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Kniebank, Knieschemel

→Talamo

Kohl Helmut, Alt-Bundeskanzler Deutschlands

Kokain

https://de.wikipedia.org/wiki/Kokain

bz Basellandschaftliche Zeitung vom 25.03.2014
Kokain für den Vatikanstaat

Der deutsche Zoll hat eine an den Vatikan adressierte Kokain-Lieferung abgefangen. Das Rauschgift sei in verflüssigter Form in 14 Kondome verpackt gewesen, berichtete die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf einen Zollbericht. Ein Sprecher des  Bundesfinanzministeriums bestätigte gestern den Bericht, demzufolge Beamte am 19. Januar am Leipziger Flughafen 340 Gramm der Droge mit einem Schwarzmarktwert von 40’000 Euro aus Südamerika sichergestellt haben. Ein konkreter Empfänger war demnach nicht angegeben, sondern die Poststelle des Vatikans. Der deutsche Zoll übergab die Drogen einem Polizisten des Vatikanstaates in Rom,. Die Falle schnappte indes bislang nicht zu: Niemand versuchte, das Paket abzuholen. Die deutschen Ermittler gehen den Angaben zufolge inzwischen davon aus., dass der unbekannte Empfänger einen Tipp bekommen hat und die Aktion verraten wurde. (SDA)

Kollegium (collegio) im Vatikan-Telefonbuch

Im Vatikan-Telefon-Buch aufgeführt
* mit Vatikan-Telefonnummern und alle nachfolgend erwähnten Kollegien im Telefonbuch selber
https://de.wikipedia.org/wiki/Kollegium

 

  1. Collegio Americano del Nord (Gianicolo). Siehe oben
  2. Collegio Beda
  3. *Collegio Cardinalizio
  4. *Collegio degli avvocati Concistoriali
  5. *Collegio degli avvocati della Santa Sede
  6. *Collegio dei Padri Penitenzieri Lateranensi
  7. *Collegio dei Padri Penitenzieri Vaticani
  8. *Collegio Etiopico (Vatikanische Gärten)
  9. Collegio di S. Monica (Erzbischof +van Lierde, alt Generalvikar war hier zur Kriegszeit Rektor und rettete Juden)
  10. *Collegio Missionario „Mater Ecclesia“ di Propoganda Fide“, Castel Gandolfo
  11. Collegio S. Paolo Apostolo, Via di Torre Rossa 40
  12. Collegio S. Pietro Apostolo, Viale Mura Aurelia 4
  13. Collegio Pontificio Pio Romena, Gianicolo
  14. Collegio Russo di S. Teresa del Bambin Gesù, Via Carlo Cattaneo
  15. Collegio Pontificio di S. Giosafat, Gianicolo
  16. Collegio S. Giovanni Damasceno, Via Carlo Emanuele
  17. Collegio S. Roberto Bellarmino
  18. *Collegio Teutonico di Santa Maria in Camposanto
  19. *Collegio Urbano „de Propoganda Fide“, Via Urbano VIII.

Kolonnaden

https://de.wikipedia.org/wiki/Kolonnade
https://de.wikipedia.org/wiki/Gian_Lorenzo_Bernini

Lateinisch: columna = Säule
Nachstehend in zwei Bildern die 140 Heiligen auf den Kolonnaden:

Alexander Smoltczyk, Vatikanistan, S. 105
Im linken Kolonnadentrakt auf der Höhe des Sacratos (Kirchenplatz), befinden sich die Vatikanische Verlagsbuchhandlung, der offizielle Verlag des Hl. Stuhles sowie der Sitz des Vatikanfernsehens CTV (Centro Televisivo Vaticano).

Die frömmste Buchhandlung der Welt (jährliche Besucherzahl: 450’000) hat ihre Vorläufer in einer Zeit kurz nach der Erfindung des Buchdrucks. Sixtus V. hatte im 16. Jahrhundert erstmals die Idee, eine „Vatikanische Druckerei“ zu gründen. Denn wenn man bestimmen will, was drinsteht, ist es besser, man druckt sich seine Bücher selbst. Die „Libreria Editrice Vaticana“ verlegte u. a. die dramatischen Werke von Karol Wojtyla (Der Laden des Goldschmieds) und besitzt die Rechte an Aufführungen und Verfilmungen. Der Verlag behält sich die endgültige Kontrolle über alle Übersetzungen und Ausgaben vor. Der Katalog des Hauses kann im Internet konsultiert werden (www.vatican.va).

Seit Längerem ist der Buchladen auch im Online-Geschäft aktiv:
https://www.libreriaeditricevaticana.va/it/

Gläubige und Staunende aus aller Welt können einen elektronischen Einkaufswagen mit einem Rosenkranz aus echten Rosenblättern bestücken oder mit der CD „Abbà Pater“, auf der Johannes Paul II. das Vaterunser singt.

→Briefmarken               
→Petersplatz

Kolosseum

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz April 2012 (kh/wikipedia)
Aus Kriegsbeute finanziert

Nach einer neueren Rekonstruktion der Bauinschrift wurde das Kolosseum aus der Beute des jüdischen Krieges finanziert, unter anderem mit dem im Jahr 70 geplünderten Goldschatz des Tempels von Jerusalem. Die zwischen 72 und 80 n. Chr. erbaute Arena war rund 400 Jahre lang in Betrieb. Rund 50’000 Besucher fanden im Kolosseum Platz. Rund 80 Eingänge ermöglichten es den Zuschauern, direkt zu ihren Plätzen zu gelangen. 4 Eingänge blieben den damaligen VIPs vorbehalten. Ihnen stand ein eigens abgesichertes Podium am Rand der Arena zu Verfügung.

188 m lang, 156 m breit. Hätte einmal  Platz im Petersdom (Petersdom einschliesslich Vorhalle: 187 m lang). Oder 3-mal Platz im ehemaligen Circus Maximus (Rennbahn 580 x 79 m, ganzer Circus: ca. 620 x 150 m). St. Jakob-Stadion in Basel gut über 30’000 Plätze.

Man unterscheide zwischen Stadion (nur Sportveranstaltungen; Piazza Navona, Rom), Arena (oval, Sportkämpfe, später Todeskämpfe) und dem Amphitheater (oval, offen. Hinrichtungen, Tier- und Gladiatorenkämpfe. Ein gutes Beispiel dazu ist das Kolosseum in Rom).

OR (L'Osservatore Romano) Nr. 14 vom 04.04.2014, S. 3
5,6 Millionen Besucher im Kolosseum

Das Kolosseum in Rom ist die mit Abstand meistbesuchte eintrittspflichtige Kulturstätte Italiens: 2013 kamen mehr als 5,6 Millionen Besucher in das antike Amphitheater, 8 % mehr als im Vorjahr, wie das Ministerium für die Kulturgüter berichtete. An 2. Stelle legen demnach die archäologischen Ausgrabungen in Pompeji mit knapp 2,5 Millionen Gästen. In Rom belegte 2013 die Engelsburg mit rund 900’000 Personen den 2. Platz, gefolgt von der Kunstsammlung Galleria Borghese mit 500’000 Besuchern. Das Kolosseum, das römische Wahrzeichen, wird derzeit mit dem Geld eines italienischen Unternehmens für 25 Millionen Euro restauriert. Die Stadt Rom könnte nach eigenen Angaben die finanziellen Mittel dafür nicht selbst aufbringen.

OR Nr. 28 vom 15. Juli 2016, S. 3
Aussenrestaurierung des Kolosseums abgeschlossen

Die Aussenrestaurierung des römischen Kolosseums ist nach 3 Jahren abgeschlossen worden. Italiens Kulturminister Dario Franceschini lobte das Projekt bei einer Präsentation als ein gelungenes Beispiel für die private Finanzierung öffentlicher Kulturprojekte. Für die Reinigung und Sanierung des Amphitheaters hatte der Chef eines grossen Modekonzerns, Diego Della Valle, 25 Millionen Euro bereitgestellt. Ministerpräsident Renzi nannte die Pflege solcher Sehenswürdigkeiten einen Beitrag zur Identität Europas.

Im Zuge der Arbeiten, die im Oktober 2013 begannen, war die von Abgasen, Witterungseinflüssen und Flechtenbewuchs angegriffene Travertinverkleidung des Kolosseums gereinigt worden. Abgelöste Teile wurden befestigt, frühere Ausbesserungen mit ungeeigneten Materialien rückgängig gemacht. Weiter wurden neue schmiedeeiserne Absperrgitter montiert.

Die mit der Sanierung einhergehenden Untersuchungen brachten auch einige Funde zutage – etwa ein 60 cm hohes Relief eines Gladiatoren, das vermutlich noch aus der Bauzeit des Amphitheaters von 72  bis 80 stammt. Ebenfalls entdeckt wurde ein Christus-Relief vom Ende des 14. Jahrhunderts, das einer religiösen Bruderschaft zugeordnet werden konnte.

In einem nächsten Schritt soll bis 2018 das Innere des Amphitheaters erneuert werden. Dazu stehen laut Kulturminister Franceschini 18 Millionen Euro bereit. Unter anderem soll das Hebewerk rekonstruiert werden, mit dem in der Antike Requisiten und Tierkäfige aus dem Untergeschoss in die Arena transportiert wurden. Es sei geplant, das Kolosseum in Zukunft auch für Kulturveranstaltungen zu nutzen.

Der Restaurierung vorausgegangen war eine Kontroverse um die mögliche Nutzung des Kolosseums durch den Sponsor für Werbezwecke. Franceschini sagte mit Blick darauf, es sei „viel zu viel Zeit vertan“ worden. Als Beleg für das Potenzial privater Kulturfinanzierung verwies er auf Spenden von insgesamt 100 Millionen Euro, die seit einer Einführung von Steuervergünstigungen für kulturelle Zuwendungen zusammengekommen seien. Der Unternehmer Della Valle hob die wirtschaftliche Bedeutung des Erhalts von Kulturerbe hervor, etwa im Blick auf den Tourismus.

Ministerpräsident Renzi sagte unter Anspielung auf den Brexit, der Abschluss dieser Restaurierungsphase falle in „die dunkelsten Tage Europas“. Europa werde nur zu retten sein, wenn man sich wieder dem „Europa der Seele“ zuwende. Italien mit seinen Kulturschätzen wolle dazu beitragen, den Kontinent „wieder sich selbst sein zu lassen, ausgehend von seiner Identität und seinen Werten“, sagte Renzi.

Lingen, Ewiges Rom, S. 7
Kolosseum: Arena des Todes

Das Kolosseum war das grösste und berühmteste Amphitheater (griechisch, elliptisches meist dachloses Theatergebäude mit stufenweisen aufsteigenden Sitzen) Roms. Hinter seinen mächtigen Mauern spielten sich grausame Todesszenen ab: Folter und Gefechte, Blutvergiessen und Gemetzel. Das Kolosseum (Name von der Kolossalstatue Kaiser Neros, die neben dem Amphitheater stand) diente als Ort der Unterhaltung und war zugleich ein Platz, an dem der Tod zu Hause war.

Gladiatoren rekrutierte man aus Sklaven, Gefangenen und Verbrechern, auch freiwillige Bürger fanden sich unter ihnen. Die Neulinge übten zuerst, mit den Schlägen einen Holzpfahl oder eine Strohpuppe zu treffen. Erst danach kämpften sie mit hölzernen Waffen gegeneinander.

Regeln der Gladiatoren: Jeder Gladiator legte bei Eintritt in die Gladiatorenschule ein Gelübde ab, in dem er sich selbst als tot erklärte. Sein Leben gehörte fortan der Gladiatorenschule, in der er lebte, trainierte und schliesslich starb. Während des Kampfes in der Arena war er zum Schweigen verpflichtet. Den Zuschauern durfte er nur mit einer Geste (Gebärde) ein Zeichen geben, reden durfte er nicht. Wenn der verwundete Gladiator den gestreckten Zeigefinger hob, bedeutete dies, dass er um Gnade bat. Dann entschieden die Zuschauer über sein Schicksal. – Bis kurz vor dem Auftritt wussten die Gladiatoren nicht, wer ihr Gegner sein würde. Dadurch hielt man einen persönlichen Kampf zwischen den Rivalen fern. Sah ein Kämpfer seine letzte Stunde herannahen, zeigte er sein Gesicht dem Gegner oder setzte den Helm ab und schnitt sich selbst die Kehle durch. Die Zuschauer durften nicht die geringste Spur von Angst in seinem Blick sehen.

Rom in frühen Photographien 1846-1878, Schirmer/Mosel, S. 115
Die Flora des Kolosseums war einzigartig. Der Botaniker Richard Deakin führt in seinem Buch „Flora of the Colosseum“ (1855) 420 Pflanzenarten auf, die sich zu seiner Zeit bereits wieder entwickelt hatten, obwohl das Bauwerk 1813 von den Franzosen allen Bewuchses entkleidet worden war. Reste von Kaliumnitrat, das unter einem früheren Papst in der Ruine eingelagert worden war, ergaben zusammen mit dem sich zersetzenden Travertin einen vorzüglichen Nährboden.

OR Nr. 5 vom 31.01.2020, S. 3
Kolosseum bleibt Publikumsmagnet

Rom. Trotz eines leichten Rückgangs bleibt das römische Kolosseum unangefochtener Publikumsmagnet unter den staatlichen Museen und Ausgrabungsstätten Italiens. Nach einer Mitteilung des italienischen Kulturministeriums besuchten im vergangenen Jahr mehr als 7,5 Millionen Touristen das antike Amphitheater und den damit verbundenen Park des Forum Romanum. Die Plätze 2 und 3 belegen die Uffizien in Florenz mit 4,4 Millionen Besuchern und die Ausgrabungen in Pompeji mit 3,9 Millionen.

Die 30 meistbesuchten staatlichen Museen und Parks verzeichneten laut den Angaben zusammengenommen fast 30 Millionen Eintritte, rund 700’000 mehr als im Vorjahr. Den stärksten Zuwachs verzeichnete mit fast 37 % die Galeria Nazionale delle Marche, die knapp 266’000 Gäste registrierte. Die Sammlung in Urbino stand von 2015 bis Anfang dieses Jahres unter der Leitung des Österreichers Peter Aufreiter.

Nicht berücksichtigt in der Rangliste der staatlichen Museen ist das römische Pantheon, dessen Besucherzahl im vergangenen Jahr um 400’000 stieg und inzwischen über 9 Millionen liegt. Wiederholt gibt es Pläne, für den antiken Tempel einen geringen Eintrittspreis zu erheben. Das Pantheon gehört zum Kulturbesitz des italienischen Staates, wird aber weiterhin als Kirche genutzt.

Das Kolosseum in Rom mit ehemals 28 Aufzügen, mit Sprühsystem gegen den Gestank, mit einem Dachzelt in heissen Tagen mit 500 Arretierungen auf dem Kolosseumsrand oben für dessen Befestigung. Einweihung mit einer Seeschlacht mit maximal 4 Schiffen, 80 Eingänge für die etwa 50’000 Zuschauer/innen, dadurch in 8 Minuten gefüllt oder entleert.

→R, Erweiterte Themen: Römisches Jahr im alten Rom
→R, Erweiterte Themen: Römische Frage 1870-1929
→R, Rom, Altes, zzt. Kaiser Trajans (98-117 n.Chr.)

Kolosseum: Der Tagesablauf („Panem et circenses“: "Brot und Spiele")

https://www.youtube.com/watch?v=eUZ9VUyi5no
(Die Gladiatoren, Video 10 Min. 45)

(Redaktion: WA)

Vormittag
Tierhetzen durch Venatoren (Tierkämpfer): Die Hetzen wurden durch den Gefahrengrad der Tiere gesteigert:

  1. gegen Huftiere (Rehe, Hirschen)
  2. gegen Exoten (Strausse, Gazellen, Antilopen)
  3. gegen wehrhaftes Wild (Bären, Luchse, Wildeber, Elefanten, selten Wölfe)
  4. gegen Raubtiere (Löwen, Leoparden, Tiger, Schneeleoparden, Hyänen, riesige wilde Hunde)

Mittagszeit
Erste Menschenopfer. Das Horn ertönt.

  1. Verbrecher werden
    – vor wilde Tiere geworfen
    – an Pfähle gebunden: von Stieren aufgespiesst oder von Bären
       zerrissen
    – später von Schwerbewaffneten erschlagen

Früher Nachmittag

  1. Spiessruten-Laufen (wenn erwischts?)
  2. Scheinkampf mit stummen Waffen (mit Musikbegleitung)
  3. Steigerung mit weiteren Vorspielen:
    – halbnackte Gladiatoren mit langen Peitschen gehen aufeinander los
    – Geachtete Familienväter mit körperlichen Gebrechen (bucklig,
       hinkend, sehbehindert) peitschen sich

Nachmittag
Kampf mit scharfen Waffen, die munera: die Gladiatorenkämpfe

  1. Auslosung der Kämpfe
  2. Gladiatoren kämpfen um ihr Leben. Die kämpfenden Frauen wurden Amazonen genannt. Retarier mit Netz, Dreizack und Dolch, Secutoren mit Visierhelm, Schild und Schwert.
  3. Henkersmahlzeit beim letzten Abend vor dem Kampf: cena libera mit Bohnen- und Gerstenbrei (Protein), Wasser, Ziegenmilch. Davon bekamen die Gladiatoren den Spottnamen „hordearii“, „Gerstenfresser“.
  4. Am Anfang der Kämpfe traten die Gladiatoren vor den Kaiser und riefen gemeinsam: „Ave Caesar! Morituri, te salutant“. („Sei gegrüsst, Kaiser! Die Totgeweihten grüssen Dich“).
  5. Habet! Er hat’s! Ein Gladiator liegt verletzt am Boden.
  6. Tote Menschen und Tiere werden mit Pferden durch den Ostausgang der Arena geschleppt. Ein Nebelparfum weht durch die Ränge der Zuschauer; ängstliche Tiere und Menschen urinieren, bringen Kot, stinken, schwitzen. Dazu Feuer- und Verbrennungsgestank,  feurige Eisen auf Tiere usf.  Bei sommerlicher Hitze: Kolosseum mit Zeltdach, das gute Luftzirkulation erschwert.
  7. Weitere Möglichkeiten der Unterhaltung: Die Arena wird gewässert und es finden tödliche Schiffskämpfe statt.
  8. Spiessrutenlaufen: ein Laufen zwischen zwei bewaffneten Reihen durch. Ziel: töten.

→Rom, Altes, ein Tag zzt. Kaiser Trajans

https://de.wikipedia.org/wiki/Kolosseum
https://www.skr.de/rom-reisen/sehenswuerdigkeiten/kolosseum/

Kolumbusritter

Kolumbusritter salutieren vor Papst Benedikt XVI. bei dessen Willkommens-Feier vor dem Weissen Haus (2008)

https://de.wikipedia.org/wiki/Kolumbusritter

Der Papst dankt Kolumbusrittern für Ihre Arbeit

Papst Franziskus hat die sozial-karitative Arbeit der Kolumbusritter gewürdigt. Die vor allem in den USA verbreitete Laien-Vereinigung präge Generationen katholischer Männer im Geist der Kirche, heisst es in einem von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone im Namen von Papst Franziskus veröffentlichten Schreiben. Anlass ist die 131. Generalversammlung des Ordens, die vom 6. bis 8. August im US-amerikanischen San Antonio stattfand. In herausragender Weise machten die Kolumbusritter katholische Männer zu Hütern der Schöpfung und der göttlichen Ordnung in der Welt. Papst Franziskus ermutigte die Mitglieder, ihre Arbeit für die Verbreitung des Evangeliums auch in Zeigen eines schnellen sozialen und kulturellen Wandels energisch fortzusetzen. Er rief dazu auf, „die authentische Natur der Ehe zu bezeugen, die Heiligkeit und unverletzliche Würde des menschlichen Lebens und die Schönheit und Wahrheit menschlicher Sexualität“, so das Schreiben. Jeder gläubige Laie habe eine besondere Verantwortung für die Mission der Kirche. De Lehren des Evangeliums bezeichnete der Papst als das Fundament einer geordneten Gesellschaft.

OR Nr. 42 vom 18.10.2013, S. 4

Der Papst empfing den Grossritter der Kolumbusritter, Prof. Carl A. Anderson, am 10. Oktober 2013, auch am 16.02.2017.

OR Nr. 32/33 vom 11.08.2017, S. 4
In einem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Schreiben hat sich der Papst an die Kolumbusritter gewandt, die vom 1. bis 3. August 2017 in St. Louis (Missouri) zu ihrer Jahresversammlung zusammengekommen waren. Franziskus dankte der Laienvereinigung für ihren Einsatz, um „die Heiligkeit der Ehe und die Würde und Schönheit des Familienlebens zu fördern“. Ausserdem verwies er anerkennend auf das Engagement der Kolumbusritter für die Christen im Nahen Osten und rief zum Gebet für die Notleidenden auf, aber auch für die „Bekehrung der Herzen“ und für ein Ende der Gewalt, Hass und Ungerechtigkeiten.

OR Nr. 11 vom 15.03.2019, S. 4
Saturné 28.02.2019; Der Papst empfängt den Obersten Ritter der Kolumbusritter: Professor Carl A. Anderson.

→Peterskirche (microsoftK! News, 12.01.2024, Kolumbusritter finanzieren die Restauration des Baldachins)

Kommunikation, Künstliche Intelligenz

Telekommunikation
https://de.wikipedia.org/wiki/Künstliche_Intelligenz
https://sas.com/de_ch/insights/analytics/what-is-artificial-intelligence.html

OR  Nr. 20 vom 21.05.2010
Der Vatikan erhält eine neue Kommunikations-Infrastruktur zur Telefon-, Daten- und Videoübermittlung. Das Governatorat des Kleinstaates hat mit der italienischen Telecom einen entsprechenden Dreijahresvertrag abgeschlossen, der ihr ein neues IP-Netz und dessen Wartung zusichert. Die neue Infrastruktur sieht Glasfaserkabel von 400 Kilometern Länge vor, die die Büros innerhalb des Vatikanstaates mit seinen exterritorialen Einrichtungen verbinden und eine Geschwindigkeit von 10 Gigabytes erlauben. Das neue Netz ersetzt die bisherige Anlage und ermöglicht damit Standards der jüngsten Generation.

OR Nr.  5 vom 1. Februar 2013, S. 4
Der Vatikan baut seine mobilen Kommunikationsangebote weiter aus: ab sofort ist die seit einigen Monaten für Smartphones kostenlose „Radio Vatikan“-App auch auf deutsch verfügbar. „Wir gehen einen weiteren Schritt in Richtung modernes Multimediaradio“, teilte der Papst-Sender auf seiner Website mit. Die App hält laut Radio Vatikan drei zentrale Angebote bereit: Zum einen kann man nun via Handy „Radio Vatikan“ jederzeit auch auf deutsch live hören – zu den üblichen Sendezeiten der deutschsprachigen Programme, also um 16 Uhr (Nachrichtenjournal) und um 20.20 Uhr bzw. 6.20 Uhr (Magazinsendung). Unter „Agenda“ informiert die App über Papstveranstaltungen oder Ereignisse im Vatikan, unter „Related Articles“ bietet sie nun erstmals auch Beiträge der deutschsprachigen Redaktion. Der dritte Teil „News“ bietet aktuelle Beiträge und wird mehrmals am Tag aktualisiert.

OR Nr. 1 vom 3. Januar 2014, S. 2
Mit Hilfe von McKinsey Kommunikation moderner und effizienter

McKinsey erhielt von der aus internationalen Fachleuten und vatikanischen Vertretern bestehenden Kommission zur Berichterstattung über wirtschaftliche und administrative Angelegenheiten den Auftrag, sie bei der Erstellung eines „Gesamtplanes zur Organisation der Kommunikationsmittel des Heiligen Stuhles“ zu beraten. Ziel des Projekts sei es, der Kommission nützliche Hinweise für Empfehlungen an Papst Franziskus zu geben. McKinsey werde hierbei eng mit den Verantwortlichen der betreffenden vatikanischen Einrichtungen zusammenarbeiten, so die Pressemitteilung des Heiligen Stuhles. Über eine effizientere Strukturierung der auf mehrere Einrichtungen verteilten vatikanischen Medienarbeit wurde schon seit längerem nachgedacht. Konkrete Pläne gab es bislang jedoch nicht. Zugleich hat die Kommission die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG engagiert, um die Buchhaltung aller vatikanischen Einrichtungen an internationale Standards anzugleichen. Die Vergabe beider Aufträge sei nach einer Ausschreibung erfolgt, wie der Vatikan hervorhob.

OR Nrn. 30/31 vom 29. Juli 2016, S. 6
Statt des Päpstlichen Rates für die soziale Kommunikation (Via della Conciliazione, früher Palazzo S. Carlo im Vatikanstaat), der wegfällt, erscheint im Organigramm das Kommunikationssekretariat. Präfekt: Msgr. Dario Edoardo Viganò. Sekretär: Msgr. Lucio Adrián Ruiz. (unter: 2 vatikanische Sekretariate)

Das Kommunikationssekretariat besteht aus den folgenden Medieneinrichtungen:
Vatikanisches Fernsehzentrum (CTV), Radio Vatikan, L’Osservatore Romano (Tageszeitung), Vatikanische Verlagsbuchhandlung (LEV), Presseamt des Hl. Stuhles, Vatikanische Druckerei, Vatikanischer Fotoservice, Vatikanischer Internet-Dienst

OR Nr.  36 vom 11.09.2020, S. 3
Neue Wege der Kommunikation

Vatikanstadt,. Am Montagvormittag, 07.09.2020, empfing Papst Franziskus den Präfekten des vatikanischen Kommunikations-Dikasteriums, Dott. Paolo Ruffini, zusammen mit Msgr. Lucio Adrian  Ruiz, Sekretär, Dott. Andrea Tornielli, Chefredakteur, sowie den Direktor unserer Zeitschrift, Dott. Andrea Monda, in Audienz. Im Rahmen der Begegnung stellten die Verantwortlichen der vatikanischen Medienarbeit dem Heiligen Vater ein neues verlegerisches Konzept für die Vatikanzeitung vor.

OR Nr. 21 vom 27.05.2022, S. 3
Ständig für neue Kommunikationswege offen sein

Vatikanstadt. Zum 90. Gründungsjubiläum von "Famiglia Cristiana" hat Papst Franziskus die Redaktion und Leser der Wochenzeitschrift in Audienz empfangen. "Liebe Leserinnen und Leser, Ihr seid das wahre Kapital von Zeitschriften wie "Famiglia Cristiana", sagte der Papst am Samstag, 21.05.2022, im Vatikan. Geschäftsführung und Redaktion hätten stets gute Beziehungen zu ihren Lesern gepflegt.

Dabei müssten in Zeiten der digitalen Transformation ständig neue Kommunikationswege gesucht werden, mahnte Franziskus. Dialog dürfe sich nicht auf einen Austausch von Daten oder Informationen beschränken. Es gehe darum, das Gegenüber, den Gesprächspartner, wirklich kennenzulernen, dabei die eigenen Wurzeln im Blick zu behalten und offen  für Neues zu sein.

Die an Familien gerichtete "Famiglia Cristiana" erschien erstmals am 25. Dezember 1931 im norditalienischen Alba. Gründer war der später seliggesprochene Priester Giacomo Alberione. Zunächst wurden 1'000 Exemplare gedruckt. In den 50er Jahren erhielt das Magazin ein professionelles Redaktionsteam; 1980 hatte es fast sechs Millionen Leser und eine Auflage von 1,2 Millionen Exemplaren. Mittlerweile sind es etwa 200'000 Abonnenten.

OR Nr. 25 vom 24.06.2022, S. 3
"Saubere" Kommunikation

Vatikanstadt. Papst Franziskus hat eine mitunter "unsaubere Berichterstattung" in den Medien kritisiert. "Es fehlt an Sauberkeit, Ehrlichkeit, Vollständigkeit", sagte er am Samstag, 18.06.2022, bei einer Audienz für Mitglieder der Gesellschaft des heiligen Apostel  Paulus. "Desinformation ist an der Tagesordnung", so der Papst in seiner freien Rede gehaltene Ansprache. Es werde etwas gesagt; aber viele andere Dinge würden verschwiegen. Oft gehe es um Verleumdungen, Skandale, "Schmutz". Kommunikation werde so zu einer unverdaulichen, "unreinen Speise".

Die Kirche müsse dafür sorgen, "dass dies in unserer Glaubenskommunikation nicht geschieht", mahnte Franziskus. Er rief die anwesenden Ordensleute auf, trotz aller Schwierigkeiten sauber, klar und einfach zu kommunizieren. Keinesfalls dürfe die Realität verzerrt werden.

OR Nr. 42 vom 21.10.2022, S. 3
Vatikanstadt/Bukarest. Die Notwendigkeit, in einer technologischen Welt die menschliche Person zu respektieren und das Evangelium auf dem "digitialen Kontinent" zu verbreiten, haben Vertreter des Vatikans bei der UN-Konferenz zum Thema 'Telekommunikation' hervorgehoben. Die Entwicklung der digitalen Technologie in der Kommunikation müsse das Gemeinwohl der Bürger im Blick haben und auf ihre Bedürfnisse hören, betonte die Generalsekretärin des →Governatorats des Staates der Vatikanstadt, Sr. Raffaella Petrini FSE, bei dem Treffen der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) in Bukarest.

OR Nr. 4 vom 27.01.2023, S. 1
Herzliche Kommunikation

Vatikanstadt. Papst Franziskus fordert in seiner diesjährigen Botschaft zum 57. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel dazu auf, "mit dem Herzen zu sprechen" und so in die Dynamik des Dialogs und des Austauschs einzutreten. In dem am 24. Januar, Gedenktag des heiligen Franz von Sales, Patron der Journalisten, veröffentlichten Text spricht der Papst über die Haltung des Herzens, die notwendig ist, um "wahrheitsgemäss in Liebe" zu kommunizieren: "Wir brauchen uns nicht davor zu fürchten, die Wahrheit zu verkünden, auch wenn sie manchmal unbequem ist, sondern davor, dies ohne Nächstenliebe zu tun, ohne Herz."

Um in der Lage zu sein, wahrheitsgemäss in Liebe zu kommunizieren, müsse das eigene Herz gereinigt werden. "Mit reinem Herzen zuhören und sprechen" sei auch in den Medien notwendig, "damit die Kommunikation nicht eine die Gemüter erregende Missgunst schürt und zu Wut und Konfrontation führt, sondern den Menschen hilft, in Ruhe nachzudenken und die Realität, in der sie leben, kritisch und stets respektvoll zu erschliessen".

Im Tweet vom 24. Januar unterstreicht der Papst: "Es ist heute notwendiger denn je, mit dem Herzen zu sprechen, um dort, wo Krieg herrscht, eine Kultur des Friedens zu fördern und dort, wo Hass und Feindschaft wüten, Wege für Dialog und Versöhnung zu öffnen." 

OR Nr. 40 vom 06.10.2023, S. 4
Aus dem Vatikan in Kürze

Mit den gesellschatlichen Folgen von Künstlicher Intelligenz soll sich auf Wunsch von Papst Franziskus die Katholische Kirche weltweit auseinandersetzen. "Künstliche Intelligenz und die Weisheit des Herzens: für eine ganzheitliche menschliche Kommunikation" lautet das Motto des Welttages der sozialen Kommunikationsmittel im Jahr 2024. Das teilte das vatikanische Presseamt am 29.09.2023 mit. Kommunikation mit und über Maschinen werde immer normaler, heisst es in einem kurzen Text zum Motto. Es müsse sichergestellt werden, dass Künstliche Intelligenz nicht zu Falschinformationen und mehr Einsamkeit beitrage. Nur zwischenmenschliche Kommunikation könne eine gewissen Wärme erzeugen.

Kommunion

https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunion

Katholische Wochenzeitung Baden 18/2017 Mai, S. 14
USA: Bischof ersucht Gläubige, die Kommunion kniend zu empfangen

Die äussere Haltung des Kniens unterstützt die innere Haltung der Demut gegenüber Gott, betont Bischof Robert Morlino. Er, Bischof der Diözese Madison (US-Bundesstaat Wisconsin), hat alle Angehörigen seines Bistums ersucht, die Kommunion kniend in den Mund zu empfangen. Damit soll die Ehrfurcht vor der realen Gegenwart Christi in der Eucharistie verstärkt zum Ausdruck gebracht werden, sagte Morlino bei der Christmesse.

Die äussere Haltung des Kniens unterstütze die innere Haltung der Demut gegenüber Gott, ergänzt Brent King, Direktor der Öffentlichkeitsarbeit der Diözese Madison. Die Bitte seines Bischofs sei keine strikte Vorgabe. Niemandem würde die Kommunion verweigert, wenn er sie in die Hand empfangen wolle, fügte er hinzu.

In die Liturgie habe sich leider eine „Geschäftigkeit“ eingeschlichen, bedauert Bischof Morlino. Jeder habe das Bedürfnis, irgendetwas zu tun. Die „actuosa participatio“ („tätige Teilnahme“), die das Zweite Vatikanische Konzil vorgeschlagen habe, werde häufig missverstanden. Es gehe nicht um Aktivität, sondern um die innere Teilnahme am Geheimnis der heiligen Messe. Die Gegenwart Gottes in der Eucharistie solle die Menschen mit Ehrfurcht und Staunen erfüllen. Leider seien viele Teilnehmer zu beschäftigt, um sich darauf zu konzentrieren, sagt Morlino.

*1963: „Bei dieser Erneuerung der Liturgie sollen Texte und Riten so geordnet werden, dass sie das Heilige, dem sie als Zeichen dienen, deutlicher zum Ausdruck bringen, und so, dass das christliche Volk sie möglichst leicht erfassen und in voller, tätiger und gemeinschaftlicher Teilnahme mitfeiern kann.“

Katholische Wochenzeitung Baden 20/2018 Mai, S. 4
Wollen die deutschen Bischöfe ihr gescheitertes Modell exportieren?“

Die Frage der Interkommunion bei gemischt konfessionellen Paaren stellt sich de facto für wenige Deutsche, weil die geltenden Regeln der Kirche nicht beachtet werden. Deutsche Bischöfe schlagen ihr liberales Modell nun für die Weltkirche vor.

Eine Zulassung evangelischer Ehepartner von Katholiken zur Eucharistie, wie sie von mehr als der Zweidrittelsmehrheit der deutschen Bischöfe vorgeschlagen wurde, würde in Deutschland selbst nicht viel ändern, sehr wohl aber in anderen Ländern, schreibt Philip Lawler, Direktor von „Catholic Culture“ und Herausgeber von „CWN“.

De facto gehen die meisten Katholiken und Protestanten in gemischten Ehen nicht regelmässig zur heiligen Messe. Das Thema der Interkommunion stelle sich in Wirklichkeit nur in wenigen Fällen. Bei Paaren, die regelmässig die katholische Messe besuchen, haben viele einen Priester gefunden, der dem evangelischen Partner die Kommunion spendet. Die Zahl derer, welche die Eucharistie empfangen wollen, aber keine Möglichkeit dazu haben, sei relativ klein, schreibt Lawler unter Bezugnahme auf einen Artikel von John Allen im katholischen Magazin „Crux“.

Könnte man nicht das Gleiche zu „Amoris laetitia“ und der Frage des Kommunionempfanges wiederverheirateter Geschiedener vorbringen, fragt Lawler. Die meisten dieser Paare würden ohnehin nicht mehr zur heiligen Messe gehen, die anderen würden einen Priester finden, der ihnen die Kommunion trotz allem spenden würde.

Wollen die deutschen Bischöfe mit ihrem Vorstoss, der die ganze Kirche betreffen würde, ihr Modell in die Welt exportieren, fragt Lawler. Ein Modell, das er für gescheitert hält. Allein im Jahr 2016 seinen 162’000 Katholiken aus der Kirche ausgetreten und 537 Pfarreien geschlossen worden.

Kath. Wochenzeitung Baden 23/2018 Juni, S. 6
Kardinal Arinze: Kommunion kann man nicht teilen wie Bier und Kuchen

Die Eucharistie ist nicht unser Privatbesitz, über den wir frei verfügen können. Wenn Protestanten die Kommunion empfangen wollten, müssten sie daher vorher in die katholische Kirche eintreten, sagte der Kardinal.

Die heilige Kommunion ist ausschliesslich für Katholiken im Stand der Gnade und nicht etwas, das man mit Freunden teilt, wie Bier oder Kuchen, betonte Francis Kardinal Arinze, der ehemalige Präfekt für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Jeder Schritt, der die Kommunion für geschiedene wiederverheiratete Katholiken oder protestantische Ehepaare von Katholiken  leichter zugänglich macht, würde „ernsthafte Herausforderungen“ für die kirchliche Lehre über die Eucharistie bedeuten, warnte der Kardinal in einem Interview mit Crux, das er während eines Besuches in der Benediktinerabtei Buckfastleigh (Grossbritannien) gegebene hatte.

„Die heilige Eucharistie ist nicht unser Privatbesitz, den wir mit unseren Freunden teilen können“, sagte der Kardinal. Die heilige Messe sei kein ökumenischer Gottesdienst, sondern eine Feier der Mysterien Christi, der für uns am Kreuz gestorben sei. (…)

Kath. Wochenzeitung Baden 23/2018 Juni, S. 10
Erzbischof: Konsens der deutschen Bischöfe kann Lehre nicht ändern

Der Empfang der Kommunion sei Katholiken vorbehalten. Eine Zulassung protestantischer Ehepartner zur Eucharistie ist von der Lehre her unmöglich,  sagte Erzbischof Prendergast.

Auch ein Konsens der deutschen Bischöfe, der die Interkommunion protestantischer Ehepartner von Katholiken unter bestimmten Umständen erlauben würde, könnte die katholische Lehre nicht ändern. Das sagte Terrence Prendergast, der Erzbischof von Ottawa (Kanada) in einem Interview mit der katholischen kanadischen Zeitung The Catholic Register. Es sei daher „verwirrend“, wenn man hören müsse, der heilige Vater habe den deutschen Bischöfen gesagt, dass jedes Ergebnis akzeptabel sei, so lange alle von ihnen zustimmen würden, sagte Prendergast, der wie Papst Franziskus dem Jesuitenorden angehört. (…)

Kath. Wochenzeitung Baden 24/2018 Juni, S. 4
Vatikan lehnt Interkommunionshandreichung der Deutschen Bischofskonferenz ab!

Glaubenskongregation schreibt DKB-Chef Marx, dass das Dokument zur Eucharistiezulassung evangelischer Ehepartner nicht zur Veröffentlichung reif sei – Kardinal Marx ist „überrascht“.

Zuerst werden „die vielfältigen ökumenischen Bemühungen der Deutschen Bischofskonferenz gewürdigt. Doch habe laut dem Schreiben das Gespräch am 3. Mai 2018 aufgezeigt, dass der Text der Handreichung eine Reihe von Fragen aufwirft, die von erheblicher Bedeutung seien. „Der Heilige Vater ist deshalb zu der Auffassung gekommen, dass das Dokument nicht zur Veröffentlichung reif ist.“ Ladaria (Präfekt der Glaubenskongregation) bezieht sich auf das Dokument „Mit Christus gehen – Der Einheit auf der Spur. Konfessionsverbindende Ehen und gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie. Eine pastorale Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz“.

Der Präfekt der Glaubenskongregation nennt in dem Schreiben drei „wesentliche Gründe für die Ablehnung“. Es handle sich bei der Frage der Kommunionszulassung von evangelischen Christen in konfessionsverschiedenen Ehen um ein Thema, das den Glauben der Kirche berühre und von weltkirchlicher Relevanz (Wichtigkeit) sei. Ausserdem habe die Frage ‚Auswirkungen auf die ökumenischen Beziehungen zu anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften‘, die nicht zu unterschätzen seien. Wörtlich wird dann Punkt 3 wie folgt zitiert: „Das Thema betrifft das Recht der Kirche, vor allem die Auslegung von can. 844 CIC. Weil es diesbezüglich in manchen Teilen der Kirche offene Fragen gibt, wurden die zuständigen Dikasterien des Heiligen Stuhles bereits beauftragt, eine baldige Klärung dieser Fragen auf weltkirchlicher Ebene durchzuführen. Insbesondere scheint es angebracht, das Urteil über das Vorliegen einer ‚drängenden schweren Notlage‘ dem Diözesanbischof zu überlassen.“ Ausdrücklich wies Ladaria noch darauf hin, dass es dem Heiligen Vater ein grosses Anliegen sei, „dass in der Deutschen  Bischofskonferenz der Geist bischöflicher Kollegialität lebendig“ bleibt.

Pfarrblatt Kirche heute Nordwestschweiz 44/2019 November, S. 4
Gottesraub

Es gibt Menschen, die Hostien, wenn immer möglich konsekrierte, für irgendwelche perversen (widernatürlichen) Rituale verwenden, z. B. satanische Schwarze Messen. Dazu versuchen sie, irgendwie der Hostien habhaft zu werden. So etwas erlebt habe ich einmal in der „Westminster Cathedral“ in London. Vor mir wollte ein Kerl bei der Kommunion die Hostie beim Umdrehen anstatt in den Mund in die Tasche stecken.

Da pflanzte ich mich vor ihm auf und versperrte ihm den Weg. Vor Schreck liess er den Leib Christi falle und verschwand dann. Der Priester hob die Hostie auf und dankte mir freudestrahlend. Auch deshalb immer Mundkommunion!

bz Schweiz am Wochenende vom 21.12.2019, S. 6 Inland, Lucien Fluri
„Switzerland first“ – Prinzip für den Leib Christi

Die Bischöfe wehren sich gegen günstige Importhostien. Wenn Weihnachten naht, steigt die Nachfrage nach Hostien. Manch einer geht dann in die Kirche, der er das Jahr über fern bleibt. Doch die Schweizer Hostienbäckereien leiden – nicht nur unter dem Rückgang der Kirchenmitglieder, sondern auch unter billiger Konkurrenzware, etwa aus Italien oder Polen.

Kurz vor Weihnachten nun hat sich deshalb die Schweizerische Bischofskonferenz  zu Wort gemeldet. Sie ruft die katholischen Kirchgemeinden dazu auf, nur Schweizer Hostien zu kaufen. „Seit einiger Zeit versuchen weltliche und ausländische Firmen auf dem Schweizer Hostienmarkt Fuss zu fassen, indem sie hier die hier bestehenden Preise unterlaufen“, so die Bischofskonferenz. (…)

Kath. Wochenzeitung  Baden 12/2020 März, S. 6, Dr. Gero P. Weishaupt
Geistliche Kommunion in Zeiten des Coronavirus
In der klassischen Form des Römischen Ritus ist keine Handkommunion möglich

Mediziner und Politiker sprechen  bereits von einer „Pandemie“. Das Coronavirus greift um sich. Die Notlage ist ernst. Darum haben nun deutsche Bistümer zu Recht Massnahmen ergriffen. Darunter auch – verständlicherweise – das Verbot der Mundkommunion. dieses Verbot gilt für beide Formen des Römischen Ritus. Obwohl die Handkommunion ebenfalls nicht unriskant ist, rufen die Bischöfe zur Handkommunion auf.  auch soll der Friedensgruss  (durch Händeschütteln oder Umarmung) vermieden werden.  Letztere Anweisung ist nicht nachvollziehbar und inkonsequent, wenn zugleich auf die Möglichkeit der Handkommunion hingewiesen wird. Dagegen vermisst man den Hinweis auf die Geistliche Kommunion. (…)

Geistliche Kommunion in beiden Formen: Wegen der Ansteckung durch das Coronavirus sollten die Gläubigen, die an der klassischen römischen Liturgie teilnehmen, aufgefordert werden, nicht zur Kommunion zu gehen und auf die alte Praxis der Geistlichen Kommunion hingewiesen werden. Das gilt auch für die Gläubigen, die an Messfeiern in der ordentlichen Form des römischen Ritus teilnehmen. Für die Pastoral ist dies eine günstige Gelegenheit, in Predigt und Katechese den Sinn der Geistlichen Kommunion in Erinnerung zu rufen.

Kath. Wochenzeitung Baden 20/2020, S. 4
Hostien wegen Corona in Umschlägen?
Kardinal Sarah zeigt sich entsetzt

Soll man Gläubigen, die in der Corona-Pandemie die Eucharistie empfangen wollen, geweihte Hostien in Umschlägen bereitstellen? Kurienkardinal Robert Sarah ist von solchen Überlegungen entsetzt – und kritisiert in diesem Kontext Deutschland scharf.

Kurienkardinal Robert Sarah hat sich mit deutlichen Worten gegen die Möglichkeit ausgesprochen, im Zuge der Corona-Pandemie Katholiken für Eucharistiefeiern geweihte Hostien in Tüten oder Umschlägen bereitzustellen. „Nein, nein, nein, das ist absolut nicht möglich. Gott verdient Respekt, man kann ihn nicht in einer Tasche stecken“, sagte Sarah in einem Interview mit dem in Italien ansässigen Internetportal „The Daily Compass“.

Auch wenn klar ist, dass der erzwungene Verzicht auf die Eucharistie Leid hervorrufe, sei die Frage des Kommunionempfanges nicht verhandelbar. „Wir kommunizieren auf würdige Weise, würdig mit Blick auf Gott, der zu uns kommt“, so der Präfekt der vatikanischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung weiter. Die Eucharistie müsse mit Würde behandelt werden und dürfe nicht zu einem trivialen (abgedroschenen) Objekt verkommen – „wir sind nicht im Supermarkt. Das ist totaler Wahnsinn.“

Jetzt geht er auf die deutsche Kirche ein, die er anklagt.

Kath. Wochenzeitung Baden 22/2021 Juni, S. 7
Kardinal Müller: „Die sogenannte ‚Interkommunion‘ zementiert die Kirchenspaltung“

Gerhard Müller zur Interkommunion (Abendmahlsgemeinschaften zwischen Angehörigen christlicher Konfessionen im Sinne einer Ökumene): (…) „Es geht hier nicht um die Ökumene, sondern um eine Provokation des Lehramtes der katholischen Kirche.“ (…) Niemand könne „eigenmächtig und nach eigenem Gusto die Gegensätze zwischen evangelisch-protestantischem und katholischem Glaubensbekenntnis für nebensächlich erklären oder ignorieren.“  (…)

Kath. Wochenzeitung Baden 41/2021 Oktober, M. Elsener
Mund- oder Handkommunion?

(...) Gemäss Papst Benedikt XVI. sollen wir uns nicht um diese oder jene Haltung streiten, sondern um die Ehrfurcht des Herzens, die sich dem Geheimnis des Gottes beugt, der sich in unsere Hände legt oder auf unsere Zunge.

Es ist wahr: Unsere Hände sind unwürdig, doch genauso ist dies unsere Zunge, die gemäss Benedikt XVI. oft mehr sündigt als unsere Hände.

Wir stehen also oder knien mit all unserer ganzen Schuld und Unwürdigkeit vor der erbarmenden Liebe Gottes, mit der Bitte durch sein Kommen, unsere unreinen Hände, unsere sündige Zunge und unser schuldiges Herz zu berühren und zu reinigen und immer wieder neu für die wahre Liebe zu wandeln. 

→Deutsche Kirche

Kompanie „Roma-St. Peter“ (Carabinieri)

Konfessionslos

→Austritte in der Kirche

Kongregationen (9 an der Zahl) des Hl. Stuhles

(→Adressen Piazza Pio XII.)
Keine einzige Kongregation (Ministerium, Dikasterium) liegt auf vatikanischem Staatsgebiet, aber alle auf vatikanischem Hoheitsgebiet in der Stadt Rom. Der Vorsteher wird Präfekt genannt.

Piazza Pio XII.: vor dem Petersplatz links (Palazzo Popilei) Nr. 10 Kongregation für die Bischöfe
  Nr. 10 2 Kongregation für die Selig- und Heiligsprechsprozesse, 3. Stock, normale Büroöffnungszeiten, Tel. 0039 06 698 842 42
  Nr. 10 3 Kongregation für die Gottesdienste und Sakramentsordnung
Piazza Pio XII.: Rechts vor dem Petersplatz, Palazzo S. Paolo Nr. 3 4 Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens
  Nr. 3 5 Kongregation für den Klerus
  Nr. 3 6 Kongregation für das katholische Bildungswesen (für die Studieneinrichtungen)
Piazza del S. Uffizio Links neben Petersplatz   7 Kongregation für die Glaubenslehre Kongregation für den Ritus (Keller, ausgelagert)
Via della Conciliazione, 32/34 Rechte Seite, Richtung Petersplatz   8 Kongregation für die orientalischen Kirchen Palazzo dei Convertendi
Palazzo di Propaganda Fide Piazza di Spagna, 48   9 Kongregation für die Evangelisierung der Völker Tel. 06 698 791 23

→Räte, Päpstliche   
→Calisto    
→Startseite, Vatikan: Postbote 
→Organigramm

Konklave

https://de.wikipedia.org/wiki/Papstwahl
https://spiegel.de/panorama/wahl-des-papstes-so-funktioniert-das-konklave-a-882662.html
https://de.wikipedia.org/wiki/konklave_2013

Cum clave = unter Schlüssel. Das Konklave verläuft nach dem von Papst Johannes Paul II. 1996 verfassten „Universi Dominici Gregis“ („Der gesamten Herde des Herrn“).

Prof. Dr. Josef Imbach, Vortrag am 15. Januar 2013, Reinach BL

Längstes Konklave von 3 Jahren Dauer in Viterbo. Am 1. September 1271 haben 17 Kardinäle einen gewissen Visconti gewählt. Er war kein Priester und während seiner Wahl in Palästina. Er nannte sich Gregor X.
→P-Park, Päpste, ihre Pontifikate A-G

Schwarzer oder weisser Rauch aus diesen zwei Öfen: Der viereckige enthält eine Mischung aus Kaliumperchlorat, Anthracen und Schwefel in einer Kartusche. In den runden Ofen gelangen Stimmzettel und  Schnur.

OR Nr. 12 vom 22. März 2013, S. 11
Das kürzeste und das längste Konklave

Das bislang kürzeste Konklave, das am 31. Oktober 1503 Julius II. della Rovere (1503-13) wählte, dauerte nur wenige Stunden. Auch 1939 erfolgte die Wahl von Pius XII. gleich am ersten Tag. Papst Johannes Paul II. wurde 1978 nach zwei Tagen und insgesamt 8 Wahlgängen bestimmt. Benedikt XVI. 2005 ebenfalls am zweiten Tag, aber bereits im 4. Wahlgang. Bei Franziskus klappte es am 2. Tag im 5. Wahlgang. – Die längste Papstwahl der Kirchengeschichte dauerte rund 3 Jahre. Nach dem Tod von Papst Clemens IV. am 29. November 1268 konnten sich die 18 Kardinäle, die sich kurze Zeit später im Bischofspalast von Viterbo zur Papstwahl versammelten, erst am 1. September 1271 auf einen Kompromiss verständigen. Die einen wollten einen Italiener, die anderen einen Franzosen. Gewählt wurde ein Aussenstehender: Tedaldo Visconti. Er nahm den Papstnamen Gregor X. an.

Prof. Dr. Hans küng, Erlebte Menschlichkeit, S. 663
Konklave 2013 und Wahl eines Überraschungskandidaten

(…) Die italienischen Kardinäle haben schlechte Karten wegen des schlechten Rufes der vorwiegend italienischen Kurie, und die Italienische Bischofskonferenz torpediert schliesslich ihren eigenen Kandidaten, den Kardinal-Erzbischof von Mailand, Angelo Scola, durch eine voreilige Gratulation zu seiner Wahl. Dies führt zu einer gemeinsamen Frontstellung der auswärtigen Kardinäle gegen Kurie und Italiener. Einer dieser Auswärtigen hält auf dem Arbeitstreffen der Kardinäle unmittelbar vor dem Konklave eine kurze programmatische Rede, die faktisch ein Gegenprogramm zum Kurs Papst Benedikts skizziert. Es ist ein gewisser Kardinal Bergoglio aus Buenos Aires, der schon im Konklave vor 8 Jahren eine Anzahl Stimmen erhalten hat. Und siehe da: Schon im fünften Wahlgang wird am 13. März 2013 ebendieser Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Jorge Mario Bergoglio, als erster Lateinamerikaner und   erster Jesuit zum neuen Papst gewählt!
 

→Rücktrittsrede von Benedikt XVI.:
    P-Park, Erweiterte Themen: Benedikt XVI.: Kath.
    Wochenzeitung Nr. 7 vom 15.02.2013
→Km-Konk, Erweiterte Themen: Konklave Einzug der Kardinäle
→Buchstabe S: Erweiterte Themen, Pläne der Sixt. Kapelle
→Buchstabe S: Inhaltsverzeichnis Nr. 21, Sixt. Kapelle
→Buchstabe S: Santa Maria Maggiore (verehrtes Ikonenbild)
→Ga-Gd: Gärten in Castel Gandolfo
→Buchstabe C: Castel Gandolfo
→A-Ad: Umweltschutzenzyklika "Laudato si´ "
    Ökologische Landwirtschaft im Vatikanstaat
→Buchstabe E: Sozialenzyklika "Fratelli tutti"

Konklave März 2013: un argentino!

Aus: Fabio Marchese Ragona, Papst Franziskus, LEBEN, Meine Geschichte in der Geschichte. März 2024, HarperCollins. ISBN 978-3-365-00763-1
Das Konklave 2013, wie es der Gewählte erlebt hat. Dazwischen Ergänzungen des Autors Fabio Marchese Ragona, begleitet mit Videos, Links und Bildern (WA).

Ab Seite 206:
Papst Franziskus wörtlich: Der Anrufer an diesem Morgen war Gerry O'Connell, ein befreundeter Journalist, den ich seit vielen Jahren kenne. Er sagte nur diese Worte, "Der Papst ist zurückgetreten", dann legte er mehr oder weniger gleich wieder auf, weil er zum Hals in Arbeit steckte, versprach mir aber, sich später noch einmal zu melden. Zwei oder drei Stunden später rief er wieder an und erzählte mir Näheres. Der Rücktritt, sagte er, werde am Abend des 28. Februar 2013 um 20 Uhr in Kraft treten und das Konklave werde ziemlich sicher direkt nach dem 10. März stattfinden. Er rief mich auch in den folgenden Tagen immer wieder an und informierte mich unter anderem darüber, dass sich Benedikt XVI. am Morgen des 28. Februar vom Kardinalskollegium verabschieden werde und daher alle Kardinäle zu dem Treffen nach Rom einbestellt würden. Die Zeit der Sedisvakanz (die Zeit, in der das Papstamt unbesetzt ist) würde am selben Tag um 20 Uhr beginnen.

Ehrlich gesagt versuchte ich Besuche im Vatkan tunlichst zu meiden. Ich blieb lieber unter meinen Leuten, ausserdem bereitete mit der Pomp dieser Paläste Unbehaben. Deshalb hatte ich, als ich noch nichts von besagter Audienz mit allen Kardinälen wusste, bereits einen Hinflug nach Rom kurz vor Beginn des Konklaves und einen Rückflug nach Buenos Aires am Samstag, dem 23. März, dem Tag vor Palmsonntag, gebucht. Ich war mir sicher, dass in der Karwoche kein neuer Papst den Lateran in Besitz nehmen würde und ich daher rechtzeitig zu den Osterfeierlichkeiten wieder zu Hause sein würde. Kurzum, ich wollte nur so lange wie unbedingt nötig im Vatikan bleiben. Ich war in Gedanken schon bei der Osterfeier in Argentinien und vor allem bei den Homilien (u.a. Predigten), die es für die Karwoche vorzubereiten galt. 

Doch nachdem ich über Gerry vom Treffen  Benedikts mit dem Kardinalskollegium Ende Februar erfahren hatte, machte ich mich zum Büro von Alitalia auf, das nur gute vierhundert Meter vom Ordinariat entfernt lag, um das Datum des Hinflugs auf den 25. Februar vorzuverlegen. Es war zwei Uhr nachmittags, ich ging zu Fuss dorthin und geduldete mich, nachdem ich eine Nummer gezogen hatte, im Wartebereich, bis ich an der Reihe war. Etwa eine halbe Stunde später, ich betete gerade einen Rosenkranz, kam jemand auf mich zu, den ich nicht kannte.

"Eminenz, was machen sie denn hier?" Es war der Leiter des Büros. "Ich möchte ein Ticket umbuchen ...", antwortete ich. "Kommen Sie mit mir, ich übernehme das."

Also folgte ich ihm, und wir änderten das Abflugdatum; dann reichte er mir hundertzehn Dollar. "Wofür?", fragte ich. "Die Umbuchung ist von Vorteil für Sie, das neue Ticket ist billiger als das, das Sie vorher hatten! Bitte, es ist Ihr Geld."

Ich kehrte ins Ordinariat zurück und begann mich um die vielen Termine zu kümmern, die ich auf die Zeit nach meiner Rückkehr aus Rom verschieben musste. Der Kalender war randvoll mit Treffen, Gottesdiensten und Besuchen in der ganzen Stadt, ausserdem hatte ich bereits die Aufzeichnung des Fernsehprogramms vereinbart, ich informierte meine Freunde über meine bevorstehene Reise und gab auch Marcelo und Abraham Bescheid, dass ich eine Weile nicht da sein würde. Ich versicherte den beiden, das wir direkt nach meiner Rückkehr, also noch vor Ostern, die nächste Folge aufzeichnen würden, in der es um das Thema 'Freundschaft' gehen sollte.

Marcelo hatte ich Anfang 2000 kennengelernt, als er Generalsekretär der argentinischen Bibelgesellschaft war, den Rabbiner Skorka hingegen bei den zweimal jährlich stattfindenden Grussworten in der Kathedrale nach dem Te Deum, jener alten christlichen Dankeshymne, die in Argentinien am 25. Mai, dem Nationalfeiertag, im Beisein des Präsidenten und am 31. Dezember zum Jahresende gesungen wird. Abraham hat einen messerscharfen Verstand, aber er ist ein River-Plate-Fan (Fussballverein in Buenos Aires), und das spricht nicht gerade zu seinen Gunsten! Was das angeht, habe ich ihn im Mai 1999 einmal auf den Arm genommen. Wir waren zu den üblichen Grussworten in der Kathedrale, und ich sagte zu ihm: "Ich glaube, dieses Jahr gibt es Hühnersuppe bei uns von San Lorenzo..."  Den Witz versteht nur, wer die Welt des argentinischen Fussballs kennt. Die River-Spieler werden von ihren Gegnern 'gallimas', 'Hühner', genannt, weil sie am Ende der Saison oft zu zögerlich, der spanischen Redewendung zufolge eben feige wie Hühner, gespielt und dadurch die Meisterschaft verloren hatten, und das rotz ihres vielversprechenden Potenzials. Der Spitzname wurde am 29. Mai 1966 geboren, als ihre eigenen Fans sie nach der demütigenden Niederlage gegen die urugayische Mannschaft Peñarol so bezeichneten (und sogar ein  echtes Huhn mit einem aufgemalten roten Diagonalbalken im Strafraum aussetzten, A.d.Ü.). Als ich Abraham in jenem Mai 1999 traf, war San Lorenzo auf dem besten Weg, sich den Meistertitel zu holen, und ich zog ihn ein bisschen auf, unter den Augen des Apostolischen Nuntius, der nichts kapierte!

Vor meiner Abreise nach Rom verabschiedete ich mich auch von Julio und den Mitarbeitern von Canal 21, wohin ich ab und zu ging, um, die DVDs zu schauen, die sie mir geschenkt hatten. Ich erinnere mich noch an Das  Leben ist schön von Roberto Benigni, an Babettes Fest von Gabriel Axel und an weitere Meisterwerke des Kinos. Auf dem Schreibtisch in meinem Büro liess ich neben dem Film Habemus Papam - Ein Papst büxt aus von Nanni Moretti, den ich nach meiner Rückkehr schauen wollte, zwei Homilien zurück, eine für Palmsonntag und eine für die Chrisammesse, die ich in dieser Woche halten sollte Doch es sollte anders kommen!

Nach einer langen, anstrengenden Reise entdeckte ich, am Flughafen Fiumicino angekommen, am Gepäckband bekannte Gesichter. Zum einen Kardinal Odilo Pedro Scherer, den Erzbischof von São Paolo, der von der Presse als einer der papabile, also "papstfähigen" Kardinäle, gehandelt wurde, und zum anderen Kardinal Luis Antonio Tagle, damals Erzbischof von Manila, den die Journalisten ebenfalls zu den Papstanwärtern zählten und der von seinem Landsmann Ricardo Vidal begleitet wurde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Odilo_Pedro_Scherer
https://de.wikipedia.org/wiki/Ricardo_J._Vidal

Wir standen da in unseren Priesteranzügen und Kollarhemden mit Stehkragen, nur Tagle war in Jeans und Poloshirt angereist.
https://de.wikipedia.org/wiki/Luis_Antonio_Tagle
https://domradio.de/artikel/kardinal-tagle-gehypt-entmachtet-geduldet

Als ich ihn am nächsten Morgen wiederbegegnete, begrüsste ich ihn: "Gestern am Flughafen habe ich einen jungen Mann gesehen, der Ihnen ähnelte!", und wir mussten beide lachen.

Am Vormittag des 28. Februar 2013 schliesslich begab ich mich in den Clemenssaal, um mich von Papst Benedikt zu verabschieden. Als grosser Theologe, der er war, hielt er eine tiefsinnige Ansprache, die sich mir ins Gedächtnis eingebrannt hat, auch, weil er an zwei Stellen Romano Guardini zitierte, mit dem ich mich während meiner Doktorarbeit eingehend befasst hatte. Die Worte des Theologen entlehnend, sagte er: "Die Kirche ist keine erdachte und konstruierte Institution [...], sondern ein lebendiges Wesen [...] Sie lebt duch die Zeit weiter, werdend wie alles Lebendige wird; sich wandelnd [...] dennoch im Wesen immer die Gleiche und ihr Innerstes ist Christus.

Am 28.02.2013 verabschiedete sich Benedikt XVI. vor dem Kardinalskollegium im Clementinasaal  im 3. Stock des Papstpalastes (unten):

Wir alle spendeten ihm minutenlangen Applaus. Bei diesem Treffen erklärte Papst Benedikt, dass er schon jetzt dem neuen Papst, der im Konklave gewählt werden würde und sich unter uns befand, bedingungslosen Respekt und Gehorsam verspreche. Es hat mich in den Jahren darauf sehr gschmerzt, mitansehen zu müssen, wie seine Rolle als emeritierter Papst von skrupellosen Menschen zu ideologischen und politischen Zwecken instrumentalisiert wurde, die, nachdem sie seinen Rücktritt nicht akzeptiert hatten, an ihren eigenen Vorteilen und die Pflege ihres eigenen kleinen Gartens dachten und dabei die dramatische Möglichkeit eines Bruchs innerhalb der Kirche unterschätzten.

Um ebene solchen Entwicklungen vorzubeugen, waren wir 2013, als ich ihn direkt nach meiner Wahl in Castel Gandolfo besucht hatte, gemeinsam übereingekommen, dass es beser sei, wenn er nicht zurückgezogen leben würde, wie anfangs von ihm gedacht, sondern weiterhin Kontakte pflegen und am Leben der Kirche teilnehmen sollte.

Leider hat das kaum etwas genützt, denn an Polemik (scharfer, oft persönlicher Angriff ohne sachliche Argumente) hat es in den letzten zehn Jahren beileibe nicht gefehlt, und die hat uns beiden geschadet. Als er mich als Nachfolger einarbeitete, übergab er mir unter anderem eine weisse Schachtel mit einem Dossier, das sich mit dem Finanzskandal (→Ba-Ba: Bank des Vatikan. →Feu-Fi, Finanzielle und wirtschaftliche Katastrophe im Vatikan) beschäftigte, in den damals auch der Vatikan verwickelt war; verfasst worden war es von drei Kardinälen, alle über 80: Julián Herranz, Josef Tomko und Salvatore De Giorgi. Benedikt erklärte mir, welche Schritte er unternommen hatte - er hatte die beteiligten Lobbyisten aus ihren Ämtern entlassen und die Korruption unterbunden -, und wies mich auf weitere Situationen hin, in denen es Vorkehrungen zu treffen galt, wobei er mir deutlich sagte, dass der Staffelstab nun an mich übergeben sei und ich die Verantwortung dafür trage. Und ich genauso habe ich es dann gemacht und mache es weiter so, wie er mir geraten hat.

Doch zurück zur Versammlung im Clemenssaal: Nach Papst Benedikts Ansprache ging ich wie alle meine Kardinalsbrüder zu ihm, um ihm die Hand zu schütteln und ihm für alles, was er getan hatte, zu danken. Er war sehr nett und dankte auch mir, dass ich zur Audienz gekommen war. Um Punkt 20 Uhr begann die Phase der Sedisvakanz: Die Kirche hatte keinen Papst mehr. An diesem Abend versiegelte der Camerlengo, Kardinal Tarcisio Bertone, die päpstliche Wohnung und fing gemeisam mit dem Kardinalskollegium an, sich um die Abwicklung der Geschäfte zu kümmern.
https://katholisch.de/artikel/15099-schont-die-vatikanische-justiz-kardinal-bertone
→Buchstabe N: Nuzzi, Seite 190: Umbau der zweistöckigen Wohnung für Kardinal Bertone (mit Bild)

Gleichzeitig begannen mit der Generalkongregation, die uns vom 4. März bis zum Vormittag des 11. März 2013 täglich in Beschlag nehmen sollte, die Vorbereitungen zum Konklave.

Fabio Marchese Ragona, Autor: Die Ankunft der Kardinäle aus der ganzen Welt im Vatikan wird von den Fernsehkameras der internationalen Medien eingefangen. Allesamt im Talar, treffen die einen zu Fuss ein, vor allem die, die eine Unterkunft in der Nähe gefunden haben oder im kleinen Kirchenstaat leben, andere kommen mit dem Auto, besonders die Älteren oder diejenigen, die ein paar Kilometer entfernt wohnen. Bevor sie die Aula Nuova der Synode betreten,  in der die Versammlungen stattfinden, begrüssen sich die Kardinäle vor dem Eingang des Gebäudes und halten unter den neugierigen Blicken der Fotografen einen kurzen Schwatz. Die Amerikaner kommen geschlossen als Gruppe an, im Bus, auch einige Brasilianer erscheinen gemeinsam, ebenso wie ein Grüppchen Italiener. 

Manche bleiben stehen, um mit den Journalisten zu sprechen, andere gehen den Fragen und Kommentatoren aus dem Weg und verschanzen sich gemäss den Regeln der Kongregation  hinter Schweigen. Eine Gruppe von Demonstranten protestiert gegen die Anwesenheit einiger Kardinäle, denen vorgeworfen wird, in ihren Diözesen Missbrauchsfälle unter den Teppich gekehrt zu haben: Sie verlangen, dass sie vom Konklave ausgeschlossen werden. Auch Autogrammjäger sind da, Sammler oder einfach Neugierige, die die Kardinalsunterschriften teils online teuer weiterverkaufen werden.

Kardinal Bergoglio, in seinen schwarzen Mantel gehüllt, kommt allein, zu Fuss, mit der Tasche in der Hand und ohne scharlachroten Pileolus auf dem Kopf (auch: Scheitelkäppchen) läuft er über den Petersplatz. Die Gläubigen und Journalisten erkennen ihn nicht, niemand hält ihn auf, weshalb er pünktlich eintreffen wird. Der Jesiut war auch diesmal eine gute halbe Stunde unterwegs, er ist wieder im Priestergasthaus in der Via della Scrofa nahe der Piazza Navona untergekommen und hat den üblichen langen Spaziergang hinter  sich.

Es ist bereits der 9. März, und der Erzbischof von Buenos Aires, der unter den Journalisten bereits beim Konklave im Jahr 2005 als einer der Papstanwärter galt, hat für die an diesem Vormittag stattfindende IX. Kongregation eine kurze Ansprache vorbereitet, die er vor dem gesamten Kardinalskollegium halten wird, eine Reflexion (prüfende Betrachtung) darüber,  wie die Kirche seiner Meinung nach sein sollte, weit weg von Selbstbezogenheit und Weltlichkeit. Er liest auch ein von ihm erstelltes Kurzprofil des zukünftigen Papstes vor.

"Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires, hat darum gebeten, sprechen zu dürfen. Bitte Eminenz..."

Pater Jorge erhebt sich, nimmt das Handgeschriebene und auf Spanisch verfasste Manuskript, das er vorbereitet hat, in die Hand und beginnt zu lesen, wohl wissend, dass ihm nur wenig Zeit zur Verfügung steht. Nach drei Minuten wird sich das Mikrofon automatisch abschalten.

Papst Franziskus in diesen drei Minuten: Guten Morgen, ich habe Bezug genommen auf die Evangelisierung. Sie ist der Daseinsgrund der Kirche. Es ist die "süsse, tröstende Freude, das Evangelium zu verkünden" (Paul VI.). Es ist Jesus Christus selbst, der uns von innen her dazu antreibt.

1. Evangelisierung setzt apostolischen Eifer voraus. Sie setzt in der Kirche kühne Redefreiheit voraus, damait sie aus sich selbst herausgeht. Sie ist aufgerufen, aus sich selbst herauszugehen und an die Ränder zu gehen. Nicht nur an die geografischen Ränder, sondern an die Grenzen der menschlichen Existenz: die des Mysteriums der Sünde, die des Schmerzes, die der Ungerechtigkeit, die der Ignoranz, die der fehlenden religiösen Praxis, die des Denkens, die jeglichen Elends.

2. Wenn die Kirche nicht aus sich selbst hinausgeht, um das Evangelium zu verkünden, kreist sie ums sich selbst. Dann wird sie krank (vgl. die gekrümmte Frau im Evangelium). Die Übel, die sich im Laufe der Zeit in den kirchlichen Institutionen entwickeln, haben ihre Wurzel in dieser Selbstbezogenheit. Es ist ein Geist des theologischen Narzissmus. In der Offenbarung sagt Jesus, dass er an der Tür steht und anklopft. In dem Bibeltext geht es offensichtlich darum, dass er von aussen klopft, um hereinzukomen ... Aber ich denke an die Male, wenn Jesus von innen klopft, damit wir ihn herauskommen lassen, Die egozentrische Kirche beansprucht Jesus für sich drinnen und lässt ihn nicht nach aussen treten.

3. Die um sich selbst kreisende Kirche glaubt - ohne dass es ihr bewusst wäre -, dass sie eigenes Licht hat. Sie hört auf, das "Geheimnis des Lichts" zu sein, und dann gibt sie jenem schrecklichen Übel der "geistlichen Mondänität" Raum (nach Worten de Lubacs das schlimmste Übel, was der Kirche passieren kann). Diese (Kirche) lebt, damit die einen die anderen weihräuchern.

4. Was den nächsten Papst angeht: (Es soll ein Mann sein) der aus der Betrachtung Jesu Christi und aus der Anbetung Jesu Christi der Kirche hilft, an die existenziellen Enden der Erde zu gehen, der ihr hilft, die fruchtbare Mutter zu sein, die aus der "süssen und tröstenden Freude der Verkündigung" lebt.

Vereinfacht gesagt: Es gibt zwei Kirchenbilder: die verkündende Kirche, die aus sich selbst hinausgeht, die das "Wort Gottes ehrfürchtig vernimmt und getreu verkündet"; und die mondäne Kirche, die in sich, von sich und für sich lebt. Dies muss ein Licht auf die möglichen Veränderungen und Reformen werden, die notwendig sind für die Rettung der Seelen.

Franziskus: Diese Ansprache besiegelte mein Schicksal! Knapp drei Minuten, die mein Leben veränderten. Am Ende meines Vortrags brandete Applaus auf, und später erfuhr ich, dass mein Name ab diesem Moment die Runde machte. Offen gestanden, war mir das damals bis zum letzten Tag nicht bewusst. Ich war, wie bereits gesagt, in Gedanken bei den Predigten, die ich auf meinem Schreibtisch in Buenos Aires zurückgelassen hatte, und konnte es kaum erwarten, nach Hause zukommen. An den beiden Wahltagen, dem 12. und 13. März 2013, wurde viel über mich gesprochen, so hat man mir zumindest erzählt, und tatsächlich votierten beim ersten Wahlgang der eine oder andere für mich. Ich dachte jedoch, das seien "geparkte Stimmen", also die Verlegenheitstimmen derer, die sich noch nicht für einen bestimmten Kandidaten entschieden hatten.

Dann, am zweiten Tag der Wahl, dem 13. März, gab es, nachdem ich den Vormittag über zum zweiten und dritten Wahlgang in der Sixtinischen Kapelle gewesen war, drei überdeutliche Signale.

Ich muss vorausschicken, dass wir, um keinen Kontakt zur Aussenwelt zu haben, während des Konklaves alle im Gästehaus Santa Marta übernachteten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Domus_Sanctae_Marthae

Als wir zum Mittagessen dorthin zurückkehrten, ging ich vor dem Essen in den fünften Stock zum Zimmer von Kardinal Jaime Ortega y Alamino, dem Erzbischof von Havanna, der mich um eine Kopie meiner Ansprache gebeten hatte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Jaime_Ortega

Ich besass keine Kopien, überreichte ihm dafür aber die Abschrift, mich dafür entschuldigend, dass sie handgeschrieben war. "Oh , wie schön", meinte er, "ein Souvenir vom neuen Papst, das ich mit nach Hause nehmen kann..." Das war der erste Wink mit dem Zaunpfahl, aber noch begriff ich nicht.

Ich nahm den Aufzug, um in mein Zimmer in der zweiten Etage zu fahren, doch zuvor hielt er in der vierten, und Kardinal Francisco Errázuriz, der emeritierte Erzbischof von Santiago de Chile, den ich seit den Zeiten von Aparecida kannte, trat ein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Francisco_Javier_Errázuriz_Ossa

"Und, bist du schon vorbereitet?", fragte er.
"Worauf?", erwiderte ich neugierig.
"Auf die Worte, die du sagen wirst, wenn du dich in der Loggia des Petersdomes zeigst...", gab er zur Antwort.

Das war der zweite Hinweis, aber auch diesmal begriff ich nicht.

Schliesslich begab ich mich zum Mittagessen in den Speisesaal, den ich gemeinsam mit Kardinal Leonardo Sandri betrat. Ein paar europäische Kardinäle, die schon da waren, sagten: "Kommen Sie, Eminenz, kommen Sie her, erzählen Sie uns ein bisschen von Lateinamerika..."

Ohne mir gross Gedanken zu machen, folgte ich ihrer Einladung, aber sie nahmen mich regelrecht ins Kreuzverhör und fragten mich tausend Dinge.

Nach dem Essen, als ich schon gehen wollte, kam Kardinal Santos Abril y Castelló auf mich zu, den ich in seiner Zeit als Apostolischer Nuntius in Argentinien gut kennengelernt hatte. "Eminenz", sagte er, "entschuldigen Sie die Frage, aber stimmt es, dass Ihnen ein Lungenflügel fehlt?"

"Nein", antwortete ich, "mir fehlt nur der obere rechte Lungenlappen." (WA: Ursachen: Blähungen, Krebs)
"Seit wann?", hakte er nach.
"Seit 1957, als ich einundzwanzig war."
Er wurde ernst und meinte ziemlich genervt: "Immer diese Manöver in letzter Sekunde..."
https://de.wikipedia.org/wiki/Santos_Abril_y_Castelló
Die Lunge. Video, 6 Min. 43:
https://youtube.com/watch?v=zQ3z1al4-cE  

Und erst in diesem Moment wurde mir klar, dass die Kardinäle mich als Nachfolger von Benedikt XVI. in Erwägung zogen.

Am Nachmittag kehrten wir alle ins Konklave zurück. Vor der Sixtinischen Kapelle angekommen, stiess ich auf den italienischen Kardinal Gianfranco Ravasi, und wir begannen uns zu unterhalten, weil ich für meine Studien immer die von ihm kuratierten Ausgaben der Weisheitsbücher heranzog, insbesondere das Buch Hiob.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gianfanco_Ravasi

In eine anregende Diskussion vertieft, spazierten wir in der Nähe des Einganges auf und ab. Nach dem, was beim Mittagessen geschehen war, sträubte sich wohl etwas in mir hineinzugehen, weil ich unbewusst fürchtete, es könnte zu einer erfolgreichen Wahl kommen. Wir blieben so lange vor der Tür, bis ein päpstlicher Zeremoniar heraustrat und uns fragte: "Kommen Sie nun rein oder nicht?"

Bei der ersten Abstimmung an diesen Nachmittag wurde ich beinahe gewählt, und in diesem Moment kam der brasilianische Kardinal Cláudio Hummes auf mich zu und sagte: "Hab keine Angst! So wirkt der Heilige Geist!"
https://de.wikipedia.org/wiki/Cláudio_Hummes

Beim dritten Wahlgang am frühen Abend, dem fünften dieses Tages und dem siebenundsechzigsten insgesamt, als mein Name die Zweitdrittelsmehrheit erreichte, erhob sich minutenlanger Applaus. Während die Auszählung weiterging, kam Hummes abermals zu mir, küsste mich und sagte den folgenden Satz, der sich mir für immer in Herz und Hirn eingebrannt hat: "Vergiss die Armen nicht..." In diesem Augenblick traf ich die Entscheidung, welchen Namen ich als Papst tragen wollte: Franziskus. Zu Ehren des heiligen Franz von Assisi. Das tat ich dann auch offiziell Kardinal Giovanni Battista Re kund.
https://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Battista_Re

Da sowohl der Dekan, Kardinal Angelo Sodano, als auch der Subdekan, Kardinal Roger Etchegaray, über achtzig und daher vom Konklave ausgeschlossen waren, übernahm Re, den Vorschriften entsprechend, als ältester wahlberechtiger Kardinalsbischof in der Sixtinischen Kapelle die Aufgaben des Dekans. Er war es, der mir die vom Ritus vorgesehenen Fragen stellte: "Nimmst du deine kanonische Wahl zum Papst an?" und "Mit welchem Namen möchtest du gerufen werden?"

Mein Leben war um ein weiteres Mal durch den Plan Gottes auf den Kopf gestellt worden. Der Herr war an meiner Seite, ich spürte seine Anwesenheit, er ging mir voran und begleitete mich bei diesem neuen Amt im Dienst der Kirche und der Gläubigen, das die Kardinäle mit Hilfe des Heiligen Geistes für mich bestimmt hatten.

Als es an dier Zeit war, zum ersten Mal das Gewand des Papstes anzulegen, erklärte mir der damalige Leiter des Amtes für die Liturgischen Feiern des Papstes, Monsignore Guido Marini, in der sogenannten Stanza delle lacrime (Zimmer der Tränen), mit grosser Geduld alles, was zu tun war, und zeigte mir das Brustkreuz, die roten Schuhe, die weisse Soutane in drei Grössen und die weiteren päpstlichen Kleidungsstücke, darunter die rote Mozzetta.
https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Marini
https://ilvaticanese.it/2013/03/subito-dopo-lelezione-la-stanza-delle-lacrime/
https://de.wikipedia.org/wiki/Mozetta

Ich sagte zum Monsignore: "Vielen Dank für Ihre Arbeit, Monsignore, aber ich liebe meine Sachen sehr. Ich werde nur die weisse Soutane tragen und das Brustkreuz, das mich, seit ich Erzbischof bin, begleitet, und meine orthopäishen Schuhe werde ich behalten!" Mit grosser Bereitwilligkeit akzeptierte er meine Entscheidung. Dann teilte ich den Zeremonienmeistern mit, dass ich nach dem Habemus Papam auch Kardinal Claudio Hummes und Kardinal Agostini Allini, den damaligen Vikar der Diözese Rom, neben mir in der zentralen Loggia des Petersdomes haben wollte. Und ich war zufrieden.

Ich muss gestehen, dass ich angesichts der riesigen Menschenmenge auf dem Petersplatz, die darauf wartete, den neuen Papst zu sehen, von meinen Gefühlen übermannt wurde. Man sah Flaggen aus der ganzen Welt, hörte Gebete und Gesänge, und alle hatten ausgeharrt, trotz des Regens. Der Heilige Geist wehte über den Menschen, es war ein Moment der Gnade für die Kirche, ein einziger Chor aus Gebeten stieg zum Himmel empor, um dem Herrn zu danken!

Ich dachte an meine Eltern, an meine Grossmutter Rosa, meine Geschwister, ich dachte an all die armen und ausgegrenzten Menschen, die ich im Laufe meines Lebens kennengelernt hatte, und ich fand die nötige Kraft, indem ich mich eben an sie erinnerte und sie in den Mittelpunkt meines Dienstes zu stellen beschloss. Eine arme Kirche für die Armen, eine Kirche als Feldlazarett, eine missionarische Kirche im Aufbruch,  mit einer reformierten römischen Kurie, so, wie vom Kardinalskollegium verlangt.

Erster Auftritt des neuen Papstes. Video, 2 Min. 20:
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Franziskus-im-Portraet-article10294601.html
Erster Auftritt des neuen Papstes. Video, 11 Min. 32:
https://youtube.com/watch?v=dYYI2WCBvHo

Nach dem ich das Volk begrüsst hatte, galt mein allererstes Telefonat dem emeritierten Papst, da ich ihm nochmals für seine Arbeit danken wollte. Ich ersuchte ihn, für mich zu beten, und versprach, ihn baldmöglichst zu besuchen. Gegen Abend rief ich auch Emil Paul Tscherrig an, den damaligen Nuntius in Argentinien, den ich im Konsistorium vom September 2023 zum Kardinal ernannt hatte. Ich trug ihm auf, er  möge den Bischöfen und Priestern vor Ort ausrichten, dass sie nicht zu meiner Antrittsmesse als Papst vom 19. März anreisen, sondern das Geld für die Flugtickets den Armen zukommen lassen sollten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Paul_Tscherrig

Am nächsten Morgen zog ich zum zweiten Mal die weisse Soutane an, wobei mir der Kragen ein wenig Schwierigkeiten bereitete. Zum Glück war gerade Kardinal Paolo Romeo, der Erzbischof von Palermo, der noch im Zimmer gegenübe wohnte, auf dem Flur und half mir.

Nach der Morgenmesse und dem Frühstück ging ich in die Basilika Santa Maria Maggiore, um vor dem Marienbild "Salus populi Romani"  - "Heil des römischen Volkes"  (unten) zu beten und der Gottesmutter mein Pontifikat anzuvertrauen:

Und da ich schon einmal ausserhalb des Vatikans war, begab ich mich auch gleich noch zum Gästehaus in der Via della Scrofa, um meine letzten persönlichen Dinge zu holen und die noch offene Rechnung zu begleichen.

Unten: Gästehaus an der Via della Scrofa (zwischen Piazza Navona und Tiber), in dem Kardinal Bergoglio vor dem Konklave logierte und nach einem über 30-minütigen Fussmarsch jeweils den Vatikan erreichte.

Später, am Nachmittag, nach der Messe in der Sixtinischen Kapelle, wurde ich in die päpstliche Wohnung in der dritten Loggia des Apostolischen Palastes geführt, doch sie erschien mir viel zu pompös für jemanden wie mich.

Im Buch Seite 166, Kommentar des Autors Ragona dazu: "Pater Jorge, wie ihn viele weiterhin lieber nennen als 'Eminenz' - ist an diesem eisigen Septembermorgen in Buenos Aires wie üblich schon früh aufgetaucht, im Priesteranzug mit Kollarhemd und seiner obligatorischen schwarzen Tasche (WA: die er auch als Papst verwendet). Er wohnt in einem kleinen ausgebauten Appartement im dritten Stock des Ordinariats, also nicht im Bischofssitz, das aus einem Schlafzimmr mit Bad, einem Zimmer mit Schreibtisch und einem Bücherregal an der Wand sowie einer winzigen Kapelle besteht. Der Kardinal kauft selber ein und kocht selber. Er ist ohne häusliches Hilfspersonal. Im Gegensatz zu vielen anderen Kardinälen sind die Gewänder des Kardinals in seiner Garderobe keine Massanfertigungen: Es sind Gewänder, die auch schon Kardinal Quarracino getragen hatte, und die von den Nonnen geflickt und neu angepasst wurden."

WA: Autor Nuzzi beschreibt in seinem Buch "Alles muss ans Licht"  den Luxus der Kurienkardinäle mit ihren mitfreien Residenzen im Vatikan und in der Stadt Rom, unter Seite 61, 62 und unmittelbar nachher Seite 146:
https://www.affentranger-werner.ch/tatsachen-und-meinungen/tatsachen-und-meinungen-von-g-bis-i-j/n#949
Inhaltsverzeichnis Nr. 16

Mögliche Beispiele, die dem neu gewählten Papst zu pompös sind:

Die Papstgemächer im vierten Stock des Papstpalastes.

Die dreistöckige Papstwohnung: unteres →Mezzanin, Hauptgeschoss und oberes Mezzanin.

Oberhalb des vierten Stockes befindet sich der grosse →Dachgarten. Im Bild der Bogenweg. 

Die Sala Regia im Apostolischen Palast.

Die Sala Clementina im Papstpalast.

Einer der vielen Empfangsräume im Papstpalast.

Hättte ich mich entschieden, dort zu wohnen, hätte ich vermutlich über kurz oder lang einen Psychiater gebraucht! Ich muss unter Menschen sein, damit es mir gut geht, und dort wäre ich viel zu sehr von der Aussenwelt abgeschnitten gewesen. Also war die ideale Lösung Santa Marta. In der Etage, in der ich während des Konklaves wohnte, gab es eine etwas grösse Gästesuite, die für gewöhnlich dem neu gewählten Papst vorbehalten ist. Man zeigte sie mir, und nachdem sie fertig hergerichtet war, beschloss ich, dorthin umzuziehen. Sie besteht aus einem kleinen Empfangsraum für die Gäste, einem Schlafzimmer mit Bad und einem kleinen Arbeitszimmer mit Gästebad.

Ich habe versucht, all meine Angewohnheiten aus meiner Zeit in Buenos Aires beizubehalten, um mein Leben nicht völlig durcheinanderzubringen. Besonders schwer gefallen ist mir gerade in den ersten Jahren, dass ich nicht mehr einfach so nach draussen gehen konnte, die Vororte besuchen, um den Armen zu helfen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren oder mit Freunden eine Pizza essen konnte wie zuvor in Argentinien. Aber zum Ausgleich durfte ich viele gute Menschen kennenlernen, die ich vorher nicht kannte, und dafür danke ich dem Herrn jeden Tag. Mit meiner Familie, meiner Schwester, meinen Cousins und meinen langjährigen Freunden tausche ich mich nach wie vor ständig aus. Wir telefonieren, schreiben uns Briefe und E-Mails, nur Videoanrufe machen wir nicht, weil ich das nicht kann, aber wir bleiben über die klassischen Kanäle in Kontakt. Viele meiner Freunde aus alten Zeiten leben leider nicht mehr, aber ich denke ständig an sie und bete für sie.

Was mein Amt angeht, nehmen die Projekte kein Ende, es gibt nach wie vor viel zu tun. In den letzten Jahren habe ich vom Herrn das Geschenk erhalten, Momente grosser Freude zu erleben: Ich denke an die einfachsten Dinge (wie ein Treffen oder einen Händedruck), aber auch an die wichtigsten, zum Beispiel die vielen Reisen, die ich in die ganze Welt unternommen habe, und an all die Menschen, die ich umarmen durfte, von Amerika über Afrika bis nach Asien.

Ich denke immer an meine Reise als neuer Papst nach Lampedusa im Juli 2013, dem Tor zu Europa, wo diejenigen ankommen, die verzweifelt eine Zukunft fernab von Kriegen und Hungersnöten suchen. Es war richtig, der Einladung von Don Stefano Nastasi, Pfarrer einer Inselgemeinde, zu folgen und von dort aus eine Reise auf der Route der Migranten zu beginnen, die in der Realität noch nicht abgeschlossen ist, denn das Thema Migration hält noch viel Arbeit und Anstrengung bereit. (...)
Migration.Video, 7 Min. 41:
https://youtube.com/watch?v=TO8ja8lfyWM  

223: Ich denke an die Fortschritte, die die Kirche in den letzten Jahren gemacht hat, eine Kirche in Bewegung, die zuhört, wie es nur eine Mutter kann; eine synodale Kirche, geeint, die sich in den Dienst des Volkes Gottes stellt, obwohl es in ihrem Inneren solche gibt, die als Opfer von Stolz und Egoismus, Opfer teuflischer Versuchungen eine Spaltung wünschen, als ob es wie im Fussball zwei gegnerische Mannschaften gäbe.

Dann denke ich an die Frauen, die in den Strukturen der Kirche immer mehr Raum und Aufmerksamkeit finden, ich denke an die Laien und die Jugendlichen, die ein grosser Schatz und eine grosse Hoffnung für die Zukunft sind.

Aber wir haben in den letzten Jahren sehr schmerzhafte Prüfungen erlebt und erleben sie auch noch. Ich denke an den "stückweise" dritten Weltkrieg, der die Welt schon zu lange erschüttert: Konflikte in verschiedenen Teil des Planeten, die die Menschlichkeit und die Brüderlichkeit zwischen den Völkern zerstören und bei denen immer mehr unserer Mitmenschen unter den Bomben leiden. An diejenigen, die kein Mitleid und kein Erbarmen mit diesen Menschen haben, die sterben, appelliere ich noch einmal: Stoppt die Waffen! Stoppt die Bomben! Stoppt euren Machthunger!  Hört auf, im Namen Gottes! Es ist genug, bitte!

Ich denke auch an das immer dringlichere Problem der Ausbeutung unseres gemeinsamen Hauses: die Erde. Die ökologischen Fragen und Probleme dürfen nicht länger ignoriert und aufgeschoben werden, sie sind so dramatisch und dringlich geworden, dass ich beschlossen habe, selbst an der Klimakonferenz der Vereinten Nationen, COP 28, teilzunehmen, die zwischen Ende November und Mitte Dezember 2023 in Dubai stattfand. Wegen einer Lungenentzündung rieten mir die Ärzte von dieser Reise ab, um die allzu grossen Temperaturschwankungen zu vermeiden und meinen Zustand nicht zu verschlimmern. Klarstellen möchte ich: Ich wäre mit dem mir eigenen Leichtsinn trotzdem hingeflogen und hätte die Regierungschefs zu einem Kurswechsel aufgefordert.

Und wir müssen den Kurs ändern, sonst ist es das Ende von allem, und die jahrelangen Opfer sind umsonst gewesen. Am Ende folgte ich jedoch dem Rat der Ärzte, und vertraute meine Rede dem vatikanischen "Aussenminister" Kardinal Pietro Parolin an, der sie am 2. Dezember hielt. Was wir der Schöpfung antun, ist, wie ich bei dieser Gelegenheit sagte, eine schwere Beleidigung Gottes. Und ich möchte hinzufügen, dass es ein sehr schwerer Verrat an den Schwächsten ist, die mehr als alle anderen unter den Folgen leiden werden: Denken wir an die, die aus ihren Ländern fliehen müssen, weil dort nun Dürre herrscht, oder an all die ärmeren Länder, die von verheerenden Überschwemmungen, Sturmfluten oder anderen meteorologischen Phänomenen betroffen sind. Der Schrei des Planeten kann nicht länger ungehört bleiben: Es gibt keine Zeit mehr, wir spielen mit der Zukunft junger Menschen, mit der Zukunft der Menschheit selbst.

Und schliesslich denke ich auch an die Jahre der Pandemie, die uns vor Augen geführt hat, wie fragil wir sind und wie dringend die Menschheit innehalten und in den Spiegel schauen muss, um sich selbst zu überdenken.

Sturmflut an der Ostsee
https://youtube.com/watch?v=RCaA_QzZHD8

Hochwasser am Ural, Klimazeit (die aktuellen Themen bestimmen)
https://tagesschau.de/multimedia/video/schnell_informiert/video-1325750.html

Überschwemmungen und Erdrutsche im Norden von Italien
https://youtube.com/watch?v=jJkpuTv5PTw

Dürre! Katalonien ruft Wassernotstand aus
https://weather.com/de-DE/wissen/klima/video/durre-katalonien-ruft-wassernotstand-aus

54,4 Grad: Grösste Hitzewelle im Death Valley USA
https://dailymotion.com/video/x7vmou1

Wie der Klimawandel die Insel Kiribati (Pazifik) unbewohnbar macht (eine Inselgruppe mit zirka 120'000 Einwohnern)
https://youtube.com/watch?v=UB0Olt-nymc

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Im Buch Seite 254: Reformen müssen her!

Ich sass tatsächlich eine Weile schweigend da und dachte darüber nach (Jahr 2024), dass mir für nichts anderes mehr Zeit bleiben würde und ich einmal die Woche einen Psychologen bräuchte, wenn ich all dem nachgehen würde, was über mich gesagt und geschrieben wurde! Aber egal, ich hatte irgendwo diese Behauptung gelesen, "Franziskus ist im Begriff, das Papsttum zu zerstören", was soll ich darauf entgegnen?  Dass meine Berufung die des Priesters ist. An erster Stelle bin ich Priester, ich bin Hirte, und Hirten müssen mitten unter den Menschen sein, mit ihnen reden, mit ihnen sprechen, ihnen zuhören, sie unterstützen und über sie wachen.

In der heutigen Zeit ist es nicht mehr richtig, Distanzen zu schaffen, Jesus stand nicht über dem Menschen, er war Teil von ihnen und ging an ihrer Seite. Es stimmt, dass der Vatikan die letzte absolute Monarchie in Europa ist, und oft werden in seinem Inneren Grabenkämpfe ausgefochten und Hofintrigen gesponnen, doch das müssen wir dringend überwinden.

Erfreulicherweise hatte die Mehrheit der bei den Generalkongregationen anwesenden Kardinäle vor dem Konklave 2013 eine solche Reform gefordert! Es gab den grossen Wunsch, Dinge zu ändern und Haltungen aufzubrechen, die sich bis heute leider hartnäckig halten. Es gibt immer jene, die Reformen bremsen wollen, die lieber in den Zeiten eines Papst-Königs, einer Monarchie, verharren würden oder von einem gattopardismo (einem nur oberflächlichen Reformwillen bei gleichzeitigem Beharren auf alten Strukturen, angelehnt an den Roman Il Gattopardo (dt. Der Leopard) von Giuseppe Tomasi di Lampedusa, A.d.Ü.) träumen, der der Kirche mit Sicherheit nicht guttut. (...)

Aber ich lasse nicht ab von dem Traum: dass unsere Kirche eine milde, demütige und dienende Kirche sein möge, mit den Eigenschaften Gottes, und daher auch eine zärtliche, nahe und barmherzige. Wir müssen viele Neuerungen in Angriff nehmen, viele Projekte. (...)

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Nachweise:
→Rücktrittsrede von Benedikt XVI:
    P-Park; Erweiterte Themen: Benedikt XVI.: Kath. Wochen-
    zeitung Nr. 7 vom 15.02.2013
→Km-Konk; Erweiterte Themen: Konklave, Einzug der Kardinäle
→Buchstabe S: Erweiterte Themen: Pläne der Sixt. Kapelle
→Buchstabe S: Inhaltsverzeichnis Nr. 21, Sixt. Kapelle
→Buchstabe S: Santa Maria Maggiore (verehrtes Ikonenbild)
→Ga-Gd: Gärten in Castel Gandolfo
→Buchstabe C: Castel Gandolfo
→A-Ad:  Umweltschutzenzyklika "Laudato si' "  
    Ökologische Landwirtschaft im Vatikanstaat
→Buchstabe E: Sozialenzyklika "Fratelli tutti"