Tatsachen und Meinungen I J

Erweiterte Themen

Immobilien des Vatikans und der katholischen Kirche

Aus „Das Weisse Pferd“, Ausgabe 18/98

Siehe auch →Exterritoriale Gebiete

Paolo Ojetti, L’Europa: Ojetti hat 1977 festgestellt, dass mindestens der vierte Teil Roms, und vielleicht der beste, sich in den Händen des Vatikans befinde. Er zählte die Namen der 325 Nonnen- und 87 Mönchsorden auf, denen, über die ganze Stadt verstreut, Grundstücke und Häuser gehören. Er brachte detaillierte Beispiele, wie kircheneigene Immobilienfirmen immer mehr diese Filetstücke im städtischen Immobilienmarkt an sich brachten und an die Stelle der alten Häuser – ohne Rücksicht auf bisherige Mieter – Hotels oder Appartementwohnungen hinstellten.

21 Jahre brauchte es, bis sich wieder jemand an das heikle Thema heranwagte. Max Parisi bespricht in der Zeitung ‚La Padania‘ vom 21.06.1998 das neue Buch von Mario Guarini (I mercanti del Vaticano, die Geschäftemacher des Vatikan) und kommt zum Schluss, dass sich mittlerweile fast ein Drittel der Immobilien (Häuser und Paläste) der Stadt Rom im Besitz des Vatikans befinden. Diese Immobilien von „unermesslichem Wert“ konzentrierten sich auf die besten Lagen (Gianicolo, Aventin, Altstadt usf.)

Das ganze Gebiet vom Campo dei Fiori bis zum Tiber gegenüber der Engelsburg, vorbei an der Piazza Navona und den umliegenden Strassen ist praktisch vollständig im Besitz des Vatikans. Es handelt sich um etwas weniger als die Hälfte des historischen Zentrums. Es sind mehr als 2’500 Paläste. Die überwiegende Mehrheit dieses märchenhaften Vermögens ist von der Steuerpflicht ausgenommen.

Im Juni 1996 verkaufte die Vatikanbank IOR  mehrere Wohnhäuser. Dabei wurden Familien, die ihre Wohnung nicht kaufen konnten, durch Zwangsräumung auf die Strasse gesetzt, obwohl das IOR versprochen hatte, keine Wohnungen an andere Käufer abzugeben oder nur an Bedürftige. Im Juli 1997 wurde in Rom eines der angesehensten katholischen Gymnasien mit Namen „Pius XII.“ geschlossen, alle Lehrer entlassen. Angeblich gab es zu wenig Anmeldungen, was die Lehrer vehement bestritten. Die Schule wurde umgebaut, zu einem Luxushotel, das im Heiligen Jahr 2000 die entsprechende Rendite einfuhr.

Der Vatikan verfügt nach Deschner („Abermals krähte der Hahn“) über Aktienbesitz in französischen Erdölgesellschaften, argentinischen Gas- und Kraftwerken, bolivianischen Zinngruben, brasilianischen Gummifabriken, nordamerikanischen Stahlunternehmen. Der Vatikan soll demnach an zahlreichen italienischen Elektrizitäts- und Telefongesellschaften beteiligt und Eigentümer von zwei Eisenbahnlinien und fünf Banken sein. Die Fluggesellschaft Alitalia und die Autofirma Fiat seien zu einem beachtlichen Teil in kirchlicher Hand. Dazu soll der Vatikan Miteigentümer der Autobahn in Italien sein.

Max Parisi kommt in seinem Artikel in ‚La Padania‘ zu der Frage: „Was hat Jesus mit dem IOR, den Palästen, den Bauplätzen, den Luxushotels und den teuersten Terrassenwohnungen Roms zu tun? Was haben Glauben und 160’000 Milliarden Immobilienbesitz miteinander zu schaffen?“

Wikipedia: rund 2’400 Häuser und Mietwohnungen gehören dem Vatikan in Rom und Umgebung

Gemäss Lateranvertrag vom 11.02.1929 (Anlagen I bis IV)  gelten als volles Vatikan-Eigentum:

Anlage I      

Das Gebiet der souveränen Vatikanstadt (mit Angabe der Bahnhofsanlage derselben auf eigenem und auf italienischem Boden)

Anlage II

Die Immobilien mit dem Privileg der Exterritorialität und der Befreiung von Expropriationen (Enteignungen) und Steuern, nämlich:

  1. Basilika und Apostolischer Palast des Lateran und zugehörige Gebäude mit  der Scala Santa
  2. Basilika Santa Maria Maggiore mit den zugehörigen Gebäuden
  3. Basilika Sankt Paul vor den Mauern mit den zugehörigen Gebäuden
  4. Päpstlicher Palast in Castel Gandolfo
  5. Villa Barberini in Castel Gandolfo
  6. Palast der Dataria
  7. Palast der Cancelleria
  8. Palast der Propoganda Fide (unten)

OR (L'Osservatore Romano) Nr. 42 vom 09.10.2020, S. 3
Pater Juan Antonio Guerrero, Präfekt des vatikanischen Wirtschaftssekretariates:
Das gesamte Nettovermögen des Vatikans berträgt 4 Milliarden Euro.

  1. Palast von San Calisto in Trastevere (Bild oben, "zweiter Vatikan")
  2. Palast der Convertendi (nunmehr Sitz der Kongregation für die
    orientalische Kirche) auf der Piazza  Scossacavalli
    (Via della Conciliazione)
  3. Palast des Hl. Offiziums mit Nebengebäuden  (heute:
    Glaubenskongregation links neben Petersplatz)
  4. Vikariatspalast
  5. Immobilien auf dem Janikulus (links vom Petersplatz)
     

Anlage III

Immobilien, die von Expropriationen und Steuern befreit sind:

  1. Gregorianische Universität
  2. Bibelinstitut
  3. Das ehemalige Klostergebäude der Zwölf-Apostel-Kirche
    (zwischen Palazza Doria Pamphili/Colonna; Piazza Venezia)
  4. Das ehemalige Klostergebäude an der Kirche Sant’Andrea delle Valle
  5. Das ehemalige Klostergebäude an der Kirche San Carlo ai Catinari
    (hinter Sant’Andrea delle Valle)
  6. Das Gebäude des Archäologischen Instituts, des Orientalischen
    Instituts, des Lombardischen Kollegs, des Russischen Seminars
  7. Die beiden Paläste von Sant’Apollinare
  8. Das Exerzitienhaus für Geistliche zu San Giovanni e Paolo
    (hinter Kolosseum)

Anhang IV    

Finanzabkommen

Schweizer Fernsehen SRF1, Eco, 04.06.2018, 10.55 Uhr
Beitrag: Der Vatikan, sein Geld und seine Probleme (Auszüge)
https://www.srf.ch/sendungen/eco/der-vatikan-sein-geld-und-seine-probleme   (Video, 29 Min.)

Geschätztes Vermögen des Vatikans: 12 Milliarden Euro. Im Jahre 2014 kamen allein 990 Millionen Euro dazu.

Der Widerstand gegen die Reformprobleme des Papstes Franziskus seien gross gewesen, selbst bis in die höchsten Stellen (R. Brülhart).

Nachweisbare Immobilien:

  • In Milliardenhöhe: Wohn- und Geschäftshäuser in Rom, Europa (z. B. in Spanien, Frankreich, in der Schweiz)
  • Genf: Hier kaufte die →APSA Immobilien (2,7 Milliarden SFr.). Als eine Mieterin darauf aufmerksam gemacht wurde, dass der Block ihrer Mietwohnung dem Vatikan gehöre, meinte sie: „Wenn dieser Block dem Vatikan gehört, bin ich die Mutter Teresa“.
  • Fribourg: Diese APSA-Gesellschaften halten Aktien von Immobilien
  • Lausanne: Avenue St-Paul, ein Dutzend Rendite-Liegenschaften gehören dem Vatikan
  • Paris: hier ist der Vatikan Grosseigentümer von luxuriösen Wohnungen in teurer Lage
  • London: New Bonds Street: Luxusgüter-Konzern des Vatikans
  • Rom: die meisten 5’000 Wohneinheiten liegen in bester Lage. 15 % der Mieter zahlen nichts, viele einen bescheidenen Beitrag (z. B. Euro 120 im Jahr), wobei bei diesen viele Rückstände vorlägen

    OR Nr. 42 vom 09.10.2020, S. 3
    Pater Juan Antonio Guerrero, Präfekt des Wirtschaftssekretariates:

    Gesamtes Nettovermögen des Vatikans: 4 Milliarden Euro
    Der Heilige Stuhl hat 4'051 eigene Immobilien-Einheiten

    →Bank           
    →Exterritoriales Gebiet         
    →Adressen
    →IJ, Erweiterte Themen: Immobilien des Vatikans
    →Bank des Vatikans: OR 24/25 vom 12.06.2020: bz Basel 04.07.2020
    Feu-Fi, Erweiterte Themen: Finanzen - Resultate Vatikanstaat und Hl. Stuhl
        (Jahresbilanzen Hl. Stuhl, Vatikanstaat, Vatikanbank IOR, Einnahmen 
        Peterspfennig, 4'051 Immobilieneinheiten des Vatikan, laufendes Vermögen). 
        Stand September 2022.

Schweizer Radio, Rendez-vous am Mittag, 27.07.2021, 12.30 Uhr
von Dominik Straub, freier Journalist in Rom

Der Vatikan hat Tausende von Immobilien in Rom. Es sind über 4'000. Dazu kommen1'200 Immobilien im Ausland. In England und Paris sind es mehrere Hundert.

OR Nr. 33 vom 19. August 2022, S. 3
In der Jahresbilanz 2021 des Heiligen Stuhles werden zwei Spitäler aufgelistet.

OR Nr. 34 vom 26.08.2022, S. 4
(...) Der Heilige Stuhl verwaltete demnach im vergangenen Jahr (2021) 4'092 eigene Immobilieneinheiten in Italien, die meisten davon in Rom; ausserdem 1'200 Einheiten im Ausland: in England, Frankreich und der Schweiz. (...)

→Bank des Vatikan IOR (Becciu: Basler Zeitung 24.05.2020, OR Nr. 24/15
    vom 12.06.2020, Immobilie London)
→Bank des Vatikan IOR (Anklage gegen Becciu, 28.07.2021)
→APSA (06.08.2021: erste Jahresbilanz der Güterverwaltung)

Immobiliensteuer Italiens

https://italien-hauskauf.de/ratgeber/wissenswertes/rechtliches-steuern/

G. Nuzzi, Seine Heiligkeit, S. 118

Im Jahr 2006 prangern die beiden Vorsitzenden der Radikalen Partei Marco Pannella und Emma Bonino gegenüber der Europäischen Gemeinschaft ein Privileg an, das Italien der katholischen Kirche eingeräumt hat: Kirchliche Gebäude, auch solche, die nicht religiösen Zwecken dienen, sind von der kommunalen Immobiliensteuer befreit. Es geht um „gewerbliche“ Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen, Heime und Institute, deren steuerliche Freistellung nicht in den Lateranverträgen festgehalten war.

Die Mühlen der Justiz und der Bürokratie mahlen langsam, sodass die Europäische Wettbewerbsbehörde erst 2010 mit dem Vorwurf, der katholischen Kirche nicht vorgesehene und nicht hinnehmbare „staatliche Hilfen“ gewährt zu haben, ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Italien einleitet. Dieser Schritt der EU ist für den italienischen Staat eine Zeitbombe. Falls aus Brüssel eine Verurteilung wegen Verletzung des Wettbewerbsrechts und unrechtmässiger staatlicher Hilfen erfolgen sollte, muss das bisherige Privileg aufgehoben werden. Italien wird von der Kirche einfordern müssen, was diese bisher nicht abgeführt hat, und dabei geht es um einen erklecklichen Betrag. Das Urteil gilt rückwirkend und würde die Steuern ab 2005 betreffen, zuzüglich der inzwischen aufgelaufenen Zinsen.

Um welche Summen geht es? Bezüglich der Höhe des Betrags beginnt das klassische italienische Zahlenballett. Die Italienische Bischofskonferenz spricht unter Berufung auf eine Analyse von Vieri Ceriani, dem damaligen Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, zunächst von 100 Millionen. Laut dem italienischen Gemeindeverband ANCI dürfte es sich um 500 bis 600 Millionen handeln. Einige setzen den Betrag noch höher an: „Nach inoffiziellen Schätzungen der  Steuerbehörde“ schreibt die Nachrichtenagentur ANSA am 24. Februar 2012, „handelt es sich um mögliche Einnahmen in Höhe von jährlich 2 Milliarden Euro.“ (…)

Der Einfachheit halber könnten wir den kirchlichen Immobilienbesitz in 3 grosse Gruppen untergliedern: Bildung und Kultur, Gesundheits- und Sozialwesen, kirchliche Gebäude. Die erste Gruppe umfasst 8’779 Schulen aller Art, Kindergärten, Grund- und Oberschulen, Universitäten und Musen. Weniger zahlreich sind die Immobilien im Gesundheitswesen mit 4’712 Gesundheitszentren. Dazu gehören 1’853 Pflegeheime und Krankenhäuser sowie die Einrichtungen zum Schutz des Lebens und der Familie, von denen es in Italien bereits 1’669 gibt.  Zur dritten Gruppe schliesslich, den kirchlichen Bauten, zählen beinahe 50’000 Liegenschaften, darunter 36’000 Pfarrhäuser.

→Spenden,  siehe auch „Lohn“       
→Wirtschaftssekretariat         
→APSA
→Lateranvertrag

Internet Vatikan und Homepage-Adressen

(siehe auch bei →App)

Vatikanweb im Jahre 2006: Zehn Millionen Zugriffe je Tag. Eine der meistbesuchten Webseiten der Welt. Internetbüro: 13 Mitarbeiter/innen, die Hälfte Frauen, alles Laien. Vorsteherin: Franziskanerin Sr. Judith Zoebelin, US-amerikanische Ordensfrau deutscher Vorfahren. Ort des Internetbüros: im Apostolischen Palast, Apothekenseite. Noch kein einziges Mal gehackt, d. h. noch niemand schaffte die vatikanische Webseite zu knacken.

OR 5 vom 30.01.2009
Papst Benedikt XVI. ist ab sofort auf der Video-Plattform „You Tube“ zu sehen. Mit einem eigenen Kanal und tagesaktuellen Beiträgen wolle der Vatikan ein praktisch globales Publikum erreichen, sagte der Sprecher des Heiligen Stuhles, P. Frederic Lombardi, bei der Vorstellung des Projektes. Er nannte das Angebot im Internet „einen der grossen Marktplätze der Kommunikation in der Welt von heute“. Geplant sind auf 
https://www.youtube.com/vatican

zunächst täglich ein bis drei kurze Nachrichtenbeiträge über Aktivitäten des Papstes und Ereignisse im Vatikan.

OR vom 29. Mai 2009
Der Vatikan ist mit der neuen Webseite 
https://www.pope2you.net  

(d. h. „Der Papst kommt zu dir“) im Internet. Zielgruppe sind nach Angaben des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel vor allem Jugendliche. Sie können sich zunächst auf italienisch, französisch, spanisch, englisch und deutsch auf der Seite informieren. Verschiedene Links führen etwa zum Auftritt bei „You Tube“ und zu einem „Facebook“-Profil des Papstes.

OR vom 28.08.2009
Der Vatikan hat einen Blick auf seine grossartigen Gartenanlagen freigegeben. Zusätzlich zu den fünf Webcams vom Petersplatz ist jetzt eine Kamera ständig auf die Papstvilla oberhalb der Albaner Berge gerichtet. Auf der Homepage des vatikanischen Governatorats 
https://www.vaticanstate.va 

kann man nun den Papst beim Spaziergang im Garten seiner Sommerresidenz sehen. Die Standbilder werden jeweils alle paar Minuten aktualisiert, in fünf Sprachen – darunter auch in Deutsch – informiert das Governatorat darin über die 80jährige Geschichte des Vatikanstaates, seine Justiz und seine Einrichtungen. Per Klick kann man zudem Informationen über neue Münz- und Briefmarken-Ausgaben einholen oder die Öffnungszeiten von den vatikanischen Museen oder der Apotheke abfragen. Der Erwerb von Münzen und Briefmarken soll künftig auch online möglich sein.

→Links

OR vom 27.08.2010, Nr. 34
Der Vatikan im Internet

Die offizielle Internetseite des Vatikans 
https://www.vatican.va 

wird täglich weltweit 3 Millionen  Mal aufgerufen. Diese Zahl nannte der Internet-Verantwortliche für den Kleinstaat, Lucio Adrian Ruiz. Zu besonderen Anlässen zähle man jedoch noch mehr Nutzer. Diese kämen vor allem aus den USA, Italien, Spanien, Deutschland und Brasilien, sagte Ruiz. Das grösste Interesse riefen die Internetseiten über das Portrait von Papst Benedikt XVI. hervor. Der Internet-Experte kündigte an, dass der Online-Auftritt des Vatikans künftig möglicherweise auch in arabischer und russischer Sprache verfügbar sein soll Es gebe gegenwärtig Planungen für eine solche Erweiterung des Sprachenangebots. Bislang ist die Vatikanseite in acht Sprachen, unter anderem auch in Deutsch, verfügbar. Zuletzt war chinesisch hinzugekommen. Gegenwärtig arbeite man an einer umfassenden Neugestaltung des Online-Angebots.

OR Nr. 18 vom 4. Mai 2012, S 4
Die katholische Kirche hat im Internet deutlichen Nachholbedarf, findet Kurienerzbischof Claudio Maria Celli, Präsident des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel. Weltweit sei beispielsweise erst die Hälfte aller Bistümer im Netz, sagte der Erzbischof in Heiligenkreuz bei Wien. Auch bei Online-Suchanfragen drohe die Kirche ins Hintertreffen zu geraten. Celli äusserte sich auf der Tagung „Gott im Web“, die in der österreichischen Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz stattfand. Das Stift selbst ist laut eigenen Angaben mit einer Homepage, einem Youtube-Videokanal und einer Facebook-Seite im Internet vertreten. Auf diese Weise liessen sich auch Menschen für die Belange der Kirche gewinnen, die sonst nicht mehr erreicht werden könnten, erläuterte der Medienverantwortliche des Stiftes, P. Karl Wallner.

Offizielle Website des Heiligen Stuhles                       https://www.vatican.va
Offizielle Webseite des Staates der Vatikanstadt        https://www.vaticanstate.va
Informationsportal des Vatikans:                                 https://vaticannews.va

(in e, i, sp, f und ab Juni 2012 in d)

→R, Radio Vatikan (Vatican News)               
→V, virtuell (Videos mit Ticketbestellungen: Museen, Roms Sehenswürdigkeiten)

(Nachweise: Material aus dem L’Osservatore Romano, von Radio Vatikan und dem Bulletin des vatikanischen Presseamtes)

Homepage- und E-Mail-Adressen in Zusammenhang mit dieser Homepage
nach ABC geordnet  (Stand August 2022)
Aktualität nicht gesichert

Billette bestellen für Generalaudienzen Vatikan
https://www.vatican.va/various/prefettura/index_ge.html

Verzeichnis der
Basilicae Minores in Deutschland   (siehe →Papstbasiliken)
https://wikipedia.org/wiki/Basilica_minor

Bergmessen und Gebirgswallfahrten, Termine für Exerzitien, meditative Wanderungen: Erzbistum München und Freising. Angebote für Bayern, das Salzburger Land, Tirol und Südtirol:
https://www.bergspiritualitaet.com

Deutsches Pilgerzentrum, Rom, 0039 06 6897 197
pilgerzentrum(at)libero.it
https://www.pilgerzentrum.net/wie-sind-wir-zu-erreichen

Eintrittskarten für Galleria Borghese, Kolosseum-Palatin-Forum Romanum, Caracalla-Thermen, Römisches Nationalmuseum:
https://www.rome-museum.com

Fotoservice (Bilderdienst L’Osservatore Romano)
https://photo.vaticanmedia.va/it/

Gärten, Vatikanische. Anmeldung für Besuche
visiteguidate.musei(at)scv.va

Gärten in Castel Gandolfo und Villen
https://www.omniavaticanrome.org/de/contacts/new

Hymne Vatikan
https://youtube.com/watch?v=ZCQCFvw8SOc

Italienische Glockengiesserei (ehemalige päpstliche Hoflieferantin) wirbt immer noch entsprechend (→Hoflieferanten)
https://www.campanemarinelli.com

Jugendliche werden angesprochen
https://www.pope2you.net

Kapitol
www.repubblica.it/static/multimedia/2010/tour-musei/

Kinder werden angesprochen (Streifzug durch Rom und den Vatikan)
https://www.katholisch.de

Lateranbasilika
https://de.wikipedia.org/wiki/Lateranbasilika

Museen, Vatikanische, virtuell
https://www.museivaticani.va/content/museivaticani/de.html

Nationalhymne Vatikan
http://de.wikipedia.org/wiki/Inno_e_marcia_Pontificale         

– Volkshymne an Pius IX. von Filippo Meucci und Gaetano Maggazine:
→Nationalhymne

Papst Pius IX.
https://www.papapionono.it

P: Uwer D., Das Recht der Papstwahl nach der Apostolischen Konstitution
 „Universi Dominci Gregis“:
https://www.nomokanon.de/abhandlungen/015.htm

Peterskirche, virtuell
https://www.vatican.va/various/basiliche/index_ge.html

Quirinal, virtueller Rundgang
https://palazzo.quirinale.it/visitevirtuali/visitevirtuali.html

Reisebüro
Päpstliches Reisebüro „Opera Romana Pellegrinaggio OPR“, Via della Pigna, Nähe Pantheon, untergebracht im Vikariatspalast, organisiert Pilgerreisen in die ganze Welt. In Zusammenarbeit mit der Fluggesellschaft „Mistral Air“, ursprünglich von Filmschauspieler Bud Spencer (Carlo Pedersoli) gegründet.
https://oprnet.org

Radio Vatikan, 24 Stunden lang. In Deutsch: 06.20, 16.00 und 20.20 Uhr
https://www.radiovaticana.de/

Rom, altes Rom: Karte, Forum Romanum, Kapitol, Palatin, Tal des Kolosseums, Kaiserforen, Marsfeld, Circus Maximus
https://www.roma-antiqua.de/

San Giovanni in Lateran, virtuell
siehe "Peterskirche", virtuell

Santa Maria Maggiore, virtuell
siehe "Peterskirche", virtuell

Sankt Paul vor den Mauern, virtuell
siehe "Peterskirche", virtuell

Segen, schriftliche Urkunden,  des Papstes für Geburt, Taufe, Hochzeit u. a. m.
papablessing(at)elemos.va
https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2020-02/almosenamt-segensurkunden.html

Sixtinische Kapelle, virtueller Rundgang
https://www.vatican.va/various/cappelle/sistina_vr/index.html   od

Twitterprofil des Papstes
Seit Juli 2011 auf Englisch und Italienisch abrufbar: @news_va_en

Virtueller Besuch von S. Maria Maggiore,  S. Paul vor den Mauern, S. Giovanni in Lateran, Sixtinische Kapelle
https://www.roma-antiqua.de/forum/threads/virtueller-besuch-von-kirchen.12770/

OR Nr. 49 vom 07.12.12, S. 1:
In 140 Anschlägen über Gott sprechen

Sicher ist bereits ein Teil der Nutzer des Internet in Aufruhr: Die Nachricht, dass Benedikt XVI. demnächst auf Twitter „zwitschern“ würde, ist im Handumdrehen um die Welt gegangen. Also schickt sich das soziale Netzwerk der „140 Anschläge“ an, wieder einmal den Papst zu Gast zu haben.

Tatsächlich geschah dies erstmals im Juni 2011, als Benedikt XVI. das vatikanische Internetportal einweihte und diese Geste eben mit einem „tweet“ begleitete. Nun ist es wieder soweit: Ab Mittwoch, 12. Dezember 2012, dem Fest „Unserer Lieben Frau von Guadalupe“, eröffnet Benedikt XVI. seinen offiziellen Twitter-Account. Unter @pontifex wird der Papst die erste Botschaft während der Generalaudienz um 12 Uhr über das Internetzwerk senden, wie der Direktor des Vatikanischen Presseamtes, P. Federico Lombardi SJ, bei der offiziellen Vorstellung mitteilte. Sie werde eine Frage des Glaubens berühren. Ab sofort können Internetbenutzer dazu Fragen an das Kirchenoberhaupt richten unter der Adresse #askpontifex. Geplant ist zunächst eine regelmässige Botschaft wöchentlich zu jeder Generalaudienz. Weitere Informationen stehen auf der homepage 
https://blog.twitter.com/
 
Die Beweggründe, technischen Daten sowie historische Bezüge dieser Initiative wurden am 3. Dezember den Journalisten vorgestellt. Dabei hiess es, die „tweets“ des Papstes sollen Gläubige und Nichtgläubige zur Diskussion und zum Dialog anregen. „Die Initiative“, so Erzbischof Claudio Maria Celli, Präsident des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel, „ist dem Wunsch des Papstes zu verdanken, alle Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen, die die neuen Technologien bieten und die typisch sind für unsere Zeit. „Im Übrigen“, so erklärte der Erzbischof, „äusserte der Papst bei der Generalaudienz am 28. November 2012 erneut seinen Wunsch, mit allen Menschen und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln über Gott zu reden. Die im Twitterformat in maximal 140 Zeichen verfassten Gedanken des Papstes könnten als „Perlen der Weisheit“ betrachtet werden, sagte Erzbischof Celli.    Siehe auch „App“

BaZ Basler Zeitung vom 13.01.2013, S. 32
2,5 Millionen Menschen folgen Papst auf Twitter

Rom. Papst Benedikt XVI. hat einen Monat nach seiner ersten Nachricht bei Twitter knapp 2,5 Millionen Nutzer gewinnen können, die ihm folgen. Allein mehr als 1,4 Millionen abonnierten bis Samstag seine englischen Botschaften, etwas weniger als 50’000 jene in deutscher Sprache. Allerdings zeigte sich das katholische Kirchenoberhaupt bislang nicht sehr aktiv: Erst knapp mehr als 20 Nachrichten wurden in den Kurznachrichten versendet. SDA

OR Nr. 50 vom 13.12.2013,  S. 3

Vor einer blinden Begeisterung für das Internet hat Papst Franziskus gewarnt. Dieses Medium biete „wertvolle Möglichkeiten“ für die katholische Kirche; die Gläubigen müssten sich jedoch gleichzeitig stets darüber im Klaren sein, dass es im Internet auch „Falschgeld, gefährliche Illusionen und Fallen“ gebe, sagte der Heilige Vater vor den Mitgliedern des Päpstlichen Rates für die Laien. Als „wichtigste Möglichkeit“ des Internets für die Kirche bezeichnete der Papst die Verkündigung der christlichen Botschaft. Das Internet allein reiche hierfür jedoch nicht aus. Es komme nicht nur auf die Technologie an, so Papst Franziskus. Im Mittelpunkt müsse auch weiterhin stets die Begegnung mit den wirklichen Menschen und ihren Sorgen und Nöten stehen.

OR Nr. 34 vom 22. August 2014, S. 3
Papst Franziskus folgen mehr als 15 Millionen Nutzer über den Kurznachrichtendienst Twitter. Damit hat er anderthalb Jahre nach seinem Amtsantritt weit mehr „Follower“ als alle anderen Religionsführer.

Vatikanstaaat und Rom: religiöse Sehenswürdigkeiten
https://www.museos.com/de/rom/vatikanstadt/

Verlagsbuchhandlung
https://www.vatican.va/roman_curia/institutions_connected/lev/index_ge.htm

Virtuelle Besuche Papstbasiliken und -kapellen
https://www.vatican.va

Bild ganz unten rechts antippen:

– Der Hl. Stuhl (Deutsch)
– Papstbasiliken und Papstkapellen:
1 Petersdom (und Grotten, Nekropole)
2 St. Giovanni in Laterano
3 S. Paolo fuori le mura
4 S. Maria Maggiore
5 Redemptoris Mater
6 Vatikanische Nekropole
7 Sixtinische Kapelle
8 Paulinische Kapelle

Wetterdienst SCV, Link
https://www.vaticanstate.va

You Tube: tagesaktuelle Beiträge aus dem Vatikan
https://www.youtube.com/vatican

Zeitung L’Osservatore Romano, Hörbeitrag deutsche Wochenausgabe
https://www.osservatore-romano.de

→Weitere Links: Startseite, Links

OR Nr. 50 vom 14. Dezember 2012, S. 4
Smartphone- und iPhone-Nutzer können die öffentlichen Auftritte von Papst Benedikt XVI. künftig live über eine neue Anwendung verfolgen. Die kostenfreie App soll für das Apple-iPhone bis Ende Dezember 2012 zur Verfügung stehen, wie der Päpstliche Rat für die sozialen Kommunikationen mitteilte. Versionen für andere Betriebssysteme sollen im Januar folgen. „Die App wird die Nachrichten-Website des Vatikans, news.va, beinhalten“, sagte der Sekretär des Päpstlichen Rates, Msgr. Paul Tighe. Alle öffentlichen Reden und Auftritte des Papstes, die für diesen Internetauftritt im Webcams gefilmt würden, seien über die „App“ abrufbar, so Msgr. Tighe.

OR Nr. 43 vom 25. Oktober 2013, S. 4

Der Vatikanstaat hat vom zuständigen Verband für die Vergabe von Internetadressen das alleinige Recht an der Domain „.catholic“ zugesprochen bekommen. Wie Radio Vatikan berichtete, gelten die Rechte des Päpstlichen Medienrates an dieser Domain auch für das kyrillische, arabische und chinesische Alphabet. Künftig werde der Vatikan nur Einrichtungen mit kanonischer Anerkennung einen Internetauftritt mit der Adresse „.catholic“ erlauben, gab ein Mitarbeiter des Medienrates gegenüber der US Nachrichtenagentur CNS an. Dies könnten etwa Diözesen, Pfarreien, Orden, katholische Universitäten, Schulen und Krankenhäuser sein. Ermöglicht werden solle somit eine „kohärentere (zusammenhängendere) und organisierte Präsenz der Kirche im Internet“.

OR Nr. 23 vom 6. Juni 2014, S. 4

Das vatikanische Internetportal www.vatican.va ist jetzt auch in einer arabischen Version online. Der neue Dienst wurde am 26. Mai 2014 freigeschaltet. Die Ausweitung erfolgte mit Blick auf die Bedeutung der Nahostreise von Papst Franziskus für die Bevölkerung der arabischen Welt, erklärte der Päpstliche Rat für die sozialen Kommunikationsmittel.

OR Nr. 15 vom 15.04.2016, S. 4
Unter der Domain „catholic“ können Institutionen der katholischen Kirche künftig eigene Internetseiten schalten. Das dafür zuständige Koordinierungsbüro mit der Bezeichnung „DotCatholic“ durch das vatikanische Mediensekretariat wurde kürzlich eingerichtet. Die Oberaufsicht liegt beim vatikanischen Staatssekretariat. Es geht darum, die katholische Lehre, Botschaften und Werte der Kirche besser für die grosse christliche Netzgemeinde zu erschliessen. Das Angebot richtet sich vor allem an Diözesen, Ordensgemeinschaften und andere katholische Institutionen. Start der Domain soll 2017 sein.

OR Nr. 41 vom 13.10.2017, S. 7
Vatikan-Kongress zum Schutz von Kindern im Internet

Mit der eindringlichen Warnung vor Missbrauch und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im Internet sowie dem dringenden Appell, weltweit dagegen vorzugehen, ist in Rom ein internationaler Kinderschutzkongress zu Ende gegangen. Mit einer „Erklärung von Rom“, die am Freitag, den 6. Oktober 2017, im Beisein von Papst Franziskus unterzeichnet wurde, rufen die Teilnehmer der Tagung die Verantwortlichen in Politik, Religionsgemeinschaften, Unternehmen, Medizin und Bildungseinrichtungen zum gemeinsamen Kampf auf. „Die weltweite Gemeinschaft verrät ihre Kinder“, heisst es in der Erklärung. (…)

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 1/2 2018, Januar, S. 2
Happy Birthday auf neuem Portal

Die neue Nachrichten-Website des Vatikans ist online. Unter der Adresse www.vaticannews.va sind in 6 Sprachen Nachrichten und andere Informationen aus dem Vatikan und zu Papst Franziskus verfügbar. Das Portal ist eines der bisher augenfälligsten Ergebnisse der Reformen von Papst Franziskus im Medienbereich. Noch handelt es sich bei der Seite um eine Beta-Version, doch die Nachrichten sind bereits aktuell. Als eine der ersten Meldungen konnte das Portal denn auch gleich Papst Franziskus zu seinem 81. Geburtstag am 17. Dezember 2017 gratulieren.

OR Nr. 1 vom 05.01.2018, S. 3
Vatikan gibt Predigt-App heraus

Mit einer „Clerus-App“ will der Vatikan bessere Predigten fördern. Die Anwendung stellt jeweils ab Donnerstag eine Auslegung  für das Evangelium des folgenden Sonntags auf dem Smartphone bereit. Entwickelt wurde die Predigthilfe von der Kongregation für den Klerus, gemeinsam mit dem vatikanischen Mediensekretariat. Zielgruppen seien „all jene, die das Wort Gottes der Sonntagsliturgie vertiefen und meditieren wollen“, teilte die Kongregation mit. Erhältlich ist die App vorerst in einer italienischen Version im Google Play Store für Android.

OR Nr. 2 vom 12.01.2018, S. 3
Stuttgart. Eine neue Internetseite zur Situation orthodoxer und altorientalischer Christen in ihren Heimatländern und in der Bundesrepublik Deutschland ist seit dem Neujahrstag online. Die Website www.ostkirchen.info bemüht sich zum einen um die Vernetzung lebenden ostkirchlichen Christen, die meist in kleinen Splittergruppen geografisch weitflächig verteilt leben. Ein weiteres Ziel des Internetportals sind Informationen über die oft schwierige politische Situation in ihren Heimatländern, von denen viele als „Wiege des Christentums“ gelten.

OR Nr. 2 vom 12.01.2018, S. 4
Mehr als 4 Millionen Menschen weltweit haben bisher  die Social-Media-Angebote des neuen Onlineportals „Vatican News“ auf Twitter, Facebook, Youtube und Instagram abonniert.

OR Nr. 5/6 vom 01.02.2019, S. 3
Sorgsamer Umgang mit Internet

Vatikanstadt. Papst Franziskus mahnt einen sorgsamen Umgang miteinander im Internet in den „Social Media“ an. Das Internet sei nicht nur „Quelle von Wissen und Beziehungen“, sondern auch „ein Ort, der in besonderer Weise anfällig ist für Desinformation“, heisst es in der Botschaft des Papstes zum diesjährigen 53. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. Auch sei das Netz anfällig für „eine bewusste und gezielte Deformierung von Fakten und zwischenmenschlichen Beziehungen“, die oft diskreditierende Züge annehmen“.

Franziskus wirbt für ein Netz des Dialoges und der Gemeinschaft in Ergänzung zu realen Beziehungen. „Das ist das Netz, das wir wollen. Ein Netz, das nicht als Falle genutzt wird, sondern der Freiheit und dem Schutz einer Gemeinschaft freier Menschen dient“.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 24/25 Juni 2019, S. 2
Internet soll nicht Desinformationen dienen

Anlässlich des Welttags der Sozialen Kommunikationsmittel am 02.06.2019 hat Papst Franziskus einen sorgsameren Umgang miteinander im Internet und in Sozialen Netzwerken angemahnt. Das Internet sei nicht nur „Quelle von Wissen und Beziehungen“, sondern auch „ein Ort, der in besonderer Weise anfällig ist für Desinformation“, heisst es in der Papstbotschaft zum katholischen Mediensonntag. Die Kollekte am Mediensonntag kommt auch der katholischen Presse in der Schweiz zugute, unter anderem den katholischen Medienzentren in Zürich, Lausanne und Lugano.

OR Nr. 25 vom 21.06.2019, S. 3
Vatikanstaat mit neuem Internetauftritt

Vatikanstadt. Mit einem neuen Internetauftritt will der Vatikan die Dienste des päpstlichen Vatikanstaates besser präsentieren. Für auswärtige Besucher der am 11. Juni 2019 freigeschalteten Seite dürften vor allem Angaben zu den Vatikanischen Museen interessant sein. Daneben finden sich auf vaticanstate.va Informationen zum Petersdom, zu den Vatikanischen Gärten, dem Apostolischen Palast und der r^früheren Sommerresidenz in Castel Gandolfo.

Ein weiterer ausführlicher Menüpunkt bietet eine Übersicht zu den Verwaltungsorganen  des Staates der Vatikanstadt, wie der kleinste Staat der Welt heisst. Unter den präsentierten Diensten sind auch Informationen des vatikanischen Münzamtes und der Post zu finden.

Bisher bietet die auch für die mobile Endgeräte konzipierte Seite nur Inhalte in italienischer Sprache. Andere sollen folgen. Der Start der neuen Website erfolge parallel zum Inkrafttreten des neuen „Gesetzes zur Leitung des Vatikanstaates“, heisst es in einer Mitteilung des vatikanischen Presseamtes. Im Zuge seiner Kurienreform hatte Papst Franziskus Anfang Dezember das neue Gesetz erlassen; es ersetzt eine entsprechende Ordnung von Papst Johannes Paul II. von 2002.

Kath. Wochenzeitung Baden 22/2020 Mai, S. 11
Zu wem sollen wir sagen: „Bitte für uns arme Internetsurfer“?

Als möglicher Schutzpatron des Internets kursieren zwei Favoriten: Erzbischof und Enzyklopädist Isidor von Sevilla (560-636, spanischer Schriftsteller und Gelehrter) sowie Carlo Acutis (1991-2006, Computerexperte, katalogisiertes eucharistisches Wunder, der Seligsprechungsprozess ist eingeleitet):

Intrigen in der kath. Kirche

https://nzz.ch/schweiz/missbrauchsskandal-intrigen-in-der-katholischen-kirche-ld.147630

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 21/2012, Mai 2012, S. 20
Schlaglicht
„Sancta ecclesia intrigans“

Nicht nur in Basel, sondern in der katholischen Kirche in manchen Kantonen gehört das Intrigieren zum Tagesgeschäft. Was wird da nicht alles hinter vorgehaltener Hand weitergegeben. Was werden nicht Mitarbeitende schlecht gemacht. Kritische Leute werden in erster Linie zum Rücktritt aufgefordert. Ihre Argumente werden verkehrt. Ihre Haltung wird als Kirche zerstörend qualifiziert.

Die nächste Synode wird sich mit einem gravierenden Vorfall dieser Art auseinandersetzen müssen. Es ist zu hoffen, dass das ehrlich geschieht, dass nicht vertuscht und über Intrigen intrigiert wird. Die Synode wird zeigen, ob man dem Intrigantentum einen Riegel schieben will. Sie werden in der Berichterstattung über die kommende Synode davon hören. Dr. theol. Xaver Pfister.

→Päpstliche Wohngemeinschaft (Kammerdiener)

Islam

https://de.wikipedia.org/wiki/Islam

Katholische Wochenzeitung Baden  30-32/2017 Juli, S. 4
Erzbischof von Strassburg kritisiert das „Schweigen“ von Kirche und Medien zur Islamisierung

Der Erzbischof von Strassburg, Luc Ravel, kritisierte scharf die höchste Führung der Katholischen Kirche in Frankreich. Er beschuldigte seine Mitbrüder an der Spitze der Französischen Bischofskonferenz, in Sachen Masseneinwanderung und demographischer Veränderungen im Land „Komplizen“ des „Schweigens der Medien“ und der „politischen Korrektheit“ zu sein.

Der Erzbischof sieht in der wachsenden Geburtenrate der Muslime in Frankreich sich verwirklichen, was der Schriftsteller Renaud Camus in seinem Buch als „Le grand remplacement“, der „Grosse Austausch“ vorhersagte. Gemeint ist eine Rede Camus‘ im Jahr 2010, aus der 2011 das gleichnamige Buch entstand, das den „grossen Bevölkerungsaustausch“ in Frankreich beschreibt und kritisiert, der durch die Globalisierung stattfindet.

Diese These lautet, dass durch die Masseneinwanderung zwar äusserlich die Bevölkerungszahl eines Landes mehr oder weniger gleichbleibt, aber innerhalb weniger Generationen das Volk ausgewechselt wird, von dem das Land bewohnt wird, und die Werte, die darin gelten, sich ändern.

Camus schildert, dass durch die Einwanderungspolitik Brüssels die grösste Veränderung von Volk und Werten seit der Völkerwanderung ausgelöst wurde.
(…)
Erzbischof Ravel: Muslime sagen ganz offen: „Eines Tages gehört das alles uns“. Nun wiederholte der Erzbischof von Strassburg sinngemäss diese Aussage: „Die Muslime sind sich ihrer hohen Geburtenrate bewusst … Sie nennen es den „grossen Austausch“. Sie sagen es ganz offen, dass „eines Tages das alles uns gehört.“ (…)

Istituto Svizzero di Roma (Kulturzentrum)

https://de.wikipedia.org/wiki/Istituto_Svizzero_di_Roma

OR Nr. 11 vom 17.03.2017, S. 5, Bernhard Hülsebusch
Das Istituto di Roma – Stipendiaten und reger Kulturaustausch

Es ist das jüngste römische Kulturzentrum aus dem deutschsprachigen Raum: Das Schweizerische Institut – wo man gemäss der eidgenössischen Praxis natürlich auch italienisch und französisch spricht. Derzeit beherbergt es 11 avantgarde-orientierte Stipendiaten. Sein Standort, die Villa Maraini hat eine hochinteressante Geschichte (mit Zweigstelle in Mailand):

  • Das Institut hat eine Doppelfunktion: einerseits als schweizerisches Kulturzentrum in Rom, anders ermöglicht es jungen talentierten Schweizern, eigene Arbeiten der Forschungen in einem Zentrum der klassischen Kultur durchzuführen.
  • Aufenthalt: von September bis Juli des folgendes Jahres: „Anno Accademico“
  • Finanzielle Zuschüsse: sich wenden an die Heimatstädte, Heimatkantone oder andere Stiftungen
  • Bibliothek des Institutes: 45’000 Büchern sowie 130 Fachzeitschriften in mehreren Sprachen
  • „Wir unterstützen die breitgefächerte und häufig interdisziplinäre Tätigkeit unserer Residenti nach Kräften“, betont die ISR-Direktorin Jöel Comé.
  • Praktische Hinweise: Istituto Svizzero die Roma ISR, Via Ludovisi 48 (Villa Maraini, zwischen Via Veneto und der Villa Borghese). Tel. 06 42011271 und 42014798. Kontaktadresse: media@istitutosizzero.it
    Jeden Montag Führungen durch die schlossartige Villa Maraini (Ticket Euro 5), Gratiseintritt zu allen Veranstaltungen des ISR.

Italien und die italienische Kirche

https://de.wikipedia.org/wiki/Italien
https://de.wikipedia.org/wiki/Italienische_Bischofskonferenz

BaZ Basler Zeitung vom 29. Januar 2013, S. 6:
Erfolge im Kampf gegen Sozialbetrug in Italien

Rom. Die italienische Finanzpolizei ist im vergangenen Jahr 22’000 Fällen von Sozialbetrug im Gesamtumfang von über 5 Milliarden Euro nachgegangen. 2012 kassierten laut dem Jahresbericht der Generaldirektion 3’556 falsche Arme unberechtigt Unterstützung für Krippenplätze oder Studium, 1’047 vorgetäuschte Invalide und 3’297 falsche Landarbeiter seien angezeigt worden. In 395 Fällen kassierten demnach Familien Renten für verstorbene Verwandte. Und 1’274 Mitarbeiter im öffentlichen Dienst übten illegal Nebentätigkeiten aus. SDA

OR Nr. 20 vom 17. Mai 2013, S. 3
65’000 katholische Kirchen in Italien

Italien – Land der Kirchen: Zwischen Bozen und Palermo stehen dreimal mehr katholische Gotteshäuser als in Deutschland. Nach Angaben der italienischen Bischofskonferenz zählt das Land 65’000 katholische Kirchen. Nicht mitgerechnet seien Kirchen und Kapellen in Privatbesitz, so der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Msgr. Mariano Crociata. In Italien leben 57,5 Millionen Katholiken; Deutschland mit 25 Millionen Katholiken zählt laut der Deutschen Bischofskonferenz 24’500 katholische Gotteshäuser. Wie Msgr. Crociata weiter berichtete, werden derzeit 720 Kirchen und andere katholische Kultgebäude restauriert.

OR Nr. 8 vom 26.02.2016, S.  3
Die Geburtenzahl in Italien ist im vergangenen Jahr auf ein neues Rekordtief gesunken. Wie italienische Medien unter Berufung auf die nationale Statistikbehörde Istat meldeten, wurden 2015 in dem Land nur noch 487’800 Kinder geboren. 2,9 % weniger als im Vorjahr. Dies sei die niedrigste Zahl seit der Einigung des Landes im Jahre 1861. Zudem sind italienische Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes immer älter.

Katholische Wochenzeitung Baden CH, 12/2016 März, S. 4
Italiens Geburtenzahl sinkt auf Rekordtief

Italiens Gesundheitsministerin mahnte gegenüber der Presse mehr Unterstützung für Mütter und junge Familien an. Die bisherigen Leistungen reichten nicht aus. „Die leeren Wiegen sind das wirtschaftliche Hauptproblem des Landes“. Die Geburtenzahl in Italien ist im vergangenen Jahr auf ein neues Rekordtief gesunken. Wie italienische Medien unter Berufung auf die nationale Statistikbehörde Istat meldeten, wurden 2015 in dem Land nur noch 487’800 Kinder geboren, 2,9 % weniger als im Vorjahr. Dies sei die niedrigste Zahl seit der Einigung des Landes im Jahre 1861. Zudem sind italienische Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes immer älter. 2015 waren Erstgebärende im Durchschnitt 31 Jahre und 7 Monate alt. 5 Jahre zuvor waren sie im Mittel noch 3 Monate jünger. Den Geburten standen 653’000 Todesfälle gegenüber. Insgesamt leben in dem Land laut Statistik noch rund 60,6 Millionen Italiener. Davon sind 22 % älter als 65 Jahre. Italiens Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin mahnte gegenüber der Presse mehr Unterstützung für Mütter und junge Familien an. Die bisherigen Leistungen reichten nicht aus. „Die leeren Wiegen sind das wirtschaftliche Hauptproblem des Landes“, zitierte die Tageszeitung „Il Messaggero“ die Ministerin. Neben besseren Rahmenbedingungen für eine Familiengründung müsse die Gesellschaft Müttern wieder mehr Wertschätzung entgegenbringen. Sie verdienten mehr soziales Prestige.

→Rom, Altes
→Rom, Tatsachen und Meinungen
→R, Erweiterte Themen: Römische Frage 1870 bis 1929
→R, Erweiterte Themen: Römisches Jahr im alten Rom, nach Christi Geburt

Katholische Wochenzeitung Baden CH, 16/2016 April, S. 3
Italien: Nur mehr jeder Zweite bezeichnet sich als „katholisch“

Katholiken sind zwar weiterhin die grösste Religionsgemeinschaft Italiens, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung schrumpft aber. Nur noch die Hälfte der Italiener bezeichnet sich als katholisch. Das hat eine Umfrage ergeben, die von der italienischen Tageszeitung „L’Unita“ Ende März 2016 veröffentlicht worden ist. Die Katholiken sind immer noch die zahlenmässig grösste religiöse Gemeinschaft Italiens, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung hat allerdings abgenommen. Etwa 20 % bezeichnen sich selbst als Atheisten, 13 % sahen sich als „Christen“, ohne eine Konfession anzugeben, 8 % gaben an, an „ein höheres Wesen“ zu glauben. Nur jeweils 4 % bezeichneten sich als Orthodox oder Protestantisch. Juden, Hindus und Moslems kamen auf jeweils 1 % der Befragten.

bz Basellandschaftlliche Zeitung vom 12.05.2016
Renzi peitscht Homo-Ehe durchs Parlament

Italien erhält als letztes westeuropäisches Land ein Gesetz zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Ehen ohne Trauschein. Zu diesem Zweck griff Regierungschef Matteo Renzi gestern Abend einmal mehr zum Mittel der Vertrauensabstimmung, welche die Regierung mit 369 zu 193 Stimmen überstand. (D.S.)

OR Nr. 24 vom 16.06.2017, S. 1
Besuch des Papstes im Quirinal

Papst Franziskus ist am Samstag, 10. Juni 2017 von Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella zu einem offiziellen Besuch empfangen worden. Bei seiner Rede im römischen Quirinalspalast lobte der Papst Italiens Engagement in der Flüchtlingskrise. Zugleich wiederholte er seinen Appell für mehr Beschäftigungschancen für junge Menschen. Die dafür nötigen finanziellen Ressourcen dürften nicht „abgezweigt und vorrangig für spekulative Investitionen verschwendet werden“. Sichere Arbeit und politischer Rückhalt für Familien seien Bedingungen für das Wachstum und Säulen des Gemeinwesens. Weiter mahnte er bessere Beziehungen zwischen Bürgern und Institutionen an.

Im Verhältnis zwischen Staat und Kirche in Italien würdigte Franziskus mit einem Begriff seines Vorgängers Benedikt XVI. die „positive Laizität (weltanschauliche Richtung, die die radikale Trennung von Kirche und Staat fordert). Dank der vertrauensvollen Zusammenarbeit und zugleich strikten Unterscheidung der Zuständigkeiten hätten beide Seiten „exzellente“ Beziehungen.

Italien habe „die Last und die Ehre“, den Leitungssitz der katholischen Kirche bei sich zu haben, so der Papst. Seine Amtsausübung wäre nicht möglich „ohne die grosszügige Verfügbarkeit und Zusammenarbeit des italienischen Staates“. Umgekehrt finde Italien in der katholischen Kirche stets den „besten Verbündeten“ für das Wachstum der Gesellschaft.

Radio SRF 1, Zytlope 19.08.2017, Th. C. Breuer

„In Italien wird jede zweite Minute ein Auto gestohlen.“

Der Handtaschenraub (scippo):
https://www.mein-italien.info/wissenswertes/scippo.htm

OR Nr. 10 vom 09.03.2018, S. 4
Am Sonntag, dem 4. März 2018, fanden in Italien die Wahlen zu Senat und Abgeordnetenkammer statt, ausserdem Regionalwahlen in der Lombardei und in Latium. Als wichtige Aufgaben einer neuen italienischen Regierung benannte die Tagesausgabe unserer Zeitung die Wiederherstellung von Vertrauen sowie einen intensiveren Dialog mit den europäischen Nachbarn. Dieser sei eine unbedingte Voraussetzung, um die grossen Herausforderungen Italiens wie Migration „geplant und effektiv angehen zu können“. Die 3 wichtigsten innenpolitischen Herausforderungen seien der Umgang mit einer „konstanten Alterung der Bevölkerung“ mit dem höchsten Anteil Über-60-jähriger in Europa, die Verringerung der öffentlichen Schulden gemäss den EU-Vorgaben sowie die  Belebung des Arbeitsmarktes.

OR Nr. 18 vom 04.05.2018, S. 9
Von Erdbeben beschädigte Kirchen in Italien werden Ziel von Plünderern

Rom. In Italien wird die Plünderung von erdbebengeschädigten Kirchen zum Problem. Aus der seit 6 Jahren geschlossenen Pfarrkirche von Quistello bei Mantua in der Lombardei entfernten Unbekannte ein 2 Meter hohes Kruzifix mitsamt einer vergoldeten Umrahmung. Ausserdem kamen ein Reliquienkästchen mit einem Knochenfragment des heiligen Apostels Bartholomäus und eine Skulptur der Gottesmutter Maria als Kind abhanden, wie die Tageszeitung „Gazzetta di Mantova“ berichtet.

Anfang April war aus einer Kirche in dem nahegelegenen Dorf Bondeno ein komplettes Chorgestühl aus dem 17. Jahrhundert verschwunden, zudem wurden 2 Weihwasserbecken und ein Teil eines Baldachins entwendet. Die Diebe hatten eigens ein Gerüst installiert, um die an der Apsiswand umlaufenden Sitzreihen mit ihren kostbaren Schnitzreliefs abzubauen.

Eine auf Kunstraub spezialisierte Sondereinheit der Carabinieri spürte den hölzernen Chor nach einer Woche in einem Magazin bei Brescia wieder auf. Zu den Umständen und möglichen Auftraggebern des ungewöhnlichen Diebstahls gab die Polizei bislang keine Einzelheiten bekannt.

Wie in Quistello war auch die Kirche San Tomaso in Bondeno durch das Erdbeben 2012 unbenutzbar geworden. Laut Medienberichten bat die Pfarrgemeinde schon damals, das Chorgestühl in eine provisorische Kirche zu übertragen. Dies habe das zuständige Denkmalamt in Absprache mit der Diözesanleitung aus konservatorischen Gründen abgelehnt.

OR Nr. 21 vom 25.05.2018, S. 3
Papst Franziskus hat sich besorgt über den zunehmenden Mangel an Priestern und Ordensleuten in Italien geäussert. Der „Verlust an Berufungen“ betreffe auch die Bischöfe als Leiter ihrer Diözesen, sagte Franziskus zum Auftakt der Vollversammlung der Italienischen Bischofskonferenz (CEI) am Montagabend, 21. Mai, im Vatikan. Diese Entwicklung sei Frucht einer „Kultur des Provisorischen, des Relativismus und der Diktatur des Geldes“, so der Papst. Als weitere Gründe nannte er den Geburtenrückgang, Skandale in der Kirche und Ängstlichkeit, sich zum Glauben zu bekennen. Als ersten praktischen Schritt zur Lösung der Krise schlug der Heilige Vater den italienischen Bischöfen vor, untereinander Priester auszutauschen. So könnten Diözesen mit vielen Geistlichen einige von ihnen in andere Diözesen mit Priestermangel entsenden.

OR Nr. 18 vom 03.05.2019, S. 3
Kardinal Bagnasco beklagt hohe Arbeitslosigkeit in Italien

Rom. Zum Tag der Arbeit hat der italienische Kardinal Angelo Bagnasco die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit in seiner Heimat beklagt. „Arbeit bleibt das erste Ziel, die erste Dringlichkeit in unserem Lande“, sagt der Erzbischof von Genua laut Medienberichten. Ohne Arbeit sei es nicht möglich, Lebenspläne zu verwirklichen. Die Arbeitslosenquote in Italien lag nach jüngsten Angaben des italienischen Statistikamtes „Istat“ im März bei 10,2 % – und damit höher als in vielen anderen Ländern. Die italienische Bischofskonferenz forderte in ihrer Botschaft zum 1. Mai mehr Investitionen in Bildung und eine bessere Einbeziehung von Menschen am Rand der Gesellschaft, um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Der für soziale Fragen zuständige Erzbischof Filippo Santoro sagte dem Portal „Vatican News“, wichtig seien nicht nur Ausbildung und die Fähigkeit zur Teamarbeit, sondern es gehe auch um eine „Vertiefung der Menschenwürde“.

OR Nr. 22 vom 31.05.2019, S. 3
Franziskus ruft italienische Bischöfe zur Kollegialität auf

Vatikanstadt. Mit Mahnungen zur Kollegialität zwischen Bischöfen und deren Sorge um ihre Priester hat Papst Franziskus am Montag, 20.05.2019, die Vollversammlung der Italienischen Bischofskonferenz eröffnet. Zudem forderte er die weitere Umsetzung seiner Reformen bei kirchlichen Ehegerichtsverfahren. Zu Überlegungen einer eigenen Synode der Kirche Italiens sagte er, ein solches Vorhaben müsse auf jeden Fall die Bedürfnisse und Erfahrungen der Basis aufgreifen. Dabei erinnerte der Papst an den Nationalkonvent der italienischen Kirche 2015 in Florenz: Damals hatte er „die Menschen, die Jesus nachfolgen“, aufgerufen, stets in Kontakt zu bleiben mit der Realität, wie sie die Menschen erlebten.

Bei den Beratungen der Bischöfe ging es um die Arbeit von Missionaren, weshalb auch 15 Missionare an dem Treffen teilnahmen. Die Bischofskonferenz stimmte zudem über die Reform ihrer Leitlinien zum Umgang mit Missbrauch ab. Ein weiteres Thema der Vollversammlung war eine Konferenz zu Frieden und Spiritualität im Mittelmeerraum, die im Februar 2020 im apulischen Bari stattfinden wird, sowie Aufgaben der Seelsorge im Zeitraum 2020 bis 2025.

OR Nr.  24 vom 14.06.2019, S. 2
Italien gibt 300 Millionen Euro für Erdbebenschäden

Rom. Die italienische Regierung will 300 Millionen Euro zum Wiederaufbau der bei Erdbeben in Mittelitalien beschädigten Kulturgüter bereitstellen, teilte die Bischofskonferenz des Landes in der vergangenen Woche nach einem Treffen von Bischöfen aus Erdbebenregionen mit Ministerpräsident Giuseppe Conte in Rom mit. Das Geld soll demnach auch zum Wiederaufbau von und 600 Kirchen verwendet werden. Insgesamt wurden nach Angaben der Bischöfe Erdbebenschäden an 3’000 mittelitalienischen Kirchen festgestellt.

An der Begegnung in Rom nahm auch der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, teil. Die Bischöfe beklagten bei der Unterredung Verzögerungen beim Wiederaufbau der oft durch bürokratische Hürden erschwert werden. Conte kündigte an, die Gesetzeslage zu prüfen und entsprechende Verfahren zu erleichtern.

OR Nr. 26 vom 28.06.2019, S. 2
Kardinalstaatssekretär kritisiert Mafia-Unkultur

Reggio Calabria. In scharfer Form hat Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin eine anhaltende mafiöse Unkultur in Kalabrien kritisiert. „Kriminelle und mafiöse Aktivitäten mit ihren besorgniserregenden Folgen von Schweigekultur und Korruption“ stünden in krassem Gegensatz zur christlichen Botschaft, so Kardinal Parolin bei einem Fronleichnams-Gottesdienst am Donnerstag, 20.06.2019, im südlichen italienischen Gioia Tauro nahe Reggio Calabria.

Zwar habe sich in den vergangenen Jahren vieles verbessert. Doch noch immer litten die Menschen im Süden Italiens unter grossen wirtschaftlichen und sozialen Problemen. Es gebe noch sehr viel zu verbessern, sei es von Seiten des Staates, durch die Privatwirtschaft wie auch durch Gewissensentscheidungen der einzelnen Bürger. Dabei komme auch der Kirche und den Christen eine grosse Verantwortung zu, betonte Kardinalstaatssekretär Parolin in seiner Predigt.

Es sei verständlich, wenn viele Menschen nach Jahren vergeblichen Wartens enttäuscht seien. Aber es gebe genügend Gründe für eine positive Entwicklung gerade dieser wichtigen Region Kalabriens, sei es industriell, landwirtschaftlich und touristisch. Den Gottesdienst feierte Parolin in einer Kirche, die auf einem vom Staat konfiszierten ehemaligen Mafia-Grundstück gebaut wurde.

Im vergangenen Jahr hatte auch Papst Franziskus bei seinem Besuch in Sizilien Christen und Kirche den Einsatz gegen mafiöses Denken und Strukturen besonders ans Herz gelegt. Dabei hatte er einen Priester, der von Mafiakillern erschossen worden war, seliggesprochen.

Kath. Wochenzeitung Baden 27/2019 Juli, S. 11
Italienischer Priester mit 7 Kindern begeht 100. Geburtstag (*04.06.1919)

Don Probo Vaccarini wurde, nach dem Tod seiner Frau, mit 69 Jahren zum Priester geweiht – seine 4 Söhne schlugen alle die geistliche Laufbahn ein. (…)

BaZ Basler Zeitung vom 30.01.2020, S. 17 Kultur
Italien bekommt neues Vaterunser – wir nicht

Italiens Katholiken bekommen ein neues Vaterunser. Die Bitte „Führe uns nicht in Versuchung“ lautet in der offiziellen italienischen Fassung künftig „Überlasse uns nicht der Versuchung“. Der Theologe und Erzbischof Bruno Porte sagte der Internetsite „Vatican News“, dass Gott „uns irgendwie ein Falle stellt“, sei „absolut nicht hinnehmbare Vorstellung“. Ein entsprechend geändertes Messbuch soll laut Porte nach Ostern erscheinen. Mit Beginn des neuen Kirchenjahrs am 1. Advent tritt die Neuerung in Kraft, also am 29.11.2020.

Porte sagte, den Gläubigen sollte die Umstellung keine grossen Probleme bereiten. Die veränderte Übersetzung solle helfen, das Vaterunser „bewusster zu beten und näher an dem, was die Intention (Absicht) Jesus war“, so der Erzbischof von Chieti-Vasto, der mehrere Jahre Mitglied der Internationalen Theologenkommission im Vatikan war.

„Keine gute Übersetzung“. In Frankreich beten die Gläubigen das Vaterunser bereits seit Anfang Dezember 2017 in der geänderten Fassung, die Kirchen in der französischsprachigen Schweiz haben am Ostersonntag 2018 die neue Übersetzung des Gebets eingeführt. Die Bischöfe im deutschsprachigen Raum, also auch der Deutschschweiz, sehen indessen bis heute keinen Änderungsbedarf. Es wird wie bisher gebetet.

Angestossen hat die Diskussion Papst Franziskus im Dezember 2017. Die – im Italienischen und im Deutschen ähnlich übersetzte – Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“ sei „keine gute Übersetzung“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt dem italienischen Sender TV2000 damals. Es sei nicht Gott, sondern Satan, der den Menschen in Versuchung führe. Ein Vater mache so etwas nicht, so Franziskus, sondern er helfe, wieder aufzustehen. (red)

OR Nr. 48 vom 29.11.2013, S. 4
Mehr als 7 Millionen Pilger sind im „Jahr des Glaubens“ in Rom registriert worden. Diese Zahl berücksichtigt jedoch nur die organisierten Wallfahrten und jene Pilger, die ihre Anreise mitgeteilt hätten, sagte der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung. Vor allem Pfarreien seien unter den Pilgergruppen stark vertreten gewesen, so Erzbischof Fisichella, der für die Organisation des Themenjahres verantwortlich war. Er hob zudem hervor, dass das „Jahr des Glaubens“ nicht nur in Rom, sondern in der gesamten Weltkirche begangen worden sei.

OR Nr. 7 vom 14.02.2020, S. 4
Papst Franziskus wird am 24.05.2020 Acerra nördlich von Neapel besuchen. Die Gegend ist wegen brennender Müllkippen als „Feuerland“ bekannt. Seit Jahrzehnten wird dort von der Mafia tonnenweise Müll illegal entsorgt, darunter Giftmüll, Krankenhausabfälle und Industrieschlamm. Acerra zählt mit einem gehäuften Auftreten von Krebserkrankungen zusammen mit den Orten Nola und Marigliano zum sogenannten „Todesdreieck“.  Der Papst wolle „zusammen mit den Bischöfen vor allem jener Diözesen, die am stärksten von der Umweltverschmutzung betroffen sind, die Leiden unseres Volkes hören“, erklärte Acerras Bischof Antonio Di Donna. Der Besuch sei ein Appell an die Politik, „Wahrheit zu schaffen“ und für eine nachhaltige Entwicklung der Region zu sorgen. Das Tagesprogramm sieht morgens eine Begegnung mit den Bischöfen, Pfarrern und Bürgermeistern sowie mit betroffenen Familien und anschliessend die Feier der heiligen Messe auf der Piazza Calipari am Stadtrand vor. Der 24. Mai ist der 5. Jahrestag der Veröffentlichung der Enzyklika Laudatio si‘.
https://de.wikipedia.org/wiki/Acerra

OR Nr. 22/23 vom 29.05.2020, S. 3
Rom. Erhebungen zufolge ist die Zahl der  Armen in Italien seit Beginn der Corona-Krise Ende Februar 2020 um eine Million gestiegen. Für den am 21.05.2020 veröffentlichten Bericht beruft sich der Nahrungsmittel- und Landwirtschaftsverband Coldrietti auf Zahlen der Caritas sowie der Tafeln in Italien. Diese verzeichneten einen Anstieg von Hilfsfragen um 40 %. Damit erhöht sich die Zahl jener Menschen, die Lebensmittelhilfen brauchen, auf 3,7 Millionen.

OR Nr. 28/29 vom 10.07.2020, S. 3
Rom. Eine deutliche Zunahme der Armut durch den strikten Corona-Lockdown in Italien hat die Caritas des Landes verzeichnet. Von den mehr als 450’000 zwischen März und Mai unterstützten Bedürftigen seien 34 % „neue Arme“, teilte die kirchliche Hilfsorganisation mit. Das heisst, die Betroffenen hätten sich während der landesweiten Ausgangssperre zum ersten Mal an kirchliche Hilfseinrichtungen gewandt. Mehr als 60 % der in der Coronaphase unterstützten Menschen seien Italiener. In vielen Fällen handle es sich um Gelegenheitsarbeiter ohne soziales Sicherheitsnetz.

OR Nr. 7 vom 19.02.2021, S. 3

Neapel. Erzbischof Domenico Battaglia will entschieden gegen die Camorra (Mafia in Neapel und Kampagnien) und organisierte Kriminalität vorgehen. „Die Kirche ist aufgerufen, in diesem Kampf eine prophetische Rolle zu spielen“, sagte er der Tageszeitung „Avvenire“. Die Camorra verspreche Freiheit und schnelle Gewinne, in Wirklichkeit habe sie die Menschen gefangen, so der Erzbischof von Neapel. Die einzige Waffe von Kirche und Staat in diesem Kampf sei Glaubwürdigkeit.

→Liturgie (Anstoss für die liturgische Pastoral in Italien)

OR Nr. 23 vom 09.06.2023, S. 3
Papst ruft Kirche in Italien zu gemeinsamem Handeln auf

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat die Kirche in Italien zu germeinsamem Handeln aufgerufen. Es bestehe die Versuchung, die Seelsorge einigen "qualifizierten Akteuren" zu überlassen und den Rest der Gläubigen als blosse Empfänger von deren Aktionen zu sehen, sagte der Papst am Donnerstag, 25.05.2023, vor der Vollversammlung der Italienischen Bischofskonferenz im Vatikan. Es sei jedoch jeder Getaufte dazu aufgerufen, sich aktiv im Leben und der Mission der Kirche einzubringen. Franziskus warnte zudem vor zu  viel Bürokratie und Formalismus, die das Vorankommen und die Begegnung mit Männern und Frauen in der heutigen  Zeit erschwerten. Ferner wandte er sich gegen eine "furchtsame Haltung" des kirchlichen Lamentierens über "eine Welt, die uns nicht mehr versteht, und des Bedürfnisses, die eigene Bedeutsamkeit zu betonen und geltend zu machen." (...)

OR Nr. 32/33 vom 11.08.2023, S. 3
Franziskus schreibt Brief an Klerus der Diözese Rom

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat einen Brief an die Priester seiner Diözese Rom geschrieben. In dem Schreiben, das am Montag, 07.08.2023, veröffentlicht wurde, warnt Franziskus vor einer "Verweltlichung des Priestertums". Ein wenig Ruhe habe er nun neben den sommerlichen Aktivitäten und nach der Arbeit der letzten Monate, so der Papst zu Beginn des Briefes. In dem Schreiben dankt er  zunächst den rund 3'700 Priestern der Diözese, die er Anfang des Jahres umstrukturiert hatte. Danach geht er mit eindringlichen Worten auf Themen wie den Klerikalismus (Bestrebungen, die den Einfluss der katholischen Kirche auf das gesamte öffentliche Leben ausdehnen, stärken will) und die Verweltlichung des Priestertums ein.

"Verzeiht mir, wenn ich mich wiederhole", so der Papst. Als "alter Mann und von Herzen" wolle er seine Beunruhigung zum Ausdruck bringen, "wenn wir in die Formen des Klerikalismus zurückfallen; wenn wir, vielleicht ohne es zu merken, den Menschen zeigen, dass wir überlegen, privilegiert, 'höher' gestellt und daher vom Rest des heiligen Volkes Gottes getrennt sind".

Mit der Suche nach persönlichem Gewinn, der Pflege des eigenen Images und der Steigerung des eigenen Erfolges verliere man den priesterlichen Geist, den Eifer für den Dienst, die Sehnsucht nach der Sorge um das Volk. Das tägliche Gegenmittel sei, "auf den gekreuzigten Jesus zu schauen, unsere Augen jeden Tag auf den zu richten, der sich entäussert und für uns erniedrigt hat, bis zum Tod".  Der priesterliche Geist bestehe darin, so führt der Papst weiter aus, "uns zu Dienern des Volkes zu machen und nicht zu Herren, unseren Brüdern und Schwestern die Füsse zu waschen und sie nicht unter unseren Füssen zu zertreten". Das gelte auch für nicht geweihte Glieder der Kirche, die ebenso einen "klerikalen Geist" annehmen könnten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Italienische_Bischofskonferenz

Jahr des Römischen Reiches

→R, Erweiterte Themen: Römisches Jahr
https://de.wikipedia.org/wiki/Römischer_Kalender

Jahresabschlüsse Hl. Stuhl und Vatikanstaat

Feu-Fi, Erweiterte Themen: Finanzen - Resultate Vatikanstaat und Hl. Stuhl
    (Jahresbilanzen Hl. Stuhl, Vatikanstaat, Vatikanbank IOR, Einnahmen
    Peterspfennig, 4'051 Immobilieneinheiten des Vatikans, laufendes Vermögen 
    des Vatikans usf.). Stand September 2022.

Jakobsweg

https://de.wikipedia.org/wiki/Jakobsweg

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz, Dezember 2013

2013 wird eines der pilgerreichsten Jahre in die Geschichte des Jakobsweges eingehen. Nie zuvor trafen ausserhalb der Heiligen Jahre so viele Pilger in Santiago di Compostela ein. Die Mitarbeiter im Pilgerbüro stellten rund 215’000 Pilgerurkunden aus. Die meisten Pilger waren einmal mehr auf dem Hauptweg unterwegs. Dieser führt vom französischen Vorpyrenäen-Städtchen Saint-Jean-Pied-de-Port via Pamplona, Burgos und Leon über eine Länge von 780 Kilometer. Das nächste Heilige Jahr, in dem der Jakobstag, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt, steht erst 2021 wieder an.

Jesuiten-Orden

https://de.wikipedia.org/wiki/Jesuiten

OR Nr. 32/33 vom 11.08.2017, S. 6
Franziskus feierte mit seinen Ordensbrüdern

     Emblem des Ordens (→Fahne Gardekommandant)

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat das Fest des Ordensgründers Ignatius von Loyola (+31.07.1556) gemeinsam mit seinen Ordensbrüdern in Rom gefeiert. Zum Mittagessen begab er sich in die wenige hundert Meter vom Vatikan entfernte Generalkurie der Jesuiten (Borgo Santo Spirito 4), wie das vatikanische Presseamt bekanntgab. Ein Foto zeigt Franziskus am Tisch mit dem aus Venezuela stammenden Generalobern Arturo Sosa (68).

Der offizielle Name des Jesuitenordens ist „Gesellschaft Jesu“. Die von dem baskischen Adeligen Ignatius von Loyola gegründete Gemeinschaft wurde 1540 von Papst Paul III. anerkannt. Zu ihren Merkmalen gehört eine besondere Gehorsamsverpflichtung gegenüber dem Papst. Die Gesellschaft Jesu zählt weltweit 16’376 Mitglieder, darunter 11’785 Priester und 718 Novizen. Das Durchschnittsalter beträgt 57,5 Jahre.

Johanna, Päpstin

Johannes Paul II. Wojtyla Karol

Marienbild oberhalb des Petersplatzes für ihren Schutz beim Attentat

→Totus tuus

→Lateranvertrag
→P-Park, Erweiterte Themen: Päpste, ihre Pontifikate, H-IJ (Johannes Paul II.)
https://www.hdg.de/lemo/biografie/johannes-paul-ii.html
https://planet-wissen.de/kultur/religion/paepste/pwiepapstjohannespaulii100.html

Johannes Paul II., Video, 4 Min. 34:
https://youtube.com/watch?v=q2jDAjaRvNE

Johannes Paul II. besucht 1984 die Schweiz (Video, 11 Min. 37):
https://youtube.com/watch?v=51jJ4jcvuYY

Papst Johannes Paul II. Wojtyla mit seinem Wahlspruch „Totus tuus“ („ganz der Deine“)

OR Nr. 23 vom 10.06.2011
Warschauer Nationalkirche erhielt Johannes-Paul-Reliquie

Nach Krakau und Wadowice hat jetzt auch Warschau eine Reliquie des kürzlich seliggesprochenen Papstes Johannes Paul II. erhalten. In der Warschauer Nationalkirche der Göttlichen Vorsehung wird ein kleiner Teil der blutbefleckten Soutane des Papstes gezeigt, die dieser 1981 in Rom während des Attentats trug. Mehrere tausend Menschen beteiligten sich am Sonntagabend, 5. Juni 2011, an der feierlichen Prozession mit der Reliquie.

Dziwisz Stanislaw, Mein Leben mit dem Papst, 2007, S. 132
Jene zwei Pistolenschüsse

Jener Tag? … Jedes Mal, wenn ich daran denke, geschieht bei mir das Gleiche, immer wieder. Ich erlebe vom Anfang an, Augenblick für Augenblick alles neu. Als könnte ich es heute noch nicht fassen, dass man so weit gehen konnte, einen Papst zu töten, zu versuchen, diesen Papst, Johannes Paul II., dort im Herzen der Christenheit …

An jenem Tag fuhr der Jeep seine, zweite Runde über den Petersplatz in Richtung der Kolonnaden auf der rechten Seite, die am Bronzetor enden (WA: Nach 25 Jahren wurde genau dort in der Nacht auf den 13. ein neuer Pflasterstein mit dem Datum „13-5-1981“ eingesetzt). Der Heilige Vater lehnte sich aus dem Auto, weil man ihm ein blondes Kind entgegenhielt: Es hiess Sara, war gerade erst 2 Jahre alt und hielt in den Fingern einen kleinen bunten Luftballon. Er nahm es in den Arm und hob sie in die Luft, um sie allen zu zeigen, dann küsste er sie und gab sie mit einem Lächeln den Eltern zurück. –

Es war, wie man später rekonstruierte, 17.19 Uhr. Die Mittwochsaudienzen fanden bei schönem Wetter nachmittags draussen statt. So war es auch an jenem 13. Mai 1981. Ich war von jener Szene beeindruckt, die Hände der Mutter und des Vaters, die sich ausbreiteten, um das rosafarbene Bündel wieder an sich zu nehmen. Ich hörte den ersten Schuss. Im gleichen Augenblick sah ich Hunderte Tauben, die plötzlich aufgeschreckt davonflogen.

Dann fiel gleich darauf der zweite Schuss. In dem Moment, als ich ihn hörte, sackte der Heilige Vater mir entgegen auf einer Seite in sich zusammen. Instinktiv schaute auch ich – aber das sah ich erst nachher auf den Fotos und in den Fernsehaufzeichnungen – in die Richtung, aus der die Schüsse gekommen waren. Aus einem Tumult befreite sich ein junger Mann mit dunklen Gesichtszügen. Erst später habe ich erfahren, dass es sich um den Attentäter handelte, den Türken Mehmet Ali Agca.

Wenn ich jetzt daran zurückdenke, blickte ich vielleicht deshalb auf die Seite, dorthin, wo das Durcheinander war, weil ich nicht hinschauen wollte, weil ich jene fürchterliche Tat, die geschehen war, nicht wahrhaben wollte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mehmet_Ali_Agca
https://de.catholicnewsagency.com/story/das-Papstattentat-hautnah-erlebt-10825

Doch ich „spürte“ sie in meinen Armen. – Ich bemühte mich, den Papst zu stützen, aber es war so, als würde er sich schlaff hängen lassen. Er hatte ein schmerzverzehrtes Gesicht, war aber ruhig. Ich fragte ihn: „Wo?“ Er antwortete: „Im Bauch.“ – „Tut es weh?“ Er darauf: „Es tut weh“. Die erste Kugel hatte seinen Unterleib getroffen, den Dickdarm durchbohrt und den Dünndarm an mehreren Stellen verletzt; dann war sie wieder ausgetreten und in den Jeep gefallen. Die zweite Kugel hatte zuerst seinen rechten Ellenbogen gestreift und den Zeigefinger seiner rechten Hand gebrochen, dann hatte sie zwei amerikanische Touristinnen verletzt.

Jemand schrie, in Richtung Ambulanz zu fahren, aber die Ambulanz befand sich auf der anderen Seite des Platzes. Der Jeep fuhr schnell durch den Glockentorbogen über die Via delle Fondamenta aussen ganz um die Apsis der Basilika herum und steuerte dann Richtung „Grosse Grotte“ auf den Hof des Belvedere bis zur Zentrale des Vatikanischen Sanitätsdienstes (WA: 1,5 bis 2 km Fahrweg), wo sich bereits der inzwischen benachrichtigte Leibarzt des Heiligen Vaters Dr. Buzzonetti befand.

Sie nahmen mir den Papst aus den Händen und legten ihn im Korridor des Gebäudes auf den Boden. Erst in dem Augenblick bemerkten wir das viele Blut, das aus der Wunde strömte, die die erste Kugel verursacht hatte. Buzzonetti beugte ihm die Beine und fragte ihn, ob er sie bewegen könne. Er bewegte sie. Sofort darauf gab der Arzt die Order, in die Gemelli-Klinik zu fahren (WA: ungefähr 5 km Fahrweg auf den Monte Mario, Rom). Dabei handelte es sich nicht um eine zufällige Entscheidung, sondern das war eine seit längerer Zeit beschlossenen Massnahme, sollte sich die Notwendigkeit ergeben, den Heiligen Vater in ein Krankenhaus einliefern zu müssen.

Der inzwischen bereit stehende Krankenwagen fuhr mit hoher Geschwindigkeit los. So begann jene verzweifelte Fahrt gegen die Uhr auf dem Viale delle Medaglie d’Oro. Die Wagensirene funktionierte nicht und der Verkehr war chaotisch.

Dem Papst schwanden die Kräfte, doch er war noch bei Bewusstsein. Er klagte mit leisem Seufzen, das immer schwächer wurde. Er betete. Ich hörte, dass er betete und „Jesus, Maria, meine Mutter“ sagte. – Doch gerade als wir an der Poliklinik ankamen, verlor er das Bewusstsein. Ja, genau in dem Moment wurde mir klar, dass er in Lebensgefahr schwebte. Die Ärzte, die den Eingriff durchführten, gestanden mir später, dass sie ihn operiert hätten, ohne daran zu glauben, genau so sagten sie es mir, ohne an das Überleben des Patienten zu glauben.

Ich erinnere mich nicht mehr, warum, vielleicht aufgrund der Bestürzung, die alle erfasst hatte, wegen der Aufregung in jenen dramatischen Augenblicken, aber sie brachten den Heiligen Vater zuerst in den 10. Stock, um dann zum Operationssaal in den 9. Stock zu fahren. In einem bestimmten Moment hörte ich jemand rufen: „Hier sind wir schneller!“ Die Krankenpfleger brachen zwei Türen auf, um den Weg abzukürzen. – Ich durfte auch eintreten. Da waren viele Personen. Ich stand in einer Ecke, sodass ich alles sofort zu hören bekam. Es gab Probleme mit dem Blutdruck und dem Herzschlag. Der schlimmste Moment war allerdings, als Dr. Buzzonetti zu mir kam, um mich zu bitten, dem Heiligen Vater die Krankensalbung zu spenden. Das machte ich sofort, aber innerlich sehr aufgewühlt. Das war so, als hätten sie mir gesagt, dass nichts mehr zu machen sei. Darüber hinaus war die erste Bluttransfusion erfolglos geblieben. Eine zweite war notwendig geworden, und diesmal spendeten die Ärzte der Klinik das Blut selbst. Zum Glück war der Chirurg Prof. Francesco Crucitti eingetroffen, der sich angeboten hatte zu operieren, weil der Chefarzt in Mailand weilte. Er begann mit dem Eingriff (WA: Prof. Francesco Crucitti: Lehrstuhl für Chirurgie, 1991 Direktor Chirurgie am Gemelli-Spital Rom, Racing-Kart-Fahrer. Am 26.08.1998 68-jährig verstorben. Johannes Paul II. besuchte den Toten an der Via dei Fornaci, Rom. („Via Francesco Crucitti“ vor der Gemelli-Klinik).

Endlich begann er! Jetzt befand ich mich ausserhalb des Operationssaales und konnte nur beten, beten, beten. Hin und wieder kam ein Arzt, um mich zu informieren, wie die Operation verlief. Danach sammelte ich mich mit noch grösserer Intensität im Gebet. Ich überliess mich den Händen Gottes und flehte zur Gottesmutter …

Nach fast fünfeinhalb Stunden kam jemand zu mir, ich erinnere mich nicht mehr an sein Gesicht, aber an seine Worte. Er teilte mir mit, dass die Operation beendet sei, dass alles gut gegangen sei und somit die Chance auf ein Überleben stieg.

Der Heilige Vater wurde auf die Intensivstation gebracht und erwachte in den ersten Stunden des folgenden Tages aus der Narkose. Er öffnete die Augen und schaute mich müde an, als ob es ihm schwerfallen würde, mich zu erkennen. Dann sagte er wenige Worte: „Schmerz … Durst …“ Und danach: „Wie bei Bachelet …“ Offensichtlich hatte er an etwas Ähnliches gedacht, was dem ein Jahr zuvor von den Roten Brigaden ermordeten Prof. Vittorio Bachelet zugestossen war (WA: Prof. Vittorio Bachelet: Anwalt, italienischer Politiker, Direktor Katholische Aktion, Vizepräsident des Päpstlichen Rates für die Familie. An der Universität La Sapienza, Piazzale Aldo Moro 5, Rom, nach einer Vorlesung am 12.02.1980 ermordet).

Nach einer kurzen Ruhe wurde der Papst am frühen Morgen wach. Er schaute mich erneut an, diesmal mit Absicht und stellte mir die unglaubliche Frage: „Habe ich die Komplet (Abendgebet) gebetet?“ Er glaubte, es sei noch Mittwoch, der 13. Mai.

Die ersten 3 Tage waren schlimm. Der Heilige Vater betete ständig. Er litt, er litt sehr. Noch mehr aber litt er – weil das ein tiefes inneres Leid war, das nicht vorüberging – weil Kardinal Wyszynski im Sterben lag.

Ich hatte den polnischen Primas, der wegen einer schweren Krankheit ans Bett gefesselt war, 2 Tage vor dem Attentat in seiner Residenz in Warschau gesehen. Der Heilige Vater hatte mich ausdrücklich gebeten, ihn zu besuchen. Der Kardinal wusste, dass sein Ende nahe war, doch er war im Frieden und hatte sich völlig dem Willen Gottes übergeben. Wir sprachen lange miteinander. Er wollte dem Papst seine letzten Willensäusserungen übermitteln und schrieb ihm sogar einen Brief.

Doch dann, als er von dem Attentat erfuhr und dass der Papst sterben könnte, klammerte sich Wyszynski, wie soll ich das sagen, ja, er klammerte sich ans Leben. Er wollte nicht aus dem Leben scheiden, bevor er die Gewissheit hatte … Deshalb nahm er einen qualvollen Todeskampf auf sich, der sich über 3 Wochen hinzog. Er schloss seine Augen zur ewigen Ruhe erst, als man ihm die Bestätigung gab, der Papst schwebe nicht mehr in Lebensgefahr.

Ich erinnere mich noch mit tiefer innerer Bewegung an das letzte sehr kurze Telefongespräch zwischen dem sterbenden Kardinal und dem noch schwachen Papst, der auf dem Wege der Genesung war: „Uns eint das Leiden … Doch Sie sind gerettet.“ Und dann: „Heiliger Vater, segnen sie mich …“ Wojtyla, der jene Worte nicht aussprechen wollte, weil er wusste, dass sie der endgültige Abschied waren, sagte: „Ja. Ich segne Ihren Mund … Ich segne Ihre Hände…“

Doch für Johannes Paul II. war es noch nicht zu Ende. Als er in den Vatikan zurückgekehrt war, brach begleitet von einer allgemeinen Übelkeit  und immer stärker werdenden Schmerzen das Fieber neu los. Nach einer erneuten Einlieferung in die Gemelli-Klinik entdeckte man endlich jenes schlimme Virus, das Zytomegalie-Virus (Wikipedia: Das Zytomegalievirus (ZMV) ist ein behülltes, doppelsträngiges DNA-Virus, gehört zur Familie der Herpesviridae und ist weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt über den Speichel, Urin, Spermasekrete sowie bei der Bluttransfusion). Nachdem die Infektion überwunden war, wurde ein zweiter chirurgischer Eingriff erforderlich, um den künstlichen Darmausgang rückgängig zu machen. Diesmal ging alles gut; es gab keine weiteren Komplikationen. Am 14. August, dem Vortag des Festes der Aufnahme Mariens in den Himmel, konnte der Heilige Vater endgültig nach Hause zurückkehren.

Jetzt muss ich jedoch einen Schritt zurückgehen. Ich muss etwas über Fatima sagen …

Um die Wahrheit zu sagen, hat Johannes Paul II. in den Tagen, die auf das Attentat folgten, nie an Fatima gedacht. Erst später, als er sich erholt hatte und wieder etwas zu Kräften gekommen war, hatte er begonnen, über den besonderen Zufall nachzudenken. Immer der 13. Mai! Ein 13. Mai im Jahre 1917 war der Tag der ersten Erscheinung der Gottesmutter in Fatima, und ein 13. Mai war der Tag, an dem man versucht hatte, ihn zu töten.

Am Schluss traf der Papst eine Entscheidung. Er bat darum, das dritte „Geheimnis“ sehen zu können, das im Archiv der Kongregation für die Glaubenslehre aufbewahrt wurde. Am 18. Juli, wenn ich mich nicht irre, übergab der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Franjo Seper, zwei Kuverts – der eine mit dem Originaltext von Schwester Lucia in portugiesischer Sprache und der andere mit der italienischen Übersetzung – an den Substituten im Staatssekretariat Eduardo Martinez Somalo, der sie in die Gemelli-Klinik brachte. Es war in den Tagen des zweiten Klinikaufenthaltes. Dort las der Heilige Vater das „Geheimnis“. Als er es einmal gelesen hatte, hatte er keine Zweifel mehr. In jener „Vision“ hatte er sein eigenes Schicksal erkannt. Er war nun der vollen Überzeugung, dass ihm dank des schützenden Eingreifens der Gottesmutter sein Leben gerettet, ja neu geschenkt worden war.

Ja, es ist wahr, der „in Weiss gekleidete Bischof“ war getötet worden, wie Schwester Lucia es berichtete, während Johannes Paul II. einem fast sicheren Tod entronnen war. Also? Konnte es nicht genau das besagen? Dass der Lauf der Geschichte und der menschlichen Existenz nicht zwangsläufig vorherbestimmt sind? Dass es eine Vorsehung gibt, eine „mütterliche Hand“, die auch den einen Fehler machen lassen kann, der mit seiner Pistole so gezielt hat, dass sie mit Sicherheit tötete?

„Eine Hand hat geschossen, eine andere hat die Kugel gelenkt“, sagte der Heilige Vater.
Heute ist diese Kugel für immer „unschädlich“ gemacht; sie wurde in die Krone der Muttergottes-Statue von Fatima eingesetzt.

OR Nr. 26 vom 30.06.2017
Gedenkstätte für Johannes Paul II. und Kardinal Wyszynski

Im Warschauer „Tempel der Göttlichen Vorsehung“ wird am 16. Oktober 2018 Polens grösstes Papstmuseum eröffnet. Am 40. Jahrestag der Wahl von Johannes Paul II. (1978-2005) öffne das ihm und dem polnischen Primas Stefan Wyszynski (1901-1981) gewidmete Museum seine Dauerausstellung, so eine Sprecherin des Erzbistums Warschau. Das Museum befindet sich in 26 m Höhe rund um die Kuppel der Nationalkirche und hat eine Ausstellungsfläche von 2’000 m2. Es erzählt die Geschichte beider Kirchenmänner und veranschaulicht ihren Beitrag zur Wahrung des christlichen Glaubens und der nationalen Identität sowie zum Sturz des Kommunismus. Johannes Paul II. trug entscheidend zum Ende des kommunistischen Regimes bei, und Kardinal Wyszynski gilt als Symbolfigur des geistigen Widerstandes gegen die kommunistischen Machthaber. (alt Bundeskanzler Kohl spricht in seinem Vermächtnis wohl über verschiedenste Ursachen über den Sturz des Kommunismus und den Fall der Berliner Mauer, erwähnt aber erstaunlicherweise  Papst Johannes Paul II. mit keinem Wort. Fernsehsendung unmittelbar nach dem Tod von Kohl. Juni 2017)

Die Nationalkirche im Warschauer Aussenbezirk Wilanow ist einer der bedeutendsten polnischen Sakralbauten der jüngsten Zeit. Sie geht auf einen Beschluss des polnischen Parlaments von 1791 zurück; aus Dank für die damalige Verabschiedung der ersten demokratischen Verfassung wollte man ein Gotteshaus stiften. Die Teilungen Polens durch Preussen, Russland und Österreich verhinderten jedoch den Bau. 1991 beschloss das polnischer Oberhaus den Kirchenbau erneut. Die Gesamtkosten betrugen laut polnischen Medienberichten 55 Millionen Euro, wobei der Staat mit 15 Millionen Euro vor allem das Museum unterstützte. Nach mehrfachen Verzögerungen wurde der Bau im  November 2016 vom Warschauer Erzbischof, Kardinal Kazimierz Nycz, geweiht.

OR Nr. 34 vom 25.08.2017, S. 3
St. Pölten. Die Stadtpfarre Traismauer (Diözese St. Pölten) hat eine kostbare Reliquie des heiligen Papstes Johannes Paul II. (1920-2005) erhalten. Überlassen wurde die Blutreliquie der niederösterreichischen Pfarrei vom ehemaligen Krakauer Erzbischof und langjährigen Privatsekretär des Papstes, Kardinal Stanislaw Dziwisz. Sie soll ab dem 24. September zur Verehrung ausgestellt werden.

OR Nr. 39 vom 29.09.2017, S. 3
Köln. Der Kölner Dom hat am Sonntag, 24.09.2017, eine neue Blutreliquie von Johannes Paul II. bekommen. Sie ersetzt eine im Juni 2016 gestohlene Ampulle, die ein blutgetränktes Stück Stoff des heiliggesprochenen Papstes enthielt. Die feierliche Ausstellung der neuen Reliquie fand im Rahmen eines Gottesdienstes mit Kardinal Rainer Maria Woelki statt. Das Reliquiar wird durch 3 von dem Kölner Bildhauer Matthias Heiermann entworfene Glasscheiben kreisförmig umrahmt und gesichert.

OR Nr. 47 vom 24.11.2017, S. 3
Betrachtungen von Karol Wojtyla auf Deutsch

Eichstatt. Das Buch „Betrachtungen über das Wesen des Menschen von Karol Wojtyla, dem inzwischen heiliggesprochenen Papst Johannes Pau II., ist auf Deutsch erschienen. Unterstützt wurde die Veröffentlichung vom Bistum Eichstatt. Hanns-Gregor Nissing vom Geistlichen Zentrum der Malteser im nordrhein-westfälischen Ehreshoven übersetzt das Werk ins Deutsche und stellte es bei der dritten Internationalen Tagung zu der von Johannes Paul II. formulierten Theologie des Leibes in Eichstätt vor.

Das Buch geht auf Vorträge Wojtylas Ende der 1940er Jahre als Kaplan in der Krakauer Pfarrei Sankt Florian vor jungen Studenten zurück. Darin wollte er Fragen nach Sinn und Richtung des menschlichen Lebens beantworten. „Johannes Paul II. hat uns mit seiner Theologie des Leibes wichtige Grundlagen zum Verständnis des christlichen Menschenbildes gegeben“, sagte der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke bei der Buchvorstellung. Wojtylas Reflexionen seien nicht nur einer grossartigen Intellektualität geschuldet, sondern stammten aus einem betenden Herzen.

OR Nr. 19 vom 10.05.2019, S. 3
Wien. Der Wiener Stephansdom hat eine Reliquie von Johannes Paul II. erhalten. Der Lemberger Erzbischof Mieczyslaw Mokrzycki, der 7 Jahre lang Sekretär des im Mai 2014 heiliggesprochenen Papstes war, überreichte Dompfarrer Anton Faber am Beginn des Sonntagabend-Gottesdienstes eine in einer kleinen Kapsel gefasste Reliquie von Haaren des Heiligen, für die noch ein fester Platz in der Kathedrale gesucht werden soll. Wie das begleitende, bei der heiligen Messe auf Polnisch und Deutsch verlesene Dekret erläutert, ist die Reliquie Kardinal Christoph Schönborn und der Pfarrgemeinde des Stephansdomes anvertraut.

OR Nr.  43 vom 25.10.2019, S. 2
Johannes-Paul-II.-Museum in Warschau eröffnet

Warschau. Polens Präsident Andrzej Duda hat am Mittwoch,16.10.2019, in Warschau das grösste Papstmuseum des Landes eröffnet. Das Johannes Paul II. und Primas-Wyszynski-Museum erzählt  die Schlüsselmomente aus den Biografien des vor genau 41 Jahren zum Papst gewählten Krakauer Erzbischofs Karol Wojtyla (1920-2005) und es Kardinal Stefan Wyszynski (1901-1981), der in Polen als „Primas“ der Jahrtausendwende verehrt wird. Die Ausstellung erfülle die wichtige Aufgabe, der jungen Generation die Werte von Johannes Paul II. und Wyszynski zu vermitteln, sagte Duda. Der heilige Papst Paul II. würdigte er als „grössten Polen in unserer Geschichte“ und als Menschen, der zum Fall des Kommunismus beigetragen habe. Kardinal Wyszynski habe ihn viele Jahre lang unterstützt. Beide Kirchenmänner hätten die Werte vertreten, die es den Polen ermöglicht hätten, die schwierigsten Momente ihrer Geschichte zu überstehen.

Ursprünglich sollte die Ausstellung rings um die gewaltige Kuppel der neuen Nationalkirche „Heiligtum der Göttlichen Vorsehung“ im Süden der Hauptstadt schon zur Apostolischen Reise von Papst Franziskus nach Polen im Sommer 2016 eröffnet werden. Doch die Errichtung des bedeutendsten  polnischen Sakralbaus aus der jüngsten Zeit  dauerte deutlich länger als geplant.

Das Museum ist anders als die im November 2016 geweihte Kirche auch jetzt noch nicht ganz fertig. Seine Tore soll es noch in diesem Jahr für Besucher öffnen. Wann genau, teilten die Ausstellungsmacher noch nicht mit. Das Museum in 26 m Höhe ist mit mehr als 2’000 m2 fast doppelt so gross wie die Ausstellung im Geburtshaus des 2914 heiliggesprochenen  Johannes Paul II. im südpolnischen Wadowize.

An der Eröffnungsveranstaltung nahmen neben Duda auch der Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz und Kulturminister Günski teil.

OR Nr. 8 vom 21.02.2020, S. 2
Buch zum 100. Geburtstag von Papst Johannes Paul II.

Rom. Der italienische Priester und Autor Luigi Maria Epicoco (39) veröffentlicht ein Buch mit Auszügen aus „persönlichen Gesprächen“ mit Papst Franziskus. Das Werk mit dem Titel „San Giovanni Paolo Magno“ („Heiliger Johannes Paul der Grosse“) ist auf italienisch erschienen und umfasst 128 Seiten.

Im Mittelpunkt steht Johannes Paul II. (1938-2005) und das Verhältnis Jorge Mario Bergoglios zu ihm.  Anlass der Veröffentlichung ist der 100. Geburtstag des aus Polen stammenden Papstes am 18. Mai. Grundlage des Buches sind nach Angaben des Autors mehrere Gespräche mit Franziskus aus den vergangenen Monaten. „Auch wenn die Fragen meist einen weiten Horizont haben, sind die Antworten des heiligen Vaters bedeutsam, ehrlich und prägnant“, heisst es im Vorwort.

Autor Epicoco ist Priester der Erzdiözese L’Aquila und hat sich als Verfasser theologischer Schriften einen Namen gemacht.

Kath. Wochenzeitung Baden 20/2020, S. 5, Marie-Louise Gogelli
Zum 100. Geburtstag von Johannes Paul II. – Treue und Mut eines Papstes

Johannes Paul II. wurde am 18. Mai 1920 als Karol Wojtyla in Wadowice, Polen, geboren. Seine Mutter starb, als er neuen Jahre alt war. Im Jahre 1938 zog Karol mit seinem Vater nach Krakau und studierte an der Universität polnische Literatur. Ein Jahr später wurde Polen von Hitler und Stalin überrannt, und für Karol Wojtyla begann ein sehr gefährliches Leben. Er arbeitete in einer chemischen Fabrik. Das Theologiestudium begann er im Jahre 1942 in voller Illegalität.

Daneben spielte er im Untergrundtheater. 1946 zum Priester geweiht, wurde er zum Weiterstudium nach Rom ins Angelicum gesandt, wo er seine Doktorarbeit über Johannes vom Kreuz schrieb. Die Ferien verbrachte er in Frankreich und Belgien, um zu erfahren, wie die Kirche im Arbeitermilieu und mit jungen Menschen tätig war. Sein Interesse für die Weltkirche war grenzenlos.

1948 Vikar und dann Pfarrer in Niegowic/Polen wurde er bald nach Krakau als Vikar in die „Florianspfarrei“ gerufen. Hier wuchs eine Studentengemeinschaft heran. Mit Jungakademikern und ihren Kindern verbrachte Karol Wojtyla Ferien, fuhr mit ihren Ski und lenkte den Kajak auf Polens Flüssen. Oder sie verbrachten gemeinsame Bergwanderungen. Damit wies er ihnen in Wort und Beispiel den Weg zum christlichen Leben. Er führte sie in die Welt des Wahren, Guten, Schönen.

Im Jahre 1958 zum Bischof geweiht, wurde Wojtyla Weihbischof von Krakau und 1964 Erzbischof. 1967 wurde er zum Kardinal kreiert und am 16. Oktober 1978 zum Papst ernannt. Er nannte sich „Johannes Paul II.“. (…)

Kath. Wochenzeitung Baden 22/2020 Mai, S. 5, Kardinal G. Müller
Zeuge der Hoffnung

Johannes Paul II. ist einer der ganz grossen Heiligen, und das zu unseren Lebzeiten, vor unseren Augen, als ein Mensch, der uns berührte und sich von uns berühren liess. Als Vorbild der Nachfolge Christi hat er unmittelbar überzeugt.

Er war wirklich, wie George Weigel seine Biographie über ihn nannte, ein „Zeuge der Hoffnung“, und ein leuchtendes Beispiel für Kirche und Papsttum zu unserer Zeit. Mehrmals war ich zur Teilnahme an seiner Morgenmesse eingeladen. Beim Mittagstisch später war ich immer fasziniert, wie er in den persönlichen Gesprächen durchdrungen war von seinem Interesse für die Themen der modernen Theologie und für die Situation der Kirche in Deutschland Vor allem aber war er in seinem Denken und Sein ganz und gar von der Gegenwart Gottes und seiner Gnade durchdrungen.

Für Priester war er ein Vater und eine unermüdliche Quelle der Inspiration und Stärkung. Sein Priesterbild kam dabei ganz aus der Heiligen Schrift. Die Priester, ob Bischof oder Presbyter, stehen in der Nachfolge der Apostel. Das Volk Gottes lehren sie das Evangelium in der Vollmacht und Sendung Christi, heiligen es in der Gnade und leiten es als gute Hirten. Sie dienen dem Heil der Menschen nur, wenn sie all ihr Tun und Leiden nach dem Beispiel des Hohepriesters Jesus Christus ausrichten, dessen Diener sie sind: (Untertitel)

  • Ihm war auch sehr wohl bewusst, dass das Versagen von Individuen nicht kollektiv einer ganzen Menschengruppe angelastet werden kann.
  • Destruktive Propaganda offen zu kritisieren, hat Johanns Paul II. sich nie gescheut.
  • Er hat so viel vorausgesehen. Was würde er wohl uns  den zerstrittenen Bischöfen deshalb heute raten?
  • In diesem Netzwerk der Generationen war für ihn die menschliche Sexualität ein Geschenk des Himmels. (WA: Prof. Anna Teresa Thimieniecka, polnisch-amerikanische Philosophin und Phänomenologin, 30-jährige Beziehung mit Johannes Paul II.: „Sie ist ein Geschenk vom Himmel.“)
  • Die Kirche hat er nicht verändert und belebt und belebt und verjüngt und gestärkt durch eine permanente Strukturdebatte, sondern durch seine persönliche Heiligkeit.
  • Denn die Eucharistie ist nicht eine austauschbare Gottesdienstform unter anderen, sondern die einzige wahre Anbetung des Vaters durch Christus am Kreuz im Heiligen Geist.
  • Er wird sicher hier eingereiht werden: neben Johannes vom Kreuz, Teresa von Avila, Therese von Liseux, Petrus Canisius, Robert Bellarmin oder Gregor den Grossen.

OR Nr. 22/23 vom 29.05.2020, S. 3
Rom erhält Kulturinstitut in Erinnerung an Johannes Paul II.

Vatikanstadt. Anlässlich des 100. Geburtstages von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) ist an der Päpstlichen Universität „Angelicum“ in Rom ein nach ihm benanntes Kulturinstitut errichtet worden. Den Dialog zwischen Philosophen, Theologen und Kulturschaffenden zu fördern, entspreche einem wichtigen Anliegen des Papstes aus Polen, hiess es in einem am 18.05.2020 vom Vatikan veröffentlichten Schreiben von Papst Franziskus an den Rektor der Hochschule, P. Michal Paluch OP.  Karol Wojtyla, der spätere Papst Johannes Paul II., absolvierte ab 1947 am Angelicum ein Promotionsstudium.

Gefördert wird das neue Kulturinstitut „Heiliger Johannes Paul II.“ unter anderem von den zwei polnischen Stiftungen „Futura Juventa“ und „Saint Nicholas“. Angesiedelt ist die Einrichtung an der Philosophischen Fakultät vom Dominikanerorden getragene Hochschule Thomas von Aquin. Papst Franziskus hob in einem Schreiben hervor, der Orden mit seiner Tradition rationaler Reflexion (Rückstrahlung) über den christlichen Glauben sei ein guter Ort für das Anliegen des Instituts.

OR Nr. 28/29 vom 10.07.2020, S. 9
„Glaubens-Kompass“ über Johannes Paul II.

München. Zum 100. Jahrestag der Geburt von Johannes Paul II. am vergangenen 18. Mai hat das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ einen neuen „Glaubens-Kompass“ über Leben und Wirken des heiligen Papstes herausgegeben. Das illustrierte Faltblatt enthalte ein Interview mit dem US-amerikanischen Publizisten und Theologen George Weigel, heisst es in einer Mitteilung des Hilfswerkes. Darin schildere er Meilensteine und Leitlinien des Pontifikates und gebe einen Einblick in die Persönlichkeit des polnischen Papstes. Weigel ist Verfasser einer umfassenden Papstbiografie mit dem Titel „Zeuge der Hoffnung“.

Mit dem neuen „Glaubens-Kompass“ will „Kirche in Not“ auch auf das freundschaftliche Verhältnis des Papstes zum Gründer des Hilfswerkes, Pater Werenfried van Straaten (1913-2003) aufmerksam machen. „Die beiden kannten sich schon lange, ehe Karol Wojtyla 1964 Erzbischof von Krakau wurde“, erklärte der Geschäftsführer, Florian Ripka. „Der spätere Papst kam lange als Beauftragter der polnischen Bischofskonferenz zu Pater Werenfried, um über Hilfsprojekte in seiner kommunistisch regierten Heimat zu sprechen“. So habe „Kirche in Not“ Wojtyla in den 1970er Jahren beim Bau der Kirche in Nowa Huta, einem Stadtteil von Krakau, geholfen, die zu einem wichtigen Symbol des Widerstandes gegen das kommunistische Regime geworden sei. Auch später sei das Hilfswerk die „Feuerwehr des Papstes“ geblieben“, sagte Ripka. So habe es sich beispielsweise auf seinen Wunsch hin auch verstärkt um die Aussöhnung mit der russisch-orthodoxen Kirche bemüht.

Kostenfreie Bestellung unter:
https://www.kirche-in-not.de/johannes-paul-ii/

OR Nr. 44 vom 30.10.2020, S. 2
Ein Mann von tiefer Spiritualität

Vatikanstadt. Bei der Generalaudienz erinnerte Papst Franziskus in seinem Grusswort an die polnischen Pilger und Besucher in besonderer Weise an den heiligen Papst Johannes Paul II. (1978-2005), dessen liturgischer Gedenktag jährlich am 22. Oktober begangen wird. Er sagte:

„Von Herzen grüsse ich alle Polen. Morgen feiern wir den liturgischen Gedenktag des heiligen Johannes Paul II. im Jubiläumsjahr des hundertsten Jahrestages seiner Geburt.  Als ein Mann von tiefer Spiritualität betrachtete er jeden Tag Gottes strahlendes Antlitz im liturgischen Gebet und in der Meditation über die Psalmen. Er lud auch alle Christen ein, ihre Tage mit dem Lob des Herrn zu beginnen, bevor sie sich auf die nicht immer einfachen Wege des täglichen Lebens begeben. Ich segne Sie alle von Herzen.“

Kath. Wochenzeitung Baden 52-53/2020 Dezember, S. 11
1’700 Professoren antworten auf „Welle der Anschuldigungen“ gegen Papst Johannes Paul II.

Angesichts polemischer (scharfer, unsachlicher) Kritik an dem polnischen Papst und Heiligen Johannes Paul II. im Zuge des Mc-Carrick-Reports (→Missbrauchsfälle, Vertuschungen 2020 Infos 2020-) haben 1’700 Gelehrte und Professoren einen Appell zur Verteidigung seiner Person und seines historischen Vermächtnisses unterzeichnet.

Der „beispiellose“ Aufruf warnt vor der ideologischen Motivation der Kritik und wurde von Wissenschaftlern und Dozenten an polnischen Universitäten und Forschungsinstitutionen unterzeichnet. (…)

Die Professoren erkennen an, wie wichtig es ist, das Leben bedeutender historischer Persönlichkeiten sorgfältig zu untersuchen. Aber sie riefen zu „ausgewogener Reflexion (Betrachtungen) und ehrlicher Analyse“ auf, und nicht zu „emotionaler“ oder „ideologisch motivierter“ Kritik.(…)

(WA: Erzbischof Re, Vatikan, unterrichtete Johannes Paul II. im November 1999 über Missbrauchsfälle von Kardinal McCarrick, ein Amerikaner. McCarrick wurde im November 2000 von Johannes Paul II. zum Kardinal ernannt. – Es besteht ein 460-seitiger Untersuchungsbericht, den der Vatikan erstellt hat.)

Frédéric Martell, Sodom, 2019
Papst Johannes Paul  II., der Zornige? Bei Telefonaten, Gesprächen, Reden: aufgefallen durch überlautes Reden.

Kath. Wochenzeitung Baden 15/2023 April, S. 14, Justyna Galant
Umzüge, Messen, Feiern zum Gedenken an Papst Johannes Paul II. in Polen

Am Sonntag, den 02.04.2023, dem 18. Todestag von Papst Johannes Paul II., haben viele tausend Menschen an Umzügen teilgenommen, um des polnischen Heiligen zu gedenken.

"Wir sind marschiert, um unsere Solidärität auszudrücken und den guten Namen von Johannes Paul II. zu verteidigen. Wir haben uns versammelt, um unsere Dankbarkeit für sein Leben und seine Errungenschaften zu zeigen", schrieb der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki.

Umzüge, Andachten, Gebetstreffen, Konzerte, Debatten und künstlerische Veranstaltungen waren der Lehre des polnischen Papstes gewidmet. "Wir schulden ihm auch Dankbarkeit für sein grosses Vermächtnis, das nicht in Vergessenheit geraten darf", sagte der Sprecher der Polnischen Bischofskonferenz, Pater Leszek Gesiak SJ.

"Erinnern wir uns an die Leistungen des heiligen Johannes Paul II. auf dem Gebiet der Evangelisierung, an seinen Einsatz für Brüderlichkeit, Solidarität und Frieden in der Welt", forderte Erzbischof Józef Guzdek, Metropolit von Bialystok. "Gehen wir auf diese Weise unser persönliches Zeugnis der Dankbarkeit für sein Pontifikat und für seine beiden Besuche in unserer Erzdiözese", schrieb Erzbischof Tadeusz Wojda, Metropolit von Gdanks (Danzig), in einer Botschaft an die Gläubigen.

Die zentralen Veranstaltungen fanden in Warschau statt. Um elf Uhr zog eine Prozession durch die Strassen der polnischen Hauptstadt. Den Abschluss bildete um 12.30 Uhr eine heilige Messe in der Warschauer Kathedrale.

"Sowohl seine Gestalt als auch das Erbe, das er uns hinterlassen hat, sind Wegweiser auf dem Weg zur Fülle des Menschseins und leiten uns auf dem Weg des Glaubens", schrieben die Organisatoren.

Papst Johannes Paul II. starb im Alter von 84 Jahren am 2.  April 2005 um 21.37 Uhr, am Vorabend des Festes der Göttlichen Barmherzigkeit, das er selbst eingeführt hatte. Die Feierlichkeiten auf dem Petersplatz wurden vom Dekan des Kardinalskollegiums, dem bayrischen Kardinal Joseph Ratzinger, vorgenommen, der wenige Tage später zum Nachfolger Johannes Pauls II. gewählt wurde.

Spiegel 3/2023 Geschichte. Im Namen Gottes, Chronik, S. 31
Jahr 1542: Papst →Paul III. richtet im Kirchenstaat die Römische Inqusition (Ketzerverfolgung) ein. Die bekanntesten Verurteilten sind die Astronomen Giordano Bruno (1600, verbrannt. Campo dei Fiori, Rom) und Galileo Galilei (1633, Hausarrest)

Jahr 2000: Papst Johannes Paul II. bittet um Vergebung für die "Verirrungen der Vergangenheit" - ein spätes Reuebekenntnis für die Exzesse der Ketzerverfolgung.

Spiegel 3/2023 Geschichte. Im Namen Gottes. "Es ist, als gestehe man einen Mord": Charles Darwin, S. 111, Johann Grolle

Dennoch währte es noch mehr als 100 Jahre, bis sich auch der Vatikan mit Darwins Lehre aussöhnte. 1996 und somit gut 150 Jahre, nachdem Darwin seine ketzerischen Gedanken in seiner "Skizze" formuliert hatte, liess Papst Johannes Paul II. verkünden, angesichts der Fülle neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse sehe er nunmehr "dazu Anlass, in der Evolutionstheorie mehr als eine Hypothese zu sehen".

OR (L'Osservatore Romano) Nr. 42/43 vom 20.10.2023, S. 4
Gedenken n die Wahl Johannes Pauls II.

Vatikanstadt. Polnische Bischöfe haben am Montag, 16.10.2023, im Petersdom des 45. Jahrestages der Wahl von Johannes Paul II. (1978-2005) gedacht. Kardinal Grzegorz Rys´ würdigte ihn in seiner Predigt als "Papst der Barmherzigkeit und der Versöhnung" und verwies auf seine "Feindesliebe". Johannes Paul II. habe dem Mann, der ihn 1981 auf dem Petersplatz mit mehreren Schüssen umbringen wollte (→Dziwisz  →Totus tuus), vergeben und ihn im Gefängnis besucht. An dem Gottesdienst nahmen auch Polens Präsident Andrzej Duda und seine Frau sowie die Kurienkardinäle Mario Grech,  Konrad Krajewski und Gerhard Ludwig Müller teil.


→P-Park, Erweiterte Themen: Päpste, ihre Pontifikate, H-IJ (Johannes Paul  II.)
→Totus tuus  (Devise von Johannes Paul II.  Attentat auf ihn mit Bild)
→Glaubenskongregation, Spiegel 3/2023, Befreiungstheologie

Johannes Paul II.  Wojtyla:
https://youtube.com/watch?v=syOQuhvQXAU

Johannes XXIII. Roncalli:
https://www.katholisch.de/artikel/15064-johannes-xxiii-ein-mann-fuer-den-uebergang

Paul VI. Montini:
https://www.domradio.de/artikel/paul-vi-veraenderte-die-kirche-wie-kaum-ein-anderer

Johannes Paul I. Luciani:
https://religion.orf.at/stories/3214828/

Benedikt XVI. Ratzinger:
https://benedictusxvi.org/video-tondukumente

Johannes-Turm in den Vatikanischen Gärten

https://de.wikipedia.org/wiki/Johannesturm_(Vatikanstadt))

Er ist auf dem höchsten Punkt des Vatikans gelegen: 78,50 m ü. M. Tiefster Punkt: Obelisk auf dem Petersplatz 19 m ü. M. Mittelalterlicher Johannes-Turm. Der Turm war Sommerwohnung für Johannes XXIII. Johannes Paul II. war mehrere Wochen hier, während dem die Papstwohnung renoviert wurde. 1967: Patriarch Athenagoras von Konstantinopel logierte im Turm.

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan, S. 126
Die Position des 1451 errichteten Johannesturm (Torre di San Giovanni) markiert mit 78,5 m ü. M. den Höhepunkt des Staatsgebietes. Er wurde eigentlich, zusammen mit seinem Schwesterturm am Palast Leos XIII. (1878-1903), als Wehranlage gebaut, dient heute aber nur als Gästeturm. 1971 zog hier, nach 15-jährigem Exil in der amerikanischen Botschaft in Budapest, der ungarische Kardinal Josef Mindszenty ein. Auch Johannes Paul II. wohnte einige Monate im Turm, als 1979 sein Appartement im Papstpalast frisch gestrichen wurde. Der Turm ist neben dem Helikopterplatz gelegen.

Journalismus

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz, 38/2010

Journalisten verfügen allgemein über sehr lückenhafte Religionskenntnisse und interessieren sich wenig für religiöse Fragen. Religion betrachten sie als Randthema. Das hat eine Studie der Medienwissenschaftler Vinzenz Wyss, Winterthur, und Urs Dahinden, Chur, gezeigt.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 1/2 2018 Januar, S. 2
Journalisten sollen sauber arbeiten

Papst Franziskus bittet Journalisten, gewissenhaft zu arbeiten und keine Fake-News (gefälschte Nachrichten) zu verbreiten. Journalisten hätten „eine der wichtigsten Aufgaben in der Welt von heute“, indem sie korrekt informieren und Fakten „so nahe wie möglich an der Realität“ darstellten, bekannte der Papst gemäss Radio Vatikan bei der Audienz für Angehörige zweier italienischer Presseverbände. Die „freie und verantwortliche Stimme“ der Journalisten sei „grundlegend für das Wachstum jeder Gesellschaft, die sich demokratisch nennt“, denn wahrheitsgemäss wiedergegebene Daten seien die Grundlage für den Austausch von Ideen und weiterführende Debatten.

OR Nr. 45 vom 09.11.2018, S. 4
Eine wahrheitsgetreue Berichterstattung ist nach den Worten des Papstes „das beste Gegenmittel, um Falschheit zu bekämpfen“. Das schrieb Franziskus am 29.10.2018 in einer Glückwunschbotschaft an den bischöflichen italienischen Pressedienst SIR zu dessen 30-jährigem Bestehen. Um Wahrheit zu erkennen, müsse man „zwischen dem unterscheiden, was die Gemeinschaft und das Gute unterstützt, und dem, was dagegen Isolierung und Spaltung fördert sowie Gegensätze schürt. Ausserdem forderte der Papst die Journalisten dazu auf, ihre Aufmerksamkeit  „auf alle Randgebiete“ zu richten. Zudem sollten sie – auch als nationale Einrichtung – stets über die Grenzen des Landes und Europas hinausschauen.

OR Nr. 46 vom 16.11.2018, S. 3
Journalismus von Menschen für Menschen
Papst-Audienz für die Studenten  der katholischen Journalismusschule ifp

(…) Die Journalistenschule der katholischen Kirche in Deutschland wurde vor 50 Jahren im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil gegründet im Wunsch, Verantwortung für Menschen in den Medien zu übernehmen. Seither bildet Ihr Institut qualifizierte Journalisten aus, die als Christen in der Gesellschaft wirken. Für dieses Engagement sei den Verantwortlichen und allen Studierenden, Ehemaligen, Freunden und Förderern an dieser Stelle ein herzlicher Dank gesagt. Deutschland kann sich glücklich schätzen, unter den vielen Journalisten zahlreiche Absolventen des Instituts zu wissen, und zwar in den säkulären wie in den kirchlichen Medien.

Als christliche Journalisten zeichnen Sie sich durch Ihre positive Einstellung zu den Menschen und durch Ihr Berufsethos aus. Sie leisten nicht nur eine Arbeit, Sie nehmen einen Auftrag und eine Verpflichtung wahr. Aber wie leicht lassen wir uns durch eine allgemeine Stimmung in der Gesellschaft mitziehen, durch einen Defätismus, durch einen Pessimismus, der uns lähmt und blind macht. „Weil wir daran gewöhnt sind, treten wir dem Bösen nicht mehr entgegen und Lass es es zu, dass die Dinge ‚eben sind, wie sie sind‘ oder wie einige wenige entschieden haben, dass sie sein sollen“ (Apostolisches Schreiben Gaudete et exsultate, 137). Bitten wir um die parrhesia, um den Freimut, der vom Heiligen Geist kommt und der uns hilft, auf die befreiende Wahrheit Christi zu vertrauen. Dringen wir durch die Wand der Trübsal und der Resignation und helfen wir den Menschen, die Augen und Ohren und vor allem die Herzen zu öffnen, um füreinander einzustehen, sich als Söhne und Töchter des einen Vaters zu begreifen.

Danke, dass Sie als Journalisten die Menschen in den Blick nehmen und dass Sie Unrecht nennen, was Unrecht ist. Danke, dass Sie auch über die schönen Dinge berichten, die vielleicht weniger zur Schlagzeile führen, aber auch Menschen in den Mittelpunkt stellen. Danke, dass Sie mit Ihrem Christsein die Arbeit der Kirche begleiten. Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch weiterhin Journalismus von Menschen und für die Menschen machen. (…)

OR Nr. 34 vom 23.08.2019, S. 4
Journalismus für den Frieden

Vatikanstadt/Abidjan. Einen Journalismus für den Frieden fördern: Diese Aufgabe hat der Präfekt des Dikasteriums für Kommunikation, Paolo Ruffini, den Teilnehmern an einen Fortbildungskurs für Medienvertreter in Afrika an Herz gelegt. Der Kurs wurde von Ucap Burkina, dem katholischen Presseverband in Afrika, in Zusammenarbeit mit dem katholischen Medienverband der Elfenbeinküste veranstaltet und fand vom 8. bis 16. August 2019 in Abidjan statt.

Bei der Begegnung unter Vorsitz des Bischofs von Grand-Bassam, Raymond Ahoua, ging es um das Thema „Wahlvorgänge in Afrika: Rolle und Verantwortung der Medien zur Wahrung des sozialen Friedens“. Unter Bezugnahme auf die Botschaft von Papst Franziskus zum 52. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel erinnerte Ruffini an das Ziel eines  „Journalismus für den Frieden“ ohne „Effekthascherei“, der „die tatsächlichen Ursachen der Konflikte zu erforschen sucht, um ihre Wurzeln verstehen und durch die Anregung guter Handlungsweisen überwinden zu können“.

OR Nr. 42 vom 09.10.2020, S. 3
Die Menschenwürde im Blick behalten

Vatikanstadt. In einem Brief an die italienische Zeitung „Blue and Green“ hat sich Papst Franziskus für Qualitätsjournalismus ausgesprochen. Dessen Kennzeichen müsse sein, dass er die Menschenwürde im Blick behalte. Ausserdem warb der Papst für eine „Medienökologie“, verstanden als Einsatz der Medien für das Gemeinwohl. „Blue and Green“ konzentriert sich auf das Thema Umweltschutz.

„Ich ermutige Medienschaffende dazu, die Zusammenhänge zwischen dem Schicksal des Menschen und seiner natürlichen Umgebung zu erläutern  und hervorzuheben“, schrieb der Papst. Journalisten sollten Bürger sowie wichtige Verantwortungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf den dringend benötigten ökologischen Wandel aufmerksam machen. Die fortschreitende Umweltzerstörung und die Folgen des Klimawandels fielen sonst vor allem auf die Ärmsten und Schwächsten zurück.

Franziskus schrieb zudem, der Journalismus müsse sich für die Leidenden in aller Welt einsetzen. Es gehe darum, wirtschaftlichen Fortschritt anders zu begreifen, um „Modelle eines Miteinanders auf Basis von Uneigennützigkeit sowie einer wiedergewonnenen Verbindung zum natürlichen Lebensraum“ zu entwickeln.

OR Nr. 35  vom 01.09.2023, S. 3
Papst Franziskus mit italienischem Medienpreis ausgezeichnet
Mehr Verantwortungsbewusstsein von Journalisten in Krisensituationen

Vatikanstadt. Der Papst hat Journalisten zur verantwortungsvollen Berichterstattung aufgerufen. "In der dramatischen Krise, in der sich Europa angesichts des langwierigen Krieges in der Ukraine befindet, sind wir zu erhöhter Verantwortung aufgerufen", sagte Franziskus am Samstag, 26.08.2023, bei der Entgegennahme des italienischen Journalismuspreises "è giornalismo". Er hoffe, dass den Stimmen des Friedens, des Dialogs und der Diplomatie Raum gegeben werde. (...)

Judentum

https://de.wikipedia.org/wiki/Judentum

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 40-42/2013 September, S. 5, Thomas Jansen, Kipa
Den Glauben an Gott bewahrt
Papst Franziskus äussert sich erstmals ausführlich zum Judentum

In einem Offenen Brief hat Papst Franziskus nicht nur Nichtglaubende zu einem Dialog aufgerufen, sondern sich auch die Frage gestellt, ob Gottes Bund mit den Juden ins Leere gegangen sei. Franziskus bezeichnete das Judentum als heilige Wurzel Jesu.

Franziskus stellt die Juden in seinem Brief geradezu als Modell für die Christen dar: Ihr unerschütterliches Festhalten am Bund mit Gott trotz der „schrecklichen Prüfungen dieser Jahrhunderte“ ermahne auch die Christen dazu, sich stets als Wartende auf die Rückkehr des Herrn zu verstehen, schreibt der Papst. Die Kirche und die Menschheit insgesamt könnten den Juden „gar nicht dankbar genug dafür sein“, dass sie ihren Glauben an Gott angesichts der furchtbaren Geschehnisse bewahrt hätten. (…)
 


Eine Strassenbezeichnung im  alten Römer Ghetto erinnert an den Tag der Deportation von 1’016 Juden nach Auschwitz (verantwortlich:
SS-Polizei-Einheiten unter dem Kommando von Hauptsturmführer Theodor Dannecker).


Grösste Synagoge Roms, am linken Tiberufer gelegen. Sie wurde von 1901 bis 1904 erbaut und steht im ehemaligen Ghetto, das 1555 unter Papst Paul IV. errichtet und von Pius IV. 1870 aufgehoben wurde.

OR (L'Osservatore Romano Nr. 45 vom 10.11.2017, S. 5, Silvia Montanari
Europas älteste jüdische Gemeinde

Die Ursprünge der Juden in Rom sind mit dem viel später entstandenen Ghetto natürlich eng verbunden. Als eine bereits im 2. Jahrhundert v. Chr. in Rom bekannte Volksgruppe sind sie daher schon seit über 2 Jahrtausenden in der Ewigen Stadt präsent. In der Gegend um die Tiberinsel links und rechts des Flusses beheimatet, wurden sie nach verschiedenen Ereignissen im 16. Jahrhundert ins Ghetto verbannt.

Bereits seit über 2 Jahrtausenden sind die Juden in Rom sesshaft. Tatsächlich ist – ausser Palästina – Italien, und hier in Rom im Besonderen, einer der wenigen Orte, in denen die Juden seit etwa dem 2. Jahrhundert v. Chr. ununterbrochen bis heute ansässig sind. Botschaften, welche die Makkabäer um 161 v. Chr. an die Römer schickten, um eine Allianz gegen die  Vorherrschaft der Seleukiden zu schaffen, beweisen offizielle Kontakte. Aus der Revolte der Makkabäer ging das Reich der Hasmonäer hervor. Wahrscheinlich kamen damals die ersten Juden nach Rom. Die Jüdische Kultusgemeinde der Urbs ist daher die älteste Europas. Aus einer der Reden Ciceros, die er 59. v. Chr. hielt, wissen wir, dass die in Italien lebenden Juden regelmässig ihren Beitrag für den Tempel nach Jerusalem entrichteten. Horaz erwähnt in 2 seiner Satiren ihren Proselytmus (Neubekehrte treten dem Judentum bei).

Im Jahr 70 v. Chr. wurde das Königreich Judäa von den Römern endgültig eingenommen. Seit 63 v. Chr. durch Pompeius besetzt, war es ein Vasallenstaat (Staat von Lehnsmännern) und dem Imperium untergeordnet. Von Kaiser Vespasian (regierte 69-79 n. Chr.)  und von seinem Sohn Titus (regierte 79-81 n. Chr.) 69 n. Chr. erobert, wurde ein Jahr später der Tempel Salomons zerstört. Titus liess damals unzählige Juden nach Rom deportieren. Vielen gelang die Flucht in andere Teile des Reiches: Die „Diaspora“ der Juden begann.

Den jüdischen Gemeinden schlossen sich in Rom im 1. Jahrhundert vorerst auch Petrus und Paulus an, die den „neuen Weg“, das Evangelium, predigten und dachten, dass sie vor allem unter den in Rom wohnenden Juden Anhänger für das im Entstehen begriffene Christentum gewinnen könnten. (…)

OR Nr. 39/40 vom 28.09.2018, S. 4
Papst Franziskus hat der jüdischen Gemeinde von Rom seine Glückwünsche zum Versöhnungstag „Jom Kippur“ sowie zu den Festen Rosh Ha-Shanah und Sukkot (Laubhüttenfest) übermittelt. In dem Schreiben an Roms Oberrabbiner Riccardo Di Segni bringt der Papst seine Hoffnung zum Ausdruck, dass der Herr „in seiner unendlichen Güte überall unsere Bande der Freundschaft und das Verlangen stärken möge, einen steten Dialog zum Wohl aller zu fördern“, berichtete das Portal Vatican News am 19.09.2018. Juden in aller Welt begehen mit „Jom Kippur“ ihren höchsten Feiertag.

OR Nr. 30 vom 28.07.2023, S. 3
Forscher untersuchen hebräische Handschriften

Vatikanstadt. Der Vatikan hat Wissenschaftler hebräische Handschriften aus seinen Archiven zugänglich gemacht. Im vergangenen Dezember konnten Vertreter des lateinamerikanischen Rabbinerseminars Marshall T. Meyer die historischen Dokumente untersuchen, wie beide Einrichtungen am 17.07.2023 mitteilten. In der Vatikanbibliothek werden Hunderte hebräische Handschriten aufbewahrt, darunter Thora-Rollen (Bücher Mosis), rabbinische Literatur, hebräische Philosophie, Gedichte, wissenschaftliche und kabbalistische (Kabbala: jüdische Geheimlehre und Mystik) Texte. Der Grossteil der Dokumente stammt aus dem 12. bis 15. Jahrhundert. Vom 19. bis 26.07.2023 fand ausserdem in Zusammenarbeit von Vatikanbibiliothek und lateinamerikanischem Rabbinerseminar ein einwöchiges Bildungsprogramm mit bekannten Dozenten statt, an dem Studenten aus unterschiedlichen Ländern und verschiedener Religionen teilnahmen. 

OR Nr. 37 vom 15.09.2023, S. 3
Verschwunden geglaubte Liste in Rom versteckter Juden entdeckt

Rom. Mehr als 4'300 Personen haben im Zweiten Weltkrieg in kirchlichen Häusern in Romn Schutz vor dem Zugriff der Nationalsozialisten gefunden. Eine neu entdeckte, verschollen geglaubte Liste nennt die Namen von 3'600 dieser Menschen, die zum Grossteil Juden waren. Das Dokument wurde im Archiv des Päpstlichen Bibelinstitutes entdeckt und am Donnerstag, 07.09.2023, im Museum der jüdischen Gemeinde in Rom präsentiert. (...)  In Rom lebten zu Beginn des Zweiten Weltkrieges etwa 10'000 bis 15'000 Juden. (...)

OR Nr. 44 vom 03.11.2023, S. 12
Gedenken an Deportation römischer Juden vor 80 Jahren

Vatikanstadt/Rom. Juden und Christen haben in Rom an die Deportation von mehr als 1'000 Juden im Oktober 1943 erinnert. Nach einer Gedenkfeier unter den Kolonnaden des Petersplatzes zogen die Teilnehmer am Mittwoch, 25.10.2023, unter dem Motto "Wir erinnern gemeinsam" zur italienischen Militärakademie am Tiber-Ufer. Dort wurden vor 80 Jahren die von der SS aufgegriffenen römischen Juden festgehalten, bevor die meisten von ihnen ins Vernichtungslager Auschwitz weitertransportiert wurden.

Bei der abschliessenden Zeremonie im Innenhof der Militärakademie ergriffen unter anderen Kurienkardinal Kurt Koch, Präsident der Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, Victor Fadium, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Rom, und der römische Oberrabbiner Riccardo Di Segni das Wort.

Kath. Wochenzeitung Baden 7/2024, S. 10, Alexander Folz
Spuckangriff auf Abt Nikodemus Schnabel in Jerusalem durch ultra-orthodoxe Juden

Zwei ultraorthodoxe Jugendliche haben am 03.02.2024 den Abt der deutschen Benediktinerabtei Dormitio, Nikodemus Schnabel, bei einem Spaziergang attackiert. Dabei spuckten die beiden auf Schnabels Brustkreuz und beleidigten das Christentum. (...)

Jugend

Katholische Wochenzeitung Baden/CH 46/2014, November, S. 9, Matthias Blarer
„Adoray“ sind Lobpreisabende für junge Menschen zwischen 15 und 35 Jahren in verschiedenen Schweizer Städten. An vielen Orten findet „Adoray“ wöchentlich am Sonntagabend statt. Organisiert werden die Lobpreisabende von engagierten, vom Glauben an Jesus Christus begeisterten, katholischen Jugendlichen. „Adoray“ (engl. Anbetung) untersteht dem Jugendbischof der Schweizer Bischofskonferenz, der die Statuten bestätigt hat. 

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 27-29/2019 Juni, S. 2
Internationales Jugendforum in Rom

Papst Franziskus hat junge Katholiken aufgefordert, zu Hauptfiguren einer Bekehrung der Kirche zu werden. „Die Kirche braucht euch, damit sie wirklich sich selbst sein kann“, so das Kirchenoberhaupt zu den rund 350 Teilnehmern des IX. Internationalen Jugendforums vom 19. bis 22.06.2019 bei Rom. 250 Delegierte von Bischofskonferenzen, etwa drei Dutzend Vertreter grösserer Gemeinschaften sowie einige Verantwortliche für Jugendseelsorge berieten dabei über die Jugendsynode vom letzten Oktober sowie das nachsynodale Schreiben des Papstes „Christus vivit“ (*Christus lebt“). Als Delegierter der Schweizerischen Bischofskonferenz nahm Roman Fiabene (26) aus Zürich teil.

OR Nr. 26 vom 28.06.2019, S. 4
Papst Franziskus hat die Jugendlichen zum Kampf gegen Mobbing im Internet aufgerufen. Wer Cyber-Mobbing betreibe, mache andere klein, um sich selbst grösser zu fühlen, so der Papst in einer am 21.06.2019 ausgestrahlten Videobotschaft. Anlass war der Aktionstag gegen Cyber-Mobbing, bei dem die päpstliche Stiftung „Scholas Occurentes“ einen mehrtägigen Online-Marathon zur Bekämpfung von Aggression im Internet durchführte. Die Aktion wurde von mehreren Unternehmen unterstützt, darunter Konzerne wie Google oder Microsoft. Franziskus unterstrich, dass jeder seine Identität finden müsse, ohne andere herabzusetzen. Er rief die jungen Menschen zum Dialog auf. Wenn man einander zuhöre, dann entstehe eine starke Gemeinschaft, die auch die eigene Identität entdecken lasse.

Jugendsynode

→Bischofssynode

Julianischer Kalender

→Römisches Jahr

Julius II. della Rovere (Papst von 1503-1513)

https://welt.de/geschichte/artikel113794451/Der-Papst-den-sie-den-Schrecklichen-nannten.html
https://welt.de./geschichte/gallery/113794562/Papst-Julius-II-stationen.html

Erasmus von Rotterdam, Papst Julius vor der Himmelstür
Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung,  2013, ISBN 978-3-87162-074-4

Umschlagseite
Papst Julius II. steht vor der Himmmelstür:  "Was, zum Teufel, ist denn hier los? Wieso geht die Tür nicht auf? ... Mir steigt die Galle hoch! Denen schlag ich glatt das Tor ein!" So ungestüm pocht in der schneidensten Szene des grossen Erasmus (ca. 1465-1636) Julius II. an die Pforte des Himmels, auf den er als Prunkpapst und grosser Krieger ein Anrecht zu haben glaubt. In seinem Dialog mit dem Türhüter Petrus, dessen ironischer Witz zu Lasten des Titelhelden geht, zeigt sich der Kirchenfürst und Bauherr des Petersdomes als Grosssprecher einer total verweltlichten und machtbesessenen Kurie. Seinem in urchristlicher Naivität befangenen Vorgänger erläutert er ebenso drastisch wie selbstgefällig die diabolischen Winkelzüge eines modernen Kirchenregiments. Die paradoxe Pointe besteht darin, dass sich der christliche Oberhirte daher als wahrer Antichrist entlarvt. 

Auszüge aus dem Erasmus-von-Rotterdam-Buch mit Seitenangabe. Petrus, Julius II. und sein Geist vor der Himmelstür:

Julius II., prachtliebender Renaissance-Papst mit unbeugsamem Machtwillen und grenzenlosem Ehrgeiz, zog die grössten Künstler in seine Dienste

11: Julius: Aber ich denke, wenn du nicht völlig blind bist, wirst du diesen Schlüssel hier kennen - nur für den Fall, dass dir die Goldene Eiche (im Familienwappen Julius') nichts sagt. Und du musst doch meine dreifache Krone sehen, samt dem über und über von Gold und Edelsteinen gleissenden Ornat (feierliche Amtstracht).

Simon Petrus, einer der ersten Juden, den Jesus Christus in seine Nachfolge berief

13: Petrus: Ich erkenne zwar den silbernen Schlüssel so einigermassen, aber es ist eben nur einer, und er unterscheidet sich stark von jenen Schlüsseln, die mir einst Christus als wahrer Hirte der Kirche übergeben hat. Aber wie, um Himmels willen, sollte ich diese hochmütige Krone kennen? Kein barbarischer Tyrann hat es je gewagt, so etwas zu tragen, geschweige denn einer von denen, die sich hier um Einlass bemühten. Und dieser Ornat da imponiert mir nicht im geringsten - Gold und Edelsteine habe ich immer wie Kehricht mit Füssen getreten und missachtet. Doch was ist das? Wo ich auch hinschaue, auf dem Schlüssel, auf der Krone, auf dem Mantel, überall sehe ich das Zeichen eines höchst verruchten Schacherers und Betrügers: jenes Simon, mit dem mich nur der Vorname, nicht aber die Gesinnung verbindet - seinerzeit habe ich ihn mit Christi Hilfe in den Staub geworfen.

Julius: Wenn du noch bei Verstand bist, lass diesen Blödsinn! Denn ich, solltest du es nicht wissen, bin Julius, der grosse Ligurer (Herkunft); vielleicht erkennst du ja die zwei Buchstaben P. M. - falls du überhaupt jemals lesen gelernt hast.

Petrus: Ich nehme an, sie bedeuten "Pestis Maxima" ("allergrösste Pest").
Geist von Julius: Ha, ha, ha! Wie dieser Wahrsager den Nagel auf den Kopf getroffen hat!

14: Julius: Aber ganz und gar nicht, sondern vielmehr: "Pontifex Maximus" ("oberster Brückenbauer").

Papst  Julius II. mit seinen Soldaten auf Kriegsfuss. Er trägt einen Harnisch, geschützt bis zu den Händen und Füssen. In der rechten Hand hält Julius einen Petrusschlüssel, in der linken den Papststab mit dem Pontifikalkreuz. Auf der vorderen Brustpanzerseite stehen die Buchstaben PM - Im unteren rechten Bildrand das Wort "Genius" ("Mensch mit höchster schöpferischer Geisteskraft")
Bayer, Staatsbibliothek München


17: Petrus: ... Aber sag mir - auch wenn es vielleicht für dich keinen Unterschied macht: Wirst du nur heilig gesprochen oder bist du es?

Julius: Jetzt reicht es mir! Wenn ich bloss noch am Leben wäre - dann würde ich liebend gern auf deine berühmte Heiligkeit samt Seligkeit pfeifen!

25: ... Julius: Also los, mach endlich auf, sage ich!

Petrus: Und ich sage: Solang du nicht deine Verdienste aufsagst, kommst du hier keinen Schritt weiter.
Julius: Was meinst du das: Verdienste?

Petrus: Ich will sie dir nennen. Hast du dich in der Theologie besonders ausgezeichnet?
Julius: Natürlich nicht. Keine Zeit - das ist nichts für einen Mann, der mit so vielen Kriegen besdhäftigt ist.Aber, wenn es dich interessiert: für so etwas gibt es jede Menge Ordensbrüder.
Petrus: Dann hast du vielleicht durch heilige Lebesführung viele Menschen für die Sache Christi gewonnen?

Geist: Für die Hölle, in hellen Scharen.
Petrus: Oder hast du berühmte Wunder gewirkt?
Julius: Wie altmodisch du daherredest!

37: Petrus: Hast du immer fleissig und mit reinem Herzen gebetet?
Julius: Was für dummes Zeug er schwätzt, der alte Kläffer (kleiner Hund, der viel  mit abgehackten Tönen bellt).

Petrus: Und hast du dein Fleisch mit Fasten und Nachtwachen abgetötet?
Geist: Ach gibt's doch auf! Verlorene Liebesmüh! Bei dem da hast du keine Chance!

59: Julius: ausserdem, und das tut mehr zur Sache, kam es meinen eigenen Vorhaben ganz gelegen, dieses Fürstentum seiner strategisch günsttigen Lage wegen (Ferrara) meinem Besitz einzugliedern. So versuchte ich, kaum hatte ich den Fürsten vertrieben, seine Herrschaft einem meiner Verwandten zuzuschanzen, einem tatkräftigen Mann, bereit, im Dienste der Kirche alles mögliche zu wagen: erst kürzlich hat er mir zuliebe den Kardinal von Pavia mit eigener Hand erdolcht. Denn als Gatte meiner Tochter hat er eine gute Partie gemacht.

65: Petrus: Aber warst du wirklich so, wie sie dich geschildert haben?

Julius: Und wenn schon! Ich war schliesslich der Papst. Stell dir vor, ich sei verruchter als die Kerkopen (aus der griechischen Mythologie zwei Söhne, die ursprünglich Zeus beigestanden haben sollen. Sie machten sich über ihn lustig und seien deswegen zu Affen verwandelt worden.), noch dümmer als Morychus (tragische Figur der Verfressenheit und Völlerei des 5. Jahrhunderts), ungebildeter als ein Holzklotz, und schmutziger als die Lerna (grundloser See bei Argos/Griechenland: ewiger Kampf zwischen Menschen und den Giganten des toten Reiches mit dunklen Gestalten): wer immer diesen Schlüssel zur Macht besitzt, den muss man als Christi Stellvertreter verehren und zu ihm als dem heiligsten der Menschen aufsehen. 

71: Petrus: Wenn man dir so zuhört, möchte man meinen, die einzigartige Würde des Römischen Papstes bestünde darin, ungestraft der schlechteste Mensch sein zu dürfen! Schlimmer noch: Du verkündest der Kirche unerhörtes Unheil, wenn sie ein derartiges Scheusal auf keine Weise loswerden kann und gezwungen ist, jemanden als Papst zu verehren, den niemand auch nur als Stallknecht dulden würde.

Julius: Es gibt da allerdings einige Leute, die behaupten, allenfalls aus einem Grund könnte man ihn absetzen.

Petrus: Dann sage mir doch, bitte sehr: für welche Tat? Denn offensichtlich kann er ja für keinerlei Schandtaten davongejagt werden, denn dazu die von mir genannten nicht ausreichen.

Julius: Für das Vergehen der Ketzerei - aber nur, wenn er zuvor öffentlich überführt worden ist. (...) Und wenn er wirklich durch ein Konzil in die Enge getrieben würde, so wäre es ihm ein Leichtes, durch einen Widerruf (falls das Leugnen nichts nützt) den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Kurz und gut, es gibt tausend Schlupflöcher, durch die er entwischen kann - es sei denn, er ist ein ausgemachter Dummkopf und kein rechter Mann.

107: Petrus: Verehren sie (die Barbaren) denn neben Christus noch andere Götter?
Julius: Das nicht, aber sie verehren Christus auf eine allzu fanatische Weise. Unglaublich, wie diese völlig verbohrten Menschen immer noch über so ein paar längst veraltete Wörtchen in Rage geraten!

127: Petrus: Ist das die passende Einstellung für einen Hirten, für einen Hochheiligsten Vater und Statthalter Christi?

Julius: Warum mussten sie denn unbedingt diese Spaltung herbeiführen?

Petrus: Manchmal heisst es eben ein Übel ertragen, wenn das Heilmittel noch schlimmer ist. Und schliesslich wäre es zu gar keiner Spaltung gekommen, hättest du nur das Konzil akzeptiert.
Julius: Unsinn! Ich wollte lieber tausend Kriege ertragen als ein einziges Konzil. Wie, wenn sie mich  zu meinem Pontifikat entfernt hätten, als Simonisten (Käufer und Verkäufer von geistlichen und kirchlichen Ämtern, Pfründen, Sakramenten, Reliqiuen o. Ä.), pontifikalischen Schacherer (nach Gewinnsucht streben, den grössten Vorteil bei Preisen und geschäftlichen Abmachungen herausholen) und Pseudopapst (Scheinpapst)? Was, wenn sie meinen ganzen Lebenslauf ausgeforscht hätten, um das Ergebnis in alle Welt hinauszuposaunen?

129: Petrus: O du kranker Geist! Was ich bisher von dir höre, sind nicht die Worte eines kirchlichen, sondern eines weltlichen Herrschers - nein, nicht einmal weltlich, sondern heidnisch, und schlimmer als alle Heiden. Du brütest dich deiner grossen Taten als Vertragsbrecher, als Kriegshetzer und Anstifter von Schlächtereien: eine satanische, keine pontifikale Gewalt. Wer sich zum Statthalter Christi macht, muss sich anstrengen, Ihm nach Möglichkeit ähnlich zu werden. In Ihm ist höchste Machtvollkommenheit, verbunden mit höchster Güte, höchste Weisheit zugleich mit höchster Einfalt. In dir sehe ich das Bild der Gewalt verbunden mit höchster Bosheit und höchster Verblendung. Wenn sich nun Satan als Fürst der Bosheit einen Stellverteter suchen würde, wen könnte er dann eher wählen als einen Deinesgleichen? Sag mir doch einmal: Wo hast du je wie ein Apostel gehandelt?

131: Julius: Was wäre denn apostolischer, als die Kirche zu mehren?

139: Petrus: Dass ich einen mehr als weltlichen Tyrannen gesehen hätte, den Feind Christi und das Unheil der Kirche.

Julius: Nein, du würdest ganz anders reden - besonders, wenn du auch  einen meiner Triumphe miterlebt hättest; etwa den, mit dem ich in Bologna eingezogen bin, oder jenem, den ich nach meinem Sieg über Venedig in Rom abhielt, oder den anderen, mit dem ich auf der Flucht aus Bologna meine Rückkehr nach Rom feierte, oder schliesslich noch jenen, den ich mir dort gegeben habe, nachdem die Franzosen bei Ravenna so völlig unerwartet zu Boden geworfen worden waren. Hättest du nur die Fohlen gesehen, die Pferde, die Parade der Bewaffneten, den Pomp der Anführer, die Augenweide auserlesener Knaben, das Lodern der Fackeln an allen Ecken, den Aufwand der Schaustellungen, die Prozession der Bischöfe, den Prunk der Kardinale, die Trophäen und Beutestücke, hättest du die vom Himmel widerhallenden Zurufe der Menge und der Soldaten gehört, den aufbrandenden Beifall, die Musik der Signalhörner, den Klang der Fanfaren, hättest du erlebt, wie die Geschütze Blitze schleudern und ein Regen von Münzen sich über das Volk ergiebt - und wie schliesslich ich, einer Gottheit gleich, hoch oben vorbeigetragen werde, ich,  der Urheber und Mittelpunkt der ganzen Schau: dann hättest du zugeben müssen, dass Leute von der Art eines Scipio (WA: einer der erfolgreichsten Kommandeure der Militärgeschichte), Aemilius (WA: Feldherr und Politiker, die Scipio-Familie war aufgrund ihres Vermögens eine äusserst einflussreiche Gruppe)  oder Augustus (WA: erster römischer Kaiser. Er betrieb eine Monarchie in Form eines Prinzipats) im Vergleich zu mir armselige Kinder waren.

141: Petrus: Ha, Schluss jetzt mit deinen Trophäen, du ruhmredigster aller Soldaten. Diese Heiden aber will ich allesamt ans Herz drücken, aus lauter Abscheu vor dir, der du, Hochheiliger Vater in Christo, deine Triumphe zelebrieren musstest; der verantwortlich ist für die Auslöschung so vieler Legionen; der durch Wort und Tat auch nicht eine  einzige kleine Seele jemals für Christus hinzugewonnen hat.

Schluss des Gesprächs:
159: Julius: Du willst mir also die Türe nicht öffnen?

Petrus: Jedem lieber als einer solchen Pest. Für dich sind wir  ja  sowieso alle exkommuniziert. Aber vielleicht willst du einen ganz praktischen Rat von mir? Du hast da eine ordentliche Schar handfester Männer um dich, besitzt Geld in Hülle und Fülle, und bist doch selbst ein so grosser Baumeister: bau dir doch endlich ein neues Paradies - aber pass auf, dass es gut befestigt ist, sonst können es die bösen Geister erobern.

Julius: Auf keinen Fall! Sondern ich werde tun, wie meine Würde verlangt. Ich will für ein paar Monate untertauchen, meine Truppen verstärken,   und euch dann allesamt zum Teufel jagen, wenn ihr euch nicht freiwillig ergebt. Denn ohne jeden Zweifel werden in Kürze hundertausend neue Schlachtopfer meiner Kriege zu mir stossen.

→P-Park, Päpste, ihre Pontifikate H-J: Julius II.

Jungfrauen

Liturgiewissenschaftlerin wird geweihte Jungfrau
Die Liturgiewissenschaftlerin Alicia Scarcez hat am 15. August 2016 die Jungfrauenweihe in der Kathedrale „St. Nikolaus“ in Freiburg CH empfangen. Die 37-jährige Belgierin hat versprochen, keusch und ehelos zu leben, um sich so ganz Christus hingeben zu können. Geweihte Jungfrauen leben nicht im Kloster und verdienen ihren Lebensunterhalt selber.

Diözesanbischof Charles Morerod sprach im Rahmen der Feier ein Weihegebet. Nachdem er die Jungfrau gesegnet hatte, überreichte er ihr einen Ring und ein Stundenbuch. Anschliessend umarmte Scarcez die anwesenden Jungfrauen, die aus Belgien und der Schweiz angereist waren. Die Wissenschaftlerin, die am Institut für Liturgiewissenschaft der Universität Freiburg arbeitet, gehört nun ebenso wie diese dem „Stand der Jungfrauen“ (Ordo Virginum) an. Damit ist kein gemeinschaftliches Leben in einem Kloster verbunden. Die geweihten Jungfrauen leben in der Regel allein und sind in verschiedenen Berufen tätig. Für die geweihten Jungfrauen ausserhalb der Klöster ist der jeweilige Diözesanbischof zuständig.

Jungfrauenweihe nach dem Konzil wieder eingeführt: Nach Angaben auf der Homepage des „Ordo Virginum“ in der Schweiz gab es bereits in den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung Jungfrauen, die in ihren Familien lebten und sich dem Gebet und Werken der Nächstenliebe widmeten. Ab dem 7. Jahrhundert beschränkte sich die Erteilung der Jungfrauenweihe zunehmend auf Ordensfrauen, schrieb die Schweizer Bischofskonferenz 2006 in ihren Empfehlungen für die Spendung der Jungfrauenweihe. In den Klöstern wurde der Ritus der Jungfrauenweihe immer mehr durch die feierliche Profess die Aufnahme in die klösterliche Gemeinschaft, verdrängt.

Erst im 19. Jahrhundert kam es zu einer Wiederbelebung des Ritus. 1970 wurde die im 12. Jahrhundert abgeschaffte Jungfrauenweihe für Frauen in der Welt auf Anregung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) wieder eingeführt, heisst es auf der Homepage des „Ordo Virginum“. – Weltweit gibt es heute ungefähr 4’000 geweihte Jungfrauen, von denen rund 60 in der Schweiz leben. (cath.ch/bal)

→Frauen

Justiz im Vatikan

https://de.wikipedia.org/wiki/Strafrecht_(Vatikanstadt)

BaZ Basler Zeitung vom 15.01.07, Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz vom 25.01.2009

Statistisch gesehen finden im Vatikan die meisten Straftaten statt. Die Justiz verfolgte im Jahre 2006 486 Straf- und 549 Zivilverfahren bei nur 492 Staatsbürgern. Die hohe Rate hängt damit zusammen, dass über 19 Millionen Menschen den Vatikan jährlich besuchen. Bei den Taten handelt es sich meist um Taschendiebstähle (Strafverfahren). Zivilverfahren, Beispiele: Streit, Ausbleiben der Mietzinszahlung usf. Die Kriminalitätsrate pro Kopf ist im Vatikanstaat und im vatikanischen Hoheitsgebiet grösser als in São Paolo/Brasilien.

OR Nr.  3 vom 20.01.2012
Die Justiz des Vatikanstaates hat im vergangenen Jahr 2011 ihr Arbeitstempo erheblich beschleunigt. Pro Verfahren brauchte die Behörde des Kleinstaates im Durchschnitt 18 Tage, wie der Generalstaatsanwalt, Nicola Picardi, bei der Eröffnung des Gerichtsjahres im Vatikan betonte. Im Vorjahr seien es 36 Tage gewesen. In 99 % der Fälle gehe es nicht um die 492 eigenen Einwohner, sondern um die 18 Millionen Besucher, die jedes Jahr den Petersplatz, den Petersdom oder die vatikanischen Museen besuchen und damit vatikanisches Staatsgelände betreten. Häufig befassten sich die Verfahren mit Handtaschendiebstahl oder weiteren Betrugs- und Diebstahldelikten.

OR Nr.  3 vom 17. Januar 2014, S. 11
Vatikanische Justiz passt sich internationalen Standards an

Der vatikanische Generalstaatsanwalt Gian Piero Milano sieht die Justiz des Kirchenstaates auf einem guten Weg. Sie passe sich immer wirksamer den internationalen Standards an, sagte Milano bei der Eröffnung des neuen Gerichtsjahres im Vatikan. In dieser Hinsicht werde der Vatikan von einer Enklave  innerhalb Italiens immer mehr zu einer Exklave in der Europäischen Union.  Seine Justiz sei dabei in der Lage, sich international geltenden Rechtsnormen anzupassen, ohne deren Mängel aufzunehmen. Die administrativen Reformen auf diesem Gebiet im vergangenen Jahr bedeuteten einen Fortschritt im Kampf gegen Geldwäsche und die Finanzierung von Terrorismus, lobte der Staatsanwalt. Besonders hob er die von Papst Franziskus im Juli 2013 verfügte Ausweitung der Strafverfolgung organisierter  Kriminalität durch die Rechtsorgane des Vatikans hervor. Franziskus‘ Schritte könnten jedoch auch auf die unter Benedikt XVI. ergriffenen Massnahmen wie die Gründung der Finanzaufsichtsbehörde AIF aufbauen, sagte Milano. (siehe „Bank des Vatikans“)

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 7/8 2015 Februar, S. 2
Viel Arbeit für Vatikanjustiz

Die vatikanische Justizbehörden blicken auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. 2014 befassten sie sich unter anderem mit Ermittlungen wegen Kinderpornografie, Betrug auf Kosten der Vatikanbank IOR und Drogenhandel, wie der vatikanische Generalstaatsanwalt Gian Pietro Milano (WA: also Anwalt des Staates der Vatikanstadt und nicht des Heiligen Stuhles) im Bericht zur Eröffnung des neuen Gerichtsjahres zusammenfasste. Besonders hob Milano Erfolge im Kampf gegen die Finanzkriminalität hervor, insbesondere gegen Geldwäsche. Auf diesem Gebiet zeigten die umfassenden Reformen für eine bessere Kontrolle der vatikanischen Finanzen Wirkung. In 2 Fällen wurde wegen pädophiler Pornografie ermittelt. Als besonders wichtig beurteilte Vatikansprecher Federico Lombardi vor Journalisten den Fall des wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagten früheren Nuntius in der Dominikanischen Republik, Erzbischof Jozef Wesolowski (siehe unter „Missbrauchsfälle“).

OR Nr. 9 vom 03.03.2017, S. 3
Kriminalstatistik im kleinsten Staat der Welt

Diebstähle, Strafzettel und beschlagnahmtes Geld in Millionenhöhe – auch der Vatikan als kleinster Staat der Welt ist vor Ordnungswidrigkeiten und Kriminalität nicht gefeit. Das zeigt die Kriminalstatistik, die der vatikanische Staatsanwalt Gian Piero Milano vorstellte.

Im rund 450 Einwohner zählenden Vatikanstaat wurden vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 insgesamt 78 Diebstähle angezeigt. In den 12 Monaten zuvor waren es 58, wie es in dem von Milano im Vatikan präsentierten Bericht über das Gerichtsjahr 2015/016 heisst. Beklaut wurden demnach vor allem Pilger und Touristen in den Vatikanischen Museen und im Petersdom, die jährlich mehr als 5 Millionen Besucher anziehen. Die vatikanische Gendarmerie nahm insgesamt 4 mutmassliche Taschendiebe fest.

Der Vatikanstaat verfügt über eine eigene weltliche Gerichtsbarkeit und eine eigene Polizei, die vatikanische →Gendarmerie. Die Statistik weist für das zurückliegende Gerichtsjahr insgesamt 33 Festnahmen aus; davon überstellte die Gendarmerie 17 Personen an die italienische Polizei.

Zudem wurden der Justiz des päpstlichen Staates 28 Fälle von versuchtem Betrug gemeldet. Auch im Vatikan gibt es Falschparker, Raser und Knöllchen (Giftpilzchen): Vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 verteilte die Polizei des kleinsten Staates der Welt insgesamt 135 Strafzettel an Autofahrer. Im Vatikan gilt ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern.

Schliesslich äusserte sich Staatsanwalt Milano auch zu zahlreichen Fällen, in denen Geldwäsche im Spiel sein könnte. Die Justiz im Vatikan habe 2016 wegen des Verdachts auf Geldwäsche mehr als 2 Millionen Euro beschlagnahmt. Derzeit ermittle die vatikanische Staatsanwaltschaft in 17 Fällen wegen einer möglichen Verletzung der Anti-Geldwäsche-Vorschriften, so Milano. Der Staatsanwalt teilte zugleich mit, dass im Vatikan eine eigene Ermittlungseinheit für solche Fälle geschaffen worden sei.

OR Nr. 80 vom 21.02.2020, S. 3
Vatikanstadt. Papst Franziskus hat die vatikanische Justiz zu weiteren und verstärkten Anstrengungen aufgerufen. Dabei müssten zum einen die getroffenen internationalen Rechtsvereinbarungen des Heiligen Stuhles berücksichtigt werden, sagte er am 15.02.2020 anlässlich der Eröffnung des Justizjahres im Vatikan. Andererseits gelte es, in Zusammenarbeit mit der vatikanischen Gendarmerie gründlich und akkurat (sorgfältig) zu ermitteln. Zudem kündigte der Papst an, Reformen im Rechts- und Finanzbereich weiterzutreiben wie internationale Kooperationen.

OR Nr. 12/13 vom 20.03.2020, S. 3
Reform des Vatikanischen Justizsystems

Vatikanstadt. Papst Franziskus reformiert das vatikanische Justizsystem. Die am Montag, 16.03.2020, veröffentlichte Justizordnung für den Vatikanstaat soll zum einen die Unabhängigkeit der Strafverfolgung sowie das Recht auf Verteidigung stärken. Andererseits passt es das Justizsystem der Vatikanstadt den in den 2010-er Jahren erlassenen Gesetzen sowie internationalen Standards an. Rechtliche Neuerungen der vergangenen Jahre betrafen vor allem Finanz- und Wirtschaftsfragen wie auch das Strafrecht, schreibt der Präsident des vatikanischen Gerichtshofes, Giuseppe Pignatone, in einem Artikel der Tagesausgabe unserer Zeitung zur neuen Justizordnung. „Die vatikanische Justiz muss heute Gesetze anwenden, die in vielerlei Hinsicht sehr modern sind, die aber gleichzeitig in viele Jahrzehnte alten Codices verwurzelt sind“, so Pignatone.

So bekräftigt das neue Gesetz die Unabhängigkeit des Gerichts und seiner Richter. Auch wenn diese hierarchisch unter dem Papst stehen und von ihm ernannt werden, seien sie in ihren Entscheidungen allein an das Recht und das Prinzip der Unparteilichkeit gebunden.  In eigenen Normen für die Strafverfolgung wird gleichzeitig deutlicher zwischen Richtern und Staatsanwälten unterschieden. Letzteren würden so Autonomie und Unabhängigkeit bei der Ausübung ihrer Funktionen garantiert, schreibt Pignatone. In Kraft treten soll die neue Justizverordnung Mitte April 2020.

OR Nr. 18 vom 07.05.2021, S. 3
Änderungen im vatikanischen Justizsystem

Vatikanstadt. Durch einen am 30.04.2021 öffentlichen Erlass hat der Papst erneut das vatikanische Justizsystem geändert. Dabei führte er auch für Bischöfe und Kardinäle ein prinzipiell mehrstufiges Gerichtsverfahren ein. Ein bisher geltender Vorbehalt, der bei Strafsachen gegen hochrangige Geistliche allein das vatikanische Kassationsgericht zuständig machte, wurde gestrichen. Derartige Privilegien stammten „aus der Vergangenheit“, heisst es im neuen Motu proprio (aus eigenem Antrieb) von Franziskus. Ziel sei es, dass – von einigen Sonderfällen abgesehen – für alle die gleichen Regeln gälten. Dies entspreche internationalen Standards. Auch im Kirchenrecht sei seit Jahren festgehalten, dass unter allen Gläubigen „eine wahre Gleichheit in ihrer Würde und Tätigkeit“ bestehe. Die nun vorgenommenen Änderungen ergänzen die Justizordnung für den Vatikanstaat vom 16.03.2020. Damals hatte der Papst vor allem die Unabhängigkeit der Strafverfolgung sowie das Recht auf Verteidigung gestärkt.

OR Nr. 11/12 vom 18.03.2022, S. 3
Gezielte Reformmassnahmen im Bereich der vatikanischen Justiz

Vatikanstadt. Das vatikanische Justizsystem soll nach Aussage von Papst Franziskus weiter reformiert werden. Derzeit würden "gezielte Reformmassnahmen" geprüft, um die "Verhinderung und Bekämpfung von Straftaten zu stärken" und auf "die wachsende Nachfrage nach Gerechtigkeit" im Vatikanstadt zu reagieren. In seiner Ansprache zur Eröffnung des 93. Gerichtsjahres des Gerichtshofes des Vatikans am Samstag, 12.03.2022, verwies der Papst auf bereits erfolge Reformschritte. Dazu zählt etwa die Gleichstellung aller Glieder der Kirche vor vatikanischen Gerichten.

Mit gezielten Änderungen und Ergänzungen habe er "auf einen gewissen Aktualisierungsbedarf des Rechtsrahmens" reagiert, "der die Überwindung nicht mehr zeitgemässer Strukturen erforderte",  so Franziskus. Zugleich ordnete er bereits erfolgte wie geplante Änderungen in der Vatikanischen Straf- und Prozessordnung ein in weitere Reformen bei Verwaltung, Wirtschaft und Finanzen. Aufgrund dieser vielfältigen Reformen werde die Arbeit der vatikanischen Justiz noch zunehmen, prognostizierte Franziskus. Die Änderungen sollten einerseits internationalen Standards, etwa für die Wirtschaft und Finanzen, entsprechen. Andererseits gehe es um das "grundsätzliche Bedürfnis der Kirche, ihre gesamten Strukturen einem zunehmend evangellumsgemässen Stil anzupassen". 

Die Audienz fand in Anwesenheit von Vertretern hoher kirchlicher wie vatikanischer Gerichte statt, unter anderen von Gerichtshofspräsident Giuseppe Pignatone und des Strafverfolgers Gian Piero Milano sowie Gästen der italienischen Justiz.

OR Nr. 34 vom 25.08.2023, S. 1
Forderung nach einer unabhängigen Justiz auch in Krisenzeiten

Vatikanstadt. Der Papst unterstützt die Forderung europäischer Anwälte nach Rechtsstaatlichkeit und einer unabhängigen Justiz. Er begrüsse die feste Überzeugung der Juristen, dass es für Rechtsstaatlichkeit keine Ausnahme geben dürfe, auch nicht in Krisenzeiten, sagte Franziskus am Montag, 21.08.2023, bei einer Audienz für Anwälte aus den Mitgliedstaaten des Europarates.

Krisen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich sowie Identitäts- und Sicherheitskonflikte forderten die Demokratien des Westens zu Antworten heraus, betonte der Papst. Die Angst vor zivilem Ungehorsam, Gewalt und Wandel können dazu verleiten, die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit umgehen zu wollen, um einfache und schnelle Lösungen zu finden.

Im Hinblick auf die Umweltthematik gab Fanziskus in seiner Ansprache bekannt, dass er an einem zweiten Teil von Laudato si' schreibe.
→Buchstabe U, Umweltschutz (Laudato si')

→Diebstähle                   
→Strafrecht                 
→Polizei beim Vatikan   
→Gendarmerie               
→Gerichte