrat

1. Der Wirtschaftsrat hat die Aufgabe, die Durchführung der wirtschaftlichen Angelegenheiten aufmerksam zu verfolgen und über die Strukturen und die administrativen und finanziellen Aktivitäten der Dikasterien der Römischen Kurie, der mit dem Heiligen Stuhl verbundenen Einrichtungen und des Staates der Vatikanstadt zu wachen.

2. Der Wirtschaftsrat besteht aus 15 Mitgliedern – 8 werden aus den Kardinälen und Bischöfen ausgewählt, um die Universalität der Kirche widerzuspiegeln, und 7 sind Laien, Experten aus verschiedenen Nationen, die über Finanzkompetenz und anerkannte Professionalität verfügen.

3. Der Wirtschaftsrat wird von einem Kardinal als Koordinator geleitet. Nach „Kirche heute“  9-10/Februar 2020, S. 2, ist es Kardinal Reinhard Marx, München.

Wirtschaftssekretariat

4. Das Wirtschaftssekretariat ist ein Dikasterium der Römischen Kurie gemäss der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus.

5. Unter Berücksichtigung dessen, was vom Wirtschaftsrat festgelegt wird, ist das Wirtschaftssekretariat direkt dem Heiligen Vater verantwortlich und führt die wirtschaftliche Kontrolle und die Aufsicht über die unter Punkt 1 genannten Einrichtungen durch.  Es führt auch die Politik und die Vorgehensweisen hinsichtlich der Einkäufe und der geeigneten Verteilung der personalen Ressourcen (Geldmittel) aus, wobei die eigenen Kompetenzen der jeweiligen Einrichtung respektiert werden. Die Kompetenz des Sekretariats erstreckt sich daher auf alles, was auf irgendeine Weise in den oben genannten Bereich fällt.

6. Das Wirtschaftssekretariat wird von einem Kardinalpräfekten geleitet (Kardinal George Pell, Sidney), der mit dem Staatssekretariat zusammenarbeitet. Ein Prälat als Generalsekretär hat die Aufgabe, den Kardinalpräfekten zu unterstützen (Prälat Alfred Xuereb, ehemals 2. Sekretär von Papst Benedikt XVI. em.).
05.04.2014: Ernennung von Franco Dalla Sega, Mailand, Jurist, Verwaltungsexperte,  zum „Sonderberater ad Interim“, für die vatikanische Güterverwaltung.

Generalrevisor

7. Der Generalrevisor wird vom Heiligen Vater ernannt und hat die Aufgabe, die Rechnungsprüfung  (Audit, Anhörung) der unter Punkt 1 genannten Einrichtungen durchzuführen.

Statuten

8. Der Kardinalpräfekt ist für die Abfassung der endgültigen Statuten des Wirtschaftsrates, des Wirtschaftssekretariats und des Amts des Generalrevisors verantwortlich. Die Statuten werden so bald wie möglich zur Approbation (Zulassung) durch den Heiligen Vater vorgelegt. Ich verfüge, dass alles, was festgesetzt wurde, unverzüglich, voll und bleibend gültig ist, unter Aufhebung aller damit unvereinbaren Verordnungen, und dass das vorliegende Apostolische Schreiben in Form eines Motu proprio im „L’Osservatore Romano“ vom 24./25. Februar 2014 und anschliessend in den Acta Apostolicae Sedis veröffentlicht werden. Gegeben zu Rom, bei St. Peter, am 24. Februar 2014, dem ersten Jahr des Pontifikats. Franciscus

OR Nr. 12 vom 21. März 2014, S. 4, Wirtschaftsrat
Der Papst ernannte am 8. März 2014 zu Mitgliedern des Wirtschaftsrates:

die Kardinäle Reinhard Marx, München (Koordinator), Juan Luis Cipriani Thorne, Lima (Peru), Daniel N. DiNardo, Galveson-Houston (USA), Wilfrid Fox Napier, Durban (Südafrika), Jean-Pierre Ricard, Bordeaux (Frankreich), Norbert Rivera Carrera, Mexiko, John Tong Hon, Hong Kong (China), Agostino Valini, Generalvikar, Rom.

Zu weiteren Mitgliedern: Joseph F.X. Zahra (Malta), Vizekoordinator, Jean-Baptiste de Franssu (Frankreich), John Kyle (Kanada), Enrique Llano Cueto (Spanien), Jochen Messemer (Deutschland), Francesco Vermiglio (Italien), George Yeo (Singapur).

OR Nr. 9 vom 9. Mai 2014, S. 3
Der von Papst Franziskus neu geschaffene Wirtschaftsrat hat seine Arbeit aufgenommen: Die erste Zusammenkunft des Gremiums, das vom Münchner Kardinal Reinhard Marx trat im Februar zusammen und mit einem vatikanischen Wirtschaftssekretariat gegründet wurde. Der Rat soll das Wirtschaftssekretariat als zentrale und weitgehend eigenständige vatikanische Einrichtung für finanzielle Angelegenheiten kontrollieren und beraten.

OR Nr. 29 vom 18. Juli 2014, S. 3
Papst Franziskus teilt vatikanische Güterverwaltung auf (siehe auch bei „APSA).
Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus in Form eines „Motu proprio“.

Übertragung der Ordentlichen Sektion der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhles (APSA) an das Wirtschaftssekretariat  (WA: ein neues Dikasterium)

Nach sorgfältiger Prüfung dieser Materie und nach Einholung der Meinung der zuständigen Dikasterien und von Fachleuten, lege ich folglich fest und bestimme:

Artikel 1
Der Text des Artikels 172 der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus wird vollständig ersetzt durch folgenden Text:

§ 1. Diesem Amt kommt es zu, die Güter im Eigentum des Heiligen Stuhles zu verwalten, die dafür bestimmt sind, dass die nötigen Mittel für die Erfüllung der Aufgaben der Römischen Kurie zur Verfügung stehen.

§2. Das Amt verwaltet auch die beweglichen Güter, die ihm von anderen Einrichtungen  des Heiligen Stuhles anvertraut werden.

Artikel 2
Der Text des Artikels 173 der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus wird vollständig ersetzt durch folgenden Text:

Dem Amt steht ein Kardinal vor, der von einer bestimmten Anzahl von Kardinälen und einem Prälaten als Sekretär unterstützt wird.

Artikel 3
Die Artikel 174 und 175 der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus sind ausser Kraft gesetzt.

Artikel 4
Der Präfekt des Wirtschaftssekretariats wird eine Kommission von Sachverständigen errichten, die den Zweck hat, die Übertragung der bisher der „Ordentlichen Sektion“ der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls anvertrauten Zuständigkeiten zu erleichtern. Ausserdem wird er vom heutigen Tag an bis zur vollständig erfolgten Übertragung der Aufgaben bestimmen, wie die noch ausstehenden Fragen in der oben genannten „Ordentlichen Sektion“ zu lösen sind.

Ich bestimme, dass alles, was sich im vorliegenden Apostolischen Schreiben in Form eines „Motu proprio“ verfügt habe, in all seinen Teilen eingehalten wird, auch wenn dem irgendetwas entgegenstünde, selbst wenn es besonderer Erwähnung würdig wäre, und lege fest, dass es durch die Veröffentlichung in der Tageszeitung „L’Osservatore Romano“ promulgiert werde und am Tag der Promulgierung in Kraft trete.
Gegeben zu Rom bei Sankt Peter, am 8. Juli 2014, im zweiten Jahr des Pontifikats. Franziskus

Stand Juli 2014: Präfekt des neuen Dikasteriums „Wirtschaftssekretariat“: Kardinal George Pell, Australier. Generalsekretär des Wirtschaftssekretariates: Msgr. Alfred Xuereb (55), Malteser, früherer Papstsekretär. Xuereb gehört zugleich dem IOR-Verwaltungsrat ohne Stimmrecht an.

OR Nr. 29 vom 18. Juli 2014, S. 4

Der Präfekt des vatikanischen Wirtschaftssekretariates, Kardinal George Pell, will die Rolle von Laien in seiner Verwaltung stärken, Dies sei auch theologisch begründet, denn: „Die Kirche ist ein Volk, es gibt nicht nur Priester“, sagte der Kardinal gegenüber der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“. Nicht-Klerikern mehr Verantwortung zu übertragen, nannte der Australier eines der obersten Ziele seiner zukünftigen Arbeit, neben der Förderung von mehr Transparenz, Ehrlichkeit und Professionalität in der Administration der vatikanischen Wirtschaft und der Finanzen. Die meisten Kurienkardinäle befürworten laut Kardinal Pell ebenfalls eine stärkere Einbindung der Laien.

OR Nr. 37 vom 12.09.2014, S. 4

Unter dem Vorsitz des deutschen Kardinals Reinhard Marx hat am Donnerstag, 5. September 2014, der vatikanische Wirtschaftsrat getagt. Dabei ging es um die Statuten des Wirtschaftssekretariates, das Papst Franziskus zusammen mit dem Rat im Februar gegründet hatte. Ausserdem standen Fragen des vatikanischen Budgets und der Kontoführung auf der Tagesordnung. An der Beratung nahmen auch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und der Präfekt des Wirtschaftssekretariates, George Pell, teil. Die nächsten Treffen sind für den 2. Dezember dieses Jahres und den 6. Februar 2015 geplant.

OR Nr. 8 vom 20.02.2015, S. 3
Versammlung der Kardinäle am 12. Februar 2015 im Vatikan: Die Kardinäle George Pell und Reinhard Marx, die Leiter von Wirtschaftssekretariat und Wirtschaftsrat, informierten die 164 anwesenden Kardinäle über ihre Bemühungen zur Sichtung und Zusammenführung der Haushalte der verschiedenen vatikanischen Büros und Behörden. Ausserdem habe der neue Leiter der Vatikanbank IOR, der Franzose Jean Baptiste de Franssu, über sein Institut informiert.

OR Nr. 12/13 vom 20.März 2015, S. 9
Die Statuten für den vatikanischen Wirtschaftsrat und das Wirtschaftssekretariat sind seit dem 1. März 2015 in Kraft. Die Veröffentlichung der vom Papst erlassenen Richtlinien erfolgte auf der Internetseite des Vatikans wie auch die Statuten für die Arbeit des Generalrevisors.

OR Nr. 24 vom 12. Juni 2015, S. 4
Der Papst ernannte am 5. Juni 2015:

zum Finanz-Generalrevisor: Dr. Libero Milone. Der in der neuen vatikanischen Wirtschaftsordnung vorgesehene Generalrevisor hat die Aufgabe, die Rechnungsprüfung der Dikasterien der Römischen Kurie, der mit dem Heiligen Stuhl verbundenen Einrichtungen und des Staates der Vatikanstadt durchzuführen (WA: Motu proprio vom 24.02.2014, Wirtschaftssekretariat, Kapitel 7).

OR Nr.  28 vom 15. Juli 2016, S. 1
Vatikanische Immobilienverwaltung soll transparenter werden

Papst Franziskus will offenbar mehr Transparenz in der vatikanischen Immobilienverwaltung. In einem am 9. Juli 2016 veröffentlichten Moto proprio (aus eigenem Antrieb) verfügte er eine strikte institutionelle Trennung zwischen der Verwaltung der Häuser und Wohnungen und der Prüfung der betreffenden Bilanzen.

Die Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls (→APSA) ist demnach künftig ausschliesslich für die Verwaltung zuständig, die Wirtschaftsprüfung obliegt ausschliesslich dem vatikanischen →Wirtschaftssekretariat. Das gleiche gelte für die Vermögensverwaltung insgesamt sowie für finanzielle Transaktionen.

Franziskus ermahnt in seinem Erlass dazu, das kirchliche Vermögen nur für kultische und karitative Zwecke sowie zur Unterstützung des Klerus zu verwenden. Besonders hervor hebt er den „Dienst an den Armen“. Die Kirche müsse „grösste Aufmerksamkeit darauf verwenden, dass ihre wirtschaftlichen Ressourcen (Geldmittel) stets für diese Zwecke eingesetzt würden, heisst es in dem „Motu proprio“. Es trägt den Titel „Die weltlichen Güter“.

Mit dem jüngsten Erlass setzt der Papst den Weg fort, den er im Februar 2014 mit der Schaffung des Wirtschaftssekretariates, des Wirtschaftsrates und des Büros des Generalrevisors geschaffen hat.

OR Nr. 7 vom 15.02.2019, S. 4
Neues Statut für obersten Wirtschaftsprüfer im Vatikan

Vatikanstadt. Die interne Finanzkontrolle des Vatikans wird neu geregelt. Dazu hat Papst Franziskus ein neues Statut für das Amt des Generalrevisors erlassen, das am 16.02.2019 in Kraft tritt. Dem neuen Statut zufolge ist der Generalrevisor die Antikorruptionsaufsicht des Heiligen Stuhles und des Vatikanstaates im Sinne des UN-Übereinkommens gegen Korruption, der sogenannten „Konvention von Merida“.

Aufgabe des Revisors ist demnach, jährlich die Bilanzen des Heiligen Stuhles sowie des Staates der Vatikanstadt zu prüfen. Dazu gehören jene der einzelnen Dikasterien wie aller anderen zum Heiligen Stuhl gehörenden Einrichtungen. Ausserdem soll der oberste Wirtschaftsprüfer Hinweisen auf Unregelmässigkeiten nachgehen. Hinweisgebern sichert das Statut ausdrücklich Vertraulichkeit zu. Eigens heisst es: Hinweise, „in guten Glauben gegeben“, verletzten nicht das Amtsgeheimnis.

Der Generalrevisor wird laut Statut für 5 Jahre vom Papst ernannt; die Zahl der Amtsperioden ist auf 2 begrenzt. Dem Papst 3 mögliche Kandidaten zu nennen ist Aufgabe des Kardinalkoordinators für den Wirtschaftsrat; derzeit ist dies Kardinal Reinhard Marx. Dieser muss sich wegen möglicher Vorschläge mit dem Kardinalstaatssekretär und dem Präfekten des Wirtschaftsrates beraten.

Das Amt des Generalrevisors ist derzeit unbesetzt. Der Papst hatte am 20. Juni 2017 das Rücktrittsgesuch des bisherigen Wirtschaftsprüfers, Libero Milone, angenommen. Das neue Statut ersetzt die Regelungen vom 22.02.2015.

OR Nr. 22/23 vom 29.05.2020, S. 4
Der Papst hat einen weiteren Schritt bei der Umstrukturierung der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls (→APSA) unternommen. Das Datenverarbeitungszentrum ( CED) wird aus dem Zuständigkeitsbereich der Behörde entlassen und dem Wirtschaftssekretariat unterstellt, wie aus einem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin am 11.05.2020 unterzeichneten Reskript (feierliche Rechtsentscheidung des Papstes) hervorgeht.

OR Nr 34/35 vom 21.08.2020, S. 4
Römische Kurie. Der Papst ernannte am 06.08.2020 13 neue Mitglieder des Wirtschaftsrates.

OR Nr. 42 vom 09.10.2020, S. 3
Einrichtung einer neuen vatikanischen Wirtschafts-Kontrollkommission

Vatikanstadt.  Der Vatikan hat ein neues Kontrollgremium für Auftragsvergaben und Geschäfte eingerichtet. Die Kommission soll Verträge überwachen, die ohne Ausschreibung geschlossen werden oder der Geheimhaltung unterliegen. Präsident ist laut einer Pressemitteilung vom Montag, 05.10.2020, Kardinalkämmerer Kevin Farrell als Verwalter der Güter und Einkünfte des Heiligen Stuhles. Zum Sekretär ernannte Papst Franziskus den Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Interpretation von Gesetzestexten, Erzbischof Filippo Iannone.

Weitere Mitglieder der Kommission sind Bischof Fernando Vérgez Alzaga, Generalsekretär des Governatorates des Staates der Vatikanstadt, der Präsident der vatikanischen Güterverwaltung, Bischof Nunzio Galantino, und P. Juan Antonio Guerrero Alves, Präfekt des Wirtschaftssekretariates.

Eine seit Juli geltende Transparenzverordnung soll im Vatikan und bei Einrichtungen des Heiligen Stuhles für geordnete Auftragsvergaben, effizientere Verwaltungen und faireren Wettbewerb sorgen. Bestimmte Arbeitsverträge, interne Bestellungen von Beratern und Eigentumsübertragungen innerhalb der Kirchenverwaltung sind vom allgemeinen Verfahrensweg ausgenommen, ebenso bestimmte Verträge des Staatssekretariates und der Leitung des Vatikanstaates. Finanzgeschäfte unterliegen eigenen Kontrollmechanismen.

OR Nr. 50 vom 17.12.2021, S. 4
Der Papst empfing am 13.12.2021 den Koordinator des Wirtschaftsrates, Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising.

OR Nr. 41 vom 14.10.2022, S. 4
Der Papst empfing am 06.10.2022 den Koordinator des Wirtschaftsrates, Kardinal Reindhard Marx, Erzbischof von München und Freising.

OR Nr. 49/50 vom 09.12.2022, S. 3
Bessere Finanzkontrolle für vatikanische Behörden und Stiftungen

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat die Verwaltung der vatikanischen Einrichtungen in Wirtschafts- un Finanzangelegenheiten weiter vereinheitlicht und zentralisiert. In einem "Motu proprio" ("Der Papst ergreift persönliche Initiative")  ordnete er an, dass alle Behörden und Stiftungen, die unmittelbar zum Heiligen Stuhl gehören, der Kontrolle des vatikanischen Wirtschaftssekretariates unterstellt werden.

Der Erlass "Über die juristischen Personen, die im Dienst der Römischen Kurie stehen", wurde am Dienstag, 06.12.2022, veröffentlicht. Die betroffenen Ämter und Einrichtungen haben demnach drei Monate Zeit, sich an die neuen Richtlinien anzupassen. Sie müssen unter anderem Wirtschaftspläne und Bilanzen vorlegen und sich den im Vatikan geltenden Normen gegen Geldwäsche anapsssen. Bei Nichterfüllung ihrer Aufgabe können die Einrichtungen aufgehoben werden.

Die neuen Bestimmungen gelten für alle →Dikasterien  der Römischen Kurie. Ferner gelten die neuen Normen für mehrere Stiftungen und Fonds, die aber in dem Erlass nicht einzeln aufgeführt werden. Ausdrücklich ausgenommen von den neuen Bestimmungen sind die Regierung des Vaikanstaates ("Governatorat"), kleinere organisatorische Kurienbehörden wie etwa das Amt für die liturgischen Feiern des Papstes sowie Institutionen, die lediglich mit dem Heiligen Stuhl verbunden sind, etwa die Vatikan-Bibliothek oder die vier römischen Päpstliichen Basiliken.

30.11.2022: Rücktritt von Juan Antonio Guerrero Alves SJ
30.11.2022:  Der Papst ernannte zum neuen Präfekten des Wirtschaftssekretariates, Dott. Maximino Cabballero Ledo, bisher Generalsekretär

OR Nr. 10 vom 10.03.2023, S. 4
28.02.2023: Der Papst ernennt Dr. Maximino Caballero Ledo, Präfekt des Wirtschaftssekretariates, zum Mitglied der Kommission für vertrauliche Angelegenheiten.

OR Nr. 19 vom 12.05.2023, S. 4
Der Papst empfàngt am 04.05.2023 in Privataudienz den Koordinator des Wirtschaftsrates, Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising (Bundesrepublik Deutschland).

Ebenso am 20. September 2023 (OR Nr. 39/29.09.2023)

OR Nr. 3 vom 19.01.2024, S. 3
Papst präzisiert Regeln zu Vatikanausgaben und Auftragsvergaben

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat die Zuständigkeit des Wirtschaftssekretariates bei der Aufsicht über Vatikanbehörden präzisiert. Die Einrichtung überwacht in Übereinstimmung mit dem vatikanischen Wirtschaftsrat etwa die finanziellen und administrativen Angelegenheiten der Römischen Kurie und anderer vatikanischer Institutionen. In einem am Dienstag, 16.01.2024, veröffentlichten Erlass regelt der Papst konkret die Genehmigungsverfahren für finanzielle Investitionen dieser Behörde.

Demnach bedürfen Ausgaben einer Genehmigung des Witschaftssekretariates, die mehr als zwei Prozent der durchschnittlichen Gesamtausgaben der jeweiligen Einrichtung übersteigen. Diese ergeben sich aus den Bilanzen der letzten drei Jahre. Ausgaben von unter Euro 150'000 sind davon ausgenommen. Die festgelegten  Modalitäten und finanziellen Grenzwerte, die in dem Motu proprio (aus eigenem Antrieb)  festgelegt werden, sollen laut Papst Franziskus die Flexibilität, Dynamik und transparente Effizienz der Institutionen fördern.

In einem weiteren, am selben Tag veröffentlichten Erlass präzisiert Franziskus  zudem die Verfahren zur Vergabe öffentlicher Auträge. Zur Förderung von Transparenz, Kontrolle und Wettbewerb wurden folgende Ziele verfolgt: die nachhaltige Verwendung der internen Mittel, die Transparenz des Vergabeverfahrens, die Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung der Bieter sowie die Förderung eines wirksamen Wettbewerbs zwischen den Bietern, insbesondere durch Massnahmen zur Bekämpfung von unzulässigen Wettbewerbsabsprachen und →Korruption.

→APSA                        
→Immobilien des Vatikans (auch als Erweitertes Thema)
→Buchstaben Feu-Fi, Erweiterte Themen: „Finanzen – Resultate
    Vatikanstaat und   Hl. Stuhl; Vermögen. Haushaltsplan für 2022, 
    Jahresbilanzen Hl. Stuhl und Vatikanstaat, Bank IOR, Peterspfennig

Wirtschaftsteil des Vatikans (Dienstleistungen des Staates)

Die Unterstadt, das east-end

Im nordöstlichen Teil, siehe unter: 

→Pfarramt 
→St. Anna
→Post
→Druckerei
→Buchhandlung
→Annona (Lebensmittel-Grossladen)
→Heizzentrale
→Garage
→Werkstätten,
→Ambulatorium
→Apotheke
→Telefonzentrale
→Bank IOR 
→Benzintankstelle
→Taxi

Hier arbeiten die kleinen Leute des Vatikans, die plebs vaticana. Und den Eingang St. Anna dazu könnte man als Fabriktor bezeichnen.

Witze über das himmlische Bodenpersonal

Drei Pfarrer treffen sich mittwochs zur Jassrunde. „Ich habe Fledermäuse in der Kirche“, meint der Jüngste. „Ich holte den alten Dorfjäger. Jetzt hat es aber mehr Einschüsse in der Decke als Fledermäuse. Was soll ich tun?“ Der zweite Pfarrer meint: „Diese Plage habe auch ich, obwohl ich versuchte, sie aus der Kirche zu entfernen. Ich habe jede Einzelne von der Decke heruntergeholt, in einen Sack gesteckt und sie in rund 20 km Entfernung entsorgt. Sie sind aber alle zurückgekehrt“. Da meinte der Dritte schmunzelnd: „Auch ich habe damals alle heruntergeholt. Bevor ich sie aber in den Sack steckte, habe ich jede Einzelne getauft und gefirmt. Seitdem kommen sie nicht mehr in die Kirche.“ (Pfarrer Aloys von Euw)

Ein kleines Sportflugzeug hat 3 Fluggäste an Bord: einen Pfadfinder, einen Bischof und einen berühmten Professor. Plötzlich ruft der Pilot „Maschinenschaden, wir müssen abspringen, aber wir haben nur 3 Fallschirme. Einen nehme ich, damit ich den Unfall genaustens melden kann.“ – „Ich brauche auch einen“, sagt der berühmte Professor, „weil ich für die Menschheit noch Grosses vorhabe.“ Er springt zusammen mit dem Piloten ab. Der Bischof wendet sich an den Pfadfinder: „Mein Sohn, ich habe ein langes Leben hinter mir. Du hast das deine vor dir. Nimm den letzten Fallschirm und dann Gott befohlen.“ „Keine Sorge, Exzellenz“, sagt der Pfadfinder. „Wir haben noch 2 Schirme. Der Professor hat nämlich meinen Rucksack genommen.“ (Pfarrer A. von Euw, Heiter auf der Himmelsleiter, Kanisius-Verlag)

Der heilige Petrus und der Teufel stritten sich, wer den kaputten Zaun zwischen Himmel und Hölle reparieren lassen sollte. Schliesslich riss Petrus die Geduld, und er rief: „Wenn du den Zaun nicht ausbessern lässt, geh ich vor Gericht!“ „Geh nur!“, erwiderte der Teufel gelassen. „Ich bin nur gespannt, wo du im Himmel einen Rechtsanwalt hernehmen willst!“ (Pfarrer A. von Euw)

Der Pfarrer hat starke Zahnschmerzen und geht zum Zahnarzt. Dieser fragt ihn: „Wo tut’s denn weh, Hochwürden?“ – „Erste Bank, Kanzelseite, Empore.“ (Pfarrer A. von Euw)

Karl Rahner, der bekannte Theologe, muss an der Himmelspforte vor Gott ein Examen ablegen. Er kommt schon bald heraus. Durchgefallen!  Bei Papst Benedikt XVI. Ratzinger geht das Examen schon länger. Doch nach einem Tag fliegt auch er raus. Dann kommt Hans Küng: Tag für Tag, siebenmal, noch keine Entscheidung … Endlich! Da fliegt Gott heraus… (Pfarrer A. von Euw)

„Sie haben sicher viele berühmte Theologen predigen hören“, sagte der Dekan der Universitätskirche von Cambridge zu seinem Sakristan, als dieser sein 50-jähriges Amtsjubiläum begeht. – „Ja“, sagt der, „und Gott hat mir die Gnade erwiesen, dass ich noch immer an ihn glauben kann“. (KWZ 8/2015)

Den Kindern soll der Begriff und die Wirklichkeit des Wunders erklärt werden. „Ein Dachdecker fällt von der Spitze eines Kirchturms und bricht sich dabei lediglich einen kleinen Finger. Karli, was ist das?“ – „Ein Unfall.“ – „Hm, nun fällt aber derselbe Mann am nächsten Tag wieder runter und es passiert ihm gar nichts! Susi, wie nennt man das ?“ – „Glück!“  Nun ja, doch kurz darauf fällt der Mann zum dritten Mal herunter und bleibt unverletzt! Fränzchen, was ist das?“ – „Gewohnheit!“ (KWZ 14/2015)

Vor der Mahlzeit betet der Pfarrer ein Tischgebet. Aber eines Tages unterliess er es, nahm Messer und Gabel zur Hand und begann zu essen. Nachdem ihn die Haushälterin erstaunt fragte, warum er nicht bete, antwortete er: „Bei Ihrer Kunst, die Reste zu verwerten, befindet sich nichts auf dem Tisch, worüber nicht schon wenigstens viermal der Segen gesprochen worden ist.“ (KWZ 15/2015)

Nach der Sonntagsmesse hält der Pfarrer den halbstarken Emil an: „Was gab’s denn so Wichtiges, dass du heute während meiner ganzen Predigt geschwätzt hast?“ – „Das muss wohl ein Irrtum sein“, klärt Emil den Pfarrer auf, „ich spreche nämlich nicht im Schlaf.“ (KWZ 18/2015)

Pater Hilarius pflegte seinen neuen Kaplänen stets ein paar lebenskundige Tipps zu geben. Einem, der gerade seine erste Predigt gehalten und dabei keineswegs „Tore geschossen“ hatte, wie der Missionar zu witzeln pflegte, empfahl er, die Kanzel auf den Zehenspitzen zu verlassen. – „Wieso auf Zehenspitzen?“ erkundigte sich der Kaplan ein wenig überrascht und verdattert. Pater Hilarius: „Damit Sie die Leute nicht aufwecken!“ (KWZ 23/2015)

Ganz genau überprüft ein Polizist bei einer routinemässigen Verkehrskontrolle die Autoreifen des Geländewagens der Missionsschwester. Er schüttelt den Kopf, brummt und sagt schliesslich: „Aber Schwester, Sie haben wirklich ein miserables Profil!“ Die Nonne faucht giftig zurück: „Na, hören Sie mal! Eine Schönheit sind Sie aber auch nicht!“ (KWZ 23/2015)

Ein katholischer afrikanischer Minister kommt erstmals nach Lourdes. Tief ergriffen verlässt er die Kathedrale. Wenig später schreit er laut über den weiten Platz: „Mein Gott! Jetzt kann ich wieder laufen!“ Sofort stürzen andere Pilger auf ihn zu und fragen: „Ein Wunder?“ – Der schwarze Politiker schüttelt den Kopf: „Ach was, man hat mir mein Auto geklaut!“ (KWZ 26/2015)

Ein Pfarrer und ein Busfahrer stehen vor der Himmelstür. „Sie kommen nicht rein“, sagt Petrus zum Pfarrer. „Bei Ihrer Predigt haben immer alle geschlafen!“ Darauf zum Busfahrer: „Sie dürfen rein! Wenn Sie gefahren sind, haben immer alle Fahrgäste gebetet…“ (KWZ 34/2015)

Acht Tage vor Weihnachten hatte der Pfarrer plötzlich verreisen müssen. Er war nicht mehr dazu gekommen, dem Malermeister den Text und die Grösse des Spruches über der Krippe anzugeben. Deshalb schickte der Malermeister ihm einen Eilbrief nach und bat um schnelle, telegraphische Mitteilung. Wie staunte die nichts ahnende Postbeamtin, als folgendes Antworttelegramm eintraf: „Ein Kind ist uns geboren. Drei Meter lang und einen Meter breit.“ (KWZ 35/2015)

Eine Schnecke und eine Ziege wetten, wer zuerst im Machtzentrum der katholischen Kirche im Vatikanstaat ankomme. Die Ziege gibt sich siegessicher. Aber die Schnecke macht das Rennen, denn mit Schleimen kommt man im Vatikan weiter als mit Meckern. (Hans Küng, 7 Päpste, S. 303)

In der Hauswirtschaftsschule wird das Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen besprochen. „Gertrud, welche Lehre sollen wir nun für uns daraus ziehen?“, fragt der Herr Pfarrer. Gertrud überlegt, dann meint sie: „Dass wir jederzeit für den Bräutigam bereit sein sollen.“ (KWZ 1/2016)

Franz wirkt ein wenig angetrunken. Der Kaplan hält es für nötig, ihm ins Gewissen zu reden: „Franz, habe ich Dir nicht schon wiederholt gesagt, dass Alkohol Dein grösster Feind ist?“ – „Stimmt“, gab Franz zu. „In Ihrer Predigt haben Sie aber auch gesagt, dass man seinen Feind lieben soll.“ (KWZ 10/2016)

Ein ‚Denker‘ über katholische Ordensgemeinschaften: Ein Benediktiner, ein Dominikaner, ein Franziskaner und ein Jesuit beten gemeinsam, da geht das Licht aus. Der Benediktiner will weiter beten, er kennt den Text auswendig; der Dominikaner will die Ursachen diskutieren, und der Franziskaner will Gott für das schmerzlich vermisste Licht danken. Dann wird es wieder hell: Der Jesuit hat die Sicherung ausgewechselt. (Kirche heute 39/2016, S. 20)

In seinem Aufsatz über die Glockenweihe schreibt Markus: „Im Turm hängt noch die alte grosse Glocke von früher, aber die hat einen Sprung und wird bloss geläutet, wenn der Bischof kommt oder wenn sonst ein Unglück ausbricht.“ (KWZ 1-2/2017, S. 15)

„Wörter, die mit der Vorsilbe ‚Un‘ beginnen, drücken meist etwas Schlechtes oder Unangenehmes aus“, erklärt der Pfarrer. „Wer kann ein solches Wort nennen?“ – „Unterricht“, antwortet Lieschen schlagfertig. (KWZ 13/2017, S. 15)

Pfarrer Schmidt lässt den Hut für Spenden herumgehen. Der Hut bleibt leer. Der Pfarrer wendet sich an Gott: „Ich danke dir, o Herr, dass bei einer solchen Gemeinde wenigstens mein Hut wieder zurückgekommen ist.“  (KWZ)

„Warum“, fragt der Pfarrer im Religionsunterricht, „leben die Priester im Zölibat?“ Michaela vermutet: „Damit sie sich nicht so stark vermehren.“ (KWZ 19/2017, S. 15)

Ein Rabbiner und ein katholischer Geistlicher sitzen beim Mittagessen. Der Pfarrer zum Rabbiner: „Wann werden Sie so tolerant sein und diesen köstlichen Schweinebraten kosten?“ – „An Ihrem Hochzeitstag, Hochwürden!“ (KWZ 33/2017, S. 15)

Der Pfarrer läutet an der Haustür. Da tönt es aus der Sprechanlage: „Bist du es, Engelchen?“ – „Nein, nicht direkt“, antwortet der Pfarrer freundlich, „bin aber aus derselben Firma“. (KWZ 47/2017, S. 15)

Ein Zufall fügte es, dass Johannes XXIII. Roncalli ein Mitglied der Schweizer Garde einladen konnte, mit ihm zu Mittag zu essen. Dem Gardisten läuft am Tisch der Schweiss übers Gesicht. „Warum so aufgeregt?“ fragt Papst Johannes. Meint der Gardist: „Eure Heiligkeit! Essen Sie einmal mit einem Papst!“ (KWZ 7/2018, S. 15)

Die Abgrenzung zwischen Himmel und Hölle ist eines Tages  beschädigt. Der Teufel telegrafiert nach oben: „Habe viele Rechtsanwälte befragt.  Alle sagen, der Himmel muss Reparatur vornehmen.“ Die Engel schicken ein Antworttelegramm: „Werden Reparatur vornehmen. Konnten keinen Rechtsanwalt finden.“ (KWZ 7/2018, S. 15)

In einer bekannten Weingegend begegnet der Ortspfarrer einem alten Weingeniesser, der auch am Sonntag mehr von einem guten Viertel als vom Kirchgang hält. Der Pfarrer kennt seine Leute und sagt: „Hannes, wenn das so weitergeht, werden wir uns nicht im Himmel sehen.“ Darauf der Hannes: „Warum, Herr Pfarrer, was haben sie angestellt?“ (KWZ 10/2018, S. 15)

Im Paradies fragte Adam Gott: „Warum hast du Eva so schön gemacht?“ – „Damit sie dir gefällt.“ – „Warum hast du ihr ein so freundliches Wesen gegeben?“ – „Damit du sie liebst.“ Adam dachte eine Zeitlang darüber nach. „Aber warum hast du sie dann so dumm gemacht?“ „Damit sie dich liebt.“ (KWZ 17/2018, S.15)

Arzt Dr. Müller erhält spät noch einen Telefonanruf aus dem Pfarrhaus: „Kommen Sie doch rüber – uns fehlt der dritte Mann zum Skat.“ Müller zu seiner Frau: „Entschuldige, ich muss nochmals fort.“ Diese seufzt: „Muss das denn wirklich sein?!“ Meint der Arzt: „Ja, ein besonders schwerer Fall, zwei katholische Priester sind schon dort!“ (KWZ 18/2018, S. 15)

„Ach, Herr Pfarrer“, bekennt die junge Dame im Beichtstuhl, „und dann muss ich noch die Sünde der Hoffart beichten. Wenn ich morgens in den Spiegel schaue, dann empfinde ich voller Lust, wie schön ich bin!“ – „Mein Kind“, erwidert der Pfarrer milde, „das ist keine Sünde, das ist ein Irrtum!“ (KWZ 20/2018, S. 15)

Bei der Pfarrereinsetzung: „En chaibe schöne Pfarrer!“ Ein halbes Jahr später: „En schöne Pfarrer!“ Ein Jahr später: „En chaibe Pfarrer!“ und ein paar Jahre danach: „En schöne chaibe Pfarrer!“ (Pfarrer von Euw A., H wie Herz und Humor, Kanisius-Verlag, Seite 22)

Der Bauer Huber sucht seinen Pfarrer auf. „Hochwürden, woher kommt eigentlich der Rheumatismus?“ Der Pfarrer mahnt: „Vom unsoliden Lebenswandel – zu viel Essen, Trinken, Frauen! Aber sag, Huber, zwickt’s dich arg?“ Da meint der Bauer: „Mich zwickt’s gar nicht. Ich habe in der Zeitung gelesen, der Bischof soll Rheumatismus haben!“ (A. von Euw, H wie Herz und Humor, S. 61)

Ein Dorfpfarrer ruft beim Gesundheitsamt an und meldet: „Mir ist soeben berichtet worden, dass auf der Wiese bei der Autobahnkreuzung ein toter Esel liegen soll.“ Der Beamte scherzt: „Ich denke, für die Toten sind Sie zuständig, Herr Pfarrer!“ Aber Hochwürden ist nicht verlegen: „Natürlich, mein Sohn, natürlich. Aber zunächst pflege ich mich in solchen Fällen immer zuerst mit den nächsten Verwandten in Verbindung zu setzen.“ (A. von Euw, H wie Herz und Humor, S. 58)

Der ehemalige sowjetische Parteichef Juri Andropow stirbt und kommt in die Hölle. Nach einiger Zeit äussert er den Wunsch, dem Himmel einen Besuch abstatten zu dürfen. Seines früheren Standes wegen gewährt man ihm die Bitte und vereinbart mit Petrus einen Termin. Als Andropow vor der Himmelstüre steht, wird er herzlich willkommen geheissen. „Mach es dir bequem“, lächelt Petrus. „Ich muss nur noch ein paar Kleinigkeiten regeln, bin gleich wieder da.“ Während Andropow wartet, sieht er sich um und entdeckt viele Uhren, deren Zeiger sich alle verschieden schnell bewegen. Petrus kommt zurück und Andropow fragt ihn, was es mit den Uhren auf sich habe. „Jede Uhr“, antwortet Petrus, „symbolisiert einen Staat, und seine Zeiger geben die Geschwindigkeit an, mit der dort die →Menschenrechte verletzt werden.“ „Ach“, sagt Andropow betreten, „und wo ist die sowjetische Uhr?“ „Ja richtig, die sowjetische Uhr“, nickt Petrus, „die geht oft so schnell, dass wir sie in der Küche als Ventilator benutzen.“ (A. von Euw, Heiter auf der Himmelsleiter, S. 14)

Ein Ehemann hat seine Frau im Verdacht, ihn zu betrügen. Er will sich Gewissheit verschaffen und ruft eines Tages vom Büro aus an und sagt, er werde nicht vor Mitternacht nach Hause kommen. Dann aber erscheint er schon am frühen Abend und findet einen festlich gedeckten Tisch für zwei vor.
„Na also! Jetzt hab‘ ich dich erwischt!“ Er fängt an, die Wohnung zu durchsuchen, guckt in alle Schränke und stellt die ganze Einrichtung auf den Kopf. Schliesslich rennt er auf den Balkon hinaus und sieht unten einen Mann aus der Haustür rennen, der gerade seine Krawatte zurechtzieht. Ausser sich vor Wut packt er den Kühlschrank und wirft ihn auf die Strasse. Er tritt den Mann mit voller Wucht. Der Ärmste ist auf der Stelle tot.
Zwei Männer klopfen an die Himmelstüre. Als Petrus die beiden fragt, was sie zu ihm führe, erwidert der eine, er sei aus einem Geschäft im Erdgeschoss eines Appartementhauses gekommen und habe sich eben die Krawatte zurechtziehen wollen. Da sei ihm plötzlich ein Kühlschrank auf den Kopf gefallen. Tief gerührt lässt ihn Petrus ein und wendet sich dem zweiten Mann zu.  Der blickt verlegen zu Boden und sagt: „Du glaubst es mir ja doch nicht: Ich war in dem Kühlschrank drin!“ (A. von Euw, Heiter auf der Himmelsleiter, S. 15)

Der Sigrist an der Pfarrkirche Ingenbohl war die ganze Nacht an einem Fest. Mit seinen Kollegen klopfte er stundenlang einen Jass. Dann eilte er zur Kirche, um bei der Frühmesse um halb sechs Uhr zu ministrieren. Es war die Zeit vor dem Konzil. Wie der Sigrist hinter dem Pfarrer auf der Stufe kniet, schläft er schliesslich ein. Es naht die Wandlung, dazu man die Gläubigen mit der Glocke aufmerksam macht. Es bleibt alles still. Der Pfarrer mahnt zum Sigrist hin: „Sigrist, schälle!“ Da schreckt dieser aus dem Schlag auf und sagt laut: „Nei, Schiltä!“ (A. von Euw, Heiter auf der Himmelsleiter, S. 39)
(schälle: Schelle = Glöckchen, Schiltä = Farbe für eine Spielkarte)

Ein Missionar steht im afrikanischen Busch plötzlich einem Löwen gegenüber. Der brüllt: „Ich fresse dich auf. Mache dich zum Sterben bereit!“ Der Missionar fällt auf die Knie, schlägt die Hände vors Gesicht und betet laut und insbrünstig. Plötzlich sieht er zwischen den Fingern durch, dass der Löwe sich auch hingekniet hat und betet. Dankbar blickt der Missionar zum Himmel und ruft: „Welch ein Wunder! Ich habe mit meinen Worten ein wildes Tier besänftigt!“ Da hebt der Löwe den Kopf und faucht: „Schweig, elender Wicht, und stör mich nicht bei meinem Tischgebet!“ (A. von Euw, Heiter auf der Himmelsleiter, S. 70)

„Herr Pfarrer, wie heisst die Schwiegermutter von Adam?“ fragt Ursi im Religionsunterricht. „Hmmh, mein Kind, lass es mich mal so ausdrücken: Adam hatte keine Schwiegermutter. Er lebte im Paradies.“ (MHSe)

„In welcher Zeitform steht der folgende Satz?“, fragt die Ehrwürden Schwester M. Edith.: „Ich bin hübsch.“ Schülerin Therese weiss sofort die Antwort: „Vergangenheit, Schwester, Vergangenheit!“ (MHSe)

Der Teufel ruft Petrus an und schlägt ihm ein Fussballspiel Himmel gegen Hölle vor. „Nun gut“, meint Petrus, „aber ehrlicherweise möchte ich dich darauf aufmerksam machen, dass alle berühmten Spieler, die es jemals gab, bei uns im Himmel sind. Ihr werdet also verlieren.“ – „Da wäre ich nicht so sicher“, erklärt der Teufel. „Wir haben nämlich den korruptesten Schiedsrichter aufgeboten.“ (KWZ 37/2018)

Emil hat schon viel über die Wunder gehört, die in dem französischen Wallfahrtsort Lourdes geschehen sind, und daraufhin die Lourdeswallfahrt der Pfarrgemeinde mitgemacht. Auf der Heimfahrt hat er aber auch daran gedacht, 2 Flaschen guten französischen Cognac für seine Hausbar einzukaufen. An der Grenze fragt der Zöllner, was in den Flaschen sei. Alles nur Lourdeswasser!“ behauptet Emil keck. Darauf öffnet der Zöllner eine Flasche, riecht daran und meint streng: „Junger Herr, das ist Cognac!“ Da hebt Emil die Augen zum Himmel und ruft: „O Gott, schon wieder ein Wunder!“ (KWZ 4/2020)

Ein Kapuzinerpater malt einem hartgesottenen Sünder die Schrecken der Höllenstrafen in den schauerlichsten Farben aus und schliesst mit den Worten: „Da wird sein Heulen und Zähneklappern unter jenen, die nicht wohlgetan haben auf Erden!“ – „Ich hab‘ schon lange keine Zähne mehr“, sagt der Mann unerschüttert. Darauf donnert ihn der Pater an: „Verlassen Sie sich drauf: Für Zähne wird gesorgt!“ (KWZ 1/2021)

Dem Pfarrer wurden in letzter Zeit immer wieder aus dem Obstgarten die endlich reif gewordenen Früchte gestohlen. Zur Mahnung stellte er ein Schild auf: "GOTT sieht alles!" Als er am nächsten Morgen in den Garten geht, liest er darunter: "Aber Er petzt nicht!" (KWZ 38/2022)

Ankündigung im Pfarrblatt anlässlich des bevorstehenden Flohmarkts: "Werte Damen, der Ertrag des nächsten Flohmarkts ist der Caritas gewidmet. Eine Gelegenheit, sich von unnötigen Dingen, die Sie daheim nicht mehr brauchen können, zu trennen. Bringen Sie Ihren Ehemann mit." (KWZ 43/2022)

Ein Jesuit und ein Benediktiner haben eine gemeinsame Leidenschaft: das Rauchen. Gerne würden sie beim täglichen Brevier-Beten ihe Zigarre anstecken. Sie beschliessen, ihre Oberen zu fragen. Als die Freunde sich wieder treffen, meint der Benediktiner betrübt: "Mein Abt wurde richtig wütend, als ich ihn darum bat, beim Beten rauchen zu dürfen!". Meint der Jesuit: "Aber ich darf. Ich habe meinen Oberen darum gebeten, beim Rauchen beten zu dürfen." (KWZ 1/2023)

Ein irischer Kaplan verspricht bei der Kinderpredigt demjenigen 10 Cent, der sagen kann, wer der grösste Mann der Geschichte war. "Christoph Columbus!" antwortet James. "George Washington!" meint Tom. - "St. Patrick, der Schutzhheilige der Iren", ruft ein kleiner Junge. - "Die 10 Cent gehören dir", sagt der Prediger. "Aber nun erzähle mir, warum  nanntest du St. Patrick?"- "Hochwürden", gesteht der kleine Ire, "im Innersten meines Herzens weiss ich natürlich, dass es William Shakespeare ist - aber Geschäft ist Geschäft!"  (KWZ 4/2024)

Wohnung des Papstes

→Päpstliche Wohngemeinschaft

Worte von Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus

Sammlung WA: Titel aus Ansprachen, Reden usw.

→W, Erweiterte Themen: Papst Benedikt XVI. Ratzinger und Papst Franziskus Bergoglio

Armin Schwebach
Papst Benedikt, die Feinheit im Denken, Klarheit in der Formulierung, der theologische Tiefgang.

Sefan Kempis
Papst Franziskus: Seine Predigten und Ansprachen sind überraschend, manchmal polarisierend und immer inspirierend. Er zeigt sich als Seelsorger und Priester, der den täglichen Umgang mit der Heiligen Schrift pflegt. Öfters spricht er aus dem Stegreif.

Wunder

OR Nr. 39 vom 30.09.2016, S. 3
Verschärfte Regeln für die Anerkennung von Wundern
Wundersamer Fischzug der Jünger und Offenbarung Christi am See Genezareth. Illumination au dem Codex Egberti, 10. Jahrhundert

Der Vatikan hat das Verfahren für die Anerkennung von Wundern überarbeitet und teils verschärft. Nach der neuen veröffentlichten Geschäftsordnung für den medizinischen Sachverständigenrat müssen künftig mehr Experten als bisher die wissenschaftliche Unerklärlichkeit einer Heilung feststellen, damit ein Selig- oder Heiligsprechungsverfahren einen Schritt weiterkommt. Jeder Kontakt der Mediziner mit den Betreibern des Verfahrens wird untersagt. Die Vergütung der Gutachter wird transparenter gemacht.

Die Erfahrung der vergangenen Jahre habe eine Anpassung der Bestimmungen für den medizinischen Rat nötig scheinen lassen, heisst es in dem Dokument. Konkrete Beispiele nennt der Text nicht. Bislang galt eine Fassung aus dem Jahre 1976 mit Ergänzungen von 1983.

Die neue Geschäftsordnung erhöht die Zahl der Gutachter für ein angebliches Heilungswunder von 5 auf 7. Damit eine Beratung gültig ist, müssen mindestens 6 von ihnen teilnehmen. Um eine Heilung als medizinisch unerklärlich einzustufen, sind 4 von 6 beziehungsweise 5 von 7 Gutachterstimmen erforderlich. Verfehlt ein Heilungsfall 3mal die nötige Mehrheit, scheidet er aus.

Ausdrücklich wird den Medizinern jeder Kontakt mit den Antragsstellern der betreffenden Selig- oder Heiligsprechung sowie deren Anwalt, dem sogenannten Postulator, verboten.  Auch die Anforderung weiterer Dokumente in einem Heilungsfall hat ausschliesslich über den Untersekretär der Heiligsprechungskongregation zu laufen. Dieser übernimmt auch die Funktion des Berichterstatters im Wunderverfahren, der früher ein eigenes Amt war. Aufwandsentschädigungen für die Mitglieder des medizinischen Rates erfolgen künftig nur noch bargeldlos per Überweisung.

Kath. Wochenzeitung Baden 20/2023 Mai, S. 14
Eucharistiewunder in Connecticut?

Von einer wundersamen Vermehrung der Hostien während der Kommunionspendung berichtet der Pfarrer der "St.-Thomas-Kirche", Joseph Crowley. In der Pfarrei wirkte einst auch der Gründer der →"Kolumbusritter".

Anfang März soll sich in Thomaston im US-Bundesstaat Connecticut ein Eucharistisches Wunder zugetragen haben,  wie die Plattform "a Leteia" (Gruppe für menschenwürdige Medizin und Wissenschaft) berichtet. Während sich der Pfarrer der "St.-Thomas-Kirche, Joseph Crowley, während der Kommunionspendung bei der heiligen Messe am zweiten Fastensonntag schon Sorgen machte, ob  die konsekrierten Hostien für die Kommunizierenden reichen würde, passierte laut Crowleys Schilderung ein Wunder. Die Hostien im Ziborium (verschlossenes Behältnis mit geweihten Hostien auf dem Altar) eines Kommunionhelfers wurden im Zuge der Austeilung immer  mehr statt weniger. Am Ende der heiligen Messe waren gleich viel oder mehr Hostien als vor der Kommunion übrig.

Der Pfarrer pries in einem Video das vermutete Wunder als "sehr mächtig, sehr beeindruckend, sehr real, sehr schockierend". Der Vorfall wird vom Ortsbischof der Diözese Hartford, Leonard Blair, untersucht.

Sollte sich das Wunder in Thomaston bestätigen, wäre dies "ein Zeichen oder Wunder, das nur der Göttlichen Macht zugeschrieben werden kann, um unseren Glauben an das tägliche Wunder der Heiligsten Eucharistie zu stärken", erklärte der Bischof. Interessanterweise handelt es sich um diejenige Pfarrei, wo der 2020 seliggesprochene Michael McGivney einst wirkte, der die weltweite Laienvereingigung der "Kolumbusritter" gründete. 

Kath. Wochenzeitung Baden 34/2023 August, S. 6
Passierte am 5. August 2023 am Morgen in Fatima ein ungewöhnliches Wunder?

Die 16-jährige Spanierin Jimena war fast blind und konnte nach einer Novene und dem Besuch der heiligen Messe wieder vollständig sehen. Auch Kardinal Omella spricht von einem "Wunder".

Kam es am 5. August  am Morgen in Fatima zu einem ungewöhnlichen Wunder: "Ich öffnete meine Augen und ich konnte perfekt sehen." Dies teilte die 16-jährige Spanierin Jimena gegenüber dem spanischen Radiosender COPE mit. Jimena vesuchte am Tag des Besuches von Papst Franziskus in Fatima die dortige Mogenmesse und hatte in den letzten 2,5 Jahren ihr Augenlicht fast vollständig verloren.

Sie reiste mit einer Gruppe des Opus Dei von Madrid zum Weltjugendtag. Ihre Familie und Freunde hatten übrigens eine Novene für eine vollständige Heilung zu "Unserer Lieben Frau vom Schnee" gebetet. So wird das Fest der Weihe der römischen Patriarchalbasilika "Santa Maria Maggiore" auch genannt (WA: auch Papstbasilika).

Die letzten Tage der Novene endet genau am 5. August. Noch am Morgen nach dem Aufwachen sah Jimena laut eigenen Aussagen fast gar nichts. Doch nach dem Empfang der heiligen Eucharistie änderte sich das: "Ich öffnete meine Augen und konnte perfekt sehen. Ich sah den Altar, den Tabernakel, meine Freunde und konnte sie perfekt sehen. Die Muttergottes hat mir ein riesiges Geschenk gegeben, das ich niemals vergessen werde." Auch Kardinal Juan José Omella, der Präsident der Spanischen Bischofskonferenz, hat inzwischen mit dem Mädchen gesprochen und in dem Zusammenhang von der "Gnade Gottes" gesprochen. "Lasst uns von einem Wunder sprechen. Sie konnte nicht sehen und jetzt kann sie es. Die Ärzte können den Rest erzählen." Jimena konnte sogar ein Gebet bei einer Messe mit der Gruppe von Madrid sprechen.

Kath. Wochenzeitung Baden 34/2023 August, S. 14
Ein grosses, medizinisches Wunder!

Mutter: Frau Elisabette Arcolino Comparini aus Brasilien. Ihre Tochter: "Gianna Maria", geboren am 31. Mai 2000.

Eine Schwangerschaft mit grossen Komplikationen. Nach der grossflächigen Ablösung der Placenta in der 9. Woche und einem Fruchtblasensprung wurde das Kind auf die Fürsprache der heiligen Gianna Beretta Molla wunderbar gerettet. Die Schwangerschaft wurde für die Mutter lebensgefährlich. Doch sie wollte das Kind unbedingt austragen und rief die heilige Gianna Beretta Molla an. Das Ultraschallbild zeigte einen Zustand, der der 16, Schwangerschaftswoche entsprach.

Das grosse Wunder: Der Fötus lebte, - aber ohne Fruchtwasser! Blutverlust und Fruchtblasensprung führen fast zwangsläufig zum Abbruch einer Schwangerschaft - und diese traten bereits in der 7. Woche auf!

Gianna Maria Comparini kam am 31. Mai 2000 zur Welt! Das Kind "Gianna Maria" Comparini konnte in der 32. Woche mittels Kaiserschnitt entbunden werden. Es kam, von einem schiefen Fuss abgesehen, völlig gesund zur Welt.

Das wurde eindeutig als medizinisch nicht erklärbares Wunder anerkannt!

→Heilig- und Seligsprechungen